EßZ: Kickers entlassen Adrion
Verfasst: Dienstag 28. Oktober 2003, 14:33
Esslinger Zeitung von heute:
Kickers entlassen Adrion
Robin Dutt neuer Trainer beim abstiegsbedrohten Regionalligisten
Stuttgart (hk) - Rainer Adrions Dienstzeit beim abstiegsbedrohten Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers ist abrupt zu Ende gegangen. Nach einem Gespräch mit dem Präsidium und dem Aufsichtsrat stand die Entlassung des Trainers gestern Nachmittag fest. Adrions Nachfolger ist mit sofortiger Wirkung der bisherige Co- und Amateurtrainer Robin Dutt.
Kickers-Präsident Hans Kullen, der vor eineinhalb Wochen noch nichts von einer Trainerdiskussion wissen wollte, war gestern telefonisch zu keiner Auskunft über die Hintergründe der Entlassung bereit und verwies auf eine heute stattfindende Pressekonferenz. Kullen ließ nur durchblicken, dass Adrion nach der 0:1-Niederlage in Elversberg, durch die die Kickers auf einen Abstiegsplatz abgerutscht waren, um ein Gespräch gebeten hatte. Dies bestätigte der 49-Jährge, der sein Amt bei den "Blauen" am 10. März dieses Jahres angetreten hatte. "Die Initiative ging von mir aus", sagte Adrion, "ich wollte, dass sich der Verein bekennt."
Allerdings verlief das Gespräch anders, als er es sich vorgestellt hatte. "Zunächst wollte man mit mir weiter machen und hat mir das Vertrauen ausgesprochen." Das Präsidium hätte darauf hingewiesen, dass sich die Kickers einen Trainerwechsel finanziell gar nicht leisten könnten. Als Adrion seiner Darstellung zufolge angeboten hat, auf die Hälfte seines Gehaltes zu verzichten, sei eine Kehrtwendung erfolgt. Präsidium und Aufsichtsrat hätten sich noch einmal zusammen gesetzt, und am Ende der Besprechung stand Adrions Entlassung fest. "Ich bin letztlich froh, dass Klarheit geschaffen wurde. Denn das Vertrauen mir gegenüber war eigentlich nur scheinheilig", meinte Adrion.
Der "letzte Schuss"
Der Trainer hatte nach der Niederlage in Elversberg selbst geäußert, dass das Verhältnis zwischen ihm und Teilen der Mannschaft gestört sei und die Vorwärtsverteidigung angetreten. "Es kann nicht sein, dass ein Spieler weniger gibt, weil die Position des Trainers geschwächt wird", sagte Adrion, der offensichtlich die Felle davon schwimmen sah. Es habe ein Grüppchenbildung innerhalb der Mannschaft gegeben. "So konnte es nicht weiter gehen", sagte Adrion.
Wie es jetzt weiter geht bei den "Blauen", bleibt abzuwarten. Und ob mit Adrions Entlassung das Problem gelöst ist, sei dahingestellt. Sponsor Eduardo Garcia hatte bei Adrions Amtsantritt geäußert, dessen Verpflichtung sei in finanzieller Hinsicht der "letzte Schuss", den die Kickers hätten. Der ging offensichtlich nach hinten los.
Geschäftsführer Kahraman Erdin sprach von einer "sportlichen und finanziellen Krisensituation" der Kickers. Die Vereinsführung sah die Trennung von Adrion offenbar als letzten Ausweg aus der prekären Situation. "Für die Außendarstellung des Vereins ist das nicht gut", sagte Erdin, der mit Adrion befreundet ist. "Die Trennung ist bedauerlich. Mir tut das doppelt weh."
http://www.ez-online.de/lokal/lokalspor ... l18891.cfm
Kickers entlassen Adrion
Robin Dutt neuer Trainer beim abstiegsbedrohten Regionalligisten
Stuttgart (hk) - Rainer Adrions Dienstzeit beim abstiegsbedrohten Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers ist abrupt zu Ende gegangen. Nach einem Gespräch mit dem Präsidium und dem Aufsichtsrat stand die Entlassung des Trainers gestern Nachmittag fest. Adrions Nachfolger ist mit sofortiger Wirkung der bisherige Co- und Amateurtrainer Robin Dutt.
Kickers-Präsident Hans Kullen, der vor eineinhalb Wochen noch nichts von einer Trainerdiskussion wissen wollte, war gestern telefonisch zu keiner Auskunft über die Hintergründe der Entlassung bereit und verwies auf eine heute stattfindende Pressekonferenz. Kullen ließ nur durchblicken, dass Adrion nach der 0:1-Niederlage in Elversberg, durch die die Kickers auf einen Abstiegsplatz abgerutscht waren, um ein Gespräch gebeten hatte. Dies bestätigte der 49-Jährge, der sein Amt bei den "Blauen" am 10. März dieses Jahres angetreten hatte. "Die Initiative ging von mir aus", sagte Adrion, "ich wollte, dass sich der Verein bekennt."
Allerdings verlief das Gespräch anders, als er es sich vorgestellt hatte. "Zunächst wollte man mit mir weiter machen und hat mir das Vertrauen ausgesprochen." Das Präsidium hätte darauf hingewiesen, dass sich die Kickers einen Trainerwechsel finanziell gar nicht leisten könnten. Als Adrion seiner Darstellung zufolge angeboten hat, auf die Hälfte seines Gehaltes zu verzichten, sei eine Kehrtwendung erfolgt. Präsidium und Aufsichtsrat hätten sich noch einmal zusammen gesetzt, und am Ende der Besprechung stand Adrions Entlassung fest. "Ich bin letztlich froh, dass Klarheit geschaffen wurde. Denn das Vertrauen mir gegenüber war eigentlich nur scheinheilig", meinte Adrion.
Der "letzte Schuss"
Der Trainer hatte nach der Niederlage in Elversberg selbst geäußert, dass das Verhältnis zwischen ihm und Teilen der Mannschaft gestört sei und die Vorwärtsverteidigung angetreten. "Es kann nicht sein, dass ein Spieler weniger gibt, weil die Position des Trainers geschwächt wird", sagte Adrion, der offensichtlich die Felle davon schwimmen sah. Es habe ein Grüppchenbildung innerhalb der Mannschaft gegeben. "So konnte es nicht weiter gehen", sagte Adrion.
Wie es jetzt weiter geht bei den "Blauen", bleibt abzuwarten. Und ob mit Adrions Entlassung das Problem gelöst ist, sei dahingestellt. Sponsor Eduardo Garcia hatte bei Adrions Amtsantritt geäußert, dessen Verpflichtung sei in finanzieller Hinsicht der "letzte Schuss", den die Kickers hätten. Der ging offensichtlich nach hinten los.
Geschäftsführer Kahraman Erdin sprach von einer "sportlichen und finanziellen Krisensituation" der Kickers. Die Vereinsführung sah die Trennung von Adrion offenbar als letzten Ausweg aus der prekären Situation. "Für die Außendarstellung des Vereins ist das nicht gut", sagte Erdin, der mit Adrion befreundet ist. "Die Trennung ist bedauerlich. Mir tut das doppelt weh."
http://www.ez-online.de/lokal/lokalspor ... l18891.cfm