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StN: Ein Trainer aus Leidenschaft - Neues Feuer entfachen

Verfasst: Mittwoch 29. Oktober 2003, 08:03
von Basti
Dutt gilt als akribischer Arbeiter
Ein Trainer aus Leidenschaft

Robin Dutt hatte wohl schon immer eine Schwäche für den Trainerposten. Bereits als 15-jähriger B-Jugendlicher fühlte er sich zu dem Job berufen, und er trainierte die C-Jugend der SpVgg Hirschlanden. Als Spieler brachte er es später mit dem FV Zuffenhausen lediglich bis in die Verbandsliga - als Trainer arbeitete er sich dafür stetig nach oben. Der heute 38-Jährige begann als Spielertrainer beim Kreisligisten TSG Leonberg, dann folgten der damalige Oberligist TSF Ditzingen und im Juli 2002 die zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers. Und seit Montag ist Robin Dutt nun Coach der Regionalliga-Mannschaft der Blauen.

Der gebürtige Kölner hat sich im wahrsten Wortsinn nach oben geackert - er gilt als akribischer Arbeiter, der ganz für den Fußball lebt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Rainer Adrion, der auch mal locker plaudern konnte, ist der Mann aus Hirschlanden reservierter und kürzer angebunden. Als seine größte Stärke gibt der Familienvater (ein Sohn) Beharrlichkeit an, und wenn nichts anderes mehr hilft, kann er auch mit der Faust kräftig auf den Tisch hauen. Was Dutt besonders auszeichnet: Er hat ein geschicktes Händchen für junge Spieler, wie er es in der Oberliga in den letzten anderthalb Jahren bewiesen hat. Doch der gelernte Bürokaufmann fand in Ditzingen auch die richtigen Worte im Umgang mit Routiniers. Bei den Kickers wird er diese Erfahrungen brauchen. Jürgen Kemmner

Aktualisiert: 29.10.2003, 05:44 Uhr
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/s ... php/535769

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Der neue Kickers-Trainer präsentiert sich energisch und selbstbewusst: "Ich bin kein billiger Jakob"
Robin Dutt will neues Feuer entfachen

Stuttgart - Eine gewisse Nervosität konnte er nicht verbergen: Aber alles in allem präsentierte sich Robin Dutt bei seiner offiziellen Vorstellung energisch, zielstrebig und selbstbewusst: "Ich bin bestimmt kein billiger Jakob", sagte der neue Trainer der Stuttgarter Kickers. Seine Einschätzung: Das Team ist besser als der Tabellenplatz.

VON JÜRGEN FREY

Irgendwie passte die Schieflage des Kickers-Wimpels auf dem Tisch des Clubhaus-Nebenzimmers ins Bild: Die Blauen sind in vielen Bereichen gewaltig aus dem Gleichgewicht geraten. Wieder einmal musste der Trainer für die sportliche Talfahrt büßen. "Die Leistung zuletzt in Elversberg war leblos", begründete Präsident Hans Kullen noch einmal den Rauswurf von Rainer Adrion, "außerdem konnte er uns nicht erklären, wie er den Hebel umlegen kann." Den Zickzackkurs in der Trainerfrage im Laufe des vergangenen Montags spielte Kullen herunter: "Aus unserer Sicht konnte Adrion nach dem Gespräch nicht davon ausgehen, dass wir hinter ihm stehen."

Schnee von gestern. Auch für Dutt. Er lehnte den Blick in den Rückspiegel kategorisch ab: "Es ist in unserer Branche zur Unsitte geworden, Missstände in der Mannschaft öffentlich anzuprangern." Von ihm werde kein schlechtes Wort über Adrion zu hören sein. Und was sagt die Mannschaft? Der Kapitän fasste sich an die eigene Nase: "Wir müssen wieder so aggressiv spielen, wie am Ende der letzten Saison", sagte Stefan Minkwitz. Nur eines wollte der 35-Jährige partout nicht auf sich sitzen lassen: "Wir Älteren wehren uns energisch gegen den Vorwurf, gegen den Trainer gespielt zu haben." Schon aus ureigenem Interesse, wie Minkwitz betont: "Alexander Malchow und ich sehen auch nach unserer Karriere eine Zukunftsperspektive bei den Blauen - aber bestimmt nicht im Fall eines Abstiegs."

Stichwort Oberliga. In einer höheren Klasse hatte Dutt als Cheftrainer bisher nicht das Sagen. Dennoch habe er bei seiner Beföderung "keine zwei Salti geschlagen", sondern Bedingungen gestellt: Illusorische Zweitligaträume stehen bis auf weiteres auf dem Index. Die Mannschaft sei zwar besser als der derzeitige Tabellenplatz, aber kein Team, das um den Aufstieg spielen kann. Außerdem forderte Dutt eine Gehaltserhöhung: "Ich bin kein billiger Jakob."

Auch wenn Dutts Worte bei seiner Vorstellung bisweilen etwas künstlich und auswendig gelernt wirkten: Der Mann vermittelt den Eindruck, als wisse er ganz genau, was er will. Früh habe er gemerkt, dass es als Spieler für ihn nicht zum Profi reichen würde. "Da habe ich mir das Ziel gesetzt, es als Trainer zu schaffen", betont Dutt. Wie er sich auch ohne die natürliche Autorität ehemaliger Bundesligaspieler die Wendeltreppe nach oben bauen will? Dutt beantwortete diese Frage mit dem Hinweis auf erfolglose Weltmeister: "Ob du wie Andy Brehme x Länderspiele auf dem Buckel hast oder nur in der Verbandsliga am Ball warst: Wenn der Erfolg ausbleibt, wird jeder entlassen." So weit soll es für Dutt nicht kommen. Erste Maßnahme: Der Teamgeist kommt auf den Prüfstand. In vielen Einzelgesprächen will der 38-Jährige die Stimmung in der Mannschaft ausloten und vor allem neue Leidenschaft, neues Feuer wecken. Dabei kommt ihm ein kurzfristig angesetztes Trainingslager sehr entgegen. Vom heutigen Mittwoch an stimmen sich die Blauen im Sonnenhof in Kleinaspach auf das Heimspiel gegen den FC Augsburg (Samstag, 12.30 Uhr) ein. Am Dienstagabend gewannen die Kickers ein Testspiel in Poltringen gegen eine Ammerbuch-Auswahl mit 15:0 (5:0). Dutt setzte insgesamt 22 Spieler ein.

Aktualisiert: 29.10.2003, 05:44 Uhr
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Re: StN: Ein Trainer aus Leidenschaft - Neues Feuer entfache

Verfasst: Mittwoch 29. Oktober 2003, 11:00
von Rael
Basti hat geschrieben:Stichwort Oberliga. In einer höheren Klasse hatte Dutt als Cheftrainer bisher nicht das Sagen. Dennoch habe er bei seiner Beföderung "keine zwei Salti geschlagen", sondern Bedingungen gestellt: Illusorische Zweitligaträume stehen bis auf weiteres auf dem Index. Die Mannschaft sei zwar besser als der derzeitige Tabellenplatz, aber kein Team, das um den Aufstieg spielen kann. Außerdem forderte Dutt eine Gehaltserhöhung: "Ich bin kein billiger Jakob."
Auch wenn er mehr Geld will - sehr gut!
Endlich mal ein Trainer, der Klartext redet! :)