Joshua Kennedys unerwartete Rückkehr
Verfasst: Donnerstag 22. Juni 2006, 07:49
Joshua Kennedys unerwartete Rückkehr
Ex-Kickers-Spieler mit Australien in Stuttgart
Mal angenommen, Sie haben gerade geheiratet und erklären Ihrer Frau, auf die Flitterwochen lieber verzichten zu wollen. Es gäbe wohl zwei Möglickeiten der Reaktion darauf: eine Ohrfeige für Sie, oder ein Heulkrampf Ihrer Frau. Im Hause Kennedy war Letzteres der Fall. Die Gattin von Fußball-Profi Joshua Kennedy weinte - allerdings vor Freude. Weil ihr Mann in den australischen WM-Kader berufen wurde.
VON DIRK PREISS
"Zuerst hat sie vor Freude geheult", sagt Joshua Kennedy, "eine halbe Stunde später wieder, weil ich sie gleich nach der Hochzeit allein lasse." Man muss diese emotionale Reaktion verstehen. Denn Kennedy hatte nicht unbedingt mit seiner Berufung rechnen können. "Ich hatte bis dahin ja kein einziges Länderspiel bestritten", sagt der 23-Jährige. Und sein Lebenslauf liest sich auch nicht gerade wie eine Traumkarriere.
Vor sechs Jahren war Kennedy vom australischen Club Carlton SC zum VfL Wolfsburg gewechselt - als U-17-Vizeweltmeister. Dann stockte die Karriere. Weil es für die Bundesliga noch nicht reichte, lieh ihn der VfL 2002 an die Stuttgarter Kickers aus. "Er hat uns in den Testspielen überzeugt", sagt der damalige Trainer Marcus Sorg. In den Ligaspielen war es mit überzeugenden Vorstellungen aber vorbei. Seine Bilanz: ein Tor in 23 Spielen. Sorg nimmt Kennedy aber in Schutz: "Es hat damals einfach nicht gepasst." Kennedy zog weiter. Erst zum 1. FC Köln, dann zu Dynamo Dresden, wo nun auch Australiens Coach Guus Hiddink auf den 1,94 Meter großen Stürmer, der nach der WM zum 1. FC Nürnberg wechselt, aufmerksam wurde. "Hiddink wollte jemanden im Kader, der anders ist als die anderen", sagt Co-Trainer Graham Arnold.
Kennedy konnte sein Glück kaum fassen. "Das ist ein Traum", sagte er immer wieder, rechtfertigte seine Berufung aber gleich im ersten Einsatz. Im Testspiel gegen Liechtenstein erzielte er einen Treffer. Ansprüche stellen wollte er aber nicht. "Ich wäre schon froh, wenn ich eine Minute spielen könnte."
Dieser Wunsch wurde ihm erfüllt. Weil ihn Hiddink für eine "wichtige Alternative" hält, wechselte er ihn im Auftaktmatch gegen Japan beim Stand von 0:1 ein - die Australier siegten 3:1. Nun reicht ihnen am heutigen Donnerstag (21 Uhr) im Stuttgarter Daimlerstadion ein Remis gegen Kroatien für den Einzug ins Achtelfinale.
Für Kennedy ginge dann wohl der nächste Traum in Erfüllung. Die Flitterwochen müssten deshalb aber nicht nochmal verschoben werden. Die haben die Kennedys bereits auf kommenden Dezember verlegt - nicht wegen Joshua, sondern wegen Jacinta Kennedy. Die ist Basketball-Nationalspielerin und muss nach der WM ins Trainingslager.
StN von heute
Ex-Kickers-Spieler mit Australien in Stuttgart
Mal angenommen, Sie haben gerade geheiratet und erklären Ihrer Frau, auf die Flitterwochen lieber verzichten zu wollen. Es gäbe wohl zwei Möglickeiten der Reaktion darauf: eine Ohrfeige für Sie, oder ein Heulkrampf Ihrer Frau. Im Hause Kennedy war Letzteres der Fall. Die Gattin von Fußball-Profi Joshua Kennedy weinte - allerdings vor Freude. Weil ihr Mann in den australischen WM-Kader berufen wurde.
VON DIRK PREISS
"Zuerst hat sie vor Freude geheult", sagt Joshua Kennedy, "eine halbe Stunde später wieder, weil ich sie gleich nach der Hochzeit allein lasse." Man muss diese emotionale Reaktion verstehen. Denn Kennedy hatte nicht unbedingt mit seiner Berufung rechnen können. "Ich hatte bis dahin ja kein einziges Länderspiel bestritten", sagt der 23-Jährige. Und sein Lebenslauf liest sich auch nicht gerade wie eine Traumkarriere.
Vor sechs Jahren war Kennedy vom australischen Club Carlton SC zum VfL Wolfsburg gewechselt - als U-17-Vizeweltmeister. Dann stockte die Karriere. Weil es für die Bundesliga noch nicht reichte, lieh ihn der VfL 2002 an die Stuttgarter Kickers aus. "Er hat uns in den Testspielen überzeugt", sagt der damalige Trainer Marcus Sorg. In den Ligaspielen war es mit überzeugenden Vorstellungen aber vorbei. Seine Bilanz: ein Tor in 23 Spielen. Sorg nimmt Kennedy aber in Schutz: "Es hat damals einfach nicht gepasst." Kennedy zog weiter. Erst zum 1. FC Köln, dann zu Dynamo Dresden, wo nun auch Australiens Coach Guus Hiddink auf den 1,94 Meter großen Stürmer, der nach der WM zum 1. FC Nürnberg wechselt, aufmerksam wurde. "Hiddink wollte jemanden im Kader, der anders ist als die anderen", sagt Co-Trainer Graham Arnold.
Kennedy konnte sein Glück kaum fassen. "Das ist ein Traum", sagte er immer wieder, rechtfertigte seine Berufung aber gleich im ersten Einsatz. Im Testspiel gegen Liechtenstein erzielte er einen Treffer. Ansprüche stellen wollte er aber nicht. "Ich wäre schon froh, wenn ich eine Minute spielen könnte."
Dieser Wunsch wurde ihm erfüllt. Weil ihn Hiddink für eine "wichtige Alternative" hält, wechselte er ihn im Auftaktmatch gegen Japan beim Stand von 0:1 ein - die Australier siegten 3:1. Nun reicht ihnen am heutigen Donnerstag (21 Uhr) im Stuttgarter Daimlerstadion ein Remis gegen Kroatien für den Einzug ins Achtelfinale.
Für Kennedy ginge dann wohl der nächste Traum in Erfüllung. Die Flitterwochen müssten deshalb aber nicht nochmal verschoben werden. Die haben die Kennedys bereits auf kommenden Dezember verlegt - nicht wegen Joshua, sondern wegen Jacinta Kennedy. Die ist Basketball-Nationalspielerin und muss nach der WM ins Trainingslager.
StN von heute