8. Nachwuchsmeeting der Stuttgarter Kickers
Verfasst: Mittwoch 28. Juni 2006, 12:15
Ein Spezialknoten als Erfolgsgeheimnis
LEICHTATHLETIK Bestmarken beim achten Nachwuchsmeeting der Stuttgarter Kickers
Degerloch. Bei der achten Auflage des Leichtathletik-Nachwuchs-Meetings der Stuttgarter Kickers gab es am Sonntag trotz der brütenden Hitze nur zufriedene Gesichter. Insgesamt 237 Teilnehmer sorgten im ADM-Sportpark mit
annähernd 650 Einzelstarts für eine neue
Bestmarke - auch der Kuchenverkauf
erreichte eine neue Dimension.
Von Frank Pfauth
Manchmal sind es eben doch nur Kleinigkeiten, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Beispiel gefällig? So wollte Valentin Baumeister jedenfalls ganz auf Nummer sicher gehen vor seinem Start im Degerlocher ADM-Sportpark - und ließ sich von seiner Mutter die Sportschuhe binden. Peinlich? I wo. Denn das normale Schuhebinden hätte den zehnjährigen Plieninger ganz bestimmt nicht überfordert. Doch weil es eben ein ganz spezieller Sicherheitsknoten sein sollte - diesen Tipp hatte der junge Athlet im Trikot des Stuttgarter Leichtathletik-Clubs (SLC) kurz zuvor noch von seinem Degerlocher Mannschaftskameraden und Schulfreund Luca mit einem äußerst verschwörerischen Blick bekommen - ging Catrin Baumeister nun mit einem tiefen Seufzer in die Hocke und nestelte ergeben unter der Anleitung ihres Sohnemannes an dessen Laufschuhen.
Szenen wie diese waren freilich am vergangenen Sonntag in Degerloch kein Einzelfall. Schließlich ist ein Nachwuchsmeeting wie das bei den Kickers keine Versammlung von altgedienten und ausgebufften Profis. Ganz im Gegenteil: Für den kleinen Valentin war es beispielsweise der überhaupt erst zweite Wettkampf in seiner noch jungen Laufbahn als Leichtathlet. "Da muss man schon noch einige Zugeständnisse machen", sagte seine Mutter Catrin mit einem Lächeln - ehe sie mit dem nächsten Atemzug den jungen Mann mit den speziell gebundenen Schuhen lautstark beim Weitsprung zu Höchstleistungen antrieb.
237 Mädchen und Jungen aus insgesamt 33 Vereinen, alle im Alter zwischen acht und 15 Jahren, waren in der so genannten Schülerklasse bei brütender Hitze der Einladung der Stuttgarter Kickers gefolgt. Wobei das Streben nach dem Höher, Weiter und Schneller bei den insgesamt rund 650 Einzelstarts eindeutig im Vordergrund gestanden hat. Dennoch: "In erster Linie sollen die Kinder ihren Spaß an der Leichtathletik ausleben können", sagte Monika Klink, die als Mitarbeiterin im Organisationsteam der Kickers ebenfalls einen langen und angesichts der Temperaturen zudem schweißtreibenden Tag verbrachte. Zumal sich kurzfristig auch noch zwei Helfer nicht wie verabredet zum Dienst gemeldet hatten, was die Arbeit des Wettkampfbüros unnötig komplizierte.
Doch trotz der einen oder anderen kleineren Panne sei das mittlerweile achte Meeting des Vereins insgesamt gesehen "super gelaufen", lautete das abendliche Fazit von Klink. Auch der Verkauf an den Imbissständen hätte sich für die Abteilungskasse rentiert gehabt. Gar einen Rekord gab es beim Verkauf der selbst gebackenen Kuchen und Torten zu verzeichnen: Nachdem insgesamt 28 der leckeren Prachtstücke über die Theke gegangenen waren, kam die Meldung: ausverkauft.
Stichwort "super gelaufen". Gleiches gelte auch für den Hochsprungwettbewerb, der am Nachmittag bei den kleinen Athleten im weiten Rund des ADM-Sportparks für großes Staunen gesorgt hat. Durch die verletzungsbedingte Abwesenheit des Vorjahressiegers Marcus Klink (Stuttgarter Kickers) sicherte sich am Sonntag Rene Stauss von der LG Sigmaringen mit 2,12 Metern den Gesamtsieg. Bei den Frauen setzte sich Nora Mehl (TSV Rottweil) mit übersprungenen 1,70 Meter gegen ihre Konkurrentinnen durch.
Nun hofft Monika Klink, die Mutter des derzeit besten Hochspringers der Kickers, dass ihr Sohn Marcus gesundheitlich schnell wieder auf die Füße kommt. Im vergangenen Jahr hatte sich das Aushängeschild der Kickers-Leichtathleten noch die deutsche Vizemeisterschaft geholt, seine persönliche Bestmarke steht derzeit bei beachtlichen 2,16 Metern. Doch seit fast einem halben Jahr plagt sich der Athlet nun schon mit einer hartnäckigen Fußverletzung herum. "Alle bisher angewendeten Therapien haben die Entzündung seines Fersenbeins nicht lindern können", sagt die mit ihrem Sohn leidende Mutter. Die Freiluftsaison ist für den 20-Jährigen damit natürlich gelaufen. Frühestens in diesem Herbst, so hofft sie, könne Marcus wieder mit einem speziellen Training beginnen.
Von solchen Sorgen gänzlich unbelastet absolvierte derweil Valentin Baumeister unbeirrt seinen Dreikampf. Die 50-Meter-Laufstrecke beendete der junge Mann mit der Startnummer 661 in 9,28 Sekunden, beim Ballwurf landete das Sportgerät bei exakt 20 Metern. Und auch mit dem Ergebnis beim Weitsprung waren Mutter und Sohn Baumeister am Ende völlig zufrieden: Nach dem sechsten und letzten Versuch des Zehnjährigen ermittelten die Wertungsrichter genau 3,05 Meter. Damit war der Plieninger Viertklässler zwar haarscharf an einer Medaille vorbeigeschrammt - gelohnt hat sich der Tag für ihn aber dennoch. Und dies gleich aus zweifacher Sicht: Während Valentin bei seinem nächsten Start die jetzt erreichten Marken sicher verbessern kann, ist nun auch Catrin Baumeister buchstäblich in den Ablauf bei den Wettkämpfen ihres Sohnes mit eingebunden . . .
StZ von heute
LEICHTATHLETIK Bestmarken beim achten Nachwuchsmeeting der Stuttgarter Kickers
Degerloch. Bei der achten Auflage des Leichtathletik-Nachwuchs-Meetings der Stuttgarter Kickers gab es am Sonntag trotz der brütenden Hitze nur zufriedene Gesichter. Insgesamt 237 Teilnehmer sorgten im ADM-Sportpark mit
annähernd 650 Einzelstarts für eine neue
Bestmarke - auch der Kuchenverkauf
erreichte eine neue Dimension.
Von Frank Pfauth
Manchmal sind es eben doch nur Kleinigkeiten, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Beispiel gefällig? So wollte Valentin Baumeister jedenfalls ganz auf Nummer sicher gehen vor seinem Start im Degerlocher ADM-Sportpark - und ließ sich von seiner Mutter die Sportschuhe binden. Peinlich? I wo. Denn das normale Schuhebinden hätte den zehnjährigen Plieninger ganz bestimmt nicht überfordert. Doch weil es eben ein ganz spezieller Sicherheitsknoten sein sollte - diesen Tipp hatte der junge Athlet im Trikot des Stuttgarter Leichtathletik-Clubs (SLC) kurz zuvor noch von seinem Degerlocher Mannschaftskameraden und Schulfreund Luca mit einem äußerst verschwörerischen Blick bekommen - ging Catrin Baumeister nun mit einem tiefen Seufzer in die Hocke und nestelte ergeben unter der Anleitung ihres Sohnemannes an dessen Laufschuhen.
Szenen wie diese waren freilich am vergangenen Sonntag in Degerloch kein Einzelfall. Schließlich ist ein Nachwuchsmeeting wie das bei den Kickers keine Versammlung von altgedienten und ausgebufften Profis. Ganz im Gegenteil: Für den kleinen Valentin war es beispielsweise der überhaupt erst zweite Wettkampf in seiner noch jungen Laufbahn als Leichtathlet. "Da muss man schon noch einige Zugeständnisse machen", sagte seine Mutter Catrin mit einem Lächeln - ehe sie mit dem nächsten Atemzug den jungen Mann mit den speziell gebundenen Schuhen lautstark beim Weitsprung zu Höchstleistungen antrieb.
237 Mädchen und Jungen aus insgesamt 33 Vereinen, alle im Alter zwischen acht und 15 Jahren, waren in der so genannten Schülerklasse bei brütender Hitze der Einladung der Stuttgarter Kickers gefolgt. Wobei das Streben nach dem Höher, Weiter und Schneller bei den insgesamt rund 650 Einzelstarts eindeutig im Vordergrund gestanden hat. Dennoch: "In erster Linie sollen die Kinder ihren Spaß an der Leichtathletik ausleben können", sagte Monika Klink, die als Mitarbeiterin im Organisationsteam der Kickers ebenfalls einen langen und angesichts der Temperaturen zudem schweißtreibenden Tag verbrachte. Zumal sich kurzfristig auch noch zwei Helfer nicht wie verabredet zum Dienst gemeldet hatten, was die Arbeit des Wettkampfbüros unnötig komplizierte.
Doch trotz der einen oder anderen kleineren Panne sei das mittlerweile achte Meeting des Vereins insgesamt gesehen "super gelaufen", lautete das abendliche Fazit von Klink. Auch der Verkauf an den Imbissständen hätte sich für die Abteilungskasse rentiert gehabt. Gar einen Rekord gab es beim Verkauf der selbst gebackenen Kuchen und Torten zu verzeichnen: Nachdem insgesamt 28 der leckeren Prachtstücke über die Theke gegangenen waren, kam die Meldung: ausverkauft.
Stichwort "super gelaufen". Gleiches gelte auch für den Hochsprungwettbewerb, der am Nachmittag bei den kleinen Athleten im weiten Rund des ADM-Sportparks für großes Staunen gesorgt hat. Durch die verletzungsbedingte Abwesenheit des Vorjahressiegers Marcus Klink (Stuttgarter Kickers) sicherte sich am Sonntag Rene Stauss von der LG Sigmaringen mit 2,12 Metern den Gesamtsieg. Bei den Frauen setzte sich Nora Mehl (TSV Rottweil) mit übersprungenen 1,70 Meter gegen ihre Konkurrentinnen durch.
Nun hofft Monika Klink, die Mutter des derzeit besten Hochspringers der Kickers, dass ihr Sohn Marcus gesundheitlich schnell wieder auf die Füße kommt. Im vergangenen Jahr hatte sich das Aushängeschild der Kickers-Leichtathleten noch die deutsche Vizemeisterschaft geholt, seine persönliche Bestmarke steht derzeit bei beachtlichen 2,16 Metern. Doch seit fast einem halben Jahr plagt sich der Athlet nun schon mit einer hartnäckigen Fußverletzung herum. "Alle bisher angewendeten Therapien haben die Entzündung seines Fersenbeins nicht lindern können", sagt die mit ihrem Sohn leidende Mutter. Die Freiluftsaison ist für den 20-Jährigen damit natürlich gelaufen. Frühestens in diesem Herbst, so hofft sie, könne Marcus wieder mit einem speziellen Training beginnen.
Von solchen Sorgen gänzlich unbelastet absolvierte derweil Valentin Baumeister unbeirrt seinen Dreikampf. Die 50-Meter-Laufstrecke beendete der junge Mann mit der Startnummer 661 in 9,28 Sekunden, beim Ballwurf landete das Sportgerät bei exakt 20 Metern. Und auch mit dem Ergebnis beim Weitsprung waren Mutter und Sohn Baumeister am Ende völlig zufrieden: Nach dem sechsten und letzten Versuch des Zehnjährigen ermittelten die Wertungsrichter genau 3,05 Meter. Damit war der Plieninger Viertklässler zwar haarscharf an einer Medaille vorbeigeschrammt - gelohnt hat sich der Tag für ihn aber dennoch. Und dies gleich aus zweifacher Sicht: Während Valentin bei seinem nächsten Start die jetzt erreichten Marken sicher verbessern kann, ist nun auch Catrin Baumeister buchstäblich in den Ablauf bei den Wettkämpfen ihres Sohnes mit eingebunden . . .
StZ von heute