Bonlanden weicht gegen Ulm ins Kickers-Stadion aus
Verfasst: Dienstag 4. Juli 2006, 08:14
SVB bittet die Stadt um Schützenhilfe
Wegen gewaltbereiter Fans Heimspiel im Kickers-Stadion - Kosten betragen 3750 Euro
Bonlanden. Die Fußball-Euphorie ist
derzeit groß. Davon könnte auch der SVB profitieren, der finanzielle Hilfe braucht. Pro Saison muss der Oberligist wegen gewaltbereiter Fans einmal ins Kickers-Stadion ausweichen. Die Stadt soll die Kosten übernehmen.
Von Otto-H. Häusser
In der nächsten Saison, die am Wochenende 11./12. August beginnt, wird die erste Mannschaft des SV Bonlanden wieder in der Oberliga spielen. Die Freude darüber ist beim Verein und seinen Anhängern natürlich groß. Gleichzeitig müssen sich die als friedfertig geltenden SVB-Fans jedoch auch erneut auf rauere Zeiten in der nächsten Saison einstellen.
Insbesondere Teile der Anhängerschaft des SV Waldhof Mannheim und des SSV Ulm gelten als gewaltbereit. Offenbar gibt es aber zwischen diesen Fans der beiden Mannschaften noch einen graduellen Unterschied. "Die Heimspiele gegen den SSV Ulm können in Bonlanden ausgetragen werden", sagt der Leiter des Polizeireviers Michael Bantle. "Da kommen wir mit einer stärkeren Polizeipräsenz hin."
Wenn jedoch gegen Waldhof Mannheim gekickt werde, könne in Bonlanden unter den derzeitigen Bedingungen die Sicherheit nicht gewährleistet werden, sagt Bantle. Entweder brauche man einen Zaun, um die Fans voneinander zu trennen, oder aber das Spiel müsse verlagert werden - wie schon früher ins Kickers-Stadion auf der Waldau.
Der Filderstädter Finanz-, Kultur und Sozialausschuss hatte sich vor knapp zwei Jahren für den Zaun ausgesprochen, der 36 000 Euro kosten würde. Doch dann stieg der SVB in die Verbandsliga ab. Die Investition konnte vertagt werden.
Jetzt, nachdem die Oberliga erneut ruft, schlägt die Vereinsleitung des Bonlandener Sportvereins eine andere Variante vor. Die Stadt soll die Kosten tragen, die entstehen, wenn die erste Mannschaft aus Sicherheitsgründen ins Kickers-Stadion ausweichen muss. Für die Platzmiete, die privaten Sicherheitskräfte und die DRK-Bereitschaft müssten dann rund 3000 Euro pro Spiel gezahlt werden.
Hinzu käme noch der Verlust, den der Verein hätte, weil er nicht bewirten darf. Dieser Verdienstausfall wird vom SVB mit 750 Euro beziffert. "Wir können dann nicht mal eine rote Wurst verkaufen", beschreibt der SVB-Vorsitzende Herbert Theobaldt das Dilemma, das entsteht, wenn ein Heimspiel im fremden Stadion ausgetragen wird. Für Theobaldt ist klar, dass die 3750 Euro auf Dauer für die Stadt billiger wären als die Ausgaben für den Zaun. "Es ist ja nicht damit getan, dass man den aufstellt", sagt der SVB-Chef, der Zaun müsse auch in Stand ge- halten werden. Außerdem wisse man nie, ob die Fußballer irgendwann wieder abstiegen.
Darüber hinaus könne man auch hoffen, dass die Gewaltbereitschaft bei den Waldhof-Fans irgendwann nachlässt. "Derzeit sieht es aber nicht danach aus", sagt Polizeichef Michael Bantle. Dies hätten Kollegen berichtet, die in der abgelaufenen Saison mit den Fußballanhängern zu tun hatten.
Schützenhilfe bekommt der SVB vom städtischen Amt für Familie, Schulen und Vereine. Dessen Leiterin Annette Bürkner empfiehlt dem Finanzausschuss, der am 11. Juli darüber entscheiden wird, ebenfalls die Übernahme der Kosten pro Spiel und nicht den Bau des Zauns. Sie weist darauf hin, dass dies eine Freiwilligkeitsleistung der Stadt sei, aber schließlich handle es sich bei der SVB-Mannschaft auch um ein Aushängeschild von Filderstadt.
Der Filderstädter Finanz-, Kultur- und Sozialausschuss berät über den Zuschuss am Dienstag, 11. Juli, um 18 Uhr im Plattenhardter Rathaus.
Wegen gewaltbereiter Fans Heimspiel im Kickers-Stadion - Kosten betragen 3750 Euro
Bonlanden. Die Fußball-Euphorie ist
derzeit groß. Davon könnte auch der SVB profitieren, der finanzielle Hilfe braucht. Pro Saison muss der Oberligist wegen gewaltbereiter Fans einmal ins Kickers-Stadion ausweichen. Die Stadt soll die Kosten übernehmen.
Von Otto-H. Häusser
In der nächsten Saison, die am Wochenende 11./12. August beginnt, wird die erste Mannschaft des SV Bonlanden wieder in der Oberliga spielen. Die Freude darüber ist beim Verein und seinen Anhängern natürlich groß. Gleichzeitig müssen sich die als friedfertig geltenden SVB-Fans jedoch auch erneut auf rauere Zeiten in der nächsten Saison einstellen.
Insbesondere Teile der Anhängerschaft des SV Waldhof Mannheim und des SSV Ulm gelten als gewaltbereit. Offenbar gibt es aber zwischen diesen Fans der beiden Mannschaften noch einen graduellen Unterschied. "Die Heimspiele gegen den SSV Ulm können in Bonlanden ausgetragen werden", sagt der Leiter des Polizeireviers Michael Bantle. "Da kommen wir mit einer stärkeren Polizeipräsenz hin."
Wenn jedoch gegen Waldhof Mannheim gekickt werde, könne in Bonlanden unter den derzeitigen Bedingungen die Sicherheit nicht gewährleistet werden, sagt Bantle. Entweder brauche man einen Zaun, um die Fans voneinander zu trennen, oder aber das Spiel müsse verlagert werden - wie schon früher ins Kickers-Stadion auf der Waldau.
Der Filderstädter Finanz-, Kultur und Sozialausschuss hatte sich vor knapp zwei Jahren für den Zaun ausgesprochen, der 36 000 Euro kosten würde. Doch dann stieg der SVB in die Verbandsliga ab. Die Investition konnte vertagt werden.
Jetzt, nachdem die Oberliga erneut ruft, schlägt die Vereinsleitung des Bonlandener Sportvereins eine andere Variante vor. Die Stadt soll die Kosten tragen, die entstehen, wenn die erste Mannschaft aus Sicherheitsgründen ins Kickers-Stadion ausweichen muss. Für die Platzmiete, die privaten Sicherheitskräfte und die DRK-Bereitschaft müssten dann rund 3000 Euro pro Spiel gezahlt werden.
Hinzu käme noch der Verlust, den der Verein hätte, weil er nicht bewirten darf. Dieser Verdienstausfall wird vom SVB mit 750 Euro beziffert. "Wir können dann nicht mal eine rote Wurst verkaufen", beschreibt der SVB-Vorsitzende Herbert Theobaldt das Dilemma, das entsteht, wenn ein Heimspiel im fremden Stadion ausgetragen wird. Für Theobaldt ist klar, dass die 3750 Euro auf Dauer für die Stadt billiger wären als die Ausgaben für den Zaun. "Es ist ja nicht damit getan, dass man den aufstellt", sagt der SVB-Chef, der Zaun müsse auch in Stand ge- halten werden. Außerdem wisse man nie, ob die Fußballer irgendwann wieder abstiegen.
Darüber hinaus könne man auch hoffen, dass die Gewaltbereitschaft bei den Waldhof-Fans irgendwann nachlässt. "Derzeit sieht es aber nicht danach aus", sagt Polizeichef Michael Bantle. Dies hätten Kollegen berichtet, die in der abgelaufenen Saison mit den Fußballanhängern zu tun hatten.
Schützenhilfe bekommt der SVB vom städtischen Amt für Familie, Schulen und Vereine. Dessen Leiterin Annette Bürkner empfiehlt dem Finanzausschuss, der am 11. Juli darüber entscheiden wird, ebenfalls die Übernahme der Kosten pro Spiel und nicht den Bau des Zauns. Sie weist darauf hin, dass dies eine Freiwilligkeitsleistung der Stadt sei, aber schließlich handle es sich bei der SVB-Mannschaft auch um ein Aushängeschild von Filderstadt.
Der Filderstädter Finanz-, Kultur- und Sozialausschuss berät über den Zuschuss am Dienstag, 11. Juli, um 18 Uhr im Plattenhardter Rathaus.