StZ: "Die Mannschaft ist nicht so schlecht", sagt
Verfasst: Freitag 31. Oktober 2003, 07:40
Die Kickers müssen keinen Beton anrühren
STUTTGART Die Stuttgarter Kickers bereiten sich in Kleinaspach auf das Regionalligaspiel morgen (12.30 Uhr) gegen den FC Augsburg vor - und zwar erstmals mit Robin Dutt als Chefcoach. Der 38-Jährige sagt: "Wir fiebern schon jetzt dem Anpfiff entgegen."
Von Joachim Klumpp
Als der ehemalige Kickers-Trainer Marcus Sorg vor der Spielzeit 2002/03 im Trainingslager in Kleinaspach bei der offiziellen Pressekonferenz einen Stuhl erwischte, der schon wackelte, war dies ein schlechtes Omen - ein paar Monate später war der Coach sprichwörtlich abgesägt. Vielleicht hat sich sein Nach-Nachfolger Robin Dutt deshalb gestern am gleichen Ort einen äußerst stabilen Holzstuhl ausgesucht, um in der knapp bemessenen Zeit ein wenig über sein erstes Spiel als Chefcoach zu reden. "Ich habe diese Woche noch keine fünf Minuten Leerlauf gehabt." Kein Wunder, bei diesem turbulenten Ablauf:
Sonntag: Einen Tag nach dem 0:1 in Elversberg sitzt Robin Dutt schon wieder auf der Bank. Diesmal nicht als Assistent von Rainer Adrion, sondern als Chef der zweiten Mannschaft, die in der Fußball-Oberliga gegen Au mit 2:0 gewinnt. Sein Fazit: "Ein verdienter Sieg."
Montag: Der "blaue Montag" gilt nicht für Dutt. Den eigentlich arbeitsfreien Tag verbringt der 38-Jährige regelmäßig in seinem Büro auf der Geschäftsstelle, um die Trainingspläne für die laufende Woche auszuarbeiten. Bis er gegen 16 Uhr von Präsident Hans Kullen unterbrochen und mit der Nachfolge von Rainer Adrion konfrontiert wird. "Der Zeitpunkt kam für mich überraschend", sagt Dutt - und sagt zu.
Dienstag: Um 14 Uhr präsentiert sich der neue Kickers-Coach offiziell den Medien, und er ist sich durchaus der Schwierigkeit der Aufgabe bewusst: "Ich habe hier kein leichtes Amt übernommen, aber ein sehr reizvolles." Knapp zwei Stunden später stellt Hans Kullen der Regionalliga-Mannschaft ihren neuen Chef vor, der noch am gleichen Abend seinen Einstand auf der Bank gibt. In einem Freundschaftsspiel gegen eine Ammerbuch-Auswahl. "Von Zeitpunkt her kam mir das Spiel nicht gelegen." Und der 15:0-Sieg war für Dutt "ein Muster ohne Wert". Bis nach Mitternacht ist der Trainer anschließend mit organisatorischen Dingen beschäftigt.
Mittwoch: Die Mannschaft bezieht kurzfristig ein Trainingslager im Sonnenhof in Kleinaspach. "In der jetzigen Situation gibt es keine bessere Möglichkeit, um sich auf das Spiel gegen Augsburg vorzubereiten." Dutt nimmt neben dem Ersatztorwart Schwend noch vier Spieler (Dagdelen, Er, Marchese und Akcaj) aus der zweiten Mannschaft mit, "auch, um ein Signal zu setzen". Dutts erstes Augenmerk liegt auf Einzelgesprächen, um sich ein Bild über den mentalen Zustand der Spieler zu machen. Der Tenor der Mannschaft: wir wollen wieder Spaß am Fußball haben. Dutt zeigt sich zufrieden. "Die Spieler sind sehr selbstkritisch. Einige haben von sich aus Schwachpunkte angesprochen, die noch nicht einmal ich kannte."
Donnerstag: Nachdem am Vortag im Training der Schwerpunkt auf der Defensivarbeit gelegen hatte, steht heute das Spiel nach vorne auf dem Programm. "Normalerweise mag ich diesen raschen Rhythmuswechsel nicht", sagt Dutt, "aber in Anbetracht der knappen Zeit wollte ich alle Bereiche einmal durchgespielt haben." Sein erster Eindruck: "Die Mannschaft ist nicht so schlecht, dass ich jetzt in den Baumarkt muss, um Zement zu kaufen." Soll heißen: es muss hinten kein Beton angerührt werden, um zum Erfolg zu kommen, "zumal ich generell für eine offensivere Ausrichtung bin. Aber das hängt natürlich auch immer vom Spielermaterial ab".
Freitag: Abschlusstraining mit Standardsituationen. Nach dem Mittagessen Rückfahrt nach Degerloch, damit sich die Spieler in der gewohnten Umgebung auf die Aufgabe gegen Augsburg vorbereiten können. Wenn alles klappt, soll heute auch bereits der neue Co-Trainer feststehen, wobei Dutt sagt: "Ich bevorzuge immer eine interne Lösung."
Samstag: Das Debüt von Dutt als Chefcoach. Die Mannschaft wird sich zum Frühstück treffen, und der neue Trainer dann die Aufstellung bekannt geben. Wird es Änderungen gegenüber dem vergangenen Spiel geben? "Ich rechne mit zwei bis vier Wechseln", sagt Dutt, wobei davon auszugehen ist, dass zumindest ein Spieler aus der zweiten Mannschaft zur Startformation zählen wird.
Der FC Augsburg kommt ins Waldaustadion - und das bereits um 12.30 Uhr. "Ursprünglich war ich von der Vorverlegung des Spiels nicht so angetan", sagt Dutt, "aber nach den Vorfällen in dieser Woche ist das vielleicht gar nicht so schlecht. Dann ist die Zeit bis zum Anpfiff nicht so lange." Und dem fiebert nicht nur Dutt entgegen.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/p ... php/537639
STUTTGART Die Stuttgarter Kickers bereiten sich in Kleinaspach auf das Regionalligaspiel morgen (12.30 Uhr) gegen den FC Augsburg vor - und zwar erstmals mit Robin Dutt als Chefcoach. Der 38-Jährige sagt: "Wir fiebern schon jetzt dem Anpfiff entgegen."
Von Joachim Klumpp
Als der ehemalige Kickers-Trainer Marcus Sorg vor der Spielzeit 2002/03 im Trainingslager in Kleinaspach bei der offiziellen Pressekonferenz einen Stuhl erwischte, der schon wackelte, war dies ein schlechtes Omen - ein paar Monate später war der Coach sprichwörtlich abgesägt. Vielleicht hat sich sein Nach-Nachfolger Robin Dutt deshalb gestern am gleichen Ort einen äußerst stabilen Holzstuhl ausgesucht, um in der knapp bemessenen Zeit ein wenig über sein erstes Spiel als Chefcoach zu reden. "Ich habe diese Woche noch keine fünf Minuten Leerlauf gehabt." Kein Wunder, bei diesem turbulenten Ablauf:
Sonntag: Einen Tag nach dem 0:1 in Elversberg sitzt Robin Dutt schon wieder auf der Bank. Diesmal nicht als Assistent von Rainer Adrion, sondern als Chef der zweiten Mannschaft, die in der Fußball-Oberliga gegen Au mit 2:0 gewinnt. Sein Fazit: "Ein verdienter Sieg."
Montag: Der "blaue Montag" gilt nicht für Dutt. Den eigentlich arbeitsfreien Tag verbringt der 38-Jährige regelmäßig in seinem Büro auf der Geschäftsstelle, um die Trainingspläne für die laufende Woche auszuarbeiten. Bis er gegen 16 Uhr von Präsident Hans Kullen unterbrochen und mit der Nachfolge von Rainer Adrion konfrontiert wird. "Der Zeitpunkt kam für mich überraschend", sagt Dutt - und sagt zu.
Dienstag: Um 14 Uhr präsentiert sich der neue Kickers-Coach offiziell den Medien, und er ist sich durchaus der Schwierigkeit der Aufgabe bewusst: "Ich habe hier kein leichtes Amt übernommen, aber ein sehr reizvolles." Knapp zwei Stunden später stellt Hans Kullen der Regionalliga-Mannschaft ihren neuen Chef vor, der noch am gleichen Abend seinen Einstand auf der Bank gibt. In einem Freundschaftsspiel gegen eine Ammerbuch-Auswahl. "Von Zeitpunkt her kam mir das Spiel nicht gelegen." Und der 15:0-Sieg war für Dutt "ein Muster ohne Wert". Bis nach Mitternacht ist der Trainer anschließend mit organisatorischen Dingen beschäftigt.
Mittwoch: Die Mannschaft bezieht kurzfristig ein Trainingslager im Sonnenhof in Kleinaspach. "In der jetzigen Situation gibt es keine bessere Möglichkeit, um sich auf das Spiel gegen Augsburg vorzubereiten." Dutt nimmt neben dem Ersatztorwart Schwend noch vier Spieler (Dagdelen, Er, Marchese und Akcaj) aus der zweiten Mannschaft mit, "auch, um ein Signal zu setzen". Dutts erstes Augenmerk liegt auf Einzelgesprächen, um sich ein Bild über den mentalen Zustand der Spieler zu machen. Der Tenor der Mannschaft: wir wollen wieder Spaß am Fußball haben. Dutt zeigt sich zufrieden. "Die Spieler sind sehr selbstkritisch. Einige haben von sich aus Schwachpunkte angesprochen, die noch nicht einmal ich kannte."
Donnerstag: Nachdem am Vortag im Training der Schwerpunkt auf der Defensivarbeit gelegen hatte, steht heute das Spiel nach vorne auf dem Programm. "Normalerweise mag ich diesen raschen Rhythmuswechsel nicht", sagt Dutt, "aber in Anbetracht der knappen Zeit wollte ich alle Bereiche einmal durchgespielt haben." Sein erster Eindruck: "Die Mannschaft ist nicht so schlecht, dass ich jetzt in den Baumarkt muss, um Zement zu kaufen." Soll heißen: es muss hinten kein Beton angerührt werden, um zum Erfolg zu kommen, "zumal ich generell für eine offensivere Ausrichtung bin. Aber das hängt natürlich auch immer vom Spielermaterial ab".
Freitag: Abschlusstraining mit Standardsituationen. Nach dem Mittagessen Rückfahrt nach Degerloch, damit sich die Spieler in der gewohnten Umgebung auf die Aufgabe gegen Augsburg vorbereiten können. Wenn alles klappt, soll heute auch bereits der neue Co-Trainer feststehen, wobei Dutt sagt: "Ich bevorzuge immer eine interne Lösung."
Samstag: Das Debüt von Dutt als Chefcoach. Die Mannschaft wird sich zum Frühstück treffen, und der neue Trainer dann die Aufstellung bekannt geben. Wird es Änderungen gegenüber dem vergangenen Spiel geben? "Ich rechne mit zwei bis vier Wechseln", sagt Dutt, wobei davon auszugehen ist, dass zumindest ein Spieler aus der zweiten Mannschaft zur Startformation zählen wird.
Der FC Augsburg kommt ins Waldaustadion - und das bereits um 12.30 Uhr. "Ursprünglich war ich von der Vorverlegung des Spiels nicht so angetan", sagt Dutt, "aber nach den Vorfällen in dieser Woche ist das vielleicht gar nicht so schlecht. Dann ist die Zeit bis zum Anpfiff nicht so lange." Und dem fiebert nicht nur Dutt entgegen.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/p ... php/537639
