StN: Die Blauen mit Herz - aber Dutt will mehr
Verfasst: Montag 3. November 2003, 08:00
Maßnahmen des neuen Trainers fruchten: Junges Kickers-Team präsentiert sich zielstrebig und wild entschlossen
Die Blauen mit Herz - aber Dutt will mehr
Stuttgart - Sie spielten zielstrebiger, engagierter und vor allem erfolgreicher als zuletzt. Die Stuttgarter Kickers zeigten beim 2:1 (1:0) gegen den FC Augsburg eine Reaktion auf den Trainerwechsel. "Es wird die Kunst sein, eine solche Energieleistung Woche für Woche zu wiederholen", sagte der neue Coach Robin Dutt.
VON JÜRGEN FREY
Nach dem Abpfiff fielen alle Ersatzspieler Dutt um den Hals. Bei Patrick Milchraums 2:0 hatte man sich ernsthafte Sorgen um den Torschützen machen müssen. Seine neun Feldspielerkollegen stürzten sich auf das schmächtige Kerlchen und begruben es unter sich. Nicht nur die Jubelorgien zeigen: Die Kickers sind näher zusammengerückt. Sie zelebrieren zwar nicht plötzlich Zauberfußball, aber die Grundtugenden sind wieder parat. Ob dies dauerhaft für Erfolge reicht, ist fraglich. Aber fürs Erste haben Dutts Änderungen gefruchtet.
Die Aufstellung
Dutt zeigte Mut und setzte auf eine blutjunge Anfangself mit einem Durchschnittsalter von 22,8 Jahren. Sechs U-24-Spieler begannen, vier davon waren sogar unter 21. Der Trainer zog Oliver Barth nach hinten. Zusammen mit Alexander Malchow präsentierte sich die Innenverteidigung sicherer als zuletzt. Im Mittelfeld baute er auf das laufstarke und aggressive Duo Heiko Gumper und Mustafa Akcaj, das für zahlreiche Balleroberungen sorgte. Für Ivan und Zdenko Juric reichte es nicht einmal zu einem Platz auf der Bank. Ob das so bleibt, hängt allein von ihren Trainingsleistungen ab. "Zeit, Seelenmassage zu betreiben, habe ich jedenfalls nicht", sagt Dutt.
Die Einstellung
Dutt führte im Trainingslager lange Einzel- und Gruppengespräche. Auch auf nonverbale Signale legt er großen Wert: Vor dem Anpfiff bilden Spieler, Trainer und Betreuer in der Kabine einen Kreis, packen sich an den Händen und schwören sich auf die Partie ein. Ein Beweis für den Teamgeist: Milchraum biss trotz Krämpfen in der Schlussphase bis zum Ende auf die Zähne.
Der Co-Trainer
Dutt setzt auf Stefan Minkwitz. Folge: Der 35-Jährige wird nur noch dann auf dem Spielfeld am Ball sein, wenn es eng wird. Ein Grund, warum sich Dutt für den erfahrenen Ex-Zweitligaspieler als Assistenten entschied. "Er kann im Gegensatz zu mir wenigstens ein bisschen von der großen Fußballwelt erzählen."
Herz und Leidenschaft hat Dutt geweckt. Bleibt die Frage, ob mit dem aktuellen Kader auch ein spielerischer Fortschritt erzielt werden kann. Dutt ist guter Dinge: "Die Technik ist bei einem Spieler über 18 Jahre zwar nur schwer zu verbessern, aber es gibt auch über die Taktik Möglichkeiten, das Spiel nach vorne zu optimieren." Der Mann ist wild entschlossen, bittet aber um Geduld: "Das kann drei, vier Monate dauern." Das Dumme: So viel Zeit haben die Kickers nicht - sie stehen trotz ihrer Energieleistung immer noch auf einem Abstiegsplatz.
Kickers: Köstel - Steinle, Barth, Malchow, Stierle (78. Er) - Braun, Gumper, Akcaj, Milchraum - Rahmanovic (66. Obinna), Mesic (81. Minkwitz).
Aktualisiert: 03.11.2003, 05:16 Uhr
Die Blauen mit Herz - aber Dutt will mehr
Stuttgart - Sie spielten zielstrebiger, engagierter und vor allem erfolgreicher als zuletzt. Die Stuttgarter Kickers zeigten beim 2:1 (1:0) gegen den FC Augsburg eine Reaktion auf den Trainerwechsel. "Es wird die Kunst sein, eine solche Energieleistung Woche für Woche zu wiederholen", sagte der neue Coach Robin Dutt.
VON JÜRGEN FREY
Nach dem Abpfiff fielen alle Ersatzspieler Dutt um den Hals. Bei Patrick Milchraums 2:0 hatte man sich ernsthafte Sorgen um den Torschützen machen müssen. Seine neun Feldspielerkollegen stürzten sich auf das schmächtige Kerlchen und begruben es unter sich. Nicht nur die Jubelorgien zeigen: Die Kickers sind näher zusammengerückt. Sie zelebrieren zwar nicht plötzlich Zauberfußball, aber die Grundtugenden sind wieder parat. Ob dies dauerhaft für Erfolge reicht, ist fraglich. Aber fürs Erste haben Dutts Änderungen gefruchtet.
Die Aufstellung
Dutt zeigte Mut und setzte auf eine blutjunge Anfangself mit einem Durchschnittsalter von 22,8 Jahren. Sechs U-24-Spieler begannen, vier davon waren sogar unter 21. Der Trainer zog Oliver Barth nach hinten. Zusammen mit Alexander Malchow präsentierte sich die Innenverteidigung sicherer als zuletzt. Im Mittelfeld baute er auf das laufstarke und aggressive Duo Heiko Gumper und Mustafa Akcaj, das für zahlreiche Balleroberungen sorgte. Für Ivan und Zdenko Juric reichte es nicht einmal zu einem Platz auf der Bank. Ob das so bleibt, hängt allein von ihren Trainingsleistungen ab. "Zeit, Seelenmassage zu betreiben, habe ich jedenfalls nicht", sagt Dutt.
Die Einstellung
Dutt führte im Trainingslager lange Einzel- und Gruppengespräche. Auch auf nonverbale Signale legt er großen Wert: Vor dem Anpfiff bilden Spieler, Trainer und Betreuer in der Kabine einen Kreis, packen sich an den Händen und schwören sich auf die Partie ein. Ein Beweis für den Teamgeist: Milchraum biss trotz Krämpfen in der Schlussphase bis zum Ende auf die Zähne.
Der Co-Trainer
Dutt setzt auf Stefan Minkwitz. Folge: Der 35-Jährige wird nur noch dann auf dem Spielfeld am Ball sein, wenn es eng wird. Ein Grund, warum sich Dutt für den erfahrenen Ex-Zweitligaspieler als Assistenten entschied. "Er kann im Gegensatz zu mir wenigstens ein bisschen von der großen Fußballwelt erzählen."
Herz und Leidenschaft hat Dutt geweckt. Bleibt die Frage, ob mit dem aktuellen Kader auch ein spielerischer Fortschritt erzielt werden kann. Dutt ist guter Dinge: "Die Technik ist bei einem Spieler über 18 Jahre zwar nur schwer zu verbessern, aber es gibt auch über die Taktik Möglichkeiten, das Spiel nach vorne zu optimieren." Der Mann ist wild entschlossen, bittet aber um Geduld: "Das kann drei, vier Monate dauern." Das Dumme: So viel Zeit haben die Kickers nicht - sie stehen trotz ihrer Energieleistung immer noch auf einem Abstiegsplatz.
Kickers: Köstel - Steinle, Barth, Malchow, Stierle (78. Er) - Braun, Gumper, Akcaj, Milchraum - Rahmanovic (66. Obinna), Mesic (81. Minkwitz).
Aktualisiert: 03.11.2003, 05:16 Uhr