Dutt im Dialog, Teil XXII.
Verfasst: Montag 28. August 2006, 16:23
1. Herr Dutt, in Ingolstadt haben die Kickers sich tatsächlich wie ein Tabellenführer präsentiert. Das ist sicher nicht allein durch die zwei Neuverpflichtungen Okpala und Benda oder den guten Saisonstart zu erklären. Worauf führen Sie diese Entwicklung zurück?
Wer unsere Entwicklung in den letzten 3 Jahren beobachtet hat, stellte fest, dass es immer ein Stück nach oben ging. Vom Abstigeskandidaten im Oktober 2003 zum Aufstiegskandidaten im August 2006. Jedoch hatten wir in dieser Entwicklung immer in der Vorrunde unsere Probleme. Dies lag daran, daß wir unsere Neuzugänge oft aus den unteren Ligen verpflichteten oder aus dem eigenen Jugend- und Amateurbereich. Somit stand die Vorrunde oft unter dem Gesichtspunkt der Ausbildung und Schulung. Die jeweiligen Rückrunden wurden dann schon einigermaßen erfolgreich absolviert. In diesem Jahr konnten wir durch die Neuzugänge auf einem wesentlich höheren Niveau beginnen, weil zum einen diese eine nicht vorhandene Qualität mitbrachten und zum anderen die Jungs vom letzten Jahr weiter gereift sind. Darüber hinaus mussten wir das erste Mal keinen Spieler abgeben, den wir gerne gehalten hätten.
2. Nehmen wir die Entwicklung von Sven Sökler: Dass er Potenzial hat, war immer deutlich, aber in der letzten Saison agierte er oftmals hypernervös. Jetzt steht ein völlig anderer Spieler auf dem Platz. Wie wichtig ist Ihnen die Arbeit im mentalen Bereich?
Sehr wichtig. Wir versuchen die Spieler durch verschiedene Maßnahmen auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Jedoch steigt das mentale Gefühl natürlich auch mit steigendem Vertrauen an das eigene Leistungsvermögen. Mit Sven haben wir auch speziell im athletischen Bereich sehr viel gearbeitet. Dies hat ihm nach dem Wechsel aus der Landesliga zu uns deutlich gefehlt. Jetzt kann er seine technischen Möglichkeiten wesentlich effektiver einsetzen. Jedoch müssen wir auch gewisse Defizite in der Defensivarbeit in Kauf nehmen.
3. Die Kickers bieten bislang attraktiven Fußball und viele Tore. Wie kann dennoch die Defensivarbeit (verschieben, Tempo herausnehmen, Räume eng machen, etc.) verbessert werden? Gerade in Ingolstadt gab es ja zwei unnötige Gegentreffer.
Durch harte Trainingsarbeit. Jedoch geht eine starke Konzentration auf die Defensive immer meistens auch zu Lasten der Offensive. Deshalb wollen wir sehr behutsam einwirken. Generell kann ich mit einem 4:2 besser leben als mit einem 1:0, da bei einem torreichen Spiel der Funke auf die Zuschauer wesentlich besser überspringt. Und die Zuschauer sind für uns sehr wichtig.
4. Am Dienstag ist bereits das nächste Spiel im WFV-Pokal. Werden Sie wieder einige Spieler schonen wie im letzten Spiel? Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Begegnung?
Wir haben im letzten Spiel niemand geschont. Wir haben versucht, eine frische Mannschaft ins Rennen zu schicken. Da wir starke ausgeruhte Spieler auf der Bank hatten, haben diese gespielt. Auch gegen Bissingen im Pokal wird es Veränderungen gegenüber Ingolstadt geben.
5. Auch die Zeit bis zum Ligaspiel am Freitag ist kurz. Wird der enge Terminplan für den kleinen Kader zum Problem? Ist gegen die zuletzt schwächelnden Darmstädter ein Sieg Pflicht?
Da wir derzeit einen Lauf haben, können wir mit dem Terminplan gut leben. Ein Heimsieg ist immer Pflicht, jedoch wird es gegen Darmstadt ein ganz schweres Spiel. Obwohl sie nicht gut in die Saison gestartet sind, haben sie eine starke Mannschaft und werden am Freitag versuchen, uns das Leben schwer zu machen.
6. (Da dies die letzte Fragerunde vor dem HSV-Spiel ist:) Wie schätzen Sie unsere Chancen gegen den HSV ein?
Wir haben eine, das ist das wichtigste für uns. Wie im letzten Jahr wird es kein Spaziergang für den HSV werden.
7. Zu den Verletzten: Wie verläuft der Heilungsprozess von Laszlo Kanyuk? Wie sieht's bei Stierle und Parmak aus?
Kanyuk und Stierle haben mit leichter Ballarbeit begonnen. Wir hoffen, daß beide innerhalb 14 Tagen wieder zur Verfügung stehen. Bei Parmak müsste es schneller gehen.
8. Sind Sie über mögliche Stadionpläne - sei es Neu- oder Umbau - informiert? Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie Sie sich ein optimales Gazi-Stadion auf der Waldau vorstellen oder halten Sie den Ist-Zustand für ausreichend?
Natürlich diskutieren wir intern darüber. Meine Meinung ist, daß in einem zeitgemäßen Stadion die Faktoren, Stimmung, Service, Infrastruktur und Indentifikation in einem ausgewogenen Verhältnis optimiert werden müssen. Dies umzusetzen ist die Aufgabe von Fachleuten.
9. Wie wird die Trainingsarbeit bei den Kickers gestaltet? Was hat sich seit ihrem Dienstantritt verändert? Findet Taktikschulung nur auf dem Übungsplatz statt, oder auch am "Taktiktisch" in der Kabine? Lassen Sie die (taktische) Vorbereitung auf die kommenden Gegner immer noch von Spielern wechselweise erarbeiten?
Die Trainingsarbeit ist so komplex, daß ich unmöglich in ein paar Sätzen einen vernünftigen Überblick darüber schildern könnte. Wir arbeiten nach einem 50 - 50 Prinzip. 50 % der Inhalte unserer Arbeit sollte Bekanntes sein, daß die Spieler kennen und automatisch umsetzen können und weitere 50% sollten Neuerungen bzw. bestimmte Schwerpunkte sein. In jedem Fall können wir behaupten, daß wir trotz geringer finanzieller Möglichkeiten durch verschiedene Kooperationen mit Firmen oder Personen es möglich gemacht haben, eine Trainingsarbeit zu ermöglichen, mit der wir uns in der Bundesliga nicht verstecken müssten.
10. Da die Stellung der Fans im Verein nicht unumstritten ist: Was halten Sie von den Fans bzw. welche Bedeutung haben sie für die Mannschaft und Sie persönlich?
Daß die Fans im Verein umstritten sind, ist mir neu. Bei der Mannschaft und mir haben die Fans einen sehr hohen Stellenwert. Insbesondere die im Stadion, aber auch die die uns von zuhause aus unterstützen. Ob das hier im Forum ist oder auf andere Art und Weise, spielt dabei keine Rolle. Auf jeden Fall haben die Kickers sehr viele Fans. Der Verein an sich ist doch nur eine Hülle. Mit Leben wird sie doch hauptsächlich von den Mitglieder, Fans und den Sportlern gefüllt. Und in der Regel ist der Fan und das Mitglied wesentlich länger da als die Sportler oder Funktionäre. Daher können Fans/Mitglieder überhaupt nicht umstritten sein. Ohne Fans keine Mitglieder. Ohne Mitglieder kein Verein.
Fazit: Alle Fans sollten Mitglieder sein !
Wer unsere Entwicklung in den letzten 3 Jahren beobachtet hat, stellte fest, dass es immer ein Stück nach oben ging. Vom Abstigeskandidaten im Oktober 2003 zum Aufstiegskandidaten im August 2006. Jedoch hatten wir in dieser Entwicklung immer in der Vorrunde unsere Probleme. Dies lag daran, daß wir unsere Neuzugänge oft aus den unteren Ligen verpflichteten oder aus dem eigenen Jugend- und Amateurbereich. Somit stand die Vorrunde oft unter dem Gesichtspunkt der Ausbildung und Schulung. Die jeweiligen Rückrunden wurden dann schon einigermaßen erfolgreich absolviert. In diesem Jahr konnten wir durch die Neuzugänge auf einem wesentlich höheren Niveau beginnen, weil zum einen diese eine nicht vorhandene Qualität mitbrachten und zum anderen die Jungs vom letzten Jahr weiter gereift sind. Darüber hinaus mussten wir das erste Mal keinen Spieler abgeben, den wir gerne gehalten hätten.
2. Nehmen wir die Entwicklung von Sven Sökler: Dass er Potenzial hat, war immer deutlich, aber in der letzten Saison agierte er oftmals hypernervös. Jetzt steht ein völlig anderer Spieler auf dem Platz. Wie wichtig ist Ihnen die Arbeit im mentalen Bereich?
Sehr wichtig. Wir versuchen die Spieler durch verschiedene Maßnahmen auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Jedoch steigt das mentale Gefühl natürlich auch mit steigendem Vertrauen an das eigene Leistungsvermögen. Mit Sven haben wir auch speziell im athletischen Bereich sehr viel gearbeitet. Dies hat ihm nach dem Wechsel aus der Landesliga zu uns deutlich gefehlt. Jetzt kann er seine technischen Möglichkeiten wesentlich effektiver einsetzen. Jedoch müssen wir auch gewisse Defizite in der Defensivarbeit in Kauf nehmen.
3. Die Kickers bieten bislang attraktiven Fußball und viele Tore. Wie kann dennoch die Defensivarbeit (verschieben, Tempo herausnehmen, Räume eng machen, etc.) verbessert werden? Gerade in Ingolstadt gab es ja zwei unnötige Gegentreffer.
Durch harte Trainingsarbeit. Jedoch geht eine starke Konzentration auf die Defensive immer meistens auch zu Lasten der Offensive. Deshalb wollen wir sehr behutsam einwirken. Generell kann ich mit einem 4:2 besser leben als mit einem 1:0, da bei einem torreichen Spiel der Funke auf die Zuschauer wesentlich besser überspringt. Und die Zuschauer sind für uns sehr wichtig.
4. Am Dienstag ist bereits das nächste Spiel im WFV-Pokal. Werden Sie wieder einige Spieler schonen wie im letzten Spiel? Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Begegnung?
Wir haben im letzten Spiel niemand geschont. Wir haben versucht, eine frische Mannschaft ins Rennen zu schicken. Da wir starke ausgeruhte Spieler auf der Bank hatten, haben diese gespielt. Auch gegen Bissingen im Pokal wird es Veränderungen gegenüber Ingolstadt geben.
5. Auch die Zeit bis zum Ligaspiel am Freitag ist kurz. Wird der enge Terminplan für den kleinen Kader zum Problem? Ist gegen die zuletzt schwächelnden Darmstädter ein Sieg Pflicht?
Da wir derzeit einen Lauf haben, können wir mit dem Terminplan gut leben. Ein Heimsieg ist immer Pflicht, jedoch wird es gegen Darmstadt ein ganz schweres Spiel. Obwohl sie nicht gut in die Saison gestartet sind, haben sie eine starke Mannschaft und werden am Freitag versuchen, uns das Leben schwer zu machen.
6. (Da dies die letzte Fragerunde vor dem HSV-Spiel ist:) Wie schätzen Sie unsere Chancen gegen den HSV ein?
Wir haben eine, das ist das wichtigste für uns. Wie im letzten Jahr wird es kein Spaziergang für den HSV werden.
7. Zu den Verletzten: Wie verläuft der Heilungsprozess von Laszlo Kanyuk? Wie sieht's bei Stierle und Parmak aus?
Kanyuk und Stierle haben mit leichter Ballarbeit begonnen. Wir hoffen, daß beide innerhalb 14 Tagen wieder zur Verfügung stehen. Bei Parmak müsste es schneller gehen.
8. Sind Sie über mögliche Stadionpläne - sei es Neu- oder Umbau - informiert? Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie Sie sich ein optimales Gazi-Stadion auf der Waldau vorstellen oder halten Sie den Ist-Zustand für ausreichend?
Natürlich diskutieren wir intern darüber. Meine Meinung ist, daß in einem zeitgemäßen Stadion die Faktoren, Stimmung, Service, Infrastruktur und Indentifikation in einem ausgewogenen Verhältnis optimiert werden müssen. Dies umzusetzen ist die Aufgabe von Fachleuten.
9. Wie wird die Trainingsarbeit bei den Kickers gestaltet? Was hat sich seit ihrem Dienstantritt verändert? Findet Taktikschulung nur auf dem Übungsplatz statt, oder auch am "Taktiktisch" in der Kabine? Lassen Sie die (taktische) Vorbereitung auf die kommenden Gegner immer noch von Spielern wechselweise erarbeiten?
Die Trainingsarbeit ist so komplex, daß ich unmöglich in ein paar Sätzen einen vernünftigen Überblick darüber schildern könnte. Wir arbeiten nach einem 50 - 50 Prinzip. 50 % der Inhalte unserer Arbeit sollte Bekanntes sein, daß die Spieler kennen und automatisch umsetzen können und weitere 50% sollten Neuerungen bzw. bestimmte Schwerpunkte sein. In jedem Fall können wir behaupten, daß wir trotz geringer finanzieller Möglichkeiten durch verschiedene Kooperationen mit Firmen oder Personen es möglich gemacht haben, eine Trainingsarbeit zu ermöglichen, mit der wir uns in der Bundesliga nicht verstecken müssten.
10. Da die Stellung der Fans im Verein nicht unumstritten ist: Was halten Sie von den Fans bzw. welche Bedeutung haben sie für die Mannschaft und Sie persönlich?
Daß die Fans im Verein umstritten sind, ist mir neu. Bei der Mannschaft und mir haben die Fans einen sehr hohen Stellenwert. Insbesondere die im Stadion, aber auch die die uns von zuhause aus unterstützen. Ob das hier im Forum ist oder auf andere Art und Weise, spielt dabei keine Rolle. Auf jeden Fall haben die Kickers sehr viele Fans. Der Verein an sich ist doch nur eine Hülle. Mit Leben wird sie doch hauptsächlich von den Mitglieder, Fans und den Sportlern gefüllt. Und in der Regel ist der Fan und das Mitglied wesentlich länger da als die Sportler oder Funktionäre. Daher können Fans/Mitglieder überhaupt nicht umstritten sein. Ohne Fans keine Mitglieder. Ohne Mitglieder kein Verein.
Fazit: Alle Fans sollten Mitglieder sein !