Slowakei - Deutschland
Verfasst: Mittwoch 11. Oktober 2006, 10:24
Kompakt in den heißen Tanz von Bratislava
Bratislava - Früher als geplant landete die deutsche Nationalmannschaft am Dienstag von Rostock kommend in Bratislava, wo sie mit strahlendem Sonnenschein empfangen wurde.
Also begann auch die letzte Pressekonferenz vor dem EM-Qualifikationsspiel (Mi, ab 20.15 Uhr LIVE) gegen die Slowakei etwas früher, so dass mehrere einheimische Journalisten zu spät kamen.
"Also dann fangen wir doch einfach noch mal von vorne an", meinte Joachim Löw mit einem verschmitzten Grinsen, nachdem er bereits 20 Minuten geredet hatte.
Die Reaktion des Bundestrainers zeigte deutlich, wie zuversichtlich und locker die DFB-Auswahl in die wichtige Begegnung geht.
"Wir sind gut vorbereitet und voller Optimismus", sagte Löw. "Ich denke, wir sind in der Lage, hier mit einem Sieg die Weichen zu stellen."
Dennoch warnte Michael Ballack trotz vier Siegen in den vier Spielen seit der WM vor Selbstzufriedenheit. Zumal die Slowaken am vergangenen Samstag Wales 5:1 deklassierten.
"Wir haben zwar seit der WM gute Ergebnisse erzielt. Aber wir hatten meistens Heimspiele - und in der Slowakei kommt jetzt eben ein ein echter Prüfstein", sagte der Kapitän im Gespräch mit Sport1.de.
Das Duell im baufälligen Stadion von Bratislava wird in der Tat zur Nagelprobe, wie weit die Mannschaft derzeit ist. Auch vor dem Hintergrund der blamablen 0:2-Pleite an gleicher Stelle im vergangenen September.
"Darüber will ich keine Worte mehr verlieren, damals hat eine ganz andere Mannschaft gespielt", meinte Löw. "Sicherlich ging zuletzt das ein oder andere Auswärtsspiel in die Hose. Aber durch die WM hat die Mannschaft Zutrauen gewonnen. Da sind wir einen großen Schritt weiter."
Die Konstellation in der Qualifikation wäre bei einem Erfolg jedenfalls günstig, weiß auch Ballack: "Wenn man sich unsere Qualifikationsgruppe anschaut und die letzten Ergebnisse, dann weiß was man, was die Stunde geschlagen hat. Das ist ein ganz, ganz wichtiges Spiel für uns. Daher muss jetzt die beste Mannschaft spielen."
Erwartungsgemäß wird die Anfangformation auch komplett umgebaut werden. Im Tor Jens Lehmann, im Mittelfeld neben Ballack Torsten Frings und Bernd Schneider, der sein 75. Länderspiel bestreitet.
Auch der erkältete Bastian Schweinsteiger, der wegen einer leichten Ohrentzündung am Montag nicht trainierte, soll rechtzeitig fit werden. "Bastian geht es wieder gut, er ist beim Abschlusstraining dabei", verkündete Löw. "Für uns ist es nach seinem Klassespiel gegen Georgien enorm wichtig, dass er spielen kann."
Im Sturm kehrt Miroslav Klose zurück an die Seite von Lukas Podolski. Der Bundestrainer gab dem Stürmer nach seiner Roten Karte beim 2:0 gegen die Georgier nochmals Rückendeckung:
"Er ist ein Juwel im deutschen Fußball, eines der größten Talente in vielen Jahren. Aber es ist auch klar, dass so ein Spieler nicht permanent auf so hohem Niveau spielen kann. Gerade dann braucht er die Unterstützung vom Trainerstab und den Mitspielern."
Abgesehen von Podolski bleibt die Viererkette der große Unsicherheitsfaktor, denn Arne und Manuel Friedrich zeigten gegen Georgien einige Schwächen. Stabilisieren soll die Abwehr Rückkehrer Philipp Lahm auf links, auf rechts kommt wohl Clemens Fritz zu seinem zweiten Länderspiel.
Sport1.de nennt die wichtigsten Aspekte, auf die die deutsche Mannschaft besonders achten muss.
Seit Juni 2005 konnte die deutsche Elf in der Fremde lediglich bei Fußball-Zwerg San Marino gewinnen, während es bittere Niederlagen in der Slowakei, der Türkei (1:2) und in Italien (1:4) setzte. "Daher muss die Mannschaft ihre Reife jetzt mal bei einem Auswärtsspiel beweisen", fordert Teammanager Oliver Bierhoff.
Mit einem selbstbewussten Auftritt so wie zuletzt zu Hause soll den Slowaken der Wind aus den Segeln genommen werden. Denn der Gegner ist nicht nur wegen des Erfolgs im Vorjahr und der schlechten deutschen Bilanz in der Fremde zuversichtlich.
Das Team von Nationalcoach Dusan Galis hat seit der EM 2004 vor heimischer Kulisse nur in der WM-Relegation gegen Spanien sowie zuletzt in der EM-Qualifikation gegen Tschechien (0:3) verloren. "Wir müssen uns auf einen heißen Tanz gefasst machen", ist sich Löw bewusst.
In der Liga kam Marek Mintal nach seiner langen Verletzungspause noch nicht so auf Touren, in der Nationalelf trifft der Bundesliga-Torschützenkönig von 2005 (24 Treffer) allerdings regelmäßig. Beim 5:1 in Wales war "das Phantom" zweimal erfolgreich.
Ein Tor und eine Vorlage lautete die Bilanz seines Nürnberger Teamkollegen Robert Vittek. Sein Können hat er 2006 mit 17 Treffern auch in der Bundesliga unter Beweis gestellt, in der kein Spieler in diesem Kalenderjahr öfter traf.
"Wir wissen, dass beide brandgefährlich sind", sagte Löw. "Mintal schleicht sich manchmal wie eine Schlange aus dem Nichts heraus in den Strafraum. Darauf müssen wir besonders achten."
"Wir hatten gegen Georgien vor allem in der ersten Halbzeit einige Probleme bei langen Bällen", gibt Löw zu. "Vor allem Manuel Friedrich hat Fehler gemacht, die ihm normalerweise nicht passieren. Aber er war lange verletzt und brauchte dieses Spiel."
Daher ist der DFB-Chefcoach zuversichtlich, dass die Defensive "kompakter und enger" stehen wird. Dabei setzt er auf das WM-erprobte Duo Ballack/Frings im defensiven Mittelfeld.
Diese sollen die Räume eng machen und Abspiele in die Spitze ebenso verhindern wie Distanzschüsse, durch die in Wales mehrere Treffer fielen.
Aus Bratislava berichtet Martin Volkmar
Bratislava - Früher als geplant landete die deutsche Nationalmannschaft am Dienstag von Rostock kommend in Bratislava, wo sie mit strahlendem Sonnenschein empfangen wurde.
Also begann auch die letzte Pressekonferenz vor dem EM-Qualifikationsspiel (Mi, ab 20.15 Uhr LIVE) gegen die Slowakei etwas früher, so dass mehrere einheimische Journalisten zu spät kamen.
"Also dann fangen wir doch einfach noch mal von vorne an", meinte Joachim Löw mit einem verschmitzten Grinsen, nachdem er bereits 20 Minuten geredet hatte.
Die Reaktion des Bundestrainers zeigte deutlich, wie zuversichtlich und locker die DFB-Auswahl in die wichtige Begegnung geht.
"Wir sind gut vorbereitet und voller Optimismus", sagte Löw. "Ich denke, wir sind in der Lage, hier mit einem Sieg die Weichen zu stellen."
Dennoch warnte Michael Ballack trotz vier Siegen in den vier Spielen seit der WM vor Selbstzufriedenheit. Zumal die Slowaken am vergangenen Samstag Wales 5:1 deklassierten.
"Wir haben zwar seit der WM gute Ergebnisse erzielt. Aber wir hatten meistens Heimspiele - und in der Slowakei kommt jetzt eben ein ein echter Prüfstein", sagte der Kapitän im Gespräch mit Sport1.de.
Das Duell im baufälligen Stadion von Bratislava wird in der Tat zur Nagelprobe, wie weit die Mannschaft derzeit ist. Auch vor dem Hintergrund der blamablen 0:2-Pleite an gleicher Stelle im vergangenen September.
"Darüber will ich keine Worte mehr verlieren, damals hat eine ganz andere Mannschaft gespielt", meinte Löw. "Sicherlich ging zuletzt das ein oder andere Auswärtsspiel in die Hose. Aber durch die WM hat die Mannschaft Zutrauen gewonnen. Da sind wir einen großen Schritt weiter."
Die Konstellation in der Qualifikation wäre bei einem Erfolg jedenfalls günstig, weiß auch Ballack: "Wenn man sich unsere Qualifikationsgruppe anschaut und die letzten Ergebnisse, dann weiß was man, was die Stunde geschlagen hat. Das ist ein ganz, ganz wichtiges Spiel für uns. Daher muss jetzt die beste Mannschaft spielen."
Erwartungsgemäß wird die Anfangformation auch komplett umgebaut werden. Im Tor Jens Lehmann, im Mittelfeld neben Ballack Torsten Frings und Bernd Schneider, der sein 75. Länderspiel bestreitet.
Auch der erkältete Bastian Schweinsteiger, der wegen einer leichten Ohrentzündung am Montag nicht trainierte, soll rechtzeitig fit werden. "Bastian geht es wieder gut, er ist beim Abschlusstraining dabei", verkündete Löw. "Für uns ist es nach seinem Klassespiel gegen Georgien enorm wichtig, dass er spielen kann."
Im Sturm kehrt Miroslav Klose zurück an die Seite von Lukas Podolski. Der Bundestrainer gab dem Stürmer nach seiner Roten Karte beim 2:0 gegen die Georgier nochmals Rückendeckung:
"Er ist ein Juwel im deutschen Fußball, eines der größten Talente in vielen Jahren. Aber es ist auch klar, dass so ein Spieler nicht permanent auf so hohem Niveau spielen kann. Gerade dann braucht er die Unterstützung vom Trainerstab und den Mitspielern."
Abgesehen von Podolski bleibt die Viererkette der große Unsicherheitsfaktor, denn Arne und Manuel Friedrich zeigten gegen Georgien einige Schwächen. Stabilisieren soll die Abwehr Rückkehrer Philipp Lahm auf links, auf rechts kommt wohl Clemens Fritz zu seinem zweiten Länderspiel.
Sport1.de nennt die wichtigsten Aspekte, auf die die deutsche Mannschaft besonders achten muss.
Seit Juni 2005 konnte die deutsche Elf in der Fremde lediglich bei Fußball-Zwerg San Marino gewinnen, während es bittere Niederlagen in der Slowakei, der Türkei (1:2) und in Italien (1:4) setzte. "Daher muss die Mannschaft ihre Reife jetzt mal bei einem Auswärtsspiel beweisen", fordert Teammanager Oliver Bierhoff.
Mit einem selbstbewussten Auftritt so wie zuletzt zu Hause soll den Slowaken der Wind aus den Segeln genommen werden. Denn der Gegner ist nicht nur wegen des Erfolgs im Vorjahr und der schlechten deutschen Bilanz in der Fremde zuversichtlich.
Das Team von Nationalcoach Dusan Galis hat seit der EM 2004 vor heimischer Kulisse nur in der WM-Relegation gegen Spanien sowie zuletzt in der EM-Qualifikation gegen Tschechien (0:3) verloren. "Wir müssen uns auf einen heißen Tanz gefasst machen", ist sich Löw bewusst.
In der Liga kam Marek Mintal nach seiner langen Verletzungspause noch nicht so auf Touren, in der Nationalelf trifft der Bundesliga-Torschützenkönig von 2005 (24 Treffer) allerdings regelmäßig. Beim 5:1 in Wales war "das Phantom" zweimal erfolgreich.
Ein Tor und eine Vorlage lautete die Bilanz seines Nürnberger Teamkollegen Robert Vittek. Sein Können hat er 2006 mit 17 Treffern auch in der Bundesliga unter Beweis gestellt, in der kein Spieler in diesem Kalenderjahr öfter traf.
"Wir wissen, dass beide brandgefährlich sind", sagte Löw. "Mintal schleicht sich manchmal wie eine Schlange aus dem Nichts heraus in den Strafraum. Darauf müssen wir besonders achten."
"Wir hatten gegen Georgien vor allem in der ersten Halbzeit einige Probleme bei langen Bällen", gibt Löw zu. "Vor allem Manuel Friedrich hat Fehler gemacht, die ihm normalerweise nicht passieren. Aber er war lange verletzt und brauchte dieses Spiel."
Daher ist der DFB-Chefcoach zuversichtlich, dass die Defensive "kompakter und enger" stehen wird. Dabei setzt er auf das WM-erprobte Duo Ballack/Frings im defensiven Mittelfeld.
Diese sollen die Räume eng machen und Abspiele in die Spitze ebenso verhindern wie Distanzschüsse, durch die in Wales mehrere Treffer fielen.
Aus Bratislava berichtet Martin Volkmar
