Stimme: Fußball paradox - Hoffenheim das schwächere Team
Verfasst: Montag 10. November 2003, 08:58
Nach 100 Sekunden zurückgeschaltet
Von Andreas Eberle
Fußball paradox im Dietmar-Hopp-Stadion: Im Regionalliga-Derby gegen die Stuttgarter Kickers war die TSG Hoffenheim die schwächere Mannschaft. Dennoch siegte die Kraichgau-Elf mit 3:1. "Wer solche Spiele gewinnt, steht am Ende auf einem Aufstiegsplatz", meinte TSG-Stürmer und Torschütze Heiko Throm.
Der neue Kickers-Coach Robin Dutt konnte einem fast schon Leid tun. Hoch motiviert waren seine Schützlinge in die Partie gegangen, hatten eines ihrer besten Auswärtsspiele gezeigt - und standen am Ende nur mit Komplimenten und der Gewissheit dar, die TSG über weite Strecken übertrumpft zu haben.
Dabei hatten die Schwaben einen denkbar schlechten Start erwischt. Schon nach 100 Sekunden nutzte Hoffenheims Sachar Theres eine Hereingabe von Denis Bindnagel zum 1:0. Der Auftakt zu einer badischen Galavorstellung war dies jedoch nicht. Im Gegenteil. Fortan spielten fast nur noch die Stuttgarter.
"Wir haben durch die frühe Führung zurückgeschaltet. Keiner hat die Leistung gezeigt, die er eigentlich bringen kann", gab sich TSG-Kapitän Thorsten Thee selbstkritisch. Beispiel Timo Böttjer. Der leistete sich im ersten Durchgang so viele Ballverluste, dass ihn TSG-Trainer Hansi Flick zur Halbzeit herausnahm.
Beispiel Christian Möckel, der bis zu seiner Auswechslung keine einzige Torszene hatte. Beispiel Thomas Ollhoff. Der Regisseur war nicht mehr als ein Mitläufer. Gut für Hoffenheim, dass wenigstens Heiko Throm in der 32. Minute hellwach war und nach einem Querschläger von Alexander Malchow das schmeichelhafte 2:0 erzielte.
Ansonsten herrschte Tristesse im Dietmar-Hopp-Stadion. Da auch die überlegenen Kickers am gegnerischen Strafraum nicht mehr weiterwussten, entwickelte sich eine Partie, die arm an Niveau und Höhepunkten war. Brenzlig für das TSG-Tor wurde es nur einmal - als Stuttgarts Talent Patrick Milchraum mit einem Freistoß die Latte traf.
"Unser Spiel ist enttäuschend. Ich hoffe, dass wir in der zweiten Halbzeit eine andere Hoffenheimer Mannschaft sehen", meinte TSG-Präsident Peter Hofmann in der Pause. Ein frommer Wunsch, den die Seinen allerdings nicht erfüllten. Denn auch nach Wiederanpfiff dominierten zunächst die Gäste.
Ein Kopfball von Malchow, den Hoffenheims Christian Daub gewähren ließ, strich über die Latte. Bei Malchows zweitem Versuch nach einem Freistoß war das 2:1 dann fällig. Erneut hatte Daub nicht entschlossen genug gestört. Erst jetzt beendete die TSG ihren Anti-Fußball und tat selbst wieder etwas nach vorne.
Spielerisch blieb aber weiterhin vieles Stückwerk, und so kam im Hoffenheimer Anhang nur noch zweimal Stimmung auf: Zunächst, als Schiedsrichter Bielmeier den von einigen Bundesligisten umworbenen Milchraum umrannte und die Fans feixend "Oh, wie ist das schön" anstimmten. Dann in der Nachspielzeit, als Kickers-Verteidiger Oliver Stierle an der Mittellinie ausrutschte und Joker Sascha Ropic freie Bahn hatte und zum 3:1 vollstreckte.
Ergebnis in Ordnung, die Leistung nicht - so war nach dem Spiel der einhellige Tenor im TSG-Lager. "Nach den letzten kräfteraubenden Wochen muss man der Mannschaft auch mal zugestehen, dass sie nicht so stark auftrumpft", warb Trainer Hansi Flick um Verständnis und gab seinen Recken zwei Tage trainingsfrei. "Damit die Spieler auf andere Gedanken kommen."
TSG Hoffenheim: Hillenbrand, Thee, Endress, Daub, Klandt, Bindnagel, Böttjer (46. Müller), Ollhoff, Theres (72. Sieger), H. Throm, Möckel (60. Ropic).
Stuttgarter Kickers: Köstel, Steinle (46. Benda), Malchow, Barth, Braun, Gumper, Akcay (77. Marchese), Stierle, Milchraum, Rahmanovic (46. Batista), Mesic. Tore: 1:0 Theres (2.), 2:0 H. Throm (31.), 2:1 Malchow (59.), 3:1 Ropic (90.).
Zuschauer: 1200; Schiedsrichter: Friedrich Bielmeier (Deggendorf).
10.11.2003
http://sportregional.stimme.de/fussball ... ,0,0.html/
Von Andreas Eberle
Fußball paradox im Dietmar-Hopp-Stadion: Im Regionalliga-Derby gegen die Stuttgarter Kickers war die TSG Hoffenheim die schwächere Mannschaft. Dennoch siegte die Kraichgau-Elf mit 3:1. "Wer solche Spiele gewinnt, steht am Ende auf einem Aufstiegsplatz", meinte TSG-Stürmer und Torschütze Heiko Throm.
Der neue Kickers-Coach Robin Dutt konnte einem fast schon Leid tun. Hoch motiviert waren seine Schützlinge in die Partie gegangen, hatten eines ihrer besten Auswärtsspiele gezeigt - und standen am Ende nur mit Komplimenten und der Gewissheit dar, die TSG über weite Strecken übertrumpft zu haben.
Dabei hatten die Schwaben einen denkbar schlechten Start erwischt. Schon nach 100 Sekunden nutzte Hoffenheims Sachar Theres eine Hereingabe von Denis Bindnagel zum 1:0. Der Auftakt zu einer badischen Galavorstellung war dies jedoch nicht. Im Gegenteil. Fortan spielten fast nur noch die Stuttgarter.
"Wir haben durch die frühe Führung zurückgeschaltet. Keiner hat die Leistung gezeigt, die er eigentlich bringen kann", gab sich TSG-Kapitän Thorsten Thee selbstkritisch. Beispiel Timo Böttjer. Der leistete sich im ersten Durchgang so viele Ballverluste, dass ihn TSG-Trainer Hansi Flick zur Halbzeit herausnahm.
Beispiel Christian Möckel, der bis zu seiner Auswechslung keine einzige Torszene hatte. Beispiel Thomas Ollhoff. Der Regisseur war nicht mehr als ein Mitläufer. Gut für Hoffenheim, dass wenigstens Heiko Throm in der 32. Minute hellwach war und nach einem Querschläger von Alexander Malchow das schmeichelhafte 2:0 erzielte.
Ansonsten herrschte Tristesse im Dietmar-Hopp-Stadion. Da auch die überlegenen Kickers am gegnerischen Strafraum nicht mehr weiterwussten, entwickelte sich eine Partie, die arm an Niveau und Höhepunkten war. Brenzlig für das TSG-Tor wurde es nur einmal - als Stuttgarts Talent Patrick Milchraum mit einem Freistoß die Latte traf.
"Unser Spiel ist enttäuschend. Ich hoffe, dass wir in der zweiten Halbzeit eine andere Hoffenheimer Mannschaft sehen", meinte TSG-Präsident Peter Hofmann in der Pause. Ein frommer Wunsch, den die Seinen allerdings nicht erfüllten. Denn auch nach Wiederanpfiff dominierten zunächst die Gäste.
Ein Kopfball von Malchow, den Hoffenheims Christian Daub gewähren ließ, strich über die Latte. Bei Malchows zweitem Versuch nach einem Freistoß war das 2:1 dann fällig. Erneut hatte Daub nicht entschlossen genug gestört. Erst jetzt beendete die TSG ihren Anti-Fußball und tat selbst wieder etwas nach vorne.
Spielerisch blieb aber weiterhin vieles Stückwerk, und so kam im Hoffenheimer Anhang nur noch zweimal Stimmung auf: Zunächst, als Schiedsrichter Bielmeier den von einigen Bundesligisten umworbenen Milchraum umrannte und die Fans feixend "Oh, wie ist das schön" anstimmten. Dann in der Nachspielzeit, als Kickers-Verteidiger Oliver Stierle an der Mittellinie ausrutschte und Joker Sascha Ropic freie Bahn hatte und zum 3:1 vollstreckte.
Ergebnis in Ordnung, die Leistung nicht - so war nach dem Spiel der einhellige Tenor im TSG-Lager. "Nach den letzten kräfteraubenden Wochen muss man der Mannschaft auch mal zugestehen, dass sie nicht so stark auftrumpft", warb Trainer Hansi Flick um Verständnis und gab seinen Recken zwei Tage trainingsfrei. "Damit die Spieler auf andere Gedanken kommen."
TSG Hoffenheim: Hillenbrand, Thee, Endress, Daub, Klandt, Bindnagel, Böttjer (46. Müller), Ollhoff, Theres (72. Sieger), H. Throm, Möckel (60. Ropic).
Stuttgarter Kickers: Köstel, Steinle (46. Benda), Malchow, Barth, Braun, Gumper, Akcay (77. Marchese), Stierle, Milchraum, Rahmanovic (46. Batista), Mesic. Tore: 1:0 Theres (2.), 2:0 H. Throm (31.), 2:1 Malchow (59.), 3:1 Ropic (90.).
Zuschauer: 1200; Schiedsrichter: Friedrich Bielmeier (Deggendorf).
10.11.2003
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