Rafati nur ein Quoten-Schiri?
Verfasst: Montag 6. November 2006, 21:18
München – Beim Spiel Werder Bremen gegen Energie Cottbus sorgte Babak Rafati für Aufregung auf beiden Seiten. Nicht zum ersten Mal in seiner Bundesliga-Karriere.
"Sehr kleinlich", "ohne Linie", "unterschiedliches Strafmaß bei Zweikämpfen", "arg übertrieben in seiner Gestik"… bei kaum einem seiner 17 Einsätze seit "Beförderung" in die Bundesliga blieb Kritik aus.
"Kein Kommentar" - Thomas Schaaf weiß wohl selbst nicht, wie oft er diese beiden Worte auf die Frage nach der Schiedsrichterleistung gegenüber den Medien benutzt hat – nur keine Strafe riskieren.
"Ein bisschen komisch"
Wie sehr Rafati mit seiner Leistung aneckte, zeigt die Tatsache, dass der Werder-Coach eigentlich allen Grund hatte, mit dem Unparteiischen zufrieden zu sein. Hatte der doch den Gästen kurz vor Ende der Partie einen klaren Strafstoß verweigert.
Als "ein bisschen komisch" bezeichnete Schaafs Cottbusser Kollege Petrik Sander vorsichtig die Spielleitung des Hannoveraners, der bereits im ersten Drittel der Partie fünf - meist überzogene - Gelbe Karten gezeigt hatte.
Nicht nur Top-Schiedsrichter
Selbstverständlich gilt für Schiedsrichter was auch für Spieler gilt: nicht alle sind gleich stark. Das ist auch den Ansetzern klar. Nur eine kleine Anzahl von Referees bekommt Spitzenspiele zugeteilt.
Spielleiter mit mangelnder Erfahrung oder weniger guten Beobachtungsergebnissen werden zu Spielen geschickt, bei denen der Ausgang der Partie dem DFB vorhersehbar scheint.
Note 6 für Schmidt
Manchmal mit verheerenden Folgen für die Underdogs: So durfte beispielsweise beim Spiel Bayern München gegen Alemannia Aachen der unerfahrene Markus Schmidt ran.
Das Ergebnis ist bekannt: Aachen wurde um zumindest einen Punkt gebracht; "Note 6 -belehrend, gestenreich, fast ohne Vorteilsauslegung, Fehler bei fast allen wichtigen Entscheidungen, die er zu fällen hatte", bewertete etwa der "kicker" die Leistung.
"Leichte Spiele" für Rafati
Auch Rafati gehört nicht zu den Spielleitern, denen man schwierige Aufgaben anvertraut: In der aktuellen Saison leitete er unter anderem Bochum gegen Bayern, wo schon wegen der guten Beziehungen beider Fan-Gruppen zueinander wenig Konfliktpotenzial vorhanden ist.
Auch seine Spiele Stuttgart gegen Frankfurt oder Bielefeld gegen Aachen gehören sicherlich nicht in die Kategorie "schwierig" - ebenso wie am Samstag "Torfabrik" Werder Bremen gegen Aufsteiger Energie Cottbus.
Da sahen die Verantwortlichen sogar darüber hinweg, dass Rafatis Wohnort Hannover nur 120 Kilometer von Bremen entfernt ist. Normalerweise wird auf eine räumliche Distanz sehr großer Wert gelegt.
Nur die Besten?
Doch pfeifen in der höchsten Spielklasse auch Deutschlands beste Schiedsrichter? Hört man sich in den Landesverbänden um, können Zweifel aufkommen.
Verbände ohne Verein in der höchsten Spielklasse beklagen mangelnden Einfluss bei DFB-Tagungen. Bundesländer ohne Profi-Teams wie Schleswig-Holstein haben auch keine Schiedsrichter im Oberhaus.
Und Stefan Lupp aus Brandenburg und Christian Schößling aus Sachsen fungieren als "Alibi-Schiedsrichter" für die "fünf neuen Länder".
Grüppchenbildung bei Schiri-Treffen
Die Unparteiischen selbst beklagen bei den regelmäßigen Treffen aller Bundesliga-Referees Grüppchenbildung. Die Schiris aus Südwestdeutschland bleiben ebenso unter sich wie die Bayern oder die Niedersachsen.
Und die starken Verbände setzen ihre Macht zugunsten der eigenen Leute ein.
Rafati ein "Vorzeige-Objekt"?
Die Niedersachsen, zu denen Rafati gehört, stellen mit sieben von 39 Profi-Liga-Schiedsrichtern sogar ein überproportional großes Kontingent.
Möglich, dass sie ihren Einfluss geltend machten und Rafati 2005 in den Bundesliga-Kader drückten, als es darum ging, auch in Deutschlands höchster Spielklasse mit einem Anteil ausländischer Spieler von mehr als 55 Prozent einen Ausländer auf der Position des Schiedsrichters zu haben.
Jürgen Blöhs
"Sehr kleinlich", "ohne Linie", "unterschiedliches Strafmaß bei Zweikämpfen", "arg übertrieben in seiner Gestik"… bei kaum einem seiner 17 Einsätze seit "Beförderung" in die Bundesliga blieb Kritik aus.
"Kein Kommentar" - Thomas Schaaf weiß wohl selbst nicht, wie oft er diese beiden Worte auf die Frage nach der Schiedsrichterleistung gegenüber den Medien benutzt hat – nur keine Strafe riskieren.
"Ein bisschen komisch"
Wie sehr Rafati mit seiner Leistung aneckte, zeigt die Tatsache, dass der Werder-Coach eigentlich allen Grund hatte, mit dem Unparteiischen zufrieden zu sein. Hatte der doch den Gästen kurz vor Ende der Partie einen klaren Strafstoß verweigert.
Als "ein bisschen komisch" bezeichnete Schaafs Cottbusser Kollege Petrik Sander vorsichtig die Spielleitung des Hannoveraners, der bereits im ersten Drittel der Partie fünf - meist überzogene - Gelbe Karten gezeigt hatte.
Nicht nur Top-Schiedsrichter
Selbstverständlich gilt für Schiedsrichter was auch für Spieler gilt: nicht alle sind gleich stark. Das ist auch den Ansetzern klar. Nur eine kleine Anzahl von Referees bekommt Spitzenspiele zugeteilt.
Spielleiter mit mangelnder Erfahrung oder weniger guten Beobachtungsergebnissen werden zu Spielen geschickt, bei denen der Ausgang der Partie dem DFB vorhersehbar scheint.
Note 6 für Schmidt
Manchmal mit verheerenden Folgen für die Underdogs: So durfte beispielsweise beim Spiel Bayern München gegen Alemannia Aachen der unerfahrene Markus Schmidt ran.
Das Ergebnis ist bekannt: Aachen wurde um zumindest einen Punkt gebracht; "Note 6 -belehrend, gestenreich, fast ohne Vorteilsauslegung, Fehler bei fast allen wichtigen Entscheidungen, die er zu fällen hatte", bewertete etwa der "kicker" die Leistung.
"Leichte Spiele" für Rafati
Auch Rafati gehört nicht zu den Spielleitern, denen man schwierige Aufgaben anvertraut: In der aktuellen Saison leitete er unter anderem Bochum gegen Bayern, wo schon wegen der guten Beziehungen beider Fan-Gruppen zueinander wenig Konfliktpotenzial vorhanden ist.
Auch seine Spiele Stuttgart gegen Frankfurt oder Bielefeld gegen Aachen gehören sicherlich nicht in die Kategorie "schwierig" - ebenso wie am Samstag "Torfabrik" Werder Bremen gegen Aufsteiger Energie Cottbus.
Da sahen die Verantwortlichen sogar darüber hinweg, dass Rafatis Wohnort Hannover nur 120 Kilometer von Bremen entfernt ist. Normalerweise wird auf eine räumliche Distanz sehr großer Wert gelegt.
Nur die Besten?
Doch pfeifen in der höchsten Spielklasse auch Deutschlands beste Schiedsrichter? Hört man sich in den Landesverbänden um, können Zweifel aufkommen.
Verbände ohne Verein in der höchsten Spielklasse beklagen mangelnden Einfluss bei DFB-Tagungen. Bundesländer ohne Profi-Teams wie Schleswig-Holstein haben auch keine Schiedsrichter im Oberhaus.
Und Stefan Lupp aus Brandenburg und Christian Schößling aus Sachsen fungieren als "Alibi-Schiedsrichter" für die "fünf neuen Länder".
Grüppchenbildung bei Schiri-Treffen
Die Unparteiischen selbst beklagen bei den regelmäßigen Treffen aller Bundesliga-Referees Grüppchenbildung. Die Schiris aus Südwestdeutschland bleiben ebenso unter sich wie die Bayern oder die Niedersachsen.
Und die starken Verbände setzen ihre Macht zugunsten der eigenen Leute ein.
Rafati ein "Vorzeige-Objekt"?
Die Niedersachsen, zu denen Rafati gehört, stellen mit sieben von 39 Profi-Liga-Schiedsrichtern sogar ein überproportional großes Kontingent.
Möglich, dass sie ihren Einfluss geltend machten und Rafati 2005 in den Bundesliga-Kader drückten, als es darum ging, auch in Deutschlands höchster Spielklasse mit einem Anteil ausländischer Spieler von mehr als 55 Prozent einen Ausländer auf der Position des Schiedsrichters zu haben.
Jürgen Blöhs