StZ: Kullens Konzept für die Kickers
Verfasst: Mittwoch 12. November 2003, 07:40
Präsident will die Krise beenden
STUTTGART. Der Präsident Hans Kullen will sich am 1. Dezember zur Zukunft des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers äußern. "Ich versichere den Fans, dass es weitergeht", sagt Kullen. Zuvor hatte es Indizien gegeben, dass die Kickers bald insolvent sind.
Von Heiko Hinrichsen
Lange ist der Präsident der Stuttgarter Kickers stumm geblieben. Eine Woche nach der Trennung von dem Manager Kahraman Erdin hat Hans Kullen jetzt sein Schweigen gebrochen: Der 61-jährige Reutlinger Rechtsanwalt kündigte gestern für den 1. Dezember eine Pressekonferenz des 13-köpfigen Präsidiums und Aufsichtsrats der Kickers an, auf der die Zukunft des Vereins und die Finanzlage in allen Details erläutert werden soll. "Ich versichere unseren Fans, dass es auch in Zukunft weitergehen wird", sagte Hans Kullen, nachdem es vermehrt Anzeichen gegeben hatte, der Verein sei in Kürze insolvent.
"Seit dem Amtsantritt der neuen Führung am 16. Juli mit mir an der Spitze hat sich eine wesentliche finanzielle Besserung ergeben", sagte Hans Kullen, "wir haben vieles aufgearbeitet und in Ordnung gebracht. Doch wir sind nicht diejenigen, die über Dinge reden, die noch nicht endgültig in trockenen Tüchern sind." Konkreter möchte der Präsident nicht werden. Bis Anfang Dezember wollen Kullen und Co. mit ihren Plänen noch hinter dem Berg halten, wie den Kickers der Befreiungsschlag gelingen soll. Der ehemalige Manager Erdin hatte den Schuldenstand des Klubs, der einen Saisonetat von 2,2 Millionen Euro hat, auf 600 000 Euro beziffert.
Ärger hatte es zuvor mit dem Hauptsponsor Eduardo Garcia ("Gazi") gegeben, dessen Engagement den Kickers rund 700 000 Euro verteilt über zwei Jahre bringt. Der Molkereiunternehmer erneuerte seine Kritik an der neuen Führung. "Vor zwei Jahren habe ich die Kickers mit meinem Geld vor der Insolvenz gerettet", sagte Eduardo Garcia, "doch mit den neuen Herren werde ich über diese Saison hinaus bestimmt nicht mehr zusammenarbeiten. Die Führung um Hans Kullen ist für mich kein Ansprechpartner. Sie richtet die Kickers systematisch zu Grunde."
Inzwischen gibt sich Hans Kullen aber auch in diesem Punkt kämpferisch. "An der Stelle von Herrn Garcia würde ich mir überlegen, was ich sage", so der Präsident. Ist Kullen mutig geworden, weil er inzwischen eine Alternative zu Garcia gefunden hat, dessen Vertrag mit den Kickers ohnehin am 30. Juni 2004 ausläuft? Genaueres will der Reutlinger Versicherungskaufmann noch nicht sagen. Auch Bernd Klingler, der Zweite Vorstand des Aufsichtsrates, will nur so viel verraten: "Inzwischen glaubt sogar unser Steuerberater wieder daran, dass wir die Insolvenz abwenden können."
Nach dem Abgang des Trainers Rainer Adrion und des Managers Kahraman Erdin brodelt es bei den Kickers dennoch gewaltig. "Der Verein präsentiert sich derzeit wie ein Kindergarten", sagt der Holzgerlinger Kickers-Sponsor Heinz Höfinger, "es fehlt ein kompetenter Ansprechpartner. Wenn sich nicht bald was ändert, muss ich mein Engagement überdenken." Die Fans dürfen also gespannt sein, was Hans Kullen und Co. am 1. Dezember zu sagen haben.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/p ... php/545497
STUTTGART. Der Präsident Hans Kullen will sich am 1. Dezember zur Zukunft des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers äußern. "Ich versichere den Fans, dass es weitergeht", sagt Kullen. Zuvor hatte es Indizien gegeben, dass die Kickers bald insolvent sind.
Von Heiko Hinrichsen
Lange ist der Präsident der Stuttgarter Kickers stumm geblieben. Eine Woche nach der Trennung von dem Manager Kahraman Erdin hat Hans Kullen jetzt sein Schweigen gebrochen: Der 61-jährige Reutlinger Rechtsanwalt kündigte gestern für den 1. Dezember eine Pressekonferenz des 13-köpfigen Präsidiums und Aufsichtsrats der Kickers an, auf der die Zukunft des Vereins und die Finanzlage in allen Details erläutert werden soll. "Ich versichere unseren Fans, dass es auch in Zukunft weitergehen wird", sagte Hans Kullen, nachdem es vermehrt Anzeichen gegeben hatte, der Verein sei in Kürze insolvent.
"Seit dem Amtsantritt der neuen Führung am 16. Juli mit mir an der Spitze hat sich eine wesentliche finanzielle Besserung ergeben", sagte Hans Kullen, "wir haben vieles aufgearbeitet und in Ordnung gebracht. Doch wir sind nicht diejenigen, die über Dinge reden, die noch nicht endgültig in trockenen Tüchern sind." Konkreter möchte der Präsident nicht werden. Bis Anfang Dezember wollen Kullen und Co. mit ihren Plänen noch hinter dem Berg halten, wie den Kickers der Befreiungsschlag gelingen soll. Der ehemalige Manager Erdin hatte den Schuldenstand des Klubs, der einen Saisonetat von 2,2 Millionen Euro hat, auf 600 000 Euro beziffert.
Ärger hatte es zuvor mit dem Hauptsponsor Eduardo Garcia ("Gazi") gegeben, dessen Engagement den Kickers rund 700 000 Euro verteilt über zwei Jahre bringt. Der Molkereiunternehmer erneuerte seine Kritik an der neuen Führung. "Vor zwei Jahren habe ich die Kickers mit meinem Geld vor der Insolvenz gerettet", sagte Eduardo Garcia, "doch mit den neuen Herren werde ich über diese Saison hinaus bestimmt nicht mehr zusammenarbeiten. Die Führung um Hans Kullen ist für mich kein Ansprechpartner. Sie richtet die Kickers systematisch zu Grunde."
Inzwischen gibt sich Hans Kullen aber auch in diesem Punkt kämpferisch. "An der Stelle von Herrn Garcia würde ich mir überlegen, was ich sage", so der Präsident. Ist Kullen mutig geworden, weil er inzwischen eine Alternative zu Garcia gefunden hat, dessen Vertrag mit den Kickers ohnehin am 30. Juni 2004 ausläuft? Genaueres will der Reutlinger Versicherungskaufmann noch nicht sagen. Auch Bernd Klingler, der Zweite Vorstand des Aufsichtsrates, will nur so viel verraten: "Inzwischen glaubt sogar unser Steuerberater wieder daran, dass wir die Insolvenz abwenden können."
Nach dem Abgang des Trainers Rainer Adrion und des Managers Kahraman Erdin brodelt es bei den Kickers dennoch gewaltig. "Der Verein präsentiert sich derzeit wie ein Kindergarten", sagt der Holzgerlinger Kickers-Sponsor Heinz Höfinger, "es fehlt ein kompetenter Ansprechpartner. Wenn sich nicht bald was ändert, muss ich mein Engagement überdenken." Die Fans dürfen also gespannt sein, was Hans Kullen und Co. am 1. Dezember zu sagen haben.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/p ... php/545497
