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Paris: Polizist erschießt Fan bei Ausschreitungen

Verfasst: Freitag 24. November 2006, 10:56
von McVillager
Ein Polizist in Zivil hat am Donnerstagabend einen Fußball-Fan des französischen Erstligisten Paris St. Germain bei Auseinandersetzungen nach dem Uefa-Pokalspiel gegen Hapoel Tel Aviv (2:4) erschossen und einen zweiten Anhänger schwer verletzt.

Nach Angaben der Polizei wollte der Beamte einem israelischen Fan zu Hilfe kommen, der von etwa 150 gewaltbereiten PSG-Anhängern bedroht wurde. Als der Polizist dann von den Parisern angegriffen wurde, habe er zunächst von Tränengas eingesetzt und danach zwei Schüsse abgegeben. Einer davon traf den etwa 20 Jahre alten PSG-Fan tödlich. Die Polizeigewerkschaft sprach von „legitimer Selbstverteidigung“.

„Er hatte Angst um sein Leben“

„Das war ein Schuß aus Verzweiflung“, teilte dazu am Freitag die Polizeigewerkschaft Alliance zu den Vorgängen nach der Heimniederlage des Pariser Clubs gegen den Verein aus Tel Aviv mit. „Er ist von 150 aufgeheizten Typen angegangen worden, und wenn er nicht geschossen hätte, wäre er dabei draufgegangen.“ Der Gewerkschaftschef Frédéric Lagache betonte dabei auch, daß der nicht als Polizist erkennbare Beamte sich mit Tränengas aus der Affäre habe ziehen wollen. „Das hat aber nicht gereicht, und dann hatte er Angst um sein Leben.“

Der Schütze mußte sich anschließend vor der aufgebrachten Menge in einen Schnellimbiss flüchten. Die Polizei hat eine interne Untersuchung eingeleitet. Die Anhänger des Pariser Clubs sind als gewalttätig bekannt. Es kommt immer wieder zu Zwischenfällen.

FAZ

Verfasst: Freitag 24. November 2006, 16:46
von pato
Polizist erschießt Pariser Fußball-Fan

24.11.2006 14:11

Paris - Ein französischer Polizist hat einen Fußball-Fan des Erstligisten Paris St. Germain bei massiven Auseinandersetzungen mit rassistischem Hintergrund nach dem UEFA-Pokalspiel gegen Hapoel Tel Aviv (2:4) erschossen.
Krawalle

Einen zweiten Anhänger verletzte er schwer. Nach Angaben der Polizei wollte der Beamte einem jüdischen Fan zu Hilfe kommen, der von etwa 150 gewaltbereiten PSG- Anhängern bedroht wurde. Als der schwarze Polizist seinerseits - auch wegen seiner Hautfarbe - angegriffen wurde, versuchte er zuerst, sich mit Tränengas zu verteidigen und griff dann zu seiner Waffe. Ein Schuss traf einen 24-jährigen PSG-Anhänger tödlich. Ein 26 Jahre alter Fan wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Polizeigewerkschaften sprachen von «legitimer Selbstverteidigung».

Etwa 100 Personen hätten rassistische und antisemitische Parolen wie «dreckiger Jude» und «dreckiger Neger» geschrien, berichtete der Pariser Staatsanwalt Jean-Claude Marin. Der von ihnen verfolgte 23- jährige Fußball-Fan sei von dem Polizisten aufgefordert worden, hinter ihm in Deckung zu gehen, während die Menge den Hitler-Gruß gezeigt und den rechtsextremen Ruf «Le Pen Präsident» skandiert habe.

Der Todesfall löste in Frankreichs Sportwelt und Politik Entsetzen aus. Innenminister Nicolas Sarkozy sagte zu dem «dramatischen Vorfall», der von der französischen Antillen-Insel Martinique stammende Schütze habe sich wiederholt als Polizist zu erkennen gegeben. «Ein Aggressor hat ihm dann einen Schlag gegen die Schläfe versetzt, ein zweiter in den Unterleib getreten, und er ist zu Boden gegangen.» Er habe seine Waffe erst gezückt, nachdem er den Umstehenden zugeschrien habe, dass er Polizist sei. Die näheren Umstände waren auch Sarkozy noch unklar.

«Das war ein Schuss aus Verzweiflung», teilte dazu die Polizeigewerkschaft Alliance mit. «Er ist von 150 aufgeheizten Typen angegangen worden, und wenn er nicht geschossen hätte, wäre er dabei draufgegangen.» Der Gewerkschaftschef Frédéric Lagache betonte, mit dem Tränengas habe der Mann sich nicht aus der Affäre ziehen können. «Er hat dann Angst um sein Leben gehabt.» Der Schütze hatte sich vor der erregten Menge in einen Schnellimbiss flüchten müssen.

«Das ist ein Bulle» und «dreckiger Neger» schrien die Angreifer, berichtete der Journalist und Augenzeuge Philippe Broussard von dem Magazin «L'Express». «Dutzende von Personen stürmten auf ihn ein und wollten ihn wegen seiner Hautfarbe angreifen», erklärte Broussard zur Frage, ob dies Notwehr in den «Minuten extremer Gewalt» gewesen sei.

Der Todesschütze ist in Polizeigewahrsam. Auch von acht Pariser Hooligans, die noch am Abend festgenommen worden waren, hielt die Polizei am Freitag noch fünf wegen «rassistischer und antisemitischer Beleidigungen» fest, teilte die Pariser Polizeipräfektur mit.

Die Polizei hat eine interne Untersuchung eingeleitet. Anhänger des Pariser Clubs sind als gewalttätig bekannt. Es kommt rund um das Prinzenpark-Stadion im Pariser Westen immer wieder zu schweren Auseinandersetzungen unter Fans, vor allem bei Spielen gegen den «Erzfeind» Olympique Marseille. Sportminister Jean-François Lamour bedauerte das «Klima der Gewalt und Spannungen», das bei manchen Spielen herrsche, und das dramatische Folgen haben könne.
Quelle: http://www.fussball.com/news/view/2006- ... llfan.html