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SEBASTIAN DEISLER BEENDET SOFORT KARRIERE

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 12:30
von JJ
Deisler beendet seine Karriere
Nationalspieler Sebastian Deisler beendet mit sofortiger Wirkung seine Karriere. Das teilte der Bayern-Profi in München mit. Der 27-Jährige musste sich bereits fünf Knie-Operationen unterziehen und wurde im November 2003 und im Oktober 2004 stationär wegen Depressionen behandelt

www.spiegel.de

Sehr sehr Schade :cry:

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 12:37
von JJ

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 12:39
von Felix B.
Wie krass ist das denn??? Einfach so mal seine Karriere beenden, alter Schwede... Allerdings bestätigt dass einfach auch wieder dass man für den Beruf psychisch stark sein muss.

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 12:41
von JJ
Fußball-Profi Sebastian Deisler vom FC Bayern München beendet mit sofortiger Wirkung seine Karriere.


Das teilte der Nationalspieler am Dienstag in München mit. „Die Entscheidung steht. Sie ist in mir gereift“, sagte der 27-Jährige. Er habe kein Vertrauen mehr in sein Knie, so Deisler. Das nage auch an anderen Dingen.

Am Montagabend habe er Bayern-Manager Uli Hoeneß um ein Gespräch gebeten. „Wir haben gekämpft um Sebastian“, sagte Hoeneß am Dienstag. „Er ist einer der besten Spieler, die es in Deutschland je gegeben hat. Ich habe bis zuletzt gehofft, dass das alles ein Albtraum ist.“

Zu viele Rückschläge

Deisler musste sich bereits fünf Knie-Operationen unterziehen und wurde im November 2003 und im Oktober 2004 stationär wegen Depressionen behandelt. Er absolvierte 36 Länderspiele für Deutschland. Kurz nach seinem letzten Länderspiel am 1. März vergangenen Jahres in Florenz gegen Italien (1:4) hatte er sich beim Vereinstraining eine Knorpelabsprengung im rechten Knie zugezogen, die ihn bis Mitte November außer Gefecht setzte. Dadurch verpasste er schon zum zweiten Mal nach 2002 eine Weltmeisterschaft.

www.focus.de

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 12:43
von gerko
Manager Uli Hoeneß bedauerte Deislers Schritt sehr. „Für mich ist diese Entscheidung unverständlich. Wir haben alles getan und bedauern diese Entschluss unglaublich“, so Hoeneß. Der bis zum 30. Juni 2009 datierte Vertrag mit Deisler werde aber nicht aufgelöst sondern zunächst „ruhen“, wie Hoeneß mitteilte. Sollte sich Deisler sich wieder in der Lage fühlen, Fußball zu spielen, könne er „jederzeit von der Option Gebrauch machen und zu uns zurückkehren.“

fcbayern.de

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 12:55
von Felix B.
Damit haben die Bayern nach der Saison vermutlich 4 Mittelfeldspieler weniger: Scholl, Deisler, Salihamidzic und wahrscheinlich auch Hargreaves. Na dann, auf zur fröhlichen Einkaufstour!

Besonders freuen dürftens ich da wohl Werder (Borowksi) oder Dortmund (Kringe).

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 12:56
von JJ
Felix B. hat geschrieben:Damit haben die Bayern nach der Saison vermutlich 4 Mittelfeldspieler weniger: Scholl, Deisler, Salihamidzic und wahrscheinlich auch Hargreaves. Na dann, auf zur fröhlichen Einkaufstour!

Besonders freuen dürftens ich da wohl Werder (Borowksi) oder Dortmund (Kringe).
Kringe :? bitte nicht zu Bayern!

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 13:26
von SchorleBlauWeiss
Schade! Der Junge hat eigentlich in den wenigen Spielen, die er gemacht hat, immer überzeugt.

Nur hat er halt wirklich einen an der Klatsche

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 13:27
von gerko
SchorleBlauWeiss hat geschrieben:Schade! Der Junge hat eigentlich in den wenigen Spielen, die er gemacht hat, immer überzeugt.

Nur hat er halt wirklich einen an der Klatsche
Wer unter Depressionen leidet, hat keine an der Klatsche, sondern ist krank.

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 13:54
von Felix B.
JJ hat geschrieben: Kringe :? bitte nicht zu Bayern!
Hab nicht ich mir ausgedacht, sondern die Bayern Verantwortlichen. Zumindest war das noch im Sommer sehr aktuell. Mal abwarten was sich da entwickelt.

Depressionen sind eine Krankheit die einen teuflischen Kreislauf eröffnen. Oft läuft es so:

Körperliche Schwäche -> Stationärer Krankenhaus Aufenthalt -> Überweisung in ein ZFP und Einstellung mit Psychopharmaka -> Heimkehr und evtl. Besserung.
Setzt keine Besserung ein erhöhen viele Patienten ihre Dosis von sich aus, was dann zu einem s.g. "Wahn" führen kann, was oft im Suizid endet. In vielen Fällen ist nicht die Depression, sondern die Psychopharmaka der Grund für einen Selbstmord.
Das war jetzt die Hardcore Variante, etwas vom Thema abgewichen denn Deisler, da bin ich mir zu 100% sicher hat längst nicht in solchem Maße Depressionen dass er unter starken Psychopharmaka steht.

Sollte er wirklich noch solch akkute Probleme haben dann trifft er eine richtige Entscheidung. Denn der echte Weg aus Depressionen besteht meistens in einer kompletten Umkrempelung des Lebens und dazu gehört auch ein Berufswechsel.

Der Beginn der ganzen Geschichte war wohl diese ominöse Handgeld Sache damals beim Wechsel aus Berlin, als er eben diesen Obulus ja im Endeffekt zurückbezahlte.

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 14:13
von Rael
gerko hat geschrieben:
SchorleBlauWeiss hat geschrieben:Schade! Der Junge hat eigentlich in den wenigen Spielen, die er gemacht hat, immer überzeugt.

Nur hat er halt wirklich einen an der Klatsche
Wer unter Depressionen leidet, hat keine an der Klatsche, sondern ist krank.
Genau! Und wer zudem noch fünf (!) Knie-Operationen hinter sich hat, fällt so eine Entscheidung sicher auch nicht aus einer Laune heraus!

MfG
Rael

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 16:07
von Jules
finde das auch sehr sehr schade!
mir tut er echt leid.
hatte so viel pech mit seinen verletzungen.
wünsche ihm echt alles gute für seine zukunft!!!

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 16:22
von Buddy
Ich finde die Entscheidung in Ordnung, wer so lange Zeit nie über einen längeren Zeitraum richtig gesund war, für den ist es besser er hört auf.

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 20:38
von Überlinger
Das zerbrechliche Wunderkind

Er galt bereits mit 18 als die größte Hoffnung des deutschen Fußballs - und konnte doch fast nie das zeigen, was möglich gewesen wäre. Angesichts seiner Leidensgeschichte war Sebastian Deislers Abschied wohl das Beste, was er tun konnte.

Beinahe wäre Sebastian Deisler Weltmeister geworden. Im Achtelfinale erzielte er den Führungstreffer für die Nationalmannschaft, erst im Halbfinale gegen Brasilien kam das Aus. Es war die Junioren-WM im Spätsommer 1997 in Ägypten, bei der ein torgefährlicher, enorm schneller und technisch brillanter 17-jähriger Rechtsfuß aus dem Nachwuchsteam von Borussia Mönchengladbach erstmals eine breite Öffentlichkeit beeindruckte. Abgesehen von einem zweiten Platz bei der U18-Europameisterschaft 1998 sollte es Deislers größter internationaler Erfolg bleiben.

Gut neun Jahre später, am 25. November 2006, ließ Deisler, inzwischen beim FC Bayern, 36-facher Nationalspieler und mit einer langen Krankeitsgeschichte belastet, die Fans zum letzten Mal staunen. Zur Halbzeit eingewechselt, spielte der 26-Jährige beim Auswärtsspiel in Hamburg ganz groß auf, gab zwei Torvorlagen und sorgte dafür, dass die Bayern einen 0:1-Rückstand noch in einen 2:1-Sieg verwandelten. Die überragende Leistung verblüffte umso mehr, als es erst Deislers zweiter Einsatz in dieser Saison war. Ein Knorpelschaden am Knie hatte ihn zuvor monatelang außer Gefecht gesetzt.

Eine schwere Verletzung, ein Comeback, ein hoffnungsvoller Auftritt mit Zügen von Genialität - des letzte große Spiel von Sebastian Deisler fasst das immer wiederkehrende Muster seiner Karriere perfekt zusammen. Schon als der Gladbacher Neuprofi im Jahr nach der Junioren-WM in der Bundesliga brillierte, stoppte den 18-Jährigen im Oktober 1998 nach kurzer Zeit ein Kreuzbandriss. Als Deisler heute seinen Rücktritt verkündete, sendeten die Nachrichtenagenturen als eine der ersten Reaktionen eine Auflistung seiner Verletzungen.

Eine Aufzählung seiner Titel hätte Deislers Karriere auch nicht widergespiegelt, obwohl er je dreimal deutscher Meister und Pokalsieger wurde. Viel schwerer wiegt, was Deisler hätte erreichen können, wenn sein Körper und seine Psyche mitgespielt hätten. Von seinen DFB-Jugendtrainern wie Rainer Bonhof bis hin zu den konkurrierenden Mitspielern des FC Bayern lobte ihn ziemlich jeder, der ihn etwas länger auf dem Fußballplatz erlebt hatte, als einen der begnadetsten Kicker, die ihnen je untergekommen waren. Der ebenfalls nicht gerade untalentierte Mehmet Scholl gab nach den ersten gemeinsamen Trainingseinheiten bei den Bayern verblüfft zu Protokoll, dass er noch nie einen gesehen habe, "der am Ball so viel draufhat".

Nur zeigen konnte es Deisler allzu selten. Wenn er einmal weitgehend verletzungsfrei blieb wie 2000, dann hatte er das Pech, in einer grottenschlechten Nationalmannschaft spielen zu müssen, die bei der Europameisterschaft in drei jämmerlichen Spielen gerade mal ein Tor erzielte. Dass Deisler selbst in solchen Situationen das Kommando übernommen hätte, was angesichts seiner Fähigkeiten auch schon mit 20 Jahren möglich gewesen wäre, war und blieb undenkbar.

Zum Leitwolf taugte der sensible Profi nie, was sich auf dem Spielfeld auch darin zeigte, dass er selbst bei einer allenfalls durchschnittlichen Mannschaft wie Hertha BSC zumeist auf die rechte Außenbahn abgedrängt wurde. Noch viel weniger gelang es ihm jedoch, seine Position außerhalb des Platzes zu finden. Die Erwartungen an ihn schienen ihn ebenso zu erdrücken wie jene Reporterrudel, die sich bei jedem Pressetermin in Berlin, München oder bei der Nationalmannschaft unweigerlich um seinen Tisch bildeten. Nur kurz, fast scheu blickte Deisler jedem Fragesteller entgegen, der sich an seinen Tisch setzte. Von kaum einem anderen Spieler wollten die Journalisten so gern mehr erfahren, doch kein Spieler wollte so wenig von sich preisgeben wie er.

Dieses Missverhältnis hatte fatale Folgen: In seiner Zeit bei Hertha BSC galt Deisler ungewollt als arrogant und wurde von den eigenen Fans ausgepfiffen. Der Unmut steigerte sich noch, als sein Wechsel zum FC Bayern und die Zahlung eines umstrittenen Handgeldes tagelang in den Zeitungen diskutiert wurden. In einem Interview mit dem Magazin "11 Freunde" bedauerte Deisler, dass er nicht direkt von Mönchengladbach nach München gegangen war: "Dort verteilt sich der Hype auf mehrere Schultern. Ein junger Spieler kann sich dort in Ruhe entwickeln. In Berlin hat sich alles auf mich gestützt. Wobei ich das auf dem Platz ja auch wollte. Aber eben nicht so sehr außerhalb. Mein Problem war, dass ich nach der WM 1998 allein auf weiter Flur war. Die Sehnsucht nach großen deutschen Talenten war so groß, dass sich in dem Moment alles auf mich fokussiert hat."

In München, wo sich drei Boulevardblätter und diverse TV- und Radio-Privatsender auf jede Neuigkeit rund um den FC Bayern stürzen, musste sich Deisler dann aber wegen Depressionen Ende 2003 gar in stationäre Behandlung begeben. Dass die Clubführung, allen voran der allgewaltige Manager Uli Hoeneß, ihn nie in Frage stellte, schien Deisler immerhin zu helfen.

In der Saison 2004/2005 bestritt er trotz eines Rückfalls mit psychischen Problemen 23 Saisonspiele - mehr als 25 schaffte er nie - und überzeugte anschließend beim Konföderationen-Cup, bei dem er in allen fünf Spielen zum Einsatz kam. Für die WM 2006 war er auf der rechten Seite der Nationalmannschaft fest eingeplant, bis die Knorpelabsprengung im rechten Knie im März 2006 alle Träume zunichte machte. Schon 2002 hatte ihn eine ähnliche Verletzung im letzten Vorbereitungsspiel gegen Österreich die Teilnahme an der WM in Japan und Südkorea gekostet. Angesichts seiner Leidensgeschichte ist es geradezu verwunderlich, dass es Deisler überhaupt auf 36 Länderspiele brachte.

Dass der 27-Jährige nun seine Karriere beendete, obwohl er sich vor wenigen Tagen noch zuversichtlich gezeigt hatte, in der Rückrunde durchspielen zu können, zeigt zum einen, wie wenig von seinem Innenleben der Star wider Willen bis heute der Öffentlichkeit preisgeben wollte. Andererseits ist Deislers Schritt ein Hoffnungsschimmer. Statt immer die Angst vor der nächsten Verletzung oder der nächste psychischen Krise zu verspüren, hat sich der oft labil wirkende Fußballer entschlossen, rechtzeitig einen Schlussstrich zu ziehen. Vielleicht gelingt ihm der Sprung in ein neues Leben besser als das alte, in dem er womöglich immer nur das Versprechen auf eine bessere Zukunft geblieben wäre.

Quelle: Spiegel

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 20:42
von gerko
Interview mit Sebastian Deisler

"Erstmal verreisen!"

Im Gespräch verrät Sebastian Deisler seine Gründe, den Verlauf der Entscheidung und seine Pläne für die Zukunft.

„Sebastian Deisler, was hat Sie dazu bewogen, Ihre Karriere als Fußballer zu beenden?“
Sebastian Deisler: „Ich habe nicht mehr das richtige Vertrauen in mein Knie. Es war zuletzt für mich eine Qual. Ich konnte nicht mehr mit der richtigen Freude Fußball spielen, sondern fühlte mich stark behindert.“

„Vor Weihnachten hatten Sie bei Ihren Einsätzen aber nicht den Eindruck hinterlassen, dass es eine Qual für Sie wäre, Fußball zu spielen.“
Deisler: „Ich habe ständig daran gedacht, dass wieder etwas passieren könnte. Ich war nicht mehr völlig frei. Und nur noch ein bisschen mitspielen, wollte ich nicht und macht auch keinen Sinn. Halbe Sachen bringen mir und der Mannschaft nichts.“

„War dies eine kurzfristige Entscheidung?“
Deisler: „Nein, das war keine Entscheidung von heute auf morgen. Die ist schon länger in mir gereift. Schon nach meiner letzten Verletzung habe ich mich gequält und da schon mit dem Gedanken gespielt. Aber da wollte ich es noch einmal wissen.“

„Waren nur die körperlichen Probleme ausschlaggebend?“
Deisler: „Zum großen Teil. Dass es aber auch anderen Dingen lag, liegt auf der Hand.“

„Wie fühlen Sie sich, nachdem sie nun einen Schlussstrich gezogen haben?“
Deisler: „Es ist logisch, dass die Situation nicht einfach für mich ist. Aber ich bin glücklich mit dieser Entscheidung.“

„Wie geht es mit Sebastian Deisler nun weiter?“
Deisler: „Ich werde jetzt erst einmal abschalten und versuchen, in aller Ruhe Abstand zu gewinnen. Ich werde vielleicht verreisen, mich um meine kleine Familie, die die Entscheidung voll mitgetragen hat, kümmern. Und dann gucken wir mal, wie es weitergeht."

sueddeutsche.de

Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 21:21
von Tacheles
Habe Respekt vor dieser Entscheidung !!

Verfasst: Samstag 20. Januar 2007, 05:35
von Marcusch
Das ist schade. Er ist ein sehr guter Fußballer, der mit weniger Verletzungspech absolut den Magier hätte spielen können.