EßZ: Wieder 20 Prozent besser
Verfasst: Montag 17. November 2003, 13:08
Beim 3:1 gegen den SC Pfullendorf zeigen die
Stuttgarter Kickers Kampfgeist und
Abschlussschwäche
Stuttgart - Gut gekämpft, ordentlich gespielt und vor allem gewonnen. Die
Regionalliga-Fußballer der Stuttgarter Kickers haben mit dem 3:1 (1:0)-Sieg
gegen den SC Pfullendorf einen weiteren Schritt aus der Krise getan.
Von Sigor Paesler "Das war totwichtig zum Überleben. Aber das war
uns schon vorher klar", drückte es Kapitän Alexander Malchow dramatisch
aus. Hans Kullen sah schon wesentlich entspannter aus. "Wir mussten zuletzt
einige Entscheidungen treffen, die unverständlich aussahen", sagte der
Präsident, "es ist an der Zeit, zu sagen, dass diese Entscheidungen notwendig
waren." Damit spielte er auf die Entlassung von Trainer Rainer Adrion vor
drei Wochen und den Umstand an, dass der Verein ausgerechnet eine
Woche nach der Beurlaubung von Manager Kahraman Erdin zwei Geldgeber
an Land gezogen und damit die drohende Insolvenz abgewendet hat.
Die Kickers sind noch lange nicht über den Berg. Finanziell nicht und
sportlich auch nicht. Trotz des Sieges steht die Mannschaft immer noch auf
einem Abstiegsplatz. Der Auftritt aber machte Mut. Pfullendorfs Trainer
Günter Rommel, früher bei den "Blauen" tätig, drückte es so aus: "Ich habe
die vergangenen drei Spiele der Kickers gesehen, jedesmal war es eine
Steigerung um 20 Prozent."
Dutt und die Haupttribüne
Kämpferisch hat sich die Mannschaft gesteigert, der Spielaufbau ist
konstruktiver geworden, die Moral stimmt. Ein Beispiel dafür war Stürmer
Mirnes Mesic, der 70 Minuten lang mit einem ausgekugelten Zehen spielte.
Trainer Robin Dutt nahm dies zum Anlass, um sich mit den Zuschauern auf
der Haupttribüne anzulegen, wozu zweifellos Mut gehört: "Ich bitte die
Herren, sich mit Kritik zurückzuhalten, wenn sie keine Ahnung von dem
Spielgeschehen auf dem Platz haben."
Dutt machte bei all dem Positiven jedoch eine entscheidende Ausnahme: "Es
bleibt dabei, die Chancenauswertung ist katastrophal."Allein Eric Obinna
strapazierte die Nerven der Fans mit vier vergebenen Großchancen. Zum
Glück für die Kickers traf Sascha Benda, der wieder in der Abwehrkette
spielte, Sekunden vor dem Pausenpfiff mit einem schönen Freistoß zum 1:0.
Nach dem Wechsel waren die "Blauen" die klar dominierende Mannschaft.
Dass das Spiel "durchaus anders hätte laufen können" (Dutt) lag an der
besagten Abschlussschwäche. Die Pfullendorfer waren zwar harmlos, aber
bei einer 1:0-Führung kann man sich eben nie sicher fühlen.
"Das obligatorische Gegentor"
Der starke Patrick Milchraum sorgte in der 75. Minute schließlich für das
2:0, das auch nötig war, weil der frühere Kickers-Stürmer Alexander Blessin
aus dem Nichts doch noch ein Tor für Pfullendorf kämpfte. Malchow: "Das
oligatorische Gegentor bekommen wir eben immer." A propos obligatorisch:
Am Mittwoch absolvieren die Stuttgarter ein vorgezogenes Spiel bei den
Amateuren des FSV Mainz 05. Und zuletzt gab es nach einem Heimsieg
auch immer eine Auswärtsschlappe.
Stuttgarter Kickers: Köstel - Benda (89. Cast), Barth, Malchow, Stierle -
Braun (81. Steinle), Akcay, Gumper, Milchraum - Obinna, Mesic (77.
Rahmanovic).
SC Pfullendorf: Hermanutz - Konrad, Ortlieb, Rapp, Buck - Schnetzler,
Schumacher (52. Deufel), Hagg, Gmünder (76. Krause) - Backert (63.
Fuchs), Blessin.
Schiedsrichter: Pflaum (Hallstadt).Zuschauer: 2680.
Tore: 1:0 Benda (45.), 2:0 Milchraum (75.), 2:1 Blessin (83.), 3:1
Rahmanovic (89.).
Gelbe Karten: Malchow, Braun, Akcay, Benda / Schumacher, Schnetzler,
Konrad.
Beste Spieler: Milchraum / Hermanutz.
Stuttgarter Kickers Kampfgeist und
Abschlussschwäche
Stuttgart - Gut gekämpft, ordentlich gespielt und vor allem gewonnen. Die
Regionalliga-Fußballer der Stuttgarter Kickers haben mit dem 3:1 (1:0)-Sieg
gegen den SC Pfullendorf einen weiteren Schritt aus der Krise getan.
Von Sigor Paesler "Das war totwichtig zum Überleben. Aber das war
uns schon vorher klar", drückte es Kapitän Alexander Malchow dramatisch
aus. Hans Kullen sah schon wesentlich entspannter aus. "Wir mussten zuletzt
einige Entscheidungen treffen, die unverständlich aussahen", sagte der
Präsident, "es ist an der Zeit, zu sagen, dass diese Entscheidungen notwendig
waren." Damit spielte er auf die Entlassung von Trainer Rainer Adrion vor
drei Wochen und den Umstand an, dass der Verein ausgerechnet eine
Woche nach der Beurlaubung von Manager Kahraman Erdin zwei Geldgeber
an Land gezogen und damit die drohende Insolvenz abgewendet hat.
Die Kickers sind noch lange nicht über den Berg. Finanziell nicht und
sportlich auch nicht. Trotz des Sieges steht die Mannschaft immer noch auf
einem Abstiegsplatz. Der Auftritt aber machte Mut. Pfullendorfs Trainer
Günter Rommel, früher bei den "Blauen" tätig, drückte es so aus: "Ich habe
die vergangenen drei Spiele der Kickers gesehen, jedesmal war es eine
Steigerung um 20 Prozent."
Dutt und die Haupttribüne
Kämpferisch hat sich die Mannschaft gesteigert, der Spielaufbau ist
konstruktiver geworden, die Moral stimmt. Ein Beispiel dafür war Stürmer
Mirnes Mesic, der 70 Minuten lang mit einem ausgekugelten Zehen spielte.
Trainer Robin Dutt nahm dies zum Anlass, um sich mit den Zuschauern auf
der Haupttribüne anzulegen, wozu zweifellos Mut gehört: "Ich bitte die
Herren, sich mit Kritik zurückzuhalten, wenn sie keine Ahnung von dem
Spielgeschehen auf dem Platz haben."
Dutt machte bei all dem Positiven jedoch eine entscheidende Ausnahme: "Es
bleibt dabei, die Chancenauswertung ist katastrophal."Allein Eric Obinna
strapazierte die Nerven der Fans mit vier vergebenen Großchancen. Zum
Glück für die Kickers traf Sascha Benda, der wieder in der Abwehrkette
spielte, Sekunden vor dem Pausenpfiff mit einem schönen Freistoß zum 1:0.
Nach dem Wechsel waren die "Blauen" die klar dominierende Mannschaft.
Dass das Spiel "durchaus anders hätte laufen können" (Dutt) lag an der
besagten Abschlussschwäche. Die Pfullendorfer waren zwar harmlos, aber
bei einer 1:0-Führung kann man sich eben nie sicher fühlen.
"Das obligatorische Gegentor"
Der starke Patrick Milchraum sorgte in der 75. Minute schließlich für das
2:0, das auch nötig war, weil der frühere Kickers-Stürmer Alexander Blessin
aus dem Nichts doch noch ein Tor für Pfullendorf kämpfte. Malchow: "Das
oligatorische Gegentor bekommen wir eben immer." A propos obligatorisch:
Am Mittwoch absolvieren die Stuttgarter ein vorgezogenes Spiel bei den
Amateuren des FSV Mainz 05. Und zuletzt gab es nach einem Heimsieg
auch immer eine Auswärtsschlappe.
Stuttgarter Kickers: Köstel - Benda (89. Cast), Barth, Malchow, Stierle -
Braun (81. Steinle), Akcay, Gumper, Milchraum - Obinna, Mesic (77.
Rahmanovic).
SC Pfullendorf: Hermanutz - Konrad, Ortlieb, Rapp, Buck - Schnetzler,
Schumacher (52. Deufel), Hagg, Gmünder (76. Krause) - Backert (63.
Fuchs), Blessin.
Schiedsrichter: Pflaum (Hallstadt).Zuschauer: 2680.
Tore: 1:0 Benda (45.), 2:0 Milchraum (75.), 2:1 Blessin (83.), 3:1
Rahmanovic (89.).
Gelbe Karten: Malchow, Braun, Akcay, Benda / Schumacher, Schnetzler,
Konrad.
Beste Spieler: Milchraum / Hermanutz.