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Verschärftes Titelrennen in der Oberliga

Verfasst: Dienstag 20. Februar 2007, 08:15
von McVillager
Ein Dreikampf mit ungewissen Folgen

Die Einführung der eingleisigen dritten Liga von der Saison 2008/09 an verschärft das Titelrennen in der Fußball-Oberliga

STUTTGART. Zum Ende der Winterpause in der Fußball-Oberliga machen sich Sandhausen, Ulm und Heidenheim berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg. Der Meister darf vom Profitum träumen, den Unterlegenen droht dagegen sogar die Fünftklassigkeit.

Von Benjamin Schieler

Der Herbstmeister hatte es sich so schön ausgemalt. Eine Woche vor dem offiziellen Wiederbeginn der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg nach der Winterpause empfing der SV Sandhausen in einem vorgezogenen Spiel den VfR Mannheim. Doch aus dem erhofften Sieg und dem freundlichen Gruß an die Konkurrenz wurde nichts. Nach Toren von Christian Beisel (Sandhausen) und Viktor Göhring endete das Rhein-Neckar-Derby 1:1 - eine gefühlte Niederlage für den Sandhausener Aufstiegsaspiranten und zusätzliche Motivation für die beiden Kontrahenten. "Mit diesem Unentschieden war sicherlich nicht zu rechnen", zeigte sich auch Heidenheims Trainer Dieter Märkle überrascht.

Die Meisterschaft in der Fußball-Oberliga, sie wird sich in dieser Saison mit hoher Wahrscheinlichkeit zwischen den momentan drei Spitzenteams entscheiden. Der TSV Crailsheim als Tabellenvierter hinkt bereits zu weit hinterher. Das Rennen um den Regionalligaaufstieg verspricht Hochspannung, nicht nur wegen der Ausgangslage. Beim SV Sandhausen (43 Punkte, 19 Spiele), dem SSV Ulm 1846 (41 Punkte, 18 Spiele) und dem Heidenheimer SB (40 Punkte, 18 Spiele) träumen sie bereits vom Profifußball.

Möglich macht dies eine Entscheidung des außerordentlichen Bundestags des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im September 2006. Die Delegierten beschlossen die Einführung einer neuen eingleisigen dritten Liga von der Saison 2008/2009 an. Wer sich für die neue Profiliga qualifizieren will, muss in der nächsten Regionalligarunde mindestens Zehnter werden. "Wenn wir jetzt Meister werden, haben wir anschließend die Riesenchance, bald im Profibereich zu sein", sagt der Sandhausener Spielleiter Tobias Gebert.

Umgekehrt bedeutet die Reform des DFB allerdings auch eine deutliche Abwertung der bisherigen Oberliga. Diese wird bald nur noch die fünfthöchste deutsche Spielklasse sein, da unter der neu eingeführten dritten Liga eine dreigeteilte Regionalliga installiert wird. Das bedeutet konkret: wer in dieser Saison den Aufstieg verpasst, muss in der nächsten Saison mindestens Vierter in der Oberliga Baden-Württemberg werden, um sich dann überhaupt für die neue Regionalliga zu qualifizieren. "Das dürfte unheimlich schwer werden", befürchtet Gebert, der damit rechnet, dass es in der nächsten Saison zu einem Wettrüsten unter den ambitionierten Klubs kommt. Sein Trainer Gerd Dais gibt sich da schon selbstbewusster: "Wir wären auch für den Fall des Scheiterns gewappnet", sagt er. "Da können die anderen aufrüsten, wie sie wollen. Wir fürchten uns vor keiner Mannschaft."

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, hat sich der SV Sandhausen bereits in der Winterpause verstärkt. Vom Karlsruher SC II kamen Tilman Sieverling und Christian Essig, Emmanuel Akwuegbu stand zuletzt bei den Stuttgarter Kickers unter Vertrag. Mit den drei Neuen glauben die Sandhausener die Verletzung einiger Leistungsträger kompensiert, darunter Daniel Ruf. Der mit zehn Treffern zweitbeste Klubtorschütze fällt wegen eines Kreuzbandrisses lange aus.

Doch auch der SSV Ulm 1846, der am Wochenende im letzten Härtetest den Regionalligisten FK Pirmasens mit 2:1 besiegte, hat seinen Kader aufgestockt: mit André Thomas (Hertha BSC Berlin II), Laurent Guthleber (Fortuna Düsseldorf) und Stevo Malinovic (Radnicki Stobex/Bosnien). Für Letzteren fehlte bis zuletzt jedoch noch eine Aufenthaltserlaubnis. Im Trainingslager im türkischen Side wurde zudem der Vertrag mit dem Trainer Marcus Sorg bis 2010 verlängert. "Das spricht für eine gewisse Wertschätzung. Das Vertrauen will ich mit dem Aufstieg rechtfertigen", sagt der Fußballlehrer. Unter Druck, so betonen sowohl die Sandhausener als auch die Ulmer, fühlt sich trotz der namhaften Neuzugänge aber keiner. "Wir sind nicht in unserer Existenz bedroht, wenn wir es nicht schaffen", sagt der Ulmer Geschäftsführer Reinhold Eberhard. Der Aufstieg sei keine unbedingte Pflicht.

Das gilt auch und erst recht für den Heidenheimer SB. Im Gegensatz zu den Konkurrenten hat sich bei den Heidenheimern in der Winterpause personell wenig getan, die Verantwortlichen strahlen Ruhe aus. "Wir sind in der Vorrunde so kompakt und homogen aufgetreten, dass wir keinen Grund gesehen haben, unseren Spielern nicht weiter das Vertrauen zu schenken", sagt Dieter Märkle. Tatsächlich hat seine Mannschaft nicht nur die Abwehr mit den wenigsten Gegentoren in der Liga, sondern auch im direkten Vergleich die Nase vorn. Sowohl gegen Sandhausen (3:0) als auch gegen Ulm (3:1) gewann der Klub von der Ostalb in der Vorrunde. Dass Heidenheim trotzdem nur Dritter ist, liegt an Ausrutschern gegen vermeintlich schwächere Teams. Aber so einen hat der SV Sandhausen ja gerade auch hinter sich.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/p ... hp/1363499

Verfasst: Dienstag 20. Februar 2007, 15:01
von stoitschkov
ich würde den Heidenheimern den Aufstieg gönnen, da wird seit Jahren gut gearbeitet. Ich habe sie diese Saison 3 mal gesehen und bin überzeugt dass sie auch in der Regionalliga mithalten können. Abwehrstark, sehr kompakt, spielen schnell nach vorne, sehr gefährlich bei Standardsituationen.
Allerdings wurde in dem Artikel Crailsheim vergessen, die sind nominell bärenstark aufgestellt und haben den Aufstieg trotz gehörigem Punkterückstand noch nicht abgehakt.
Dürfte bis zum Schluss ein spannendes Rennen werden, bin auch sehr gespannt wie sich unsere 2te schlägt.

Verfasst: Dienstag 20. Februar 2007, 18:36
von bookerty
ich muss ehrlich sagen ich würde die ulmer gern wieder in der regionalliga sehen. auch wenn wir mit denen wie sich beim pokalfinale in kirhcheim wieder gezeigt hat nicht das beste verhältnis haben. aber ein heimspiel gegen ulm mit reichlich gästefans und einer auswärtsfahrt ins donaustadion (im fall wir nicht aufsteigen) das klingt viel interessanter als ins kaff nach sandhausen zu fahren.

Verfasst: Mittwoch 21. Februar 2007, 22:08
von Ford K
Sandhausen hat jetzt aber den Emma verpflichtet und der wird sie wahrscheinlich nach oben schießen...