Dutt im Dialog, Teil XXXI
Verfasst: Mittwoch 7. März 2007, 18:32
1. Herr Dutt, fangen wir mit dem Wichtigsten an: Wie sieht es um Ihre Zukunft bei den Kickers aus? Machen die Veränderungen im Präsidium einen Unterschied für Ihre Entscheidung?
Meine Zukunft wird sich im Laufe dieses Monates entscheiden. Für mich ist es an dieser Stelle wichtig festzustellen, dass es in keinster Weise so ist, dass ich die ganzen Monate auf Zeit gespielt oder gar gepokert habe. In der vergangenen Woche am Dienstag, habe ich von Seiten des Vereines erst ein Vertagsangebot bekommen. Davor gab es, selbst wenn ich es gewollt hätte, überhaupt keine Grundlage, um eine Entscheidung überhaupt treffen zu können.
Das Angebot war sehr fair. Jetzt gilt es aus meiner Sicht nur eine Entscheidung im Hinblick auf meine berufliche Perspektive und Zukunft aus sportlicher Sicht zu treffen. So wie es Millionen andere Arbeitnehmer auch tun, wenn Sie berufliche Alternativen haben.
Wer glaubt, daß mein Einsatz bisher oder bei einer evtl. negativen Entscheidung im Hinblick auf die Kickers leidet oder nachlässt, der kann mich nicht wirklich gut kennen.
Es gibt keinen Grund für mich, mich nicht voll reinzuhängen, aber viele Gründe noch mehr aus mir rauszuholen:
1. Meine Spieler erwarten dies zu Recht von mir.
2. Den Kickers möchte ich in positiver Erinnerung bleiben.
3. Ein evtl. neuer Verein will einen erfolgreichen Trainer.
4. Ich indentifiziere mich zu 100% mit den "Blauen".
5. Es ist eine Frage des Charakters.
P.S.: Vielen Dank für die vielen Schreiben und persönlichen Bitten mit dem
Wunsch, dass ich unbedingt bleiben soll. Dies hat mich sehr berührt und macht eine Entscheidung aus emotionaler Sicht gegen die Kickers sehr schwer. Jedoch werde ich mich zwingen eine sachliche Entscheidung zu treffen und die ist noch offen.
Die Veränderungen im Präsidium haben keinen Einfluss auf meine
Entscheidung.
2. Wie beurteilen Sie generell die Änderungen im Präsidium?
Ich bin Angestellter des Vereines und nicht einzelner Personen, daher
beurteile ich sie gar nicht.
An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich dem bisherigen Präsidenten
viel zu verdanken habe und ich mir einen würdigen Abschied für ihn wünsche, gleichzeitig aber auch dem neuen Präsidium gegenüber überhaupt keine Vorbehalte habe und glaube, dass auch mit diesen Personen eine gute Arbeit möglich ist.
3. Zum Sportlichen: Man kann im Spiel der Blauen fast keine Abläufe mehr
erkennen und hat oft das Gefühl, dass vieles (oder fast alles) Zufallsprodukt ist. Die Bälle werden oft ziemlich planlos nach vorne geschlagen. Warum ist nichts mehr von den tollen Spielzügen und dem tollen Zusammenspiel vom Anfang der Hinrunde zu erkennen?
Dieser Feststellung kann ich im Rückblick auf die letzten zwei Spiele nicht widersprechen. Dies aber als klare Tendenz zu sehen, wäre falsch. Nach unserem langen Tief im Herbst haben wir mit einem guten Spiel in Hoffenheim auch die Kurve wieder bekommen und drei der letzten vier Spiele vor der Winterpause gewonnen. Immerhin fehlen derzeit mit Mesic, Parmak und Akcay drei Stammspieler die vor der Winterpause noch gespielt haben.
4. Gleiches gilt fürs Kämpferische: Seit dem Erfolg gegen den HSV hat die Mannschaft immer wieder den nötigen Einsatz und den absoluten Willen zu gewinnen vermissen lassen, die ersten Spiele haben wir zum Großteil durch diese Eigenschaften gewonnen. Muss man sich als Trainer da nicht die Frage stellen, was man da besser machen kann, zumal das Problem bis heute nicht komplett gelöst scheint.
Diese Aussage ist viel zu pauschal und in der Summe ihrer Tragweite auch nicht sachlich. In der Mehrheit der Spiele hat die Mehrheit der Spieler immer versucht alles zu geben. In einem Mannschaftssport gibt es auch immer den ein oder anderen den man auch mal aufwecken muss. Das haben wir dann spätestens in der Halbzeit getan. Sowohl gegen den VFB II und gegen Ingolstadt war das kämpferische in der 2. Halbzeit nicht das Problem. Was man besser machen kann. ist Bestandteil meiner ständigen Analyse bezüglich meiner eigenen Person.
5. Liefern Aussagen wie "Solange die Mannschaft auf Platz vier steht, kann man unmöglich von einer Enttäuschung sprechen" der Mannschaft nicht ein perfektes Alibi für die nach dem hervorragenden Start spärlich gewordenen erfolgreichen Auftritte? Außerdem schwächelt ja auch die Konkurrenz um den Aufstieg!
Diese Aussage mache ich deswegen um diejenigen mal zum Nachdenken zu bewegen, die so tun als wenn sich im Laufe dieser Saison nichts verändert hat, dass den sportlichen Erfolg beinträchtigen kann. Dinge die aus sportlicher Sicht nicht zu beinflussen waren. Für diejenigen die nicht anerkennen wollen, dass wir mit weniger Mitteln viele zahlungskräftigere Konkurrenten bisher hinter uns gelassen haben. Nicht nur mit einem guten Start sondern auch mit guten Ergebnissen vor der Winterpause. Um die Mannschaft mache ich mir gar keine Sorgen, weil sie nicht die Mentalität hat, nach irgendwelchen Alibis zu suchen, sondern gewillt ist, jede Woche Leistung zu bringen.
6. Wie würden Sie die aktuelle Stimmung in der Mannschaft beschreiben? Bei den Fans ist deutlicher Unmut zu spüren. Hat sich das aufs Team übertragen?
Obwohl wir die beste Saison seit dem Abstieg aus der 2. Liga spielen, stehen wir stark in der Kritik. Die Ergebnisse vor der Winterpause werden von niemandem erwähnt. Die Serie von Hoffenheim von 19 Spielen mit nur einer Niederlage nicht respektiert. Mein Fehler war, dem Druck nachgegeben zu haben und in der Euphoriephase weg vom Understatement hin zur aggressiven Formulierung gegangen zu sein. Vor der Saison wären wir mit der aktuellen Platzierung nicht annähernd so unzufrieden gewesen wie jetzt. Die Mannschaft lässt sich aber von diesem Unmut nicht anstecken. Schöner wäre natürlich schon, wenn die ganzen Schulterklopfer vom Herbst einem jetzt nicht verbal in die Magengegend schlagen würden.
7. Wie Fit sind Sökler, Akcay und Parmak? Sind Sie in Darmstadt wieder mit dabei?
Sökler ist hat sich nach seiner OP im Laufe der Vorbereitung wieder nahe an die Stammelf herangekämpft. Die anderen beiden haben diese woche mit dem Training begonnen.
8. Mit welchem Ziel fahren wir nach Darmstadt? Wie würden Sie es den Fans schmackhaft machen mitzufahren?
Mit dem Ziel 3 Punkte zu holen. Was auch sonst? Schmackhaft würde ich es machen, indem ich vermitteln möchte, daß diejenigen die mit zum Auswärtssieg nach Darmstadt fahren und uns unterstützen, von sich behaupten können, echte Fans mit einer Eigenmotivation zu sein und nicht auch noch irgendwelche schmackhaften Äusserungen vom Trainer oder sonst wem brauchen.
9. War Sean Dundee ein Wunschspieler? Wie sehen Sie seine Rolle in der
Mannschaft und auch im Zusammenspiel mit seinem Sturmpartner Vaccaro? Wie sind Sie mit den bisherigen Auftritten zufrieden?
Wir haben gemeinsam entschieden, Sean zu holen. In den letzten beiden Spielen hat die Mannschaft schlecht gespielt. Eine öffentliche Einzelkritik meinerseits wird es nicht geben. Er hat Qualitäten, die uns gefehlt haben. Wir hoffen, dass er sie hoffentlich oft für uns einsetzen kann. Von einem Sturmpartner möchte ich nicht sprechen weil wir insgesamt vier mit Tucci sogar fünf Stürmer haben, die je nach Gegner und Situation wechselweise zusammen im Sturm spielen können.
10. Wo sehen Sie nach fast 4 Jahren Kickers den Verein in der mittelfristigen Zukunft? Wäre ein Modell "Ausbildungsverein" mit verstärktem Augenmerk (auch finanziell) auf den Jugendbereich denkbar, oder ist es unrealistisch zu glauben, dass ein Drittligist sich auf Dauer mit Eigenbauspielern halten kann?
"Ausbildungsverein" würde ich mit dem Zusatz leistungsorientiert, also "leistungsorientierter Ausbildungsverein" in Ordnung finden. Einen gewissen Anteil an Qualitätspielern extern zu verpflichten würde die Ausbildung und die leitungsorientierten Ziele fördern. Ausbildung kostet aber auch, wie richtig angemerkt, Geld. Mit dem jetzigen Etat wird es dauerhaft schwierig werden.
11. Stimmt es, dass sie es den A-Junioren der Kickers verweigern, ihre
Heimspiele in Degerloch auszutragen, mit der Begründung, es sei nicht gut, wenn die A-Junioren in einer höheren Liga als die erste Mannschaft spielen?
Es ist richtig, daß Platz 1 im Trainingsgelände nicht für Spiele zur Verfügung steht. Grund dafür ist, dass der Platz spätestens Anfang Herbst je nach Belastung und Witterung in einem sehr schlechten Zustand ist. Vor dem Ingolstadtspiel konnte beispielsweise die Profimannschaft nur auf dem
Kunstrasen trainieren. Es kann sich gerne jeder ein Bild von diesem Platz
machen, in dem er ihn nach einem Training begutachtet. Der Platz an der
Festwiese ist in einem wesentlich besseren Zustand. Unsere Amateurmannschaft erzielt in einer sehr schweren Oberliga hervorragende Ergebnisse bei gleichen Bedingungen.
Die Begründung die angeführt wird, die von mir stammen soll, ist eine glatte Lüge.
Was ich gesagt habe, ist, dass ich glaube, dass mit der Namensgebung Bundesliga der ein oder andere 18jährige meint, bereits Bundesliga im Sinne der Profis zu spielen. Tatsächlich ist bis auf die Ausnahmetalente ein Sprung in unsere Oberligamanschaft schon eine große Herausforderung.
Meine Zukunft wird sich im Laufe dieses Monates entscheiden. Für mich ist es an dieser Stelle wichtig festzustellen, dass es in keinster Weise so ist, dass ich die ganzen Monate auf Zeit gespielt oder gar gepokert habe. In der vergangenen Woche am Dienstag, habe ich von Seiten des Vereines erst ein Vertagsangebot bekommen. Davor gab es, selbst wenn ich es gewollt hätte, überhaupt keine Grundlage, um eine Entscheidung überhaupt treffen zu können.
Das Angebot war sehr fair. Jetzt gilt es aus meiner Sicht nur eine Entscheidung im Hinblick auf meine berufliche Perspektive und Zukunft aus sportlicher Sicht zu treffen. So wie es Millionen andere Arbeitnehmer auch tun, wenn Sie berufliche Alternativen haben.
Wer glaubt, daß mein Einsatz bisher oder bei einer evtl. negativen Entscheidung im Hinblick auf die Kickers leidet oder nachlässt, der kann mich nicht wirklich gut kennen.
Es gibt keinen Grund für mich, mich nicht voll reinzuhängen, aber viele Gründe noch mehr aus mir rauszuholen:
1. Meine Spieler erwarten dies zu Recht von mir.
2. Den Kickers möchte ich in positiver Erinnerung bleiben.
3. Ein evtl. neuer Verein will einen erfolgreichen Trainer.
4. Ich indentifiziere mich zu 100% mit den "Blauen".
5. Es ist eine Frage des Charakters.
P.S.: Vielen Dank für die vielen Schreiben und persönlichen Bitten mit dem
Wunsch, dass ich unbedingt bleiben soll. Dies hat mich sehr berührt und macht eine Entscheidung aus emotionaler Sicht gegen die Kickers sehr schwer. Jedoch werde ich mich zwingen eine sachliche Entscheidung zu treffen und die ist noch offen.
Die Veränderungen im Präsidium haben keinen Einfluss auf meine
Entscheidung.
2. Wie beurteilen Sie generell die Änderungen im Präsidium?
Ich bin Angestellter des Vereines und nicht einzelner Personen, daher
beurteile ich sie gar nicht.
An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich dem bisherigen Präsidenten
viel zu verdanken habe und ich mir einen würdigen Abschied für ihn wünsche, gleichzeitig aber auch dem neuen Präsidium gegenüber überhaupt keine Vorbehalte habe und glaube, dass auch mit diesen Personen eine gute Arbeit möglich ist.
3. Zum Sportlichen: Man kann im Spiel der Blauen fast keine Abläufe mehr
erkennen und hat oft das Gefühl, dass vieles (oder fast alles) Zufallsprodukt ist. Die Bälle werden oft ziemlich planlos nach vorne geschlagen. Warum ist nichts mehr von den tollen Spielzügen und dem tollen Zusammenspiel vom Anfang der Hinrunde zu erkennen?
Dieser Feststellung kann ich im Rückblick auf die letzten zwei Spiele nicht widersprechen. Dies aber als klare Tendenz zu sehen, wäre falsch. Nach unserem langen Tief im Herbst haben wir mit einem guten Spiel in Hoffenheim auch die Kurve wieder bekommen und drei der letzten vier Spiele vor der Winterpause gewonnen. Immerhin fehlen derzeit mit Mesic, Parmak und Akcay drei Stammspieler die vor der Winterpause noch gespielt haben.
4. Gleiches gilt fürs Kämpferische: Seit dem Erfolg gegen den HSV hat die Mannschaft immer wieder den nötigen Einsatz und den absoluten Willen zu gewinnen vermissen lassen, die ersten Spiele haben wir zum Großteil durch diese Eigenschaften gewonnen. Muss man sich als Trainer da nicht die Frage stellen, was man da besser machen kann, zumal das Problem bis heute nicht komplett gelöst scheint.
Diese Aussage ist viel zu pauschal und in der Summe ihrer Tragweite auch nicht sachlich. In der Mehrheit der Spiele hat die Mehrheit der Spieler immer versucht alles zu geben. In einem Mannschaftssport gibt es auch immer den ein oder anderen den man auch mal aufwecken muss. Das haben wir dann spätestens in der Halbzeit getan. Sowohl gegen den VFB II und gegen Ingolstadt war das kämpferische in der 2. Halbzeit nicht das Problem. Was man besser machen kann. ist Bestandteil meiner ständigen Analyse bezüglich meiner eigenen Person.
5. Liefern Aussagen wie "Solange die Mannschaft auf Platz vier steht, kann man unmöglich von einer Enttäuschung sprechen" der Mannschaft nicht ein perfektes Alibi für die nach dem hervorragenden Start spärlich gewordenen erfolgreichen Auftritte? Außerdem schwächelt ja auch die Konkurrenz um den Aufstieg!
Diese Aussage mache ich deswegen um diejenigen mal zum Nachdenken zu bewegen, die so tun als wenn sich im Laufe dieser Saison nichts verändert hat, dass den sportlichen Erfolg beinträchtigen kann. Dinge die aus sportlicher Sicht nicht zu beinflussen waren. Für diejenigen die nicht anerkennen wollen, dass wir mit weniger Mitteln viele zahlungskräftigere Konkurrenten bisher hinter uns gelassen haben. Nicht nur mit einem guten Start sondern auch mit guten Ergebnissen vor der Winterpause. Um die Mannschaft mache ich mir gar keine Sorgen, weil sie nicht die Mentalität hat, nach irgendwelchen Alibis zu suchen, sondern gewillt ist, jede Woche Leistung zu bringen.
6. Wie würden Sie die aktuelle Stimmung in der Mannschaft beschreiben? Bei den Fans ist deutlicher Unmut zu spüren. Hat sich das aufs Team übertragen?
Obwohl wir die beste Saison seit dem Abstieg aus der 2. Liga spielen, stehen wir stark in der Kritik. Die Ergebnisse vor der Winterpause werden von niemandem erwähnt. Die Serie von Hoffenheim von 19 Spielen mit nur einer Niederlage nicht respektiert. Mein Fehler war, dem Druck nachgegeben zu haben und in der Euphoriephase weg vom Understatement hin zur aggressiven Formulierung gegangen zu sein. Vor der Saison wären wir mit der aktuellen Platzierung nicht annähernd so unzufrieden gewesen wie jetzt. Die Mannschaft lässt sich aber von diesem Unmut nicht anstecken. Schöner wäre natürlich schon, wenn die ganzen Schulterklopfer vom Herbst einem jetzt nicht verbal in die Magengegend schlagen würden.
7. Wie Fit sind Sökler, Akcay und Parmak? Sind Sie in Darmstadt wieder mit dabei?
Sökler ist hat sich nach seiner OP im Laufe der Vorbereitung wieder nahe an die Stammelf herangekämpft. Die anderen beiden haben diese woche mit dem Training begonnen.
8. Mit welchem Ziel fahren wir nach Darmstadt? Wie würden Sie es den Fans schmackhaft machen mitzufahren?
Mit dem Ziel 3 Punkte zu holen. Was auch sonst? Schmackhaft würde ich es machen, indem ich vermitteln möchte, daß diejenigen die mit zum Auswärtssieg nach Darmstadt fahren und uns unterstützen, von sich behaupten können, echte Fans mit einer Eigenmotivation zu sein und nicht auch noch irgendwelche schmackhaften Äusserungen vom Trainer oder sonst wem brauchen.
9. War Sean Dundee ein Wunschspieler? Wie sehen Sie seine Rolle in der
Mannschaft und auch im Zusammenspiel mit seinem Sturmpartner Vaccaro? Wie sind Sie mit den bisherigen Auftritten zufrieden?
Wir haben gemeinsam entschieden, Sean zu holen. In den letzten beiden Spielen hat die Mannschaft schlecht gespielt. Eine öffentliche Einzelkritik meinerseits wird es nicht geben. Er hat Qualitäten, die uns gefehlt haben. Wir hoffen, dass er sie hoffentlich oft für uns einsetzen kann. Von einem Sturmpartner möchte ich nicht sprechen weil wir insgesamt vier mit Tucci sogar fünf Stürmer haben, die je nach Gegner und Situation wechselweise zusammen im Sturm spielen können.
10. Wo sehen Sie nach fast 4 Jahren Kickers den Verein in der mittelfristigen Zukunft? Wäre ein Modell "Ausbildungsverein" mit verstärktem Augenmerk (auch finanziell) auf den Jugendbereich denkbar, oder ist es unrealistisch zu glauben, dass ein Drittligist sich auf Dauer mit Eigenbauspielern halten kann?
"Ausbildungsverein" würde ich mit dem Zusatz leistungsorientiert, also "leistungsorientierter Ausbildungsverein" in Ordnung finden. Einen gewissen Anteil an Qualitätspielern extern zu verpflichten würde die Ausbildung und die leitungsorientierten Ziele fördern. Ausbildung kostet aber auch, wie richtig angemerkt, Geld. Mit dem jetzigen Etat wird es dauerhaft schwierig werden.
11. Stimmt es, dass sie es den A-Junioren der Kickers verweigern, ihre
Heimspiele in Degerloch auszutragen, mit der Begründung, es sei nicht gut, wenn die A-Junioren in einer höheren Liga als die erste Mannschaft spielen?
Es ist richtig, daß Platz 1 im Trainingsgelände nicht für Spiele zur Verfügung steht. Grund dafür ist, dass der Platz spätestens Anfang Herbst je nach Belastung und Witterung in einem sehr schlechten Zustand ist. Vor dem Ingolstadtspiel konnte beispielsweise die Profimannschaft nur auf dem
Kunstrasen trainieren. Es kann sich gerne jeder ein Bild von diesem Platz
machen, in dem er ihn nach einem Training begutachtet. Der Platz an der
Festwiese ist in einem wesentlich besseren Zustand. Unsere Amateurmannschaft erzielt in einer sehr schweren Oberliga hervorragende Ergebnisse bei gleichen Bedingungen.
Die Begründung die angeführt wird, die von mir stammen soll, ist eine glatte Lüge.
Was ich gesagt habe, ist, dass ich glaube, dass mit der Namensgebung Bundesliga der ein oder andere 18jährige meint, bereits Bundesliga im Sinne der Profis zu spielen. Tatsächlich ist bis auf die Ausnahmetalente ein Sprung in unsere Oberligamanschaft schon eine große Herausforderung.