Jan Ullrich droht Freiheitsstrafe
Verfasst: Mittwoch 4. April 2007, 14:46
Friedrich Apostel, der ermittelnde Staatsanwalt im Fall des unter Dopingverdachts stehenden Ex-Radprofis Jan Ullrich, hat die Manipulations-Vorwürfe von Jan Ullrichs Anwälten gekontert. Ullrich stürzt immer tiefer, ihm droht eine Freiheitsstrafe. Doping-Jäger Franke sagt: "Die Blutfunde reichen für eine Anklageerhebung aus."In einem Interview mit dem Nachrichtensender N24 sagte Apostel zur Unterstellung, die Jan Ullrich zugeordneten Blutproben seien womöglich manipuliert und stellten keinen Dopingbeweis dar: "Zu sagen, dass damit gar nichts bewiesen wird, ist das gute Recht der Verteidigung. Aber es ist das gute Recht der Staatsanwaltschaft, das vielleicht etwas anders zu sehen."
Am Dienstag war bekannt geworden, dass neun beim spanischen Arzt Eufemiano Fuentes gefundene Blutkonserven mit einem von Jan Ullrich abgegebenen DNA-Test übereinstimmen. Die Blutkonserven konnten eindeutig dem 33-Jährigen zugeordnet werden. "Es gibt keine Anhaltspunkte für Manipulation", so Friedrich Apostel.
Ullrichs Blutbeutel waren gekennzeichnet
Apostel weiter: "Wir haben die neun Blutbeutel von Jan Ullrich gefunden. Es waren nicht nur diese neun Blutbeutel. Von jeder Menge anderen Sportlern lagerten dort auch noch Blutbeutel. Diese Blutbeutel waren besonders gekennzeichnet. Die spanischen Ermittler haben auf Grund weiterer Erkenntnisse diese Kennzeichnung auf den Beuteln Herrn Ullrich zugeordnet. Es liegen also durchaus noch andere Erkenntnisse dort in den spanischen Ermittlungsakten, durch die dann auf Herrn Ullrich geschlossen wurde. Es stand nur nicht fest, ob dieser Schluss stimmte, den die spanische Ermittlungsbehörden gezogen haben. Das haben wir jetzt überprüft. Wir werden natürlich auch noch überprüfen müssen, ob die Tatsachen, die dahinter stehen, alle bei uns hier in Deutschland tragfähig sind."
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Der Fund beweise erst einmal, so Staatsanwalt Apostel, dass Blutbeutel von Jan Ullrich bei Herrn Fuentes gelagert waren. Ullrich hatte indes immer behauptet, er habe nie Kontakt mit dem Arzt aus Madrid gehabt.
Apostel: "Das lässt weitere Schlüsse zu, die wir im Rahmen der Ermittlungen dann weiter ziehen müssen. Wir haben ja nicht die ganzen letzten sechs Monate nur hier gesessen und nichts getan, sondern auch ermittelt. Wir werden die ganzen Ermitlungen zusammenführen. Die Tatsache, dass das Blut von Herrn Ullrich stammt, ist sicherlich ein wesentlicher Punkt im Rahmen unserer Ermittlungen.
Gesetz sieht für Betrug Geld- oder Freiheitsstrafe vor
Zu einem möglichen Strafmaß sagte Apostel bei N24: "Für Betrug, der hier in Rede steht - das ist der Verdacht, der geprüft wird - sieht das Gesetz Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis fünf Jahren vor."
Der Staatsanwalt wollte sich nicht auf einen Termin einer möglichen Anklage gegen den ehemaligen Kapitän des T- Mobile-Teams festlegen. Er habe "die große Hoffnung", das Verfahren vor Ende des Jahres abzuschließen. Aber es gebe vergleichbare Fälle, die dauerten zwei Jahre.
Ob ein mögliches Geständnis von Jan Ullrich einen jetzt wahrscheinlicher gewordenen Strafprozess verhindern könnte, wollte der Staatsanwalt nicht sagen: "Das würden wir mit den Anwälten regeln." Es hätten vor dem Bekanntwerden der Identität der Blutbeutel mit den Code-Namen "Jan", "Nummer 1" und "Rudis Sohn" Gespräche mit den Ullrich-Vertretern "zur Erledigung des Verfahrens" gegeben. Ob es dabei auch konkrete Angebote gab, gegen Zahlung einer Summe die Ermittlungen einzustellen, bestätigte Apostel nicht.
Franke: Das Volk wird von Ullrich-Theorien verscheißert
Doping-Experte Prof. Dr. Werner Wilhelm Franke, Zellbiologe am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, hält die Dopingvorwürfe gegen den Ex-Radprofi Jan Ullrich für erwiesen. Franke zu N24: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand viereinhalb Liter Blut in Konserven anlegen lässt nur aus Jux und Tollerei. Es wird ja langsam albern, wie das Volk landauf, landab mit irgendwelchen seltsamen Theorien verscheißert wird. Es ist ganz klar, was da ist. Es ist Blut gespeichert worden wie bei anderen Radsportlern auch. Dieses war vorbereitet worden, um es an Etappenorten zu reinfundieren. Und das reicht wohl für die Anklageerhebung aus."
Unterdessen beharren die Anwälte von Jan Ullrich weiter auf ihren Darstellungen, ihr Mandant sei unschuldig in den Fall geraten. Sie ergehen sich in juristischen Formulierungen. Peter-Michael Diestel, einer der Verteidiger von Jan Ullrich, sieht seinen Mandanten durch die Ergebnisse des jüngsten DNA-Abgleichs nicht belastet.
Dass die beim spanischen Dopingarzt Fuentes sichergestellten Blutproben Jan Ullrich zugeordnet werden können, sei kein Doping-Beweis. Diestel: "Vorausgesetzt, dass alles das stimmt, was jetzt ermittelt wurde, das heißt, dass in Spanien Blut unseres Mandanten gefunden wurde, heißt das doch noch lange nicht Doping."
Ullrich-Anwalt: "Von mir kursiert auch Blut"
Dann verwies Diestel auf ein persönlichen Fall: "Von mir kursiert auch Blut. Ich habe einen Arzt in Rostock, ich habe einen Arzt in Berlin, ich habe einen Arzt in wer weiß wo. Das heißt doch noch lange nicht, dass mit dem Blut manipuliert wurde, dass es für Dopingzwecke und so weiter verwendet wurde. Der Weg bis zum Betrug ist sehr, sehr weit. Es muss jetzt geprüft werden, welches Blut das ist, wie es dort hinkam, mit welchen Methoden ermittelt wurde, dass es das Blut von Jan Ullrich ist. Und dann kann man weitersehen."
Diestel auf die Frage, ob ihn Ullrichs bisheriges Leugnen jeden Kontakts zu Fuentes nach dem jetzigen Befund nicht stutzig macht: "Es gibt viele Dinge, die mich merkwürdig stimmen. Aber das heißt doch noch lange nicht, dass eine derartig vernichtende, menschenverachtende, vorverurteilende Kampagne gegen meinen Mandanten losgetreten werden muss. Vielleicht gibt es, und das glauben wir, eine sehr natürliche, vernünftige Erklärung, warum sämtlichen europäischen Spitzensportlern von bestimmten Ärzten immer wieder Blut abgenommen wird, Blutanalysen gemacht werden und so weiter. Erst wenn ein Dopingbefund positiv festgestellt wurde, zugeordnet werden kann und die entsprechenden rechtsstaatlichen Verfahren eingesetzt haben und abgeschlossen sind, kann man diese Schlussfolgerungen ziehen."
:( :(
Das ist echt peinlich für den ganzen deutschen Sport was jan Ullrich hier veranstaltet.!!!!
Am Dienstag war bekannt geworden, dass neun beim spanischen Arzt Eufemiano Fuentes gefundene Blutkonserven mit einem von Jan Ullrich abgegebenen DNA-Test übereinstimmen. Die Blutkonserven konnten eindeutig dem 33-Jährigen zugeordnet werden. "Es gibt keine Anhaltspunkte für Manipulation", so Friedrich Apostel.
Ullrichs Blutbeutel waren gekennzeichnet
Apostel weiter: "Wir haben die neun Blutbeutel von Jan Ullrich gefunden. Es waren nicht nur diese neun Blutbeutel. Von jeder Menge anderen Sportlern lagerten dort auch noch Blutbeutel. Diese Blutbeutel waren besonders gekennzeichnet. Die spanischen Ermittler haben auf Grund weiterer Erkenntnisse diese Kennzeichnung auf den Beuteln Herrn Ullrich zugeordnet. Es liegen also durchaus noch andere Erkenntnisse dort in den spanischen Ermittlungsakten, durch die dann auf Herrn Ullrich geschlossen wurde. Es stand nur nicht fest, ob dieser Schluss stimmte, den die spanische Ermittlungsbehörden gezogen haben. Das haben wir jetzt überprüft. Wir werden natürlich auch noch überprüfen müssen, ob die Tatsachen, die dahinter stehen, alle bei uns hier in Deutschland tragfähig sind."
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Der Fund beweise erst einmal, so Staatsanwalt Apostel, dass Blutbeutel von Jan Ullrich bei Herrn Fuentes gelagert waren. Ullrich hatte indes immer behauptet, er habe nie Kontakt mit dem Arzt aus Madrid gehabt.
Apostel: "Das lässt weitere Schlüsse zu, die wir im Rahmen der Ermittlungen dann weiter ziehen müssen. Wir haben ja nicht die ganzen letzten sechs Monate nur hier gesessen und nichts getan, sondern auch ermittelt. Wir werden die ganzen Ermitlungen zusammenführen. Die Tatsache, dass das Blut von Herrn Ullrich stammt, ist sicherlich ein wesentlicher Punkt im Rahmen unserer Ermittlungen.
Gesetz sieht für Betrug Geld- oder Freiheitsstrafe vor
Zu einem möglichen Strafmaß sagte Apostel bei N24: "Für Betrug, der hier in Rede steht - das ist der Verdacht, der geprüft wird - sieht das Gesetz Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis fünf Jahren vor."
Der Staatsanwalt wollte sich nicht auf einen Termin einer möglichen Anklage gegen den ehemaligen Kapitän des T- Mobile-Teams festlegen. Er habe "die große Hoffnung", das Verfahren vor Ende des Jahres abzuschließen. Aber es gebe vergleichbare Fälle, die dauerten zwei Jahre.
Ob ein mögliches Geständnis von Jan Ullrich einen jetzt wahrscheinlicher gewordenen Strafprozess verhindern könnte, wollte der Staatsanwalt nicht sagen: "Das würden wir mit den Anwälten regeln." Es hätten vor dem Bekanntwerden der Identität der Blutbeutel mit den Code-Namen "Jan", "Nummer 1" und "Rudis Sohn" Gespräche mit den Ullrich-Vertretern "zur Erledigung des Verfahrens" gegeben. Ob es dabei auch konkrete Angebote gab, gegen Zahlung einer Summe die Ermittlungen einzustellen, bestätigte Apostel nicht.
Franke: Das Volk wird von Ullrich-Theorien verscheißert
Doping-Experte Prof. Dr. Werner Wilhelm Franke, Zellbiologe am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, hält die Dopingvorwürfe gegen den Ex-Radprofi Jan Ullrich für erwiesen. Franke zu N24: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand viereinhalb Liter Blut in Konserven anlegen lässt nur aus Jux und Tollerei. Es wird ja langsam albern, wie das Volk landauf, landab mit irgendwelchen seltsamen Theorien verscheißert wird. Es ist ganz klar, was da ist. Es ist Blut gespeichert worden wie bei anderen Radsportlern auch. Dieses war vorbereitet worden, um es an Etappenorten zu reinfundieren. Und das reicht wohl für die Anklageerhebung aus."
Unterdessen beharren die Anwälte von Jan Ullrich weiter auf ihren Darstellungen, ihr Mandant sei unschuldig in den Fall geraten. Sie ergehen sich in juristischen Formulierungen. Peter-Michael Diestel, einer der Verteidiger von Jan Ullrich, sieht seinen Mandanten durch die Ergebnisse des jüngsten DNA-Abgleichs nicht belastet.
Dass die beim spanischen Dopingarzt Fuentes sichergestellten Blutproben Jan Ullrich zugeordnet werden können, sei kein Doping-Beweis. Diestel: "Vorausgesetzt, dass alles das stimmt, was jetzt ermittelt wurde, das heißt, dass in Spanien Blut unseres Mandanten gefunden wurde, heißt das doch noch lange nicht Doping."
Ullrich-Anwalt: "Von mir kursiert auch Blut"
Dann verwies Diestel auf ein persönlichen Fall: "Von mir kursiert auch Blut. Ich habe einen Arzt in Rostock, ich habe einen Arzt in Berlin, ich habe einen Arzt in wer weiß wo. Das heißt doch noch lange nicht, dass mit dem Blut manipuliert wurde, dass es für Dopingzwecke und so weiter verwendet wurde. Der Weg bis zum Betrug ist sehr, sehr weit. Es muss jetzt geprüft werden, welches Blut das ist, wie es dort hinkam, mit welchen Methoden ermittelt wurde, dass es das Blut von Jan Ullrich ist. Und dann kann man weitersehen."
Diestel auf die Frage, ob ihn Ullrichs bisheriges Leugnen jeden Kontakts zu Fuentes nach dem jetzigen Befund nicht stutzig macht: "Es gibt viele Dinge, die mich merkwürdig stimmen. Aber das heißt doch noch lange nicht, dass eine derartig vernichtende, menschenverachtende, vorverurteilende Kampagne gegen meinen Mandanten losgetreten werden muss. Vielleicht gibt es, und das glauben wir, eine sehr natürliche, vernünftige Erklärung, warum sämtlichen europäischen Spitzensportlern von bestimmten Ärzten immer wieder Blut abgenommen wird, Blutanalysen gemacht werden und so weiter. Erst wenn ein Dopingbefund positiv festgestellt wurde, zugeordnet werden kann und die entsprechenden rechtsstaatlichen Verfahren eingesetzt haben und abgeschlossen sind, kann man diese Schlussfolgerungen ziehen."
:( :(
Das ist echt peinlich für den ganzen deutschen Sport was jan Ullrich hier veranstaltet.!!!!