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Interview mit Cast

Verfasst: Freitag 13. April 2007, 17:46
von gerko
„Gefahr einer Insolvenz sehe ich nicht“

Manager Joachim Cast von den Stuttgarter Kickers im TAGBLATT-Interview vor dem heutigen Derby in Reutlingen

STUTTGART. Turbulente Tage bei Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers: Erst der Rücktritt von Präsident Hans Kullen, dann dessen Rückforderung seiner Darlehen in Höhe von rund 450000 Euro. Auch sportlich läuft es beim Tabellenfünften derzeit nicht gut: Nur einen Punkt haben die Kickers in den vergangenen drei Spielen geholt. „Diese Woche haben wir mit den Spielern Klartext gesprochen“, sagt Stuttgarts Manager Joachim Cast im TAGBLATT-Interview vor dem Spiel der Kickers beim SSV Reutlingen am heutigen Freitag (19 Uhr).

TAGBLATT: Herr Cast, was hat sich für Sie und Ihre Arbeit verändert, seit Hans Kullen nicht mehr Präsident der Kickers ist?

Joachim Cast: Ich stochere grundsätzlich nicht in der Vergangenheit herum. Auf jeden Fall hat Hans Kullen viel für den Verein geleistet. Auch ich selbst habe ihm viel zu verdanken, er hat mir schließlich den Job bei den Kickers verschafft. Wir haben jetzt in der neuen Konstellation die Kompetenzen und Aufgabengebiete klar verteilt und abgegrenzt, mehr gibt es hierzu nicht zu sagen.



Aber wenn Kullen mit seiner Rückforderung von 450000 Euro, die er den Kickers als Darlehen gegeben hat, durchkommt, dann droht dem Verein die Insolvenz, oder?

Fakt ist: Er hat dem Verein vor etwa vier Jahren ein Darlehen gegeben um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu gewährleisten. Durch die alljährlichen Rangrücktrittserklärungen, die im Rahmen der Lizenzierung von ihm und anderen Gläubigern gegeben wurden, hat der Verein das Problem quasi immer vor sich hergeschoben. Um den künftigen Ablauf kümmern sich nun die Juristen. Ich bin mir sicher, dass hier tragfähige Lösungen gefunden werden. Die Gefahr einer Insolvenz sehe ich daher nicht. Ich lasse mich aber dadurch auch nicht in meiner operativen und strategischen Arbeit beeinflussen und beschäftige mich jetzt, nachdem wir mit Peter Zeidler einen neuen Trainer verpflichtet haben, mit der Kaderplanung für die kommende Saison.



Was hat für Trainer Zeidler gesprochen?

Er kennt die Region, er kennt die Regionalliga als früherer Trainer in Aalen, er kennt die Kickers, er kommt aus der Region. Er hat beim 1. FC NürnbergII mit jungen Leuten gearbeitet und sie an die Bundesliga herangeführt. Ich schätze seine pädagogischen und psychologischen Fähigkeiten, gerade im Umgang mit jungen Leuten. Zudem hat er sich in den Gesprächen hervorragend präsentiert.



Bei der Kaderplanung hat der SSV Reutlingen mit den Kickers konkurriert um den U23-Spieler Bastian Bischoff…

…dessen Vertrag bei uns ausläuft. Er hatte seit vier Wochen ein verbessertes Angebot von uns. Das hat er gestern allerdings abgelehnt. Wir planen daher ohne ihn. Bischoff muss wissen, dass er vor zwei Jahren aus der Bezirksliga gekommen ist und bei uns die Aufstiegsmöglichkeit in die Regionalliga bekommen hat. Wir wollten finanziell aber nicht über das festgesetzte Limit hinausgehen. Der SSV hat allerdings in Absprache mit uns Kontakt zu Bischoff aufgenommen, das war alles korrekt.

Was kommt nächste Saison auf die Kickers zu?

Für uns ist es existenziell wichtig, dass wir uns für die eingleisige Dritte Liga qualifizieren. Wenn nicht, kann ich meinen Schlüssel abgeben, dann wird es die Kickers in dieser Form nicht mehr geben. Aber daran verschwende ich keinen Gedanken. Überdies geht es den meisten Regionalligisten so – auch der SSV Reutlingen hätte Probleme, wenn er sich nicht qualifiziert. Es wird das vielzitierte Hauen und Stechen um die Plätze geben, da werden vielleicht einige Klubs über ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten hinaus investieren. Wir werden die nächste Saison trotz allem mit Augenmaß und solider Vereinsführung angehen.



Sie waren zwischen 1995 und 2001 beim SSV Reutlingen. Was sagen Sie zur Entwicklung Ihres Ex-Klubs?

Die sehe ich sehr positiv. Unter Peter Starzmann wird sehr solide und kontinuierlich gearbeitet. Tabellenplatz sechs ist die logische Folge. Auch wirtschaftlich scheint mittlerweile unter der Federführung von Klaus Weiss alles wieder in geregelten Bahnen zu verlaufen.

Die Kickers haben zuletzt zwei Mal zuhause verloren . Da wird sich die Begeisterung auf der Waldau in Grenzen halten, oder?

Die Fans sind schon schwer enttäuscht, vor allem beim 0:3 gegen Siegen vor einer Woche war die Leistung indiskutabel. Diese Woche haben wir mit den Spielern Klartext gesprochen, jetzt muss in Reutlingen die Reaktion der Mannschaft folgen. Beide Mannschaften brauchen aber noch Punkte, denn die Liga ist sehr eng zusammengerückt.



Fragen von Thomas de Marco


tagblatt.de

Verfasst: Freitag 13. April 2007, 18:04
von GelsenKickers
Dat Interwiu gibbet schon hier...
http://forum.stuttgarter-kickers.de/vie ... 906#115906

Aber gut, auf Grund der Übersicht bleibt's hier offen! :wink:

Verfasst: Freitag 13. April 2007, 18:13
von gerko
GelsenKickers hat geschrieben:Dat Interwiu gibbet schon hier...
http://forum.stuttgarter-kickers.de/vie ... 906#115906

Aber gut, auf Grund der Übersicht bleibt's hier offen! :wink:
Sorry, hatte es nicht in diesem Thread erwartet und auch nicht gesehen.