Randale in Darmstadt
Verfasst: Montag 4. Juni 2007, 22:41
Angriff auf den Mannschaftsbus des SV 98
Polizei ermittelt – Angst vor dem Pokalfinale am Mittwoch in Hanau
Nach dem Abstieg des SV Darmstadt 98 aus der Fußball-Regionalliga Süd gab es am Samstag ein übles Nachspiel. Als der Darmstädter Mannschaftsbus gegen 23.15 Uhr aus München zurückkehrte, wurde er von rund 40 Personen angegriffen.
Sie warfen Steine, Flaschen und Äste. Dabei zerbarst die Heckscheibe des Busses. Da die Einfahrt zum Stadion durch Bierzeltgarnituren und Blumenkübel aus der benachbarten Lilienschänke versperrt war, fuhr der Busfahrer direkt zum nahe gelegenen Polizeipräsidium. Ein Schaden von rund 2000 Euro wurde festgestellt. Verletzt wurde niemand, obgleich Nico Beigang einige Glassplitter abbekommen hat.
Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein. Von elf Personen, die an dem Übergriff beteiligt gewesen sein sollen, konnten am Luisenplatz beim Verlassen der Straßenbahn die Personalien festgestellt werden. Ermittelt wird wegen Landfriedensbruch und Sachbeschädigung. Mittlerweile soll sich die Zahl der ermittelten Personen – ein Teil war vermummt – auf 20 erhöht haben.
„Wir haben damit gerechnet, dass einige Fans einen Sitzstreik machen würden und waren bereit zu diskutieren. Aber mit so etwas hat niemand gerechnet, das hat von uns noch keiner erlebt“, war Mannschaftskapitän Stefan Leitl tief betroffen von den Krawallen.
Vor dem Hessenpokalfinale am Mittwoch im Hanauer Herbert-Dröse-Stadion gegen den KSV Klein-Karben (18.30 Uhr) hätten nun einige Spieler Angst. „Wer weiß, was passieren würde, wenn wir das Spiel nicht gewinnen.“
Leitl schließt nicht aus, dass der ein oder andere nicht spielen will. „Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“ Einen gerüchteweise angedrohten Boykott der Mannschaft, so die Vereinsführung, werde es nicht geben.
Für die Fahrt nach Hanau wird der Mannschaftsbus am Mittwoch von der Polizei eskortiert Die für nach dem Finale geplante Abschiedsfeier für Zivojin Juskic und Nico Beigang wird nach diesen Krawallen wohl nicht wie geplant im Ratskeller stattfinden, da die Polizei in der Innenstadt die Sicherheit der Spieler nicht gewährleisten kann.
Darmstadts Oberbürgermeister Walter Hoffmann rief am Montag zur Besonnenheit auf. „Der Abstieg der Lilien in die Oberliga ist ohne Frage bitter und trifft die Fußballfans in unserer Stadt und der Region sehr.“ Gewalt sei jedoch keine Lösung.
Hoffmann wehrt sich gegen pauschale Vorverurteilungen gegen das mit öffentlichen Mitteln geförderte Fanprojekt. „In der Lilien-Fanszene hatte Gewalt nie eine Chance und das Fanprojekt hat bislang gute Arbeit geleistet.“ Sollten allerdings die Ermittlungen der Polizei dazu führen, dass maßgebliche Aktive des Fanprojekts an den Übergriffen waren, werde das Konsequenzen haben.
Auch bei Mitabsteiger 1. FC Saarbrücken gab es Randale. Der am Samstag aus Stuttgart (0:2 gegen VfB II) heimkehrende Mannschaftsbus wurde kurz vor Saarbrücken mit Flaschen und Steinen beworfen. Zwei Scheiben gingen zu Bruch, verletzt wurde auch hier niemand.
FC-Präsident Hartmut Ostermann und Stellvertreter Hans Meiser zogen einen Tag nach dem Abstieg die Konsequenzen und stellten ihre Ämter zur Verfügung. Ostermann will aber Sponsor bleiben.
Polizei ermittelt – Angst vor dem Pokalfinale am Mittwoch in Hanau
Nach dem Abstieg des SV Darmstadt 98 aus der Fußball-Regionalliga Süd gab es am Samstag ein übles Nachspiel. Als der Darmstädter Mannschaftsbus gegen 23.15 Uhr aus München zurückkehrte, wurde er von rund 40 Personen angegriffen.
Sie warfen Steine, Flaschen und Äste. Dabei zerbarst die Heckscheibe des Busses. Da die Einfahrt zum Stadion durch Bierzeltgarnituren und Blumenkübel aus der benachbarten Lilienschänke versperrt war, fuhr der Busfahrer direkt zum nahe gelegenen Polizeipräsidium. Ein Schaden von rund 2000 Euro wurde festgestellt. Verletzt wurde niemand, obgleich Nico Beigang einige Glassplitter abbekommen hat.
Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein. Von elf Personen, die an dem Übergriff beteiligt gewesen sein sollen, konnten am Luisenplatz beim Verlassen der Straßenbahn die Personalien festgestellt werden. Ermittelt wird wegen Landfriedensbruch und Sachbeschädigung. Mittlerweile soll sich die Zahl der ermittelten Personen – ein Teil war vermummt – auf 20 erhöht haben.
„Wir haben damit gerechnet, dass einige Fans einen Sitzstreik machen würden und waren bereit zu diskutieren. Aber mit so etwas hat niemand gerechnet, das hat von uns noch keiner erlebt“, war Mannschaftskapitän Stefan Leitl tief betroffen von den Krawallen.
Vor dem Hessenpokalfinale am Mittwoch im Hanauer Herbert-Dröse-Stadion gegen den KSV Klein-Karben (18.30 Uhr) hätten nun einige Spieler Angst. „Wer weiß, was passieren würde, wenn wir das Spiel nicht gewinnen.“
Leitl schließt nicht aus, dass der ein oder andere nicht spielen will. „Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“ Einen gerüchteweise angedrohten Boykott der Mannschaft, so die Vereinsführung, werde es nicht geben.
Für die Fahrt nach Hanau wird der Mannschaftsbus am Mittwoch von der Polizei eskortiert Die für nach dem Finale geplante Abschiedsfeier für Zivojin Juskic und Nico Beigang wird nach diesen Krawallen wohl nicht wie geplant im Ratskeller stattfinden, da die Polizei in der Innenstadt die Sicherheit der Spieler nicht gewährleisten kann.
Darmstadts Oberbürgermeister Walter Hoffmann rief am Montag zur Besonnenheit auf. „Der Abstieg der Lilien in die Oberliga ist ohne Frage bitter und trifft die Fußballfans in unserer Stadt und der Region sehr.“ Gewalt sei jedoch keine Lösung.
Hoffmann wehrt sich gegen pauschale Vorverurteilungen gegen das mit öffentlichen Mitteln geförderte Fanprojekt. „In der Lilien-Fanszene hatte Gewalt nie eine Chance und das Fanprojekt hat bislang gute Arbeit geleistet.“ Sollten allerdings die Ermittlungen der Polizei dazu führen, dass maßgebliche Aktive des Fanprojekts an den Übergriffen waren, werde das Konsequenzen haben.
Auch bei Mitabsteiger 1. FC Saarbrücken gab es Randale. Der am Samstag aus Stuttgart (0:2 gegen VfB II) heimkehrende Mannschaftsbus wurde kurz vor Saarbrücken mit Flaschen und Steinen beworfen. Zwei Scheiben gingen zu Bruch, verletzt wurde auch hier niemand.
FC-Präsident Hartmut Ostermann und Stellvertreter Hans Meiser zogen einen Tag nach dem Abstieg die Konsequenzen und stellten ihre Ämter zur Verfügung. Ostermann will aber Sponsor bleiben.