Der SSC Neapel kehrt zurück
Verfasst: Montag 11. Juni 2007, 14:27
"Napoli in Paradiso"
Zusammen mit Diego Maradona verzauberte der Klub einst ganz Europa. Nach dem Abstieg in die zweite Liga darf der SSC Neapel nun wieder gegen Juve, AC Mailand und Co. spielen.
Jetzt fehlt den Fans des SSC Neapel nur noch die Heimkehr von Diego Maradona zur absoluten Glückseligkeit. Der Wiederaufstieg ihres geliebten Kultklubs in die erste italienische Fußballliga stürzte die Tifosi in einen Freudentaumel wie zu den besten Zeiten mit Maradona. Das Herz des italienischen Fußballs schlägt wieder. Drei Jahre nach dem Vereinskonkurs und dem Neuanfang in der dritten Liga ist «Bella Napoli» wieder erstklassig. «Napoli in Paradiso», titelte der «Corriere della Sera» am Montag.
Einige tausend Fans hatten den Vize-Meister der Serie B nach dem entscheidenden 0:0 bei Mitaufsteiger FC Genua schon am Sonntagabend am Flughafen empfangen. Hupende Autos blockierten die engen Gassen der Hafenmetropole, Fahnen schwingende und singende Tifosi tanzten auf den Piazze. Zur Aufstiegsfeier auf der «Piazza San Giacomo» am Montag war im ohnehin chaotischen Neapel Ausnahmezustand angesagt.
Nach dem grandiosen Comeback des schon so oft totgesagten Klubs träumen die Tifosi jetzt von der Rückkehr zu alten Erfolgen. Mit «El Pibe d'Oro» war Neapel 1987 und 1990 Meister und 1989 Uefa-Cupsieger geworden, weshalb der «Goldjunge» noch heute wie ein zweiter Stadtheiliger neben San Gennaro verehrt wird. «Jetzt kommt das Schöne», versprach Klub-Präsident Aurelio De Laurentiis, warnte jedoch zugleich vor all zu viel Euphorie: «Wir werden wieder auf die europäische Bühne zurückkehren, aber habt Geduld», rief er den Tifosi zu.
Experten sehen in dem erfolgreichen Filmproduzent den Vater des Erfolgs, die in allem stets übertreibenden Tifosi halten ihn für den Retter. Zerrieben zwischen konkurrierenden Camorra-Clans und von eitlen Klub-Präsidenten heruntergewirtschaftet war «Bella Napoli» 2004 am Ende. Dann kam De Laurentiis und führte den Klub für neapolitanische Verhältnisse völlig unaufgeregt nach sechs Jahren Abstinenz wieder in die Serie A.
Und auch im größten Jubel behielt der 59-Jährige kühlen Kopf, bestätigte Erfolgstrainer Edy Reya am Montag für die nächste Saison und erteilte dem typisch neapolitanischen Ruf nach neuen «Erlösern» eine Absage: «Wir brauchen keine Solisten wie Maradona, wir setzen auf ein Orchester», betonte De Laurentiis. Rationale Einkaufspolitik in der irrationalsten Stadt Europas - dazu gehört Mut.
In der Serie A wurde Neapel mit offenen Armen empfangen. Nicht nur Mitaufsteiger Juventus Turin gratulierte herzlich. «So ist die Serie A wieder schöner», sagte Italiens Weltmeistertrainer Marcello Lippi. Für die «La Repubblica» ist das Comeback der zu Hause ungeschlagenen Neapolitaner ein «Fest für die gesamte Liga». Alle Clubs beneiden Neapel um seine Fans. Selbst in der Serie B kamen im Schnitt 30.000 Zuschauer ins «Stadio San Paolo», zu den Top-Spielen 60.000. Fußball in Neapel ist nicht nur Freizeitbeschäftigung. Fußball ist Glaube, in guten wie in schlechten Zeiten. «Bentornato Napoli» - Herzlich willkommen zurück!
Netzzeitung: Bernhard Krieger, dpa
Zusammen mit Diego Maradona verzauberte der Klub einst ganz Europa. Nach dem Abstieg in die zweite Liga darf der SSC Neapel nun wieder gegen Juve, AC Mailand und Co. spielen.
Jetzt fehlt den Fans des SSC Neapel nur noch die Heimkehr von Diego Maradona zur absoluten Glückseligkeit. Der Wiederaufstieg ihres geliebten Kultklubs in die erste italienische Fußballliga stürzte die Tifosi in einen Freudentaumel wie zu den besten Zeiten mit Maradona. Das Herz des italienischen Fußballs schlägt wieder. Drei Jahre nach dem Vereinskonkurs und dem Neuanfang in der dritten Liga ist «Bella Napoli» wieder erstklassig. «Napoli in Paradiso», titelte der «Corriere della Sera» am Montag.
Einige tausend Fans hatten den Vize-Meister der Serie B nach dem entscheidenden 0:0 bei Mitaufsteiger FC Genua schon am Sonntagabend am Flughafen empfangen. Hupende Autos blockierten die engen Gassen der Hafenmetropole, Fahnen schwingende und singende Tifosi tanzten auf den Piazze. Zur Aufstiegsfeier auf der «Piazza San Giacomo» am Montag war im ohnehin chaotischen Neapel Ausnahmezustand angesagt.
Nach dem grandiosen Comeback des schon so oft totgesagten Klubs träumen die Tifosi jetzt von der Rückkehr zu alten Erfolgen. Mit «El Pibe d'Oro» war Neapel 1987 und 1990 Meister und 1989 Uefa-Cupsieger geworden, weshalb der «Goldjunge» noch heute wie ein zweiter Stadtheiliger neben San Gennaro verehrt wird. «Jetzt kommt das Schöne», versprach Klub-Präsident Aurelio De Laurentiis, warnte jedoch zugleich vor all zu viel Euphorie: «Wir werden wieder auf die europäische Bühne zurückkehren, aber habt Geduld», rief er den Tifosi zu.
Experten sehen in dem erfolgreichen Filmproduzent den Vater des Erfolgs, die in allem stets übertreibenden Tifosi halten ihn für den Retter. Zerrieben zwischen konkurrierenden Camorra-Clans und von eitlen Klub-Präsidenten heruntergewirtschaftet war «Bella Napoli» 2004 am Ende. Dann kam De Laurentiis und führte den Klub für neapolitanische Verhältnisse völlig unaufgeregt nach sechs Jahren Abstinenz wieder in die Serie A.
Und auch im größten Jubel behielt der 59-Jährige kühlen Kopf, bestätigte Erfolgstrainer Edy Reya am Montag für die nächste Saison und erteilte dem typisch neapolitanischen Ruf nach neuen «Erlösern» eine Absage: «Wir brauchen keine Solisten wie Maradona, wir setzen auf ein Orchester», betonte De Laurentiis. Rationale Einkaufspolitik in der irrationalsten Stadt Europas - dazu gehört Mut.
In der Serie A wurde Neapel mit offenen Armen empfangen. Nicht nur Mitaufsteiger Juventus Turin gratulierte herzlich. «So ist die Serie A wieder schöner», sagte Italiens Weltmeistertrainer Marcello Lippi. Für die «La Repubblica» ist das Comeback der zu Hause ungeschlagenen Neapolitaner ein «Fest für die gesamte Liga». Alle Clubs beneiden Neapel um seine Fans. Selbst in der Serie B kamen im Schnitt 30.000 Zuschauer ins «Stadio San Paolo», zu den Top-Spielen 60.000. Fußball in Neapel ist nicht nur Freizeitbeschäftigung. Fußball ist Glaube, in guten wie in schlechten Zeiten. «Bentornato Napoli» - Herzlich willkommen zurück!
Netzzeitung: Bernhard Krieger, dpa