Zeidler im Dialog, Teil II
Verfasst: Dienstag 4. September 2007, 13:05
Herr Zeidler, es ist Dienstag, gerade mal 9 Uhr und Sie haben eben schon mit dem Team gefrühstückt...
Ja, wir starten früh in die Woche. Vor dem ersten Training machen immer drei Frühstück. Die Qualität hat deutlich zugenommen (lacht). Inzwischen ist Obst da, die Ananas wird mundgerecht zugeschnitten. Manche bereiten am Tag zuvor sogar selbst ein Müsli vor. Der Hintergrund ist klar: Die Spieler sollen miteinander reden, sich füreinander interessieren. Deshalb ändern wir gelegentlich auch die Sitzordnung, damit wirklich jeder mit jedem spricht. Das läuft gut. Die Atmosphäre im Team passt.
Diesen Eindruck bekommt man ja auch auf dem Platz.
Schon. Es fehlen halt noch andere Dinge.
In der Tat. Vor allem zu den Problemen beim Aufbauspiel kamen sehr viele Fragen. Was sind die Gründe für die Schwächen im Spiel nach vorne?
Es gibt mehrere Gründe. Einer ist sicher, dass wir noch nicht so eingespielt sind. Es fehlen die Automatismen. Die Spieler kennen noch nicht alle Laufwege, sie wissen nicht, wie die anderen den Ball spielen. Von daher wäre es eigentlich wichtig, dass wir möglichst oft mit der gleichen Mannschaft spielen. Das haben wir aber noch nicht sehr oft geschafft.
Liegt das daran, dass Sie noch versuchen, das richtige Team zu finden?
Ja, das stimmt schon. Wir suchen das Team, das richtig durchstartet. Auf der anderen Seite liegt aber eine unserer großen Stärken darin, dass wir immer nachlegen können. Das hat auch drei Mal ganz gut geklappt. Auch gegen Kassel lautete der Plan, mit den Einwechslungen von Parmak und Mann das Spiel zu drehen. Das hätte auch aufgehen können.
Sie sprachen von mehreren Gründen. Was kommt zu den fehlenden Automatismen hinzu?
Die Spieler sind leider mental noch nicht stabil genug. Wenn ein Gegentreffer kommt oder von der Haupttribüne Beleidigungen hineingebrüllt werden, dann steigt nicht die Bereitschaft, die Bälle zu fordern, riskante Bälle zu spielen oder mit möglichst wenig Kontakten zu spielen. Leider ist eher das Gegenteil der Fall.
Führen Sie deshalb nun viele Einzelgespräche?
Ja, auch. Aber wir trainieren auch viel. Da bin ich eigentlich mit der Qualität sehr zufrieden. Wir brauchen jetzt einfach mal einen Durchbruch mit einem deutlichen Sieg vor eigenem Publikum – dann kommt vieles von selbst.
Zu den Automatismen: Wichtige Kernelemente und Leistungsträger sind ja schon länger im Verein. Yelldell, Gambo, Parmak – die haben alle letztes Jahr schon gespielt.
Parmak ist ein Sonderfall. Der hat insgesamt bislang nur 75 Minuten gespielt. Der kommt sicher noch und wird auch besser, wenn er mal kontinuierlich trainieren kann. Aber er ist noch nicht stabil: Heute Vormittag ist er wieder beim Zahnarzt, um sich einen Zahn ziehen zu lassen. Das Spiel gegen Kassel hat jedenfalls gezeigt, dass mit ihm eine deutliche Qualitätssteigerung möglich ist. Bei Gambo liegt die Sache etwas anders. Er ist selbst noch nicht mit seiner Leistung zufrieden. Da muss noch ein wenig mehr kommen. Das gilt auch für Sascha Benda. Ich bin mit beiden noch nicht zufrieden. Sie sind wahrscheinlich in der wichtigsten Phase ihrer Karriere: Für sie stellt sich jetzt die Frage, ob sie in der Regionalliga noch richtig Gute werden und sich eventuell auch für etwas Höheres empfehlen – oder ob sie eben auf ihrem Niveau bleiben. Da sagt der Fan dann: Die sind ok, die können kicken, aber mit denen werden wir keine Meisterschaft gewinnen.
Gambo hat anfangs öfter im Sturm gespielt, was nicht alle verstanden haben. Ist dieses Experiment jetzt beendet?
Gegen Ingolstadt hat das bestens geklappt, in Pfullendorf hat es überhaupt nicht funktioniert. Zuletzt haben wir versucht, offensiver zu spielen und deshalb eine zweite Spitze hineingenommen. In München war das Tucci, gegen Kassel Kacani. Deshalb hat Gambo dann Mittelfeld gespielt. Aber ich schließe nicht aus, dass er auch mal wieder im Sturm aufläuft. Gambo ist ein Allrounder, aber er hat keine Idealposition. Wenn jemand die ausgemacht hat, kann er sie mir gerne mitteilen. (lacht)
Wir haben eben die Probleme im Aufbauspiel analysiert. Ist das auch die ganze Erklärung dafür, dass es zuhause, wo man das Spiel machen muss, nicht läuft, dafür aber Auswärts gewonnen wird?
Das ist ein Teil der Erklärung.
Und der restliche Teil?
Ich bin noch nicht bereit, von einem echten Heimkomplex zu sprechen. So weit sind wir noch nicht. Man muss die Spiele schon einzeln analysieren. Wir haben gegen Regensburg gespielt, die jetzt Tabellenführer sind und eben eine sehr eingespielte Truppen haben. Gegen Kassel hätten wir genausogut gewinnen können. Deshalb: Wir sollten uns jetzt kein Problem im eigenen Stadion einreden lassen. Aber wir näheren uns einem schwierigen Thema: der Unterstützung von außen.
Da haben Sie offenbar ein Problem.
Nein, ich habe kein Problem. Die Stuttgarter Zeitung hat getitelt: „Zeidlers Zwist mit den Zuschauern“. Das ist zwar eine lustige Alliteration, stimmt aber nicht. Es geht um ein paar Bruddler auf der Haupttribüne. Wenn der Kopfball von Kacani gegen Kassel reingeht, ist alles bestens. Stattdessen werden die ersten unruhig und es kommen heftige Kommentare. Dagegen ist der B-Block eben immer bereit, die Mannschaft zu unterstützen. Da spüren die Fans natürlich auch, dass es nicht so läuft. Aber sie bleiben geduldig. Deshalb nochmal: Ich habe mit niemandem ein Problem. Die 20 Bruddler sind ein fester Bestandteil der Kickers, aber ich würde mit denen gerne mal einen Kaffee trinken. Die ersten fünf lade ich ein, die anderen 15 müssen ihn selber zahlen. Dann können wir mal über die Angelegenheit reden. Denn am Ende haben wir ja alle ein Ziel: Wir wollen, dass die Kickers guten Fußball spielen und gewinnen.
Gesten Abend waren Sie beim Spiel Freiburg-Hoffenheim...
Ja, das war sehr beeindruckend. Man lernt viel, wenn man andere Spiele anschaut. Das war nicht nur eine Klasse besser als wir, sondern eineinhalb. Da hat man gut erkennen können, wie weit der Weg für uns noch ist. Aber wie gesagt: Wir müssen noch ein wenig Geduld aufbringen, bis der Knoten platzt. Wenn gegen Kassel Kacani nicht den Pfosten trifft, hätte es schon da klappen können. Dann wären wir Zweiter – und alles sähe anders aus.
Daraus entnehme ich aber, dass Sie prinzipiell an ein deutlich höheres Potenzial in der Mannschaft glauben.
Deutlich? Hm, ich glaube an ein höheres Potenzial. Aber unser Zugang läuft über Willen, Engagement und Zuschauerunterstützung. Unser Potenzial ist nicht so hoch, dass wir die Gegner an die Wand spielen werden.
Stichwort Potenzial: Sie haben vorhin gesagt, dass Benda und Gambo noch Spielraum nach oben haben. Ist es ein Problem der Truppe, dass keine richtige Hierarchie herrscht?
Das Wort Hierarchie mag ich nicht so.
Ich meine: Wenn es schlecht läuft, gibt es keinen, der sich hinstellt und den Kollegen sagt, wo es lang geht.
Ja, das ist richtig beobachtet. Diese Struktur muss sich noch herausbilden. Deshalb machen wir auch ja auch so Dinge wie das Frühstück oder heute Abend einen Vortrag über Ernährung. Deshalb waren wir ja im Hochseilgarten. Das ist ein Stück Erlebnispädagogik, wo man gemeinsam Aufgaben lösen muss. Das war eine tolle Sache: Die Spieler mussten gemeinsam überlegen, Pläne machen, die Pläne wieder ändern. Die Leute, die das organisiert haben, haben danach berichtet, dass sie unter all den Managergruppen noch nie eine so homogene Truppe erlebt haben, die das so schnell gemeinsam gepackt hat. Es ist also einiges in dieser Mannschaft vorhanden, aber die Struktur muss sich noch ausbilden. Ich denke, mit einem Erfolgserlebnis wird das einfacher. Vielleicht klappt das ja in Karlsruhe.
Was erwarten Sie in Karlsruhe?
Die stehen mit dem Rücken zur Wand. Und angeschlagene Boxer sind gefährlich. Die Floskeln sind bekannt – und sie gelten alle. Aber ich erwarte von der Mannschaft, vor allem auch von Spielern wie Gambo, Benda oder Vaccaro, dass sich etwas bewegt. Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase, wo man sieht, ob wir Typen haben.
Die Liga ist erstaunlich ausgeglichen. Jeder schlägt derzeit jeden. Im Umfeld kommt schon erste Kritik, dass man beim Saisonziel Platz 10 zu vorsichtig gewesen sei. Müsste man keine höheren Ziele ausgeben, um sie dann auch zu erreichen?
Ich rate hier zu großer Zurückhaltung – gerade weil alles so ausgeglichen ist. Den Fehler hat man im vergangenen Jahr begangen, daraus sollten wir unserer Lehren ziehen. Zumal wir in dieser Saison auch noch nicht die Leistungen gezeigt hat, wie die Mannschaft im September des letzten Jahres. Auf der anderen Seite: Wir haben zehn Punkte. Das ist wahrlich nicht schlecht. Darauf können wir aufbauen.
Abschließend noch die Standardfrage: Wie sieht es bei den Verletzten aus?
Besser. Beigang macht deutliche Fortschritte. Ob es schon für Karlsruhe reicht, ist aber offen. Akcay und Steinle trainieren wieder voll mit. Parmak hat noch Zahnprobleme. Genisyürek fällt noch zwei Wochen aus.
Ja, wir starten früh in die Woche. Vor dem ersten Training machen immer drei Frühstück. Die Qualität hat deutlich zugenommen (lacht). Inzwischen ist Obst da, die Ananas wird mundgerecht zugeschnitten. Manche bereiten am Tag zuvor sogar selbst ein Müsli vor. Der Hintergrund ist klar: Die Spieler sollen miteinander reden, sich füreinander interessieren. Deshalb ändern wir gelegentlich auch die Sitzordnung, damit wirklich jeder mit jedem spricht. Das läuft gut. Die Atmosphäre im Team passt.
Diesen Eindruck bekommt man ja auch auf dem Platz.
Schon. Es fehlen halt noch andere Dinge.
In der Tat. Vor allem zu den Problemen beim Aufbauspiel kamen sehr viele Fragen. Was sind die Gründe für die Schwächen im Spiel nach vorne?
Es gibt mehrere Gründe. Einer ist sicher, dass wir noch nicht so eingespielt sind. Es fehlen die Automatismen. Die Spieler kennen noch nicht alle Laufwege, sie wissen nicht, wie die anderen den Ball spielen. Von daher wäre es eigentlich wichtig, dass wir möglichst oft mit der gleichen Mannschaft spielen. Das haben wir aber noch nicht sehr oft geschafft.
Liegt das daran, dass Sie noch versuchen, das richtige Team zu finden?
Ja, das stimmt schon. Wir suchen das Team, das richtig durchstartet. Auf der anderen Seite liegt aber eine unserer großen Stärken darin, dass wir immer nachlegen können. Das hat auch drei Mal ganz gut geklappt. Auch gegen Kassel lautete der Plan, mit den Einwechslungen von Parmak und Mann das Spiel zu drehen. Das hätte auch aufgehen können.
Sie sprachen von mehreren Gründen. Was kommt zu den fehlenden Automatismen hinzu?
Die Spieler sind leider mental noch nicht stabil genug. Wenn ein Gegentreffer kommt oder von der Haupttribüne Beleidigungen hineingebrüllt werden, dann steigt nicht die Bereitschaft, die Bälle zu fordern, riskante Bälle zu spielen oder mit möglichst wenig Kontakten zu spielen. Leider ist eher das Gegenteil der Fall.
Führen Sie deshalb nun viele Einzelgespräche?
Ja, auch. Aber wir trainieren auch viel. Da bin ich eigentlich mit der Qualität sehr zufrieden. Wir brauchen jetzt einfach mal einen Durchbruch mit einem deutlichen Sieg vor eigenem Publikum – dann kommt vieles von selbst.
Zu den Automatismen: Wichtige Kernelemente und Leistungsträger sind ja schon länger im Verein. Yelldell, Gambo, Parmak – die haben alle letztes Jahr schon gespielt.
Parmak ist ein Sonderfall. Der hat insgesamt bislang nur 75 Minuten gespielt. Der kommt sicher noch und wird auch besser, wenn er mal kontinuierlich trainieren kann. Aber er ist noch nicht stabil: Heute Vormittag ist er wieder beim Zahnarzt, um sich einen Zahn ziehen zu lassen. Das Spiel gegen Kassel hat jedenfalls gezeigt, dass mit ihm eine deutliche Qualitätssteigerung möglich ist. Bei Gambo liegt die Sache etwas anders. Er ist selbst noch nicht mit seiner Leistung zufrieden. Da muss noch ein wenig mehr kommen. Das gilt auch für Sascha Benda. Ich bin mit beiden noch nicht zufrieden. Sie sind wahrscheinlich in der wichtigsten Phase ihrer Karriere: Für sie stellt sich jetzt die Frage, ob sie in der Regionalliga noch richtig Gute werden und sich eventuell auch für etwas Höheres empfehlen – oder ob sie eben auf ihrem Niveau bleiben. Da sagt der Fan dann: Die sind ok, die können kicken, aber mit denen werden wir keine Meisterschaft gewinnen.
Gambo hat anfangs öfter im Sturm gespielt, was nicht alle verstanden haben. Ist dieses Experiment jetzt beendet?
Gegen Ingolstadt hat das bestens geklappt, in Pfullendorf hat es überhaupt nicht funktioniert. Zuletzt haben wir versucht, offensiver zu spielen und deshalb eine zweite Spitze hineingenommen. In München war das Tucci, gegen Kassel Kacani. Deshalb hat Gambo dann Mittelfeld gespielt. Aber ich schließe nicht aus, dass er auch mal wieder im Sturm aufläuft. Gambo ist ein Allrounder, aber er hat keine Idealposition. Wenn jemand die ausgemacht hat, kann er sie mir gerne mitteilen. (lacht)
Wir haben eben die Probleme im Aufbauspiel analysiert. Ist das auch die ganze Erklärung dafür, dass es zuhause, wo man das Spiel machen muss, nicht läuft, dafür aber Auswärts gewonnen wird?
Das ist ein Teil der Erklärung.
Und der restliche Teil?
Ich bin noch nicht bereit, von einem echten Heimkomplex zu sprechen. So weit sind wir noch nicht. Man muss die Spiele schon einzeln analysieren. Wir haben gegen Regensburg gespielt, die jetzt Tabellenführer sind und eben eine sehr eingespielte Truppen haben. Gegen Kassel hätten wir genausogut gewinnen können. Deshalb: Wir sollten uns jetzt kein Problem im eigenen Stadion einreden lassen. Aber wir näheren uns einem schwierigen Thema: der Unterstützung von außen.
Da haben Sie offenbar ein Problem.
Nein, ich habe kein Problem. Die Stuttgarter Zeitung hat getitelt: „Zeidlers Zwist mit den Zuschauern“. Das ist zwar eine lustige Alliteration, stimmt aber nicht. Es geht um ein paar Bruddler auf der Haupttribüne. Wenn der Kopfball von Kacani gegen Kassel reingeht, ist alles bestens. Stattdessen werden die ersten unruhig und es kommen heftige Kommentare. Dagegen ist der B-Block eben immer bereit, die Mannschaft zu unterstützen. Da spüren die Fans natürlich auch, dass es nicht so läuft. Aber sie bleiben geduldig. Deshalb nochmal: Ich habe mit niemandem ein Problem. Die 20 Bruddler sind ein fester Bestandteil der Kickers, aber ich würde mit denen gerne mal einen Kaffee trinken. Die ersten fünf lade ich ein, die anderen 15 müssen ihn selber zahlen. Dann können wir mal über die Angelegenheit reden. Denn am Ende haben wir ja alle ein Ziel: Wir wollen, dass die Kickers guten Fußball spielen und gewinnen.
Gesten Abend waren Sie beim Spiel Freiburg-Hoffenheim...
Ja, das war sehr beeindruckend. Man lernt viel, wenn man andere Spiele anschaut. Das war nicht nur eine Klasse besser als wir, sondern eineinhalb. Da hat man gut erkennen können, wie weit der Weg für uns noch ist. Aber wie gesagt: Wir müssen noch ein wenig Geduld aufbringen, bis der Knoten platzt. Wenn gegen Kassel Kacani nicht den Pfosten trifft, hätte es schon da klappen können. Dann wären wir Zweiter – und alles sähe anders aus.
Daraus entnehme ich aber, dass Sie prinzipiell an ein deutlich höheres Potenzial in der Mannschaft glauben.
Deutlich? Hm, ich glaube an ein höheres Potenzial. Aber unser Zugang läuft über Willen, Engagement und Zuschauerunterstützung. Unser Potenzial ist nicht so hoch, dass wir die Gegner an die Wand spielen werden.
Stichwort Potenzial: Sie haben vorhin gesagt, dass Benda und Gambo noch Spielraum nach oben haben. Ist es ein Problem der Truppe, dass keine richtige Hierarchie herrscht?
Das Wort Hierarchie mag ich nicht so.
Ich meine: Wenn es schlecht läuft, gibt es keinen, der sich hinstellt und den Kollegen sagt, wo es lang geht.
Ja, das ist richtig beobachtet. Diese Struktur muss sich noch herausbilden. Deshalb machen wir auch ja auch so Dinge wie das Frühstück oder heute Abend einen Vortrag über Ernährung. Deshalb waren wir ja im Hochseilgarten. Das ist ein Stück Erlebnispädagogik, wo man gemeinsam Aufgaben lösen muss. Das war eine tolle Sache: Die Spieler mussten gemeinsam überlegen, Pläne machen, die Pläne wieder ändern. Die Leute, die das organisiert haben, haben danach berichtet, dass sie unter all den Managergruppen noch nie eine so homogene Truppe erlebt haben, die das so schnell gemeinsam gepackt hat. Es ist also einiges in dieser Mannschaft vorhanden, aber die Struktur muss sich noch ausbilden. Ich denke, mit einem Erfolgserlebnis wird das einfacher. Vielleicht klappt das ja in Karlsruhe.
Was erwarten Sie in Karlsruhe?
Die stehen mit dem Rücken zur Wand. Und angeschlagene Boxer sind gefährlich. Die Floskeln sind bekannt – und sie gelten alle. Aber ich erwarte von der Mannschaft, vor allem auch von Spielern wie Gambo, Benda oder Vaccaro, dass sich etwas bewegt. Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase, wo man sieht, ob wir Typen haben.
Die Liga ist erstaunlich ausgeglichen. Jeder schlägt derzeit jeden. Im Umfeld kommt schon erste Kritik, dass man beim Saisonziel Platz 10 zu vorsichtig gewesen sei. Müsste man keine höheren Ziele ausgeben, um sie dann auch zu erreichen?
Ich rate hier zu großer Zurückhaltung – gerade weil alles so ausgeglichen ist. Den Fehler hat man im vergangenen Jahr begangen, daraus sollten wir unserer Lehren ziehen. Zumal wir in dieser Saison auch noch nicht die Leistungen gezeigt hat, wie die Mannschaft im September des letzten Jahres. Auf der anderen Seite: Wir haben zehn Punkte. Das ist wahrlich nicht schlecht. Darauf können wir aufbauen.
Abschließend noch die Standardfrage: Wie sieht es bei den Verletzten aus?
Besser. Beigang macht deutliche Fortschritte. Ob es schon für Karlsruhe reicht, ist aber offen. Akcay und Steinle trainieren wieder voll mit. Parmak hat noch Zahnprobleme. Genisyürek fällt noch zwei Wochen aus.