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Nicht nach Israel: Politikum um Ashkan Dejagah
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 10:41
von Martin
Nicht nach Israel: Politikum um Ashkan Dejagah
Ashkan Dejagah hat seine Teilnahme beim U-21-Länderspiel in Israel "aus persönlichen Gründen" abgesagt.
Wie der DFB mitteilte, bat der Profi des VfL Wolfsburg DFB-Trainer Dieter Eilts, "aus persönlichen Gründen nicht für das Länderspiel am 12. Oktober 2007 in Israel berücksichtigt zu werden. Diese persönliche Begründung wurde durch den Trainer akzeptiert."
Der Spieler selbst sagte laut DFB-Pressemitteilung: "Ich bitte um Verständnis, dass diese Gründe sehr persönlicher Natur sind und in meinem engsten familiären Umfeld begründet liegen. Insofern danke ich dem DFB auch sehr für das Vertrauen und die Diskretion."
Entscheidung sorgt für Kritik
Er habe mit dem DFB-Trainer darüber gesprochen, erklärte er. Eilts habe "sofort Verständnis gezeigt". Die Bild hatte den 21-Jährigen mit den Worten zitiert: "Das hat politische Gründe. Jeder weiß, dass ich Deutsch-Iraner bin." Seit der Islamischen Revolution von 1979 lehnt es Iran ab, Israel anzuerkennen und verbietet seinen Staatsbürgern die Einreise sowie den sportlichen Wettkampf.
Deutliche Kritik kam von DFB-Präsident Theo Zwanziger. "Ich habe die Entscheidung des Trainers respektiert, weil er mir vermitteln konnte, dass der Spieler Gründe angeführt hat, die im privaten Bereich liegen. Meine Grundposition und die des DFB ist jedoch klar: Wir werden nicht hinnehmen, dass ein deutscher Nationalspieler aus Gründen der Weltanschauung seine Teilnahme an einem Länderspiel absagt", meinte Zwanziger in der DFB-Mitteilung.
Beim Zentralrat der Juden herrscht Empörung über Dejagahs Verhalten. "Es ist undenkbar und unmöglich, dass ein Nationalspieler einen privaten Judenboykott initiiert", sagte Vizepräsident Dieter Graumann Spiegel online. "Es wäre skandalös, wenn der DFB dieses Verhalten nicht sanktioniert."
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Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 10:44
von Tobi78
..und mal wieder der Zentralrat der Juden. Das es denen nicht selbst mal langweilig wird auf jeden noch so kleinen Mist mit "Empörung" zu reagieren. Die haben wohl Angst man könnte sie sonst vergessen.
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 11:21
von Überlinger
Tobi78 hat geschrieben:..und mal wieder der Zentralrat der Juden. Das es denen nicht selbst mal langweilig wird auf jeden noch so kleinen Mist mit "Empörung" zu reagieren. Die haben wohl Angst man könnte sie sonst vergessen.
Es ist schon verwunderlich wie schnell da immer ne Stellungnahme von Zentralrat kommt. Man hat wirklich das Gefühl, dass dort nur sehnlichst darauf gewartet wird bis man wiedermal seine "Empörung" kund tun kann.

Der Zentralrat ist sich seiner Macht in Politik und Gesellschaft einfach bewusst und handelt dementsprechend. Wer von denen kritisiert wird steht in Deutschland ganz schnell in der braunen Ecke.
Doch der Zentralrat muss höllisch aufpassen: Während man ihm in Politik und kulturellen Kreisen noch aus der Hand frisst und alles "bejat" was von dort kommt, steht ein immer größerer Teil der Bundesbürger dieser Institution kritisch bis negativ gegenüber. Ich selbst schon seit längerem...
Wenn es zum Bruch zwischen Teilen der Bevölkerung und dem Zentralrat kommt, hat das Judentum in Deutschland ein Problem: Ein glaubwürdiges und anerkanntes Sprechorgan fehlt...
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 11:34
von SchorleBlauWeiss
Naja, Zentralrat halt...
Auf der anderen Seite frag ich mich allerdings auch, warum Dejagah dann nicht für den Iran spielt, wenn er solche politischen Probleme hat!
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 11:42
von Bluespirit
Entweder er ist Nationalspieler und reist wie jeder andere an,egal gegen
welchen Gegner, oder er soll auf seine DFB-karriere pfeifen.
Re: Nicht nach Israel: Politikum um Ashkan Dejagah
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 11:47
von Soulfly
Martin hat geschrieben:
Deutliche Kritik kam von DFB-Präsident Theo Zwanziger. "Ich habe die Entscheidung des Trainers respektiert, weil er mir vermitteln konnte, dass der Spieler Gründe angeführt hat, die im privaten Bereich liegen. Meine Grundposition und die des DFB ist jedoch klar: Wir werden nicht hinnehmen, dass ein deutscher Nationalspieler aus Gründen der Weltanschauung seine Teilnahme an einem Länderspiel absagt", meinte Zwanziger in der DFB-Mitteilung.
Das ist der Punkt der mich stört. Der Spieler bat ausdrücklich um
Diskretion. Und was ist? Jetzt bekommt er von höchster Stelle des
DFB einen auf den Deckel, der Zentralrat mischt sich ein und die
Presse tut auch ihr übriges.
Unmöglich!
Hätte er es besser wie Michael Ballack gemacht und rechtzeitig vor
einem ihm ungenehmen Spiel einen Schnupfen bekommen.
Re: Nicht nach Israel: Politikum um Ashkan Dejagah
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 12:47
von Rangrücktritt
Soulfly hat geschrieben:Martin hat geschrieben:
Deutliche Kritik kam von DFB-Präsident Theo Zwanziger. "Ich habe die Entscheidung des Trainers respektiert, weil er mir vermitteln konnte, dass der Spieler Gründe angeführt hat, die im privaten Bereich liegen. Meine Grundposition und die des DFB ist jedoch klar: Wir werden nicht hinnehmen, dass ein deutscher Nationalspieler aus Gründen der Weltanschauung seine Teilnahme an einem Länderspiel absagt", meinte Zwanziger in der DFB-Mitteilung.
Das ist der Punkt der mich stört. Der Spieler bat ausdrücklich um
Diskretion. Und was ist? Jetzt bekommt er von höchster Stelle des
DFB einen auf den Deckel, der Zentralrat mischt sich ein und die
Presse tut auch ihr übriges.
Unmöglich!
Hätte er es besser wie Michael Ballack gemacht und rechtzeitig vor
einem ihm ungenehmen Spiel einen Schnupfen bekommen.
Guter Beitrag, hatte ich mir auch schon gedacht. Vor allem wird unterschätzt welche Probleme das für seine noch im Iran lebenden Angehörigen bedeuten könnte. Aber eines ist sicher: Hätte er das Spiel in z.B. Kasachstan aus diesen Gründen abgesagt wäre da nie so ein Theater drum gemacht worden.
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 13:17
von svk4ever
Ich habe mich köstlich darüber amüsiert. Da es nur um eine Auswahlmannschaft geht, bei der es nicht darum geht vertragliche Pflichten zu erfüllen, soll er doch spielen, wenn er Lust hat, und wenn nicht es bleiben lassen.
Auf jeden Fall ist die Story für alle Beteiligten publicityträchtig. Hätte eine gute Werbeagentur kaum besser einfädeln können.
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 14:06
von Tobi78
Ich freu mich schon auf die Reaktion des Zentralrats, wenn ich bei einem Hobbyturnier das Spiel gegen eine im VFB-Trikot spielende Mannschaft boykottiere!
Wahrscheinlich hätte der Zentralrat auch empört reagiert, wenn Dejagah aufgelaufen wäre! Das wäre doch als extreme Respektlosigkeit zu werten gewesen, oder? Das hätte der DFB doch verhindern müssen!
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 14:24
von JJ
mmmhh.....ein deutscher(!) Nationalspieler der sich weigert in Israel gegen Israel zu spielen.....ja warum sollte da wohl der Zentralrat was sagen
Ist ja wohl klar dass die sich zu Wort melden. Das würde ich auch.
Wenn Herr Dejagah nicht in Israel spielen will dann würde ich ihm empfehlen dann doch lieber für den Iran zu spielen statt für Deutschland.
In deutschen Nationalmannschaften(!) kann kein Platz für so jemanden sein!
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 14:40
von Jean-Luc Girard
Wenn Du Gefahr laufen würdest, durch ein Länderspiel Deine Familie nicht mehr besuchen zu können oder sie dadurch möglichen Repressionen auszusetzen, würdest Du Dir das womöglich auch überlegen (Versuch mal mit einem israelischen Stempel im Pass in den Iran einzureisen)?
Das Ganze auf die Frage zu reduzieren, ob man für Deutschland spielen will oder nicht, ist mir ein bißchen zu einfach.
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 14:40
von Martin
JJ hat geschrieben:mmmhh.....ein deutscher(!) Nationalspieler der sich weigert in Israel gegen Israel zu spielen.....ja warum sollte da wohl der Zentralrat was sagen
Ist ja wohl klar dass die sich zu Wort melden. Das würde ich auch.
Wenn Herr Dejagah nicht in Israel spielen will dann würde ich ihm empfehlen dann doch lieber für den Iran zu spielen statt für Deutschland.
In deutschen Nationalmannschaften(!) kann kein Platz für so jemanden sein!
man darf nicht vergessen, dass er deutsch-iraner ist. im gegenzug würde ein israeli sicher ebenfalls nicht gegen den iran halten. er hat ja nur gesagt, dass er gegen israel nicht spielen will, daran ist nichts verwerflich, selbst wenn er nicht halb-iraner wäre. ich will im fanteam auch net mit utz in der mannschaft spielen

Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 14:41
von McVillager
Wer riskiert schon für irgendwelche nichtsbedeutende Freundschaftsspiele die Gesundheit seiner Familie. Zwanziger hat andere Gründe - als Iraner muss man ja offensichtlich ein Judenfeind sein - ausgeschlossen.
Nun wird der junge Kerl als Bauernopfer für die Kommunikationsfehler des DFB einiges über sich ergehen lassen müssen. Vielleicht hätten sich die Herren vom DFB mal vorher beim FC Bayern erkundigen sollen, wie man so einen Fall dezenter lösen kann.
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 14:49
von JJ
Alles schön und gut!
Richtig wenn seine Familie im Iran Represalien erwarten könnte wenn er gegen Israel ist dann ist absolut verständlich, dass er Bedenken hat gegen Israel zu spielen.
Man darf bitte aber auch nicht vergessen dass er als DEUTSCHER für die DEUTSCHE Nationalmannschaft spielt und als DEUTSCHER darf es diese
Gründe m.E. nicht geben. Er hat als Deutscher auch zu bedenken, welches Zeichen er mit so einer Entscheidung auslöst.
er hat ja nur gesagt, dass er gegen israel nicht spielen will, daran ist nichts verwerflich, selbst wenn er nicht halb-iraner wäre.
Das ist ja eine äußerst seltsame Einstellung. Das er nicht will kann ich verstehen ich glaube der Toni Kahn etc. hatten auch wenig Lust gegen Belanense zu spielen ABER das kann ja bitte kein Grund sein dass er dann nicht spielt.
Hätte er eine Grippe bekommen und die KLAPPE gehalten wäre das (zumindest jetzt) nicht aufgekommen.
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 14:56
von Ralphonso
und ich dachte bisher immer, dass die usa insgeheim von israel regiert werden wäre ein gerücht, dank jj bin ich mir da aber nicht mehr ganz sicher

Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 14:59
von McVillager
JJ hat geschrieben:Alles schön und gut!
Richtig wenn seine Familie im Iran Represalien erwarten könnte wenn er gegen Israel ist dann ist absolut verständlich, dass er Bedenken hat gegen Israel zu spielen.
Man darf bitte aber auch nicht vergessen dass er als DEUTSCHER für die DEUTSCHE Nationalmannschaft spielt und als DEUTSCHER darf es diese
Gründe m.E. nicht geben. Er hat als Deutscher auch zu bedenken, welches Zeichen er mit so einer Entscheidung auslöst.
Was ist das für eine Begründung? Als Deutscher (oder XY) ist dein Land mehr wert als die Unversehrtheit deiner Familie?
Der DFB hat das zu bedenken, er will nur seine Familie schützen.
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 15:05
von Jean-Luc Girard
JJ hat geschrieben:Man darf bitte aber auch nicht vergessen dass er als DEUTSCHER für die DEUTSCHE Nationalmannschaft spielt und als DEUTSCHER darf es diese
Gründe m.E. nicht geben. Er hat als Deutscher auch zu bedenken, welches Zeichen er mit so einer Entscheidung auslöst.
Hätte er eine Grippe bekommen und die KLAPPE gehalten wäre das (zumindest jetzt) nicht aufgekommen.
Weil er also (außer gegen Israel - und das aus bekannten und seitens des DFB nicht entsprechend kommunizierten Gründen) für Deutschland spielen will, muss seine (dummerweise iranische) Verwandtschaft nach Deutschland ziehen? Das finde ich mal eine gesunde, lebensnahe Einstellung.
Die Zeichen, die er mit dieser Entscheidung auslöst, fallen nur auf die (vorschnell) Urteilenden zurück. Ich wollte jedenfalls nicht in Dejagahs Haut stecken.
Und nebenbei: Dir als Globalisierungs-Hardliner müsste doch eigentlich klar sein, dass solche "Nebeneffekte" wie eine multikulturelle Gesellschaft Realität sind. Schwarz-weiß-Denken finde ich da nicht sehr hiflreich.
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 15:06
von JJ
McVillager hat geschrieben:
Was ist das für eine Begründung? Als Deutscher (oder XY) ist dein Land mehr wert als die Unversehrtheit deiner Familie?
Der DFB hat das zu bedenken, er will nur seine Familie schützen.
Richtig Familie schützen geht klar vor aber es ist ein FUSSBALL Spiel einer deutschen Nationalmannschaft und wenn der Iran Israel nicht anerkennt und offensichtlich seine Staatsbürger mit Represalien droht wenn sie dort einreisen dann sollte man aber trotzdem zumindest hinterfragen wie der DFB auf eine so eine Situation reagieren sollte. Einen Spieler dann einfach (auch vor dem Hintergrund der deutsch-israelischen Geschichte) freizustellen und zu sagen das ist ja kein Problem halte ich auch für äußerst bedenklich.
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 15:10
von Ralphonso
JJ hat geschrieben:... Einen Spieler dann einfach (auch vor dem Hintergrund der deutsch-israelischen Geschichte) freizustellen und zu sagen das ist ja kein Problem halte ich auch für äußerst bedenklich.
du sagtest doch es handelt sich nur um ein fußballspiel - finde den fehler!
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 15:16
von JJ
Ralphonso hat geschrieben:JJ hat geschrieben:... Einen Spieler dann einfach (auch vor dem Hintergrund der deutsch-israelischen Geschichte) freizustellen und zu sagen das ist ja kein Problem halte ich auch für äußerst bedenklich.
du sagtest doch es handelt sich nur um ein fußballspiel - finde den fehler!
Richtig es ist nur ein Fussballspiel und als solohes (finde ich) dürfen eigentlich keine anderen Aspekte gelten aber wenn man sie in Betracht zieht, wie es in diesem Fall ja (z.T. auch verständlich) gemacht wird dann bitte alle(!) Aspekte und sich dann nicht aufregen oder wundern wenn der Zentralrat der Juden sich meldet.
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 18:06
von Heiko K.
Jean-Luc Girard hat geschrieben:
Wenn Du Gefahr laufen würdest, durch ein Länderspiel Deine Familie nicht mehr besuchen zu können oder sie dadurch möglichen Repressionen auszusetzen, würdest Du Dir das womöglich auch überlegen (Versuch mal mit einem israelischen Stempel im Pass in den Iran einzureisen)?
Das ist genau der Punkt.
Und es zeigt, daß man halt nicht immer die Wahrheit sagen darf. Ein leichtes Ziehen in der Wade hätte das Problem auch gelöst.
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 20:01
von Stepi
McVillager hat geschrieben:Wer riskiert schon für irgendwelche nichtsbedeutende Freundschaftsspiele die Gesundheit seiner Familie. Zwanziger hat andere Gründe - als Iraner muss man ja offensichtlich ein Judenfeind sein - ausgeschlossen.
Nun wird der junge Kerl als Bauernopfer für die Kommunikationsfehler des DFB einiges über sich ergehen lassen müssen. Vielleicht hätten sich die Herren vom DFB mal vorher beim FC Bayern erkundigen sollen, wie man so einen Fall dezenter lösen kann.
Volle Zustimmung !
Auch wenn ich glaube, dass er aus seiner Position heraus nicht daran interessiert war, die Sache dezenter zu lösen. In seine Schlichte Absage, werden viel zu viele Sachen hineininterpretiert.
Mit der Absage signalisiert er doch nur seine nicht - anteilnahme. Und die ist aus seiner Sicht durchaus verständlich !
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 20:12
von Horschdi
Leute, das ist doch ganz einfach: Wer von Euch würde denn wegen eines Länderspiels die Gesundheit seiner Familie auf's Spiel setzen? Ich denke keiner! Und der DFB ist auch nicht sein Arbeitgeber! Also wayne interessiert's? :?
Re: Nicht nach Israel: Politikum um Ashkan Dejagah
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 20:15
von moehringer
Martin hat geschrieben:Beim Zentralrat der Juden herrscht Empörung über Dejagahs Verhalten. "Es ist undenkbar und unmöglich, dass ein Nationalspieler einen privaten Judenboykott initiiert", sagte Vizepräsident Dieter Graumann Spiegel online. "Es wäre skandalös, wenn der DFB dieses Verhalten nicht sanktioniert."
Vielleicht sollte man dem Empörungsbeauftragten des Zentralrats mal erklären, dass es einen Unterschied zwischen einer Religion auf der einen Seite und einem Staat und dessen Politik auf der anderen gibt, ehe er hier von einem Judenboykott und damit mittelbar von Antisemitismus spricht...Ist aber nichts Neues, sobald man die Politik des Staates Israel in irgendeiner Weise kritisiert, wird sofort die Antisemitismuskeule geschwungen. Aber dieser Aktion von Ashkan Dejagah liegt in erster Linie ein politischer Konflikt zwischen zwei Staaten zugrunde, auch wenn dieser natürlich mitunter religiös bedingt ist. Dennoch eine absolute Frechheit, den Spieler so zu diffamieren, der von meiner Warte aus verständliche Beweggründe für sein Handeln hatte und es ja scheinbar auch nicht an die große Glocke hängen wollte.
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 22:57
von Blue Fritz
Es ist absolut traurig wie aus dieser Sache jetzt ein Politikum gemacht wird. Da haben wohl einige beim DFB gewaltig versagt! Aber die alten Säcke sonnen sich ja eh lieber bei Pokalübergaben und derlei im Rampenlicht der Medien statt einen ordentlichen Job zu machen!
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2007, 23:01
von The Tongue
Wird man nicht zu Länderspielen eingeladen ??? Ich denke doch... und einer Einladung kann ich folge leisten oder auch nicht, oder etwa nicht ???
Was soll dann der sch...
Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2007, 09:01
von McVillager
Kleine Presseschau zum Thema von "Indirekter Freistoss":
http://www.indirekter-freistoss.de/home ... 01007.html
Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2007, 09:37
von Tobi78
Ganz interessant, wie unterschiedlich die Reaktionen ausfallen. Ludger Schulze kann ich nur voll zustimmen, während man Robert Ide einfach nur empfehlen kann, egal was es ist, weniger davon zu nehmen, dann wird alles wieder gut!
Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2007, 09:49
von Horschdi
Man sollte den Jungen einfach in Ruhe lassen! So wie ich das verstanden habe, sind sich doch inzwischen auch Dejagah und der DFB einig, dass es sich um rein familiäre Gründe handelt und nicht um Dejagahs Weltanschauung! Der Zentralrat der Juden mischt sich überall ein und hat erst dafür gesorgt, dass es überhaupt zu einem Politikum gemacht wurde. Somit hat der Zentralrat doch erst dafür gesorgt, dass diese Angelegenheit so zu eskalieren droht (wenn manche schon von fehlendem "Weitblick" reden) und handelt wenig verantwortungsvoll gegenüber dem Jungen und bezüglich des politischen Konfliktes zwischen Israel und dem Iran. In diese "Debatte" auch noch das deutsch-israelische Verhältnis miteinzubringen, finde ich 'ne Frechheit. Auch wenn Dejagah nun für Deutschland spielt, haben seine Beweggründe NIX mit der deutsch-israelischen Vergangenheit gemein!!!
Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2007, 10:16
von JJ
Danckert (SPD) hält die von Dejagah genannten persönlichen und familiären Gründe für seine Weigerung, in Israel anzutreten, für "nachgeschoben". Danckert: "Die ursprüngliche Aussage war, dass er gegen Israel nicht spielen will. Ein Spieler, der eine solche Äußerung tut, gehört nicht in die Nationalmannschaft."
Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2007, 11:09
von GelsenKickers
Wolfsburg suspendiert Dejagah
Der Fall Ashkan Dejagah (21) wird immer brisanter. Nach der Absage des U21-Länderspiels in Israel ist der Deutsch-Iraner vom Training des VfL Wolfsburg suspendiert worden!
Komplett hier
http://www.bild.t-online.de/BTO/sport/b ... 42202.html
Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2007, 11:12
von pipes
...und ein Abgeordneter der dagegen klagt, seine Nebeneinkünfte offenzulegen gehört nicht in den Bundestag

Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2007, 11:17
von The Tongue
Die Spinnen doch alle. Hätte er irgendeine Verletzung vorgetäuscht, wäre alles in Ordnung. Gibt er aber ehrlich Auskunft warum, is er der Depp. Vorbildlich, wie alles da läuft... Heisst also, Schauspielern is besser :wink:
Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2007, 11:19
von Killerauge
Die Intoleranz in der ganzen Kampagne gegen Dejagah ist eine Schande...

Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2007, 11:30
von barneygumble
Killerauge hat geschrieben:Die Intoleranz in der ganzen Kampagne gegen Dejagah ist eine Schande...

Und die Intoleranz von ihm selber ist keine, oder wie...?
Gute Einstellung

Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2007, 12:03
von Ralphonso
GelsenKickers hat geschrieben:Wolfsburg suspendiert Dejagah
Der Fall Ashkan Dejagah (21) wird immer brisanter. Nach der Absage des U21-Länderspiels in Israel ist der Deutsch-Iraner vom Training des VfL Wolfsburg suspendiert worden!
Komplett hier
http://www.bild.t-online.de/BTO/sport/b ... 42202.html
naja, die zeitung mit den großen buchstaben war da wohl etwas voreilig
auszug von kicker.de:
...Wie es mit dem Mittelfeldspieler nun genau weitergeht, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Anscheinend wollen die Wolfsburger Verantwortlichen angesichts des zu erwartenden Medieninteresses Druck von dem jungen Spieler nehmen. Allerdings gaben die Niedersachsen in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt, dass Dejagah nicht suspendiert worden sei und weiterhin am Trainingsbetrieb teilnehmen werde. Ein Zeitpunkt für seine Rückkehr wurde aber nicht genannt...
Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2007, 12:10
von Killerauge
barneygumble hat geschrieben:Killerauge hat geschrieben:Die Intoleranz in der ganzen Kampagne gegen Dejagah ist eine Schande...

Und die Intoleranz von ihm selber ist keine, oder wie...?
Gute Einstellung

Ich spreche von der Intoleranz einiger Menschen, andere Lebensumstände anzuerkennen, wenn die nicht in ihr Bild passen. Wichtig ist hierbei, dass diese Menschen i.d.R. sich selbst als moralische Instanz betrachten...
Wenn Dejagah seine Familie schützt und sich die Möglichkeit bewahrt, sein Heimatland zu betreten, so sehe hierin kein Problem und schon gar keine Intoleranz...
...oder was meinst du mit Intoleranz von Seiten Dejagahs?
Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2007, 13:07
von JJ
Dejagah von iranischen Medien gefeiert
Derweil bezeichnete die iranische Sportzeitung "Goal" Dejagahs Entscheidung als "heroisch und meisterlich". Das Blatt kritisierte zugleich den Zentralrat der Juden in Deutschland, dessen Präsidentin Charlotte Knobloch am Dienstag den Ausschluss des U21-Profis vom VfL Wolfsburg aus sämtlichen deutschen Nationalteams gefordert hatte. "Die jüdische Lobby in Deutschland provoziert eine politische Welle gegen Dejagahs meisterliche Entscheidung."
Das staatliche Fernsehen bezeichnete Dejagahs Entscheidung als "ein sehr ehrenvolles Verhalten von einem jungen Mann, der nicht mal in Iran aufgewachsen ist". Die Offiziellen des iranischen Fußballverbandes hielten sich mit Reaktionen bislang zurück.
[Spiegel.de]
Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2007, 13:12
von Tobi78
Jetzt ist die Sache entgültig auf einer Ebene angelangt, die sie überhaupt nicht verdient hat. Anstatt dem Spieler eine Zerrung bescheinigen zu lassen haben der DFB und andere Spezialisten dafür gesorgt, dass diese Geschichte aufs Übelste für politische Zwecke instrumentalisiert wird. Ich halte eigentlich viel von Zwanziger, aber diesen Mist der da jetzt abläuft muss er zu großen Teilen auf seine Kappe nehmen.
Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2007, 13:12
von barneygumble
Killerauge hat geschrieben:barneygumble hat geschrieben:Killerauge hat geschrieben:Die Intoleranz in der ganzen Kampagne gegen Dejagah ist eine Schande...

Und die Intoleranz von ihm selber ist keine, oder wie...?
Gute Einstellung

Ich spreche von der Intoleranz einiger Menschen, andere Lebensumstände anzuerkennen, wenn die nicht in ihr Bild passen. Wichtig ist hierbei, dass diese Menschen i.d.R. sich selbst als moralische Instanz betrachten...
Wenn Dejagah seine Familie schützt und sich die Möglichkeit bewahrt, sein Heimatland zu betreten, so sehe hierin kein Problem und schon gar keine Intoleranz...
...oder was meinst du mit Intoleranz von Seiten Dejagahs?
Sorry, habe den Sachverhalt nicht komplett erfasst beim Überfliegen.
Hatte im Kopf, dass er mit dem Einreiseland selber Probleme hätte und nicht die Bitte auf das Spiel zu verzichten aufgrund des Schutzes seiner Familie. Habe dann dein Posting gelesen und war entsetzt, dass dieses auf meine erste Vermutung gemünzt sein sollte.
Bin einem Irrtum unterlegen und ziehe die Unterstellung jeglicher Einstellung deinerseits komplett zurück.