Bewährung mit Auflagen
22.10.2007
Die Stuttgarter Kickers halten nach dem 1:1 gegen den SSV Reutlingen zunächst weiter an Trainer Peter Zeidler fest
Stuttgart - Der erste Heimsieg in dieser Saison lässt zwar weiter auf sich warten, aber die Trainerfrage ist bei Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers vorerst vom Tisch. Einen Tag nach dem 1:1 (0:0) im Derby gegen den SSV Reutlingen entschied das Präsidium gestern, zunächst weiter mit Cheftrainer Peter Zeidler zusammenzuarbeiten.
Von Beate Wockenfuß
„
Der Trainer hat unser vollstes Vertrauen. Wir denken, dass er in die Erfolgsspur zurückfindet“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum nach der Telefonkonferenz mit seinen drei Präsidiumskollegen Walter Kelsch, Friedrich Kummer und Hans-Jürgen Wetzel. Einstimmig habe man daher beschlossen, an Zeidler festzuhalten. Ein Ultimatum gebe es zwar „definitiv“ nicht, aber der Trainer und die Mannschaft stehen unter strenger Aufsicht. „Es gibt bestimmte Anzeichen. Und wir werden beobachten, ob er und die Spieler daran arbeiten“, kündigte Eichelbaum an. Eines dieser Anzeichen sei die „verhaltene Spielweise“, die zum Zuschauerverlust auf der Waldau geführt habe: „Viele stören sich daran, dass man mit nur einer echten und einer hängenden Spitze meint, offensiv zu spielen.“
Gegen Reutlingen gab es in Angelo Vaccaro und Bashiru Gambo zwar zwei echte Spitzen, doch zum Sieg hat es trotzdem nicht gereicht. Das lag aber in erster Linie daran, dass die Kickers ab der 20. Minute nur noch zu zehnt auf dem Platz waren. Verteidiger Recep Yildiz sah Gelb-Rot, weil er übermotiviert zur Sache ging. Die Mannschaft spielte ganz offensichtlich für ihren Trainer, erkämpfte sich tapfer in Unterzahl die 1:0-Führung (77. Mustafa Parmak) und musste im direkten Gegenzug den Ausgleich (78. Sven Schipplock) zum 1:1-Endstand hinnehmen. „Die Jungs haben aufopferungsvoll gekämpft und gezeigt, dass sie alle zusammenhalten“, sagte Manager Joachim Cast und betonte: „Von meiner Seite aus gibt es keine Bedenken gegen Peter Zeidler.“Das sahen aber offenbar nicht alle Kickers-Verantwortlichen so. Zumindest direkt nach dem Abpfiff. „Zwei Punkte sind unter dem Strich zu wenig. Damit bin ich nicht zufrieden“, polterte Eichelbaum am Samstagnachmittag. Und zur Trainerfrage meinte er nur kurz: „Die Entscheidung ist völlig offen.“ Klarheit sollte erst die Präsidiumssitzung am Sonntag bringen. Danach relativierte er seine Aussage: „Bei 70 Minuten in Unterzahl kann man einen Sieg nicht zwingend erwarten.“ Zeidler selbst war sich nach der Partie seines Arbeitsplatzes sicher: „Wir haben gezeigt, dass wir ein absolut intaktes Team sind.“ Das haben die Spieler dann noch einmal untermauert.
Kapitän Jens Härter hatte sich in einem Telefonat mit Eichelbaum im Namen der Mannschaft für den Trainer ausgesprochen - was wohl im Präsidium Eindruck hinterlassen hat.
Statistik
Stuttgarter Kickers: Yelldell - Steinle, Wildersinn, Yildiz, Baradel - Parmak, Akcay, Mann, Rodrigues (76. Tucci) - Gambo, Vaccaro (84. Kacani).
SSV Reutlingen: Hoffmeister - Scheuring, Liotte, Kirsch, Janic - Rill, Otto (84. Sajaia), Vujevic (76. Waidmann), Meha - Haas (72. Bischoff), Schipplock.
Schiedsrichter: Steinberg (Korntal-Münchingen).
Zuschauer: 3470.
Tore: 1:0 Parmak (77.), 1:1 Schipplock (78.).
Gelbe Karten: Gambo, Vaccaro / Otto.
Gelb-Rote Karte: Yildiz (20./wiederholtes Foulspiel) / -.
Beste Spieler: Akcay, Yelldell / Schipplock, Kirsch.
http://www.ez-online.de/lokal/lokalspor ... 300762.cfm