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Zum Hoffnungsträger aufgestiegen Thomas Weller

Verfasst: Donnerstag 28. Februar 2008, 10:49
von uldorico
Donnerstag 28. Februar 2008, Sport


Zum Hoffnungsträger aufgestiegen

Zu Super-League-Zeiten war Thomas Weller (27) Publikumsliebling beim FC Schaffhausen. Dann wurde er aussortiert. Über die Stuttgarter Kickers fand er den Weg zum FC St. Gallen. Dort stieg er zum Hoffnungsträger auf.

VON Daniel F. Koch

Fussball Im Fussball geht alles ganz schnell. Das hat Thomas Weller, ehemaliger Mittelfeldspieler beim FC Schaffhausen, im letzten halben Jahr am eigenen Leib zu spüren bekommen. «Ich habe in Schaffhausen sicher auch Fehler gemacht», weiss der Sohn von Hanjo Weller, dem ehemaligen Bundesligastar und einstigen Trainer des Challenge-League-Clubs FC Vaduz. So habe er seinem ehemaligen Trainer Jürgen Seeberger (heute Alemannia Aachen) wohl zu direkt seine Meinung gesagt. Es ist - nicht nur im Fussball - so, dass es nicht gut ankommt, wenn man sich mit seinem Chef anlegt. Das Ende vom Lied: Der Mittelfeldspieler Weller, bei dem das Schaffhauser Publikum immer den Zug zum Tor bewunderte, wurde aussortiert. Er landete beim ambitionierten deutschen Regionalligaclub Stuttgarter Kickers. «Ich wurde als Verstärkung geholt und konnte meine Leistung aber nicht so bringen, wie ich das erwartet hatte», beschreibt Thomas Weller selbstkritisch diesen kurzen Abschnitt seiner Karriere. In der Folge verlängerten die Schwaben den Vertrag nicht. Weller suchte einen neuen Club. Alle Arbeitsmöglichkeiten zerschlugen sich. Sowohl in Deutschland wie auch in der Schweiz. «Es war schon so weit, dass mir mein Vater geraten hat, aufzuhören.» Das wollte der 27-Jährige aber nicht. «Ich habe immer an mich geglaubt und dass ich wieder in die Super League zurückkehren werde.»

Ein halbes Jahr lang stempeln

Ehe sich die Geschichte aber zum Guten wenden sollte, musste Thomas Weller noch tiefer untendurch. «Ein halbes Jahr war ich stempeln», erinnert er sich nicht gerne daran zurück, staatliche Unterstützung in Anspruch genommen zu haben. Um sich fit zu halten, liess Weller alte Kontakte spielen. Bei der U 21 des FC St. Gallen, die von Giorgio Contini und René Weiler geführt wurde, durfte er mittrainieren. Doch die Pechsträhne hielt an. In seinem ersten Einsatz überzeugte der arbeitslose Profi zwar und erzielte ein Tor und leistete einen Assist. Im zweiten Spiel handelte er sich aber einen Platzverweis ein. Zu allem Unglück brach er sich im Training noch den Arm. Selbst diesen Rückschlag steckte der 1,86 Meter grosse Blondschopf weg.

Mit Balakov kam die Wende

Die Turbulenzen um den Traditionsverein in der Ostschweiz mit Trainerentlassung und Sportchef-Degradierung brachten die Wende. Der neue Trainer Krassimir Balakov stufte das Potential von Weller richtig ein. Zunächst testete er ihn auf gewohnter Position im linken Mittelfeld. Ziemlich bald funktionierte Balakov Weller aber zum linken Aussenverteidiger um. Ein Volltreffer für den Spieler selbst und den Club. «Obwohl ich in Schaffhausen diese Position schon gespielt hatte, war sie zunächst ungewohnt für mich», sagt Thomas Weller. Der Neue, der sich bestens aufgenommen fühlte, erwies sich als echte Verstärkung. Er wurde auf Kosten seines ehemaligen FCS-Kollegen Fernando de Souza Stammspieler. Mit Marc Schneider, der vom FC Zürich gekommen ist, und den Defensivkräften Philipp Muntwiler und Marcos Gelabert versteht sich Weller fussballerisch bestens. Das war auch auf dem Platz zu bemerken. Erst mit Glück, dann mit Können fand der Tabellenletzte St. Gallen wieder auf die Siegerstrasse zurück. Spätestens mit seinem direkt verwandelten Eckball gegen Sion nahm auch die (Fussball-)Öffentlichkeit der Schweiz Thomas Weller wahr. Mittlerweile wurden drei Siege in Folge daraus, der letzte Platz wurde verlassen.
«Der Weg bis zur Rettung ist noch weit. Aber wir schaffen das», ist Weller optimistisch. Denn ein grosses Ziel peilt er auf jeden Fall an. Im nächsten Jahr möchte er mit dem Super-League-Club St. Gallen im neuerbauten Stadion einlaufen.