Spielberichte vom legendären 5:1 über Aalen
Verfasst: Samstag 26. April 2008, 20:40
von der homepage:
So einen Heimsieg haben die Kickers-Fans lange nicht mehr gesehen: Mit 5:1 Toren - zur Halbzeit führten die Kickers bereits mit 4:1 - gewannen die Blauen absolut verdient gegen das Spitzenteam des VfR Aalen. In einer überragenden Anfangsphase trafen Ferhat Cerci (9.) und Doppeltorschütze Marco Tucci (10. und 21.) zur zwischenzeitlichen 3:0-Führung nach gerade mal 21 gespielten Minuten. Zwar kamen die Gäste durch den verwandelten Foulelfmeter von Christian Alder nochmals auf 3:1 heran (26.), doch Angelo Vaccaros abgefälschtes Tor mit dem Halbzeitpfiff zum 4:1 sorgte für die Vorentscheidung (45.). Marcus Mann köpfte nach einem Freistoß von Mustafa Parmak an den Pfosten freistehend zum 5:1-Endstand vor den 4.240 begeisterten Zuschauern im GAZi-Stadion ein (82.).
Bashiru Gambo (vorne) im Zweikampf mit Mischa Welm (Eibner-Pressefoto)
Die Aufstellung:
Trainer Stefan Minkwitz konnte auf die Elf der letzten erfolgreichen Wochen setzen, denn auch Angelo Vaccaro konnte nach auskurierter Oberschenkelzerrung auflaufen. Im Sturm bekam Marco Tucci neben Angelo Vaccaro das Vertrauen und lief für Sokol Kacani von Beginn an auf. Im Tor wie gewohnt David Yelldell, die Abwehr-Viererkette der Kickers bildeten Benedikt Deigendesch, Marcus Mann, Marcel Rapp und Oliver Stierle. Im Vierer-Mittelfeld Ferhat Cerci und Mustafa Parmak auf den Flügeln, Alexander Rosen und Bashiru Gambo wieder zentral.
Der Spielverlauf:
Die erste nennenswerte Chance hatten die Gäste, als Stürmer Marco Sailer frei vor David Yelldell angespielt wurde, doch kam er nicht mehr richtig hinter den Ball, so dass sein Schuss keine Gefahr für das Kickers-Tor von David Yelldell war (3.).
Der erste gelungene Angriff der Blauen führte dagegen gleich zum Erfolg: Alexander Rosen mit dem öffnenden Pass raus auf die rechte Seite auf Benedikt Deigendesch, dessen Flanke aus dem Halbfeld perfekt hinter die Abwehrreihe Ferhat Cerci findet. Die Neuzugang steht sieben Meter vor dem Tor völlig frei und schob das Leder abgeklärt mit dem linken Fuß ins rechte Ecke zum 1:0 ein (9.).
Ferhat Cerci (li.) im Kopfballzweikampf mit Angelo Donato (Eibner-Pressefoto)
Aalen hatte Anspiel, doch nur zwei oder drei Ballberührungen später erkämpfte sich Alexander Rosen den Ball, schickte Angelo Vaccaro auf den linken Flügel, der Kickers-Stürmer zog rein Richtung Strafraum und schoss dann mit einem strammen Schuss flach ins kurze Ecke. Gästekeeper Tobias Linse konnte den Ball nicht fangen, ließ ihn nach vorne abprallen, wo Marco Tucci als Stürmer stehen muss. Der Joker der letzen Spiele hatte keine Mühe den Ball zum 2:0 über die Linie zu drücken, und das ganze nur 17 Sekunden nach dem Führungstreffer.
Das Spitzenteam aus Aalen zeigte sich geschockt und Trainer Edgar Schmitt ließ jetzt oftmals seinem Ärger lautstark freien Lauf. Christian Holzer sorgte mit seinem 25m-Distanzschuss für erste wirkliche Gefahr, doch David Yelldell streckte sich lange und konnte zur Ecke abwehren (12.).
Auf der anderen Seite dribbelte sich Ferhat Cerci auf seinem Flügel durch, sah dann auf den anderen Seite Mustafa Parmak stehen und seine Flanke kam super beim Mittelfeldspieler an. Parmak nahm den Ball volley, doch sein Versuch ging leider vier Meter am rechten Posten vorbei (15.).
Marco Tucci überwindet Tobias Linse zum 2:0 (Eibner-Pressefoto)
Die Aalener versuchten sich mehr und mehr zu wehren und wussten die wie aufgedreht spielenden Kickers-Akteure oftmals nur durch Fouls zu bremsen. Einen der fälligen Freistöße führte dann zum 3:0. Ein langer Flugball aus gut 40 Meter schlug Mustafa Parmak hoch auf den zweiten Pfosten, Marco Tucci stand im Zentrum völlig frei und köpfte aus gut fünf Meter in die Maschen (21.). Eine 3:0-Führung der Kickers nach knapp 20 Minuten, wann gab es das zuletzt?
Doch Aalen kam in der 26. Minute zurück ins Spiel, weil Christian Alder einen Foulelfmeter trocken in die Mitte zum 3:1-Anschlusstreffer verwandelte. Vorausgegangen war eine strittige Situation im Kickers-Strafraum, als eine Kopfballverlängerung bei Marco Sailer landete. Bashiru Gambo deckte ihn hauteng und gab ihm wohl den entscheidenden Rempler. Beide kamen zu Fall, wobei die Kickers-Spieler auf Handspiel reklamierten. Der Unparteiische entschied eben zuerst auf angebliches Foulspiel und nicht auf Handspiel des Aalener Stürmers, der den Ball mit der Hand mitnahm.
Aber der Anschlusstreffer verunsicherte die Kickers überhaupt nicht. Die nächste Tormöglichkeit hatte nur vier Minuten später Angelo Vaccaro, der nach einem gewonnenen Kopfballduell von Bashiru Gambo vor dem herauseilenden Gästekeeper mit dem Kopf an den Ball kam, doch sein Lupfer ging knapp am linken Pfosten vorbei (30.).
Marcus Mann überspringt Marco Sailer beim Kopfballduell (Eibner-Pressefoto)
Die nächste gute Möglichkeit nur 120 Sekunden später: Freistoß Benedikt Deigendesch auf Angelo Vaccaro, der direkt und hoch weiter auf Marco Tucci. Der Kickers-Stürmer war wohl selbst überrascht, wie einfach sich die Gästeabwehr heute ausspielen ließ und verstolperte die Kugel (32.).
Dann aber wieder eine strittige Situation im Kickers-Strafraum: Marco Sailer zog von außen in den Strafraum, Benedikt Deigendesch kreuzte ihm den Weg und beide berührten sich leicht am Fußgelenk. Schiedsrichter Florian Steuer stand aber gut und pfiff sofort. Nach kurzer Verwirrung ob Strafstoß oder Schwalbe zeigte er dem Aalener Stürmer die Gelbe Karte.
In der 39. Minute trugen die Kickers wieder nach einer frühen Balleroberung einen Konter über Oliver Stierle auf der linken Außenbahn vor, seine Flanke kommt punktgenau auf den Kopf von Marco Tucci, doch bekam er nicht genug Druck dahinter, so dass Linse sicher abfangen konnte (39.).
Von Aalen war weiter nichts zu sehen, und Edgar Schmitt an der Seitenlinie beruhigte sich fast gar nicht mehr. Einzig ein Freistoß aus 22 Metern von Christian Alder auf das Tornetz konnte als Torchance für den Tabellenzweiten gewertet werden.
Aber wie ein Freistoß zum Torerfolg führen kann, demonstrierten die Kickers mit dem Halbzeitpfiff. Mustafa Parmak legte sich die Kugel gut 30 Meter vor dem Tor zurecht und hielt einfach mal drauf. Die Zweimannmauer sprang auseinander und fälschte den Schuss so ab, dass der Ball direkt vor den Füßen von Angelo Vaccaro landete. Der Kickers-Stürmer drehte sich mit dem Rücken zum Tor elegant und lenkte den Ball mit den linken Fuß in die andere Ecke zum 4:1-Pausenstand (45.). Das GAZi-Stadion stand nun Kopf und die Kickers-Mannschaft wurde zu Recht mit viel Jubel in die Pause verabschiedet.
Mustafa Parmak läßt Andreas Hofmann stehen (Eibner-Pressefoto)
Im zweiten Durchgang verlor die Partie aufgrund der klaren Führung der Blauen verständlicherweise an Klasse und Tempo. Aalens Trainer Edgar Schmitt brachte mit Marijo Maric und Branko Okic zu Beginn der zweiten Hälfte auch zwei neue Spieler. Die Kickers attackierten nun nicht mehr so früh und überließen den Gästen das Spiel, blieben jedoch jederzeit Herr im eigenen Stadion. So plätscherte die Partie so vor sich hin, die Gäste zwar nun mit mehr Spielanteilen, doch ohne wirklich zwingend zu sein. Oftmals schafften es schon Marco Tucci und Angelo Vaccaro den Spielaufbau durch viel Laufarbeit zu stören, viele Fehlpässe und ungenau Aktionen in den Aalener Reihen brachte das Tor von David Yelldell nur selten in wirkliche Gefahr. Über die Außen war für die Gäste kein Durchkommen, zentral standen die zweikampfstarken Alexander Rosen und Bashiru Gambo – nach etwas mehr als einer Stunde dann Mustafa Akcay - wieder prächtig. So feierten die Kickers-Fans im Stadion, Jubelrufe wie „Der SVK ist wieder da“ oder „so was haben wir lange nicht gesehen“ schallten minutenlang zwischen Gegentribüne, G-Block und Haupttribüne hin und her.
Ein Schuss vom eingewechselten Angelo Donato aus der zweiten Reihe (69.) und ein Kopfball von Marco Sailer (72.) hielten den kaum geprüften David Yelldell warm, mehr war von den Aalener Offensivbemühungen nicht zu erwähnen.
Torschütze Marcus Mann zum 5:1 (li.) und Angelo Vaccaro (Eibner-Pressefoto)
Eine erneute Standardsituation von Mustafa Parmak sorgte für den nächsten Kickers-Treffer: Wieder nahm Parmak aus einer Entfernung von gut 25 Metern Maß und sein Schuss klatschte an den rechten Pfosten. Torwart Linse war an dem Ball vielleicht noch dran, doch der Abpraller landete bei Marcus Mann, der völlig freistehend mit seinem ersten Saisontreffer zum 5:1 per Flugkopfball einnetzte (82.).
Für den letzten Aufreger in der 90. Minute sorgte der eingewechselte Kickers-Stürmer Sokol Kacani, als er den Ball von seinem Gegenspieler wegspitzelte und gleich abzog. Sein strammer Schuss aus 16 Meter klatschte an das Lattenkreuz (90.).
Danach war dann Schluss und die Mannschaft ließ sich von ihren Fans feiern. Die Kickers bauen damit ihre Serie von nunmehr sieben Spielen ohne Niederlage weiter aus und klettern endlich wieder auf einen Tabellenplatz, der zur Qualifikation zur neuen 3. Liga berechtigt.
Die Trainerstimmen:
Stefan Minkwitz: "Ich denke es war heute eines unser besseren Heimspiele in dieser Saison. Ich musste niemanden in meiner Mannschaft motivieren, wenn es gegen das Spitzenteam aus Aalen geht, so hat es nicht vieler Worte gebraucht. Was die Jungs heute auf dem Platz gezeigt haben, dem zolle ich meinen Respekt. Aber ich trete auch gleich auf die Euphoriebremse, denn noch haben wir nichts erreicht. Wir können jetzt den heutigen Tag und den Sonntag auch noch genießen, aber am Montag geht es weiter. Denn es war trotzdem nichts alles gut, was ich heute gesehen habe.“
Edgar Schmitt: "Ja, heute war für uns hier nichts zu holen. Wir waren in keiner Weise ebenwürdig und haben auch in der Höhe verdient verloren. Das war die schlechteste Leistung seit ich Trainer in Aalen bin, es hat nirgends gepasst. Jetzt müssen wir alle Aufbauarbeit leisten, wir Trainer, Manager, Mannschaft und Verein. Es wird höchste Zeit, dass wir wieder in die Spur kommen und dass wir uns hinterfragen. Aber ich bin guten Mutes, dass wir das schaffen werden. Es war heute im Kollektiv einfach eine ganz schlechte Leistung von uns.“
Trainer Edgar Schmitt ist sauer (Eibner-Pressefoto)
Spielstatistik:
Kickers: David Yelldell - Benedikt Deigendesch, Marcus Mann, Marcel Rapp, Oliver Stierle - Alexander Rosen, Bashiru Gambo (65. Mustafa Akcay), Ferhat Cerci (84. Moritz Steinle), Mustafa Parmak - Marco Tucci (75. Sokol Kacani), Angelo Vaccaro - Trainer: Stefan Minkwitz
VfR Aalen: - Linse - Fall (55. Donato), Welm, Alder, Traub - Haller (46. Okic), A. Hofmann, Holzer, A. Mayer - Steegmann (46. Maric), Sailer - Trainer: Schmitt
Zuschauer:
4.240 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau
Torfolge:
1:0 Ferhat Cerci (9.)
2:0 Marco Tucci (10.)
3:0 Marco Tucci (21.)
3:1 Christian Alder (26. Foulelfmeter)
4:1 Angelo Vaccaro (45.)
5:1 Marcus Mann (82.)
Schiedsrichter:
Florian Steuer (Menden)
Verwarnungen:
Gelbe Karten: Rosen, Vaccaro, Mann, Stierle, Steinle - Welm, Haller, Sailer, Traub
So einen Heimsieg haben die Kickers-Fans lange nicht mehr gesehen: Mit 5:1 Toren - zur Halbzeit führten die Kickers bereits mit 4:1 - gewannen die Blauen absolut verdient gegen das Spitzenteam des VfR Aalen. In einer überragenden Anfangsphase trafen Ferhat Cerci (9.) und Doppeltorschütze Marco Tucci (10. und 21.) zur zwischenzeitlichen 3:0-Führung nach gerade mal 21 gespielten Minuten. Zwar kamen die Gäste durch den verwandelten Foulelfmeter von Christian Alder nochmals auf 3:1 heran (26.), doch Angelo Vaccaros abgefälschtes Tor mit dem Halbzeitpfiff zum 4:1 sorgte für die Vorentscheidung (45.). Marcus Mann köpfte nach einem Freistoß von Mustafa Parmak an den Pfosten freistehend zum 5:1-Endstand vor den 4.240 begeisterten Zuschauern im GAZi-Stadion ein (82.).
Bashiru Gambo (vorne) im Zweikampf mit Mischa Welm (Eibner-Pressefoto)
Die Aufstellung:
Trainer Stefan Minkwitz konnte auf die Elf der letzten erfolgreichen Wochen setzen, denn auch Angelo Vaccaro konnte nach auskurierter Oberschenkelzerrung auflaufen. Im Sturm bekam Marco Tucci neben Angelo Vaccaro das Vertrauen und lief für Sokol Kacani von Beginn an auf. Im Tor wie gewohnt David Yelldell, die Abwehr-Viererkette der Kickers bildeten Benedikt Deigendesch, Marcus Mann, Marcel Rapp und Oliver Stierle. Im Vierer-Mittelfeld Ferhat Cerci und Mustafa Parmak auf den Flügeln, Alexander Rosen und Bashiru Gambo wieder zentral.
Der Spielverlauf:
Die erste nennenswerte Chance hatten die Gäste, als Stürmer Marco Sailer frei vor David Yelldell angespielt wurde, doch kam er nicht mehr richtig hinter den Ball, so dass sein Schuss keine Gefahr für das Kickers-Tor von David Yelldell war (3.).
Der erste gelungene Angriff der Blauen führte dagegen gleich zum Erfolg: Alexander Rosen mit dem öffnenden Pass raus auf die rechte Seite auf Benedikt Deigendesch, dessen Flanke aus dem Halbfeld perfekt hinter die Abwehrreihe Ferhat Cerci findet. Die Neuzugang steht sieben Meter vor dem Tor völlig frei und schob das Leder abgeklärt mit dem linken Fuß ins rechte Ecke zum 1:0 ein (9.).
Ferhat Cerci (li.) im Kopfballzweikampf mit Angelo Donato (Eibner-Pressefoto)
Aalen hatte Anspiel, doch nur zwei oder drei Ballberührungen später erkämpfte sich Alexander Rosen den Ball, schickte Angelo Vaccaro auf den linken Flügel, der Kickers-Stürmer zog rein Richtung Strafraum und schoss dann mit einem strammen Schuss flach ins kurze Ecke. Gästekeeper Tobias Linse konnte den Ball nicht fangen, ließ ihn nach vorne abprallen, wo Marco Tucci als Stürmer stehen muss. Der Joker der letzen Spiele hatte keine Mühe den Ball zum 2:0 über die Linie zu drücken, und das ganze nur 17 Sekunden nach dem Führungstreffer.
Das Spitzenteam aus Aalen zeigte sich geschockt und Trainer Edgar Schmitt ließ jetzt oftmals seinem Ärger lautstark freien Lauf. Christian Holzer sorgte mit seinem 25m-Distanzschuss für erste wirkliche Gefahr, doch David Yelldell streckte sich lange und konnte zur Ecke abwehren (12.).
Auf der anderen Seite dribbelte sich Ferhat Cerci auf seinem Flügel durch, sah dann auf den anderen Seite Mustafa Parmak stehen und seine Flanke kam super beim Mittelfeldspieler an. Parmak nahm den Ball volley, doch sein Versuch ging leider vier Meter am rechten Posten vorbei (15.).
Marco Tucci überwindet Tobias Linse zum 2:0 (Eibner-Pressefoto)
Die Aalener versuchten sich mehr und mehr zu wehren und wussten die wie aufgedreht spielenden Kickers-Akteure oftmals nur durch Fouls zu bremsen. Einen der fälligen Freistöße führte dann zum 3:0. Ein langer Flugball aus gut 40 Meter schlug Mustafa Parmak hoch auf den zweiten Pfosten, Marco Tucci stand im Zentrum völlig frei und köpfte aus gut fünf Meter in die Maschen (21.). Eine 3:0-Führung der Kickers nach knapp 20 Minuten, wann gab es das zuletzt?
Doch Aalen kam in der 26. Minute zurück ins Spiel, weil Christian Alder einen Foulelfmeter trocken in die Mitte zum 3:1-Anschlusstreffer verwandelte. Vorausgegangen war eine strittige Situation im Kickers-Strafraum, als eine Kopfballverlängerung bei Marco Sailer landete. Bashiru Gambo deckte ihn hauteng und gab ihm wohl den entscheidenden Rempler. Beide kamen zu Fall, wobei die Kickers-Spieler auf Handspiel reklamierten. Der Unparteiische entschied eben zuerst auf angebliches Foulspiel und nicht auf Handspiel des Aalener Stürmers, der den Ball mit der Hand mitnahm.
Aber der Anschlusstreffer verunsicherte die Kickers überhaupt nicht. Die nächste Tormöglichkeit hatte nur vier Minuten später Angelo Vaccaro, der nach einem gewonnenen Kopfballduell von Bashiru Gambo vor dem herauseilenden Gästekeeper mit dem Kopf an den Ball kam, doch sein Lupfer ging knapp am linken Pfosten vorbei (30.).
Marcus Mann überspringt Marco Sailer beim Kopfballduell (Eibner-Pressefoto)
Die nächste gute Möglichkeit nur 120 Sekunden später: Freistoß Benedikt Deigendesch auf Angelo Vaccaro, der direkt und hoch weiter auf Marco Tucci. Der Kickers-Stürmer war wohl selbst überrascht, wie einfach sich die Gästeabwehr heute ausspielen ließ und verstolperte die Kugel (32.).
Dann aber wieder eine strittige Situation im Kickers-Strafraum: Marco Sailer zog von außen in den Strafraum, Benedikt Deigendesch kreuzte ihm den Weg und beide berührten sich leicht am Fußgelenk. Schiedsrichter Florian Steuer stand aber gut und pfiff sofort. Nach kurzer Verwirrung ob Strafstoß oder Schwalbe zeigte er dem Aalener Stürmer die Gelbe Karte.
In der 39. Minute trugen die Kickers wieder nach einer frühen Balleroberung einen Konter über Oliver Stierle auf der linken Außenbahn vor, seine Flanke kommt punktgenau auf den Kopf von Marco Tucci, doch bekam er nicht genug Druck dahinter, so dass Linse sicher abfangen konnte (39.).
Von Aalen war weiter nichts zu sehen, und Edgar Schmitt an der Seitenlinie beruhigte sich fast gar nicht mehr. Einzig ein Freistoß aus 22 Metern von Christian Alder auf das Tornetz konnte als Torchance für den Tabellenzweiten gewertet werden.
Aber wie ein Freistoß zum Torerfolg führen kann, demonstrierten die Kickers mit dem Halbzeitpfiff. Mustafa Parmak legte sich die Kugel gut 30 Meter vor dem Tor zurecht und hielt einfach mal drauf. Die Zweimannmauer sprang auseinander und fälschte den Schuss so ab, dass der Ball direkt vor den Füßen von Angelo Vaccaro landete. Der Kickers-Stürmer drehte sich mit dem Rücken zum Tor elegant und lenkte den Ball mit den linken Fuß in die andere Ecke zum 4:1-Pausenstand (45.). Das GAZi-Stadion stand nun Kopf und die Kickers-Mannschaft wurde zu Recht mit viel Jubel in die Pause verabschiedet.
Mustafa Parmak läßt Andreas Hofmann stehen (Eibner-Pressefoto)
Im zweiten Durchgang verlor die Partie aufgrund der klaren Führung der Blauen verständlicherweise an Klasse und Tempo. Aalens Trainer Edgar Schmitt brachte mit Marijo Maric und Branko Okic zu Beginn der zweiten Hälfte auch zwei neue Spieler. Die Kickers attackierten nun nicht mehr so früh und überließen den Gästen das Spiel, blieben jedoch jederzeit Herr im eigenen Stadion. So plätscherte die Partie so vor sich hin, die Gäste zwar nun mit mehr Spielanteilen, doch ohne wirklich zwingend zu sein. Oftmals schafften es schon Marco Tucci und Angelo Vaccaro den Spielaufbau durch viel Laufarbeit zu stören, viele Fehlpässe und ungenau Aktionen in den Aalener Reihen brachte das Tor von David Yelldell nur selten in wirkliche Gefahr. Über die Außen war für die Gäste kein Durchkommen, zentral standen die zweikampfstarken Alexander Rosen und Bashiru Gambo – nach etwas mehr als einer Stunde dann Mustafa Akcay - wieder prächtig. So feierten die Kickers-Fans im Stadion, Jubelrufe wie „Der SVK ist wieder da“ oder „so was haben wir lange nicht gesehen“ schallten minutenlang zwischen Gegentribüne, G-Block und Haupttribüne hin und her.
Ein Schuss vom eingewechselten Angelo Donato aus der zweiten Reihe (69.) und ein Kopfball von Marco Sailer (72.) hielten den kaum geprüften David Yelldell warm, mehr war von den Aalener Offensivbemühungen nicht zu erwähnen.
Torschütze Marcus Mann zum 5:1 (li.) und Angelo Vaccaro (Eibner-Pressefoto)
Eine erneute Standardsituation von Mustafa Parmak sorgte für den nächsten Kickers-Treffer: Wieder nahm Parmak aus einer Entfernung von gut 25 Metern Maß und sein Schuss klatschte an den rechten Pfosten. Torwart Linse war an dem Ball vielleicht noch dran, doch der Abpraller landete bei Marcus Mann, der völlig freistehend mit seinem ersten Saisontreffer zum 5:1 per Flugkopfball einnetzte (82.).
Für den letzten Aufreger in der 90. Minute sorgte der eingewechselte Kickers-Stürmer Sokol Kacani, als er den Ball von seinem Gegenspieler wegspitzelte und gleich abzog. Sein strammer Schuss aus 16 Meter klatschte an das Lattenkreuz (90.).
Danach war dann Schluss und die Mannschaft ließ sich von ihren Fans feiern. Die Kickers bauen damit ihre Serie von nunmehr sieben Spielen ohne Niederlage weiter aus und klettern endlich wieder auf einen Tabellenplatz, der zur Qualifikation zur neuen 3. Liga berechtigt.
Die Trainerstimmen:
Stefan Minkwitz: "Ich denke es war heute eines unser besseren Heimspiele in dieser Saison. Ich musste niemanden in meiner Mannschaft motivieren, wenn es gegen das Spitzenteam aus Aalen geht, so hat es nicht vieler Worte gebraucht. Was die Jungs heute auf dem Platz gezeigt haben, dem zolle ich meinen Respekt. Aber ich trete auch gleich auf die Euphoriebremse, denn noch haben wir nichts erreicht. Wir können jetzt den heutigen Tag und den Sonntag auch noch genießen, aber am Montag geht es weiter. Denn es war trotzdem nichts alles gut, was ich heute gesehen habe.“
Edgar Schmitt: "Ja, heute war für uns hier nichts zu holen. Wir waren in keiner Weise ebenwürdig und haben auch in der Höhe verdient verloren. Das war die schlechteste Leistung seit ich Trainer in Aalen bin, es hat nirgends gepasst. Jetzt müssen wir alle Aufbauarbeit leisten, wir Trainer, Manager, Mannschaft und Verein. Es wird höchste Zeit, dass wir wieder in die Spur kommen und dass wir uns hinterfragen. Aber ich bin guten Mutes, dass wir das schaffen werden. Es war heute im Kollektiv einfach eine ganz schlechte Leistung von uns.“
Trainer Edgar Schmitt ist sauer (Eibner-Pressefoto)
Spielstatistik:
Kickers: David Yelldell - Benedikt Deigendesch, Marcus Mann, Marcel Rapp, Oliver Stierle - Alexander Rosen, Bashiru Gambo (65. Mustafa Akcay), Ferhat Cerci (84. Moritz Steinle), Mustafa Parmak - Marco Tucci (75. Sokol Kacani), Angelo Vaccaro - Trainer: Stefan Minkwitz
VfR Aalen: - Linse - Fall (55. Donato), Welm, Alder, Traub - Haller (46. Okic), A. Hofmann, Holzer, A. Mayer - Steegmann (46. Maric), Sailer - Trainer: Schmitt
Zuschauer:
4.240 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau
Torfolge:
1:0 Ferhat Cerci (9.)
2:0 Marco Tucci (10.)
3:0 Marco Tucci (21.)
3:1 Christian Alder (26. Foulelfmeter)
4:1 Angelo Vaccaro (45.)
5:1 Marcus Mann (82.)
Schiedsrichter:
Florian Steuer (Menden)
Verwarnungen:
Gelbe Karten: Rosen, Vaccaro, Mann, Stierle, Steinle - Welm, Haller, Sailer, Traub
