Es ist soweit: Pause soll auf 20 Minuten erhöht werden
Verfasst: Mittwoch 21. Januar 2004, 21:39
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ZEIT IST GELD
DFB beantragt Verlängerung der Halbzeitpause
Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten und die Halbzeitpause eine Viertelstunde. Diesen ehernen Grundsatz will der DFB abschaffen. In einem Schreiben an Fifa-Boss Sepp Blatter begründet der deutsche Verband die angestrebte Ausdehnung der Pause auf 20 Minuten damit, dass die Stadionbesucher mehr Zeit an Bier- und Wurststand benötigten.
DDP
Mehr Zeit fürs Bier: In den Stadien müssen die Fußballfans aber weiter aus Plastikbechern trinken
Hamburg - "Es ist eine Initiative, die von der Bundesliga ausgeht", erklärte DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt. Nach Angaben der Zeitschrift "Sport-Bild" hat Werder Bremens Marketing-Chef Manfred Müller den Stein ins Rollen gebracht. Das Ziel sei, Mehreinnahmen in der Gastronomie zu erzielen. "Wir müssen die Verweildauer der Fans in den Stadien verlängern. In diesen zusätzlichen fünf Minuten kann allein der Umsatz im Catering-Bereich um einiges gesteigert werden", sagte Müller. Beim FC Schalke 04 habe man dadurch Zusatzeinnahmen von rund 300.000 Euro pro Saison errechnet.
"Im Sinne der Zuschauer halten wir fünf Minuten länger für richtig. Wir stellen im Alltag fest, dass 15 Minuten für den Gang zur Bratwurst- oder Getränke-Station nicht immer reichen", erklärte Bayer Leverkusens Finanz-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. "Fünf Minuten mehr machen für die Spieler den Braten nicht fett. Aber für die Vereine ist es gut", sagte Karl-Heinz Wildmoser, Präsident des TSV 1860 München.
Gerade in den großen Stadien reiche die Zeit nicht aus, ergänzt Hertha-Präsident Bernd Schiphorst, "eine vorsichtige Erweiterung ist daher eine überlegenswerte Initiative." Dagegen votiert Peter Pander, Manager des VfL Wolfsburg, für den Status quo: "Der Fußball muss im Mittelpunkt bleiben. Mit 15 Minuten Pause fahren wir gut." Bei den Trainern ist die Skepsis groß, da die Spieler bereits bei einer 15-minütigen Pause Gefahr laufen, zu sehr abzukühlen.
Mehr Zeit für Werbung
Das DFB-Gesuch wird schon am 29. Februar bei der nächsten Sitzung des International Football Association Board (IFAB) in London erstmals diskutiert. In diesem Gremium, das sich aus vier Fifa-Beauftragten sowie je einem Vertreter der Fußball-Gründungsländer England, Schottland, Wales und Irland zusammensetzt, fällt auch die letzte Entscheidung über eine Regeländerung. Dazu wird eine Dreiviertel-Mehrheit benötigt. Obwohl das IFAB als ausgesprochen traditionsbewusst gilt, räumt der Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga, Wilfried Straub, der Idee Erfolgschancen ein.
Profitieren würde von einer Regeländerung nicht nur die Stadion-Gastronomie, sondern bei Live-Übertragungen auch das Fernsehen. Denn sie hätten zusätzliche Kapazitäten für Werbung.
ZEIT IST GELD
DFB beantragt Verlängerung der Halbzeitpause
Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten und die Halbzeitpause eine Viertelstunde. Diesen ehernen Grundsatz will der DFB abschaffen. In einem Schreiben an Fifa-Boss Sepp Blatter begründet der deutsche Verband die angestrebte Ausdehnung der Pause auf 20 Minuten damit, dass die Stadionbesucher mehr Zeit an Bier- und Wurststand benötigten.
DDP
Mehr Zeit fürs Bier: In den Stadien müssen die Fußballfans aber weiter aus Plastikbechern trinken
Hamburg - "Es ist eine Initiative, die von der Bundesliga ausgeht", erklärte DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt. Nach Angaben der Zeitschrift "Sport-Bild" hat Werder Bremens Marketing-Chef Manfred Müller den Stein ins Rollen gebracht. Das Ziel sei, Mehreinnahmen in der Gastronomie zu erzielen. "Wir müssen die Verweildauer der Fans in den Stadien verlängern. In diesen zusätzlichen fünf Minuten kann allein der Umsatz im Catering-Bereich um einiges gesteigert werden", sagte Müller. Beim FC Schalke 04 habe man dadurch Zusatzeinnahmen von rund 300.000 Euro pro Saison errechnet.
"Im Sinne der Zuschauer halten wir fünf Minuten länger für richtig. Wir stellen im Alltag fest, dass 15 Minuten für den Gang zur Bratwurst- oder Getränke-Station nicht immer reichen", erklärte Bayer Leverkusens Finanz-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. "Fünf Minuten mehr machen für die Spieler den Braten nicht fett. Aber für die Vereine ist es gut", sagte Karl-Heinz Wildmoser, Präsident des TSV 1860 München.
Gerade in den großen Stadien reiche die Zeit nicht aus, ergänzt Hertha-Präsident Bernd Schiphorst, "eine vorsichtige Erweiterung ist daher eine überlegenswerte Initiative." Dagegen votiert Peter Pander, Manager des VfL Wolfsburg, für den Status quo: "Der Fußball muss im Mittelpunkt bleiben. Mit 15 Minuten Pause fahren wir gut." Bei den Trainern ist die Skepsis groß, da die Spieler bereits bei einer 15-minütigen Pause Gefahr laufen, zu sehr abzukühlen.
Mehr Zeit für Werbung
Das DFB-Gesuch wird schon am 29. Februar bei der nächsten Sitzung des International Football Association Board (IFAB) in London erstmals diskutiert. In diesem Gremium, das sich aus vier Fifa-Beauftragten sowie je einem Vertreter der Fußball-Gründungsländer England, Schottland, Wales und Irland zusammensetzt, fällt auch die letzte Entscheidung über eine Regeländerung. Dazu wird eine Dreiviertel-Mehrheit benötigt. Obwohl das IFAB als ausgesprochen traditionsbewusst gilt, räumt der Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga, Wilfried Straub, der Idee Erfolgschancen ein.
Profitieren würde von einer Regeländerung nicht nur die Stadion-Gastronomie, sondern bei Live-Übertragungen auch das Fernsehen. Denn sie hätten zusätzliche Kapazitäten für Werbung.