Erdin wehrt sich: "Das sind Lügen hoch drei''
Verfasst: Montag 26. Januar 2004, 06:58
Aus der Leonberger Kreiszeitung:
Der ehemalige Kickers-Geschäftsführer lässt den Vorwurf der Misswirtschaft nicht auf sich sitzen
Erdin wehrt sich: "Das sind Lügen hoch drei''
Stuttgart - Kahraman Erdin wehrt sich gegen die Vorwürfe, er habe beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers ein Chaos hinterlassen. "Das sind Lügen hoch drei. Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Die Leute brauchen einfach einen Schuldigen'', sagt der ehemalige Geschäftsführer.
VON JÜRGEN FREY
Der Kampf gegen den Abstieg aus der Regionalliga geht für die Blauen erst am 21. Februar wieder los. Doch was die Finanzen betrifft, geht es unterm Fernsehturm permanent ums nackte Überleben. Schatzmeister Siegfried Jahnke hatte im Interview mit unserer Zeitung den Hauptschuldigen für die Misswirtschaft ausgemacht. Ex-Geschäftsführer Kahraman Erdin habe den kaufmännischen Bereich vernachlässigt, den beauftragten Wirtschaftsprüfer mit falschen Angaben gefüttert und schlichtweg ein Chaos hinterlassen. Der hart Gescholtene holt zum Gegenschlag aus. Erdin wehrt sich gegen:
E Präsident Hans Kullen. "Wenn ich einen Fehler gemacht habe, dann ihn zu unterstützen, obwohl er ein schwacher Mann ist. Kullen hat alle Zahlen gekannt, ich habe vor möglichen Sponsorenrücktritten gewarnt, er wusste über alles Bescheid. Dafür habe ich Zeugen. Ich frage mich, warum wird auf mich eingeprügelt, und nicht das alte Präsidium zur Rechenschaft gezogen. Das traut sich keiner.''
E Ex-Aufsichtsratsmitglied Günter Daiss. "Ursprünglich hatte er den Karren aus dem Dreck ziehen wollen. Daiss machte aber Stimmung gegen mich und war einer der Triebfedern für meinen Rauswurf. Dann ist er feige davongerannt.''
E Schatzmeister Siegfried Jahnke. "Wenn er ein gewissenhafter Zahlenmann ist, warum fielen in seine Ära dann 2,2 Millionen Euro Altlasten?''
Erdin jedenfalls will die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen. "Wenn sich hier jemand rechtliche Schritte vorbehält, dann bin das ich'', betont der 39-Jährige.
Jeder schießt gegen jeden - und mittendrin in der Aufarbeitung der Vergangenheit, hat die Zukunft längst begonnen. Die Suche nach einem neuen Hauptsponsor läuft auf Hochtouren. Bei Eduardo Garcia wollen die Blauen wegen einer Verlängerung seines Engagements anklopfen. Es drängt sich jedoch der Verdacht auf, dass dies eher eine Formalie darstellt, um später nicht mit dem Vorwurf konfrontiert zu werden, nicht alles versucht zu haben. Garcia war diesbezüglich am gestrigen Sonntag zu keiner Stellungnahme bereit - seine Verärgerung über die Blauen brachte er dennoch zum Ausdruck: "Wenn Erdin so schlecht wäre wie er dargestellt wird, hätte ich ihn sicher nicht in mein Unternehmen geholt.''
Schatzmeister Jahnke sieht ohne einen finanzstarken Hauptsponsor mit Ausstrahlung keine Perspektive für die neue Saison. Kullen schätzt die Lage nicht so dramatisch ein wie sein Präsidiumskollege: "Natürlich würde uns eine Galionsfigur gut tun'', sagt Kullen. Er kann sich jedoch auch eine Finanzierung auf breiterer Basis vorstellen: "Vorausgesetzt alle halten zusammen, müsste es die Kickers-Familie auch so stemmen können.'' Präsidiumsmitglied Bernd Klingler arbeitet bereits fieberhaft an einem Gesamtkonzept. Was den täglichen Kampf ums Überleben enorm erleichtern würde, sind sportliche Erfolge. Das WFV-Pokalspiel in Freiberg (14.2.) bietet die erste Chance.
Der ehemalige Kickers-Geschäftsführer lässt den Vorwurf der Misswirtschaft nicht auf sich sitzen
Erdin wehrt sich: "Das sind Lügen hoch drei''
Stuttgart - Kahraman Erdin wehrt sich gegen die Vorwürfe, er habe beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers ein Chaos hinterlassen. "Das sind Lügen hoch drei. Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Die Leute brauchen einfach einen Schuldigen'', sagt der ehemalige Geschäftsführer.
VON JÜRGEN FREY
Der Kampf gegen den Abstieg aus der Regionalliga geht für die Blauen erst am 21. Februar wieder los. Doch was die Finanzen betrifft, geht es unterm Fernsehturm permanent ums nackte Überleben. Schatzmeister Siegfried Jahnke hatte im Interview mit unserer Zeitung den Hauptschuldigen für die Misswirtschaft ausgemacht. Ex-Geschäftsführer Kahraman Erdin habe den kaufmännischen Bereich vernachlässigt, den beauftragten Wirtschaftsprüfer mit falschen Angaben gefüttert und schlichtweg ein Chaos hinterlassen. Der hart Gescholtene holt zum Gegenschlag aus. Erdin wehrt sich gegen:
E Präsident Hans Kullen. "Wenn ich einen Fehler gemacht habe, dann ihn zu unterstützen, obwohl er ein schwacher Mann ist. Kullen hat alle Zahlen gekannt, ich habe vor möglichen Sponsorenrücktritten gewarnt, er wusste über alles Bescheid. Dafür habe ich Zeugen. Ich frage mich, warum wird auf mich eingeprügelt, und nicht das alte Präsidium zur Rechenschaft gezogen. Das traut sich keiner.''
E Ex-Aufsichtsratsmitglied Günter Daiss. "Ursprünglich hatte er den Karren aus dem Dreck ziehen wollen. Daiss machte aber Stimmung gegen mich und war einer der Triebfedern für meinen Rauswurf. Dann ist er feige davongerannt.''
E Schatzmeister Siegfried Jahnke. "Wenn er ein gewissenhafter Zahlenmann ist, warum fielen in seine Ära dann 2,2 Millionen Euro Altlasten?''
Erdin jedenfalls will die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen. "Wenn sich hier jemand rechtliche Schritte vorbehält, dann bin das ich'', betont der 39-Jährige.
Jeder schießt gegen jeden - und mittendrin in der Aufarbeitung der Vergangenheit, hat die Zukunft längst begonnen. Die Suche nach einem neuen Hauptsponsor läuft auf Hochtouren. Bei Eduardo Garcia wollen die Blauen wegen einer Verlängerung seines Engagements anklopfen. Es drängt sich jedoch der Verdacht auf, dass dies eher eine Formalie darstellt, um später nicht mit dem Vorwurf konfrontiert zu werden, nicht alles versucht zu haben. Garcia war diesbezüglich am gestrigen Sonntag zu keiner Stellungnahme bereit - seine Verärgerung über die Blauen brachte er dennoch zum Ausdruck: "Wenn Erdin so schlecht wäre wie er dargestellt wird, hätte ich ihn sicher nicht in mein Unternehmen geholt.''
Schatzmeister Jahnke sieht ohne einen finanzstarken Hauptsponsor mit Ausstrahlung keine Perspektive für die neue Saison. Kullen schätzt die Lage nicht so dramatisch ein wie sein Präsidiumskollege: "Natürlich würde uns eine Galionsfigur gut tun'', sagt Kullen. Er kann sich jedoch auch eine Finanzierung auf breiterer Basis vorstellen: "Vorausgesetzt alle halten zusammen, müsste es die Kickers-Familie auch so stemmen können.'' Präsidiumsmitglied Bernd Klingler arbeitet bereits fieberhaft an einem Gesamtkonzept. Was den täglichen Kampf ums Überleben enorm erleichtern würde, sind sportliche Erfolge. Das WFV-Pokalspiel in Freiberg (14.2.) bietet die erste Chance.