Thomas Letsch musste die Milz entfernt werden.
Verfasst: Mittwoch 17. September 2008, 19:11
SZ:
Sonnenhofs Trainer im Krankenhaus
Thomas Letsch muss die Milz entfernt werden, nachdem er in Villingen tätlich angegangen wurde
STUTTGART. Das Thema Gewalt auf dem Fußballplatz ist am Samstag um ein Kapitel erweitert worden. Der traurige Höhepunkt: Sonnenhofs Trainer Thomas Letsch (41) musste in einer Notoperation die Milz entfernt werden.
Von Joachim Klumpp
Der vergangene Samstag wird als schwarzer Tag in die Geschichte des Fußball-Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach eingehen. Wobei das 0:1 in Villingen, und damit die erste Saisonniederlage, urplötzlich zur Randgeschichte verkam. Denn unmittelbar nach dem Schlusspfiff ist es auf dem Platz zu Tumulten gekommen, in deren Verlauf der Gästetrainer Thomas Letsch schlichten wollte und letztendlich selbst zum Opfer wurde. "Er hat nur erzählt, dass er von hinten gestoßen worden ist", berichtete seine Frau, "und Schmerzen im Rücken spürte." Der Gymnasiallehrer erschien dennoch ganz normal zur Pressekonferenz und fuhr anschließend auch im Mannschaftsbus mit nach Hause.
In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden die Schmerzen dann aber immer stärker, so dass Letsch am Montagmorgen erst zum Arzt und dann in die Klinik ging, wo ein Riss der Milz festgestellt und das Organ daraufhin in einer Notoperation entfernt worden ist. "Es geht ihm einigermaßen gut", sagte Frau Letsch gestern, ihr Mann werde voraussichtlich noch eine Woche im Krankenhaus in Esslingen verbringen müssen.
Einstweilen leitet der Co-Trainer Rüdiger Rehm das Training des Tabellenzweiten, der erst vor zwei Wochen mit dem Sieg im WFV-Pokal gegen den Drittligisten Stuttgarter Kickers Furore gemacht hatte. Neben Letsch erlitten auch die Spieler Calogero Boninsege (Schürfwunde) und Kevin Kraus (blaues Auge) kleinere Blessuren.
Unmittelbar nach dem Schlusspfiff hatte Großaspachs Torwart Milan Jurkovic gegen den Villinger Spieler Avraam den Ellenbogen ausgefahren (wofür Jurkovic die Rote Karte sah). Daraufhin kam es in der aufgeheizten Atmosphäre laut Zeugen vor allem zwischen den Spielern und Betreuern beider Mannschaften zu massiven Handgreiflichkeiten.
"Wir warten noch auf den Bericht des Schiedsrichters", erklärte gestern Thomas Proksch, der Abteilungsleiter Spielbetrieb beim Württembergischen Fußball-Verband. Ein Ermittlungsverfahren ist aber schon allein deswegen eingeleitet worden, weil Sonnenhof eine Stellungnahme zu den Vorfällen geschickt hat, in dem die mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen moniert wurden. Denn auch in der Oberliga gelten genau vorgeschriebene Sicherheitsstandards, zum Beispiel ein eigener Ordnungsdienst. "Inwieweit der versagt hat, können wir noch nicht sagen", erklärte Proksch, der weitere Beweismittel wie Videoaufnahmen anfordern will. Sollte dem Gastgeber eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachgewiesen werden, lässt die Rechts- und Verfahrensordnung des WFV ein breites Spektrum an Maßnahmen zu. Die reichen von einer Geldstrafe über Platzsperre bis hin zu Punktabzug. In einem ähnlichen Fall wurden dem TSV Crailsheim vergangene Saison zunächst drei und nach einem Einspruch schließlich zwei Zähler abgezogen.
Wobei Sonnenhofs Sportkoordinator Joannis Koukoutrigas betont: "Uns geht es nicht darum, die Wertung des Spiels anzuzweifeln - wir haben verloren." Wichtig sei nur, dass der Trainer rasch wieder auf die Beine komme. "Alles andere ist nebensächlich."
17.09.2008 - aktualisiert: 17.09.2008 05:19 Uhr
Sonnenhofs Trainer im Krankenhaus
Thomas Letsch muss die Milz entfernt werden, nachdem er in Villingen tätlich angegangen wurde
STUTTGART. Das Thema Gewalt auf dem Fußballplatz ist am Samstag um ein Kapitel erweitert worden. Der traurige Höhepunkt: Sonnenhofs Trainer Thomas Letsch (41) musste in einer Notoperation die Milz entfernt werden.
Von Joachim Klumpp
Der vergangene Samstag wird als schwarzer Tag in die Geschichte des Fußball-Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach eingehen. Wobei das 0:1 in Villingen, und damit die erste Saisonniederlage, urplötzlich zur Randgeschichte verkam. Denn unmittelbar nach dem Schlusspfiff ist es auf dem Platz zu Tumulten gekommen, in deren Verlauf der Gästetrainer Thomas Letsch schlichten wollte und letztendlich selbst zum Opfer wurde. "Er hat nur erzählt, dass er von hinten gestoßen worden ist", berichtete seine Frau, "und Schmerzen im Rücken spürte." Der Gymnasiallehrer erschien dennoch ganz normal zur Pressekonferenz und fuhr anschließend auch im Mannschaftsbus mit nach Hause.
In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden die Schmerzen dann aber immer stärker, so dass Letsch am Montagmorgen erst zum Arzt und dann in die Klinik ging, wo ein Riss der Milz festgestellt und das Organ daraufhin in einer Notoperation entfernt worden ist. "Es geht ihm einigermaßen gut", sagte Frau Letsch gestern, ihr Mann werde voraussichtlich noch eine Woche im Krankenhaus in Esslingen verbringen müssen.
Einstweilen leitet der Co-Trainer Rüdiger Rehm das Training des Tabellenzweiten, der erst vor zwei Wochen mit dem Sieg im WFV-Pokal gegen den Drittligisten Stuttgarter Kickers Furore gemacht hatte. Neben Letsch erlitten auch die Spieler Calogero Boninsege (Schürfwunde) und Kevin Kraus (blaues Auge) kleinere Blessuren.
Unmittelbar nach dem Schlusspfiff hatte Großaspachs Torwart Milan Jurkovic gegen den Villinger Spieler Avraam den Ellenbogen ausgefahren (wofür Jurkovic die Rote Karte sah). Daraufhin kam es in der aufgeheizten Atmosphäre laut Zeugen vor allem zwischen den Spielern und Betreuern beider Mannschaften zu massiven Handgreiflichkeiten.
"Wir warten noch auf den Bericht des Schiedsrichters", erklärte gestern Thomas Proksch, der Abteilungsleiter Spielbetrieb beim Württembergischen Fußball-Verband. Ein Ermittlungsverfahren ist aber schon allein deswegen eingeleitet worden, weil Sonnenhof eine Stellungnahme zu den Vorfällen geschickt hat, in dem die mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen moniert wurden. Denn auch in der Oberliga gelten genau vorgeschriebene Sicherheitsstandards, zum Beispiel ein eigener Ordnungsdienst. "Inwieweit der versagt hat, können wir noch nicht sagen", erklärte Proksch, der weitere Beweismittel wie Videoaufnahmen anfordern will. Sollte dem Gastgeber eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachgewiesen werden, lässt die Rechts- und Verfahrensordnung des WFV ein breites Spektrum an Maßnahmen zu. Die reichen von einer Geldstrafe über Platzsperre bis hin zu Punktabzug. In einem ähnlichen Fall wurden dem TSV Crailsheim vergangene Saison zunächst drei und nach einem Einspruch schließlich zwei Zähler abgezogen.
Wobei Sonnenhofs Sportkoordinator Joannis Koukoutrigas betont: "Uns geht es nicht darum, die Wertung des Spiels anzuzweifeln - wir haben verloren." Wichtig sei nur, dass der Trainer rasch wieder auf die Beine komme. "Alles andere ist nebensächlich."
17.09.2008 - aktualisiert: 17.09.2008 05:19 Uhr