"I'm the player who broke his neck"

Alles, was nicht mit unseren Blauen zu tun hat
Antworten
Benutzeravatar
SIR Andrew
Kickers-Fan
Beiträge: 2532
Registriert: Mittwoch 20. August 2003, 17:39
Wohnort: Leinfelden-Echterdingen

"I'm the player who broke his neck"

Beitrag von SIR Andrew »

Torwart-Legende Bernd Trautmann wird 85

"I'm the player who broke his neck"

Bernd "Bert" Trautmann hat schon viele Preise und Auszeichnungen bekommen. Am 31. Oktober kommt in Nürnberg der nach dem kicker-Gründer benannte "Walther-Bensemann-Preis" dazu. Neun Tage zuvor feiert die Torwart-Legende ihren 85. Geburtstag und blickt auf eine außergewöhnliche Karriere zurück, die in England zunächst in Kriegsgefangenschaft begann und am 5. Mai 1956 im Wembley-Stadion beim Cup-Final mit einem Genickbruch fast endete.

Seine einzigartige Geschichte beginnt, als er während des Zweiten Weltkriegs in britische Kriegsgefangenschaft gerät. "Das war am 27.03.1945 am Niederrhein", erinnert er sich. "So einen Tag vergisst man nicht." Er blieb in England und startete dort seine ungewöhnliche Karriere zunächst bei einem Provinzverein. Als er 1949 von Manchester City entdeckt wurde und einen Profivertrag unterschrieb, war der Aufschrei bei den Fans groß. Die Abneigung gegen den Deutschen wurde offen demonstriert. Die Fans gingen gegen "Traut the Kraut" auf die Straße und forderten "Off with the German".

Der schwierige Start war schnell überwunden, weil sich einerseits der Rabbi von Manchester für ihn einsetzte und einen offenen Brief verfasste und weil Trautmann andererseits natürlich durch gute Leistungen zu überzeugen wusste. Am Ende seiner Karriere, die er 1964 unter Tränen beendete, hatte er mehr als 500 Einsätze für seinen Klub und 60.000 Menschen jubelten ihm zu.

Zur Legende wurde der in Bremen geborene Keeper beim englischen Cup-Finale im Wembley-Stadion im Jahr 1956. Manchester City gewann gegen Birmingham City mit 3:1. Doch 20 Minuten vor Schluss stand die Karriere von Trautmann vor einem tragischen Ende. Peter Murphy stieß mit ihm zusammen und traf den Torwart im Nacken. "Das fühlte sich an wie ein Flugzeugzusammenstoß", sagte er später. Bert spielt weiter, ausgewechselt werden konnte er nicht. Er zeigt noch mehrere spektakuläre Paraden, "drei, vier Mal" bricht er zusammen. Als ein Stürmer alleine auf ihn zuläuft, wirft er sich vor dessen Füße, und zwei Spieler knallen auf seinen Oberkörper. Aber als die Queen ihm später gratuliert und Prinz Philip sich nach dem Befinden erkundigt, sagt er mit seiner norddeutschen Gelassenheit: "Ich habe einen steifen Hals." Die Diagnose kam wenig später: Genickbruch. "Dass ich überlebt habe, ist ein Wunder", sagte Trautmann einmal.

Rund 50 Jahre später steht er bei einem Staatsempfang wieder vor der Königin, doch diese erkennt ihn nicht. "I'm the player who broke his neck", sagt Trautmann, und Elizabeth II. antwortet: "Yes, now I know." So geht es ihm immer.

Wenn wir gegen Bert spielten, sagte unser Coach: 'Schaut ja nicht ins Tor, bevor ihr schießt, denn er wird eure Gedanken lesen.'"
Bobby Charlton

1956 wurde er als erster ausländischer Spieler in England zum Fußballer des Jahres gewählt, bis heute der einzige Deutsche neben Jürgen Klinsmann. Kein Wunder, dass er prominente Fürsprecher hat: Englands langjähriger Nationaltorhüter Gordon Banks schwärmte regelrecht über ihn: "Oh Mann, hab' ich den bewundert", sagte er. "Ich habe alles zu kopieren versucht, was er gemacht hat."

Nach seiner aktiven Zeit war Trautmann als Trainer tätig - kurzzeitig auch bei Preußen Münster. Doch Deutschland wurde dem Weltbürger schnell zu klein: 16 Jahre lang arbeitete er als Entwicklungshelfer in Sachen Fußball unter anderem in Birma, Tansania und Pakistan.

So angesehen Trautmann noch heute in England ist, in Deutschland blieb ihm die höchste sportliche Anerkennung versagt. "Zu der Zeit war es nicht gang und gäbe, dass jemand von außerhalb in der Nationalelf spielte", nimmt der Rentner den damaligen Bundestrainer Sepp Herberger in Schutz. "Es wäre schön gewesen, für Deutschland zu spielen. Aber es fehlt mir nicht." Bei Manchester City wird er indes immer noch geschätzt und von den Fans zum Torwart des Jahrhunderts gewählt.

Zudem erhielt er 1997 das Bundeverdienstkreuz und wurde 2004 von der Queen mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet. Im gleichen Jahr gründete er die Trautman-Foundation mit dem Ziel die deutsch-britische Verständigung zu fördern.

Die nächste Auszeichnung erhält Trautmann am 31. Oktober in Nürnberg: Als dritter Fußballer nach Franz Beckenbauer und Alfredo di Stefano bekommt er den nach dem kicker-Gründer benannten "Walther-Bensemann-Preis" verliehen.

Heute lebt er in der Nähe von Valencia, "weil die Sonne den Knochen gut tut". Schließlich schmerzt der Hals manchmal, da ist Wärme angenehm. Seinen Ehrentag feiert der Kult-Torhüter ganz ruhig im Kreise der Familie. Beim Anstoßen mit Ehefrau Marlies muss wohl ein Blick aus dem Augenwinkel genügen - "meinen Hals kann ich nicht mehr so weit drehen", erzählt er.

Quelle:
http://www.kicker.de/news/fussball/intl ... el/384295/
---------------------------

Ein wahrer Held aus alter Zeit!
Alles Gute zum Geburtstag, Herr Trautmann! 8)
Benutzeravatar
Krocha
Kickers-Fan
Beiträge: 1843
Registriert: Samstag 3. Mai 2008, 19:07
Wohnort: Bierstand
Kontaktdaten:

Re: "I'm the player who broke his neck"

Beitrag von Krocha »

SIR Andrew hat geschrieben:Torwart-Legende Bernd Trautmann wird 85

"I'm the player who broke his neck"

Bernd "Bert" Trautmann hat schon viele Preise und Auszeichnungen bekommen. Am 31. Oktober kommt in Nürnberg der nach dem kicker-Gründer benannte "Walther-Bensemann-Preis" dazu. Neun Tage zuvor feiert die Torwart-Legende ihren 85. Geburtstag und blickt auf eine außergewöhnliche Karriere zurück, die in England zunächst in Kriegsgefangenschaft begann und am 5. Mai 1956 im Wembley-Stadion beim Cup-Final mit einem Genickbruch fast endete.

Seine einzigartige Geschichte beginnt, als er während des Zweiten Weltkriegs in britische Kriegsgefangenschaft gerät. "Das war am 27.03.1945 am Niederrhein", erinnert er sich. "So einen Tag vergisst man nicht." Er blieb in England und startete dort seine ungewöhnliche Karriere zunächst bei einem Provinzverein. Als er 1949 von Manchester City entdeckt wurde und einen Profivertrag unterschrieb, war der Aufschrei bei den Fans groß. Die Abneigung gegen den Deutschen wurde offen demonstriert. Die Fans gingen gegen "Traut the Kraut" auf die Straße und forderten "Off with the German".

Der schwierige Start war schnell überwunden, weil sich einerseits der Rabbi von Manchester für ihn einsetzte und einen offenen Brief verfasste und weil Trautmann andererseits natürlich durch gute Leistungen zu überzeugen wusste. Am Ende seiner Karriere, die er 1964 unter Tränen beendete, hatte er mehr als 500 Einsätze für seinen Klub und 60.000 Menschen jubelten ihm zu.

Zur Legende wurde der in Bremen geborene Keeper beim englischen Cup-Finale im Wembley-Stadion im Jahr 1956. Manchester City gewann gegen Birmingham City mit 3:1. Doch 20 Minuten vor Schluss stand die Karriere von Trautmann vor einem tragischen Ende. Peter Murphy stieß mit ihm zusammen und traf den Torwart im Nacken. "Das fühlte sich an wie ein Flugzeugzusammenstoß", sagte er später. Bert spielt weiter, ausgewechselt werden konnte er nicht. Er zeigt noch mehrere spektakuläre Paraden, "drei, vier Mal" bricht er zusammen. Als ein Stürmer alleine auf ihn zuläuft, wirft er sich vor dessen Füße, und zwei Spieler knallen auf seinen Oberkörper. Aber als die Queen ihm später gratuliert und Prinz Philip sich nach dem Befinden erkundigt, sagt er mit seiner norddeutschen Gelassenheit: "Ich habe einen steifen Hals." Die Diagnose kam wenig später: Genickbruch. "Dass ich überlebt habe, ist ein Wunder", sagte Trautmann einmal.

Rund 50 Jahre später steht er bei einem Staatsempfang wieder vor der Königin, doch diese erkennt ihn nicht. "I'm the player who broke his neck", sagt Trautmann, und Elizabeth II. antwortet: "Yes, now I know." So geht es ihm immer.

Wenn wir gegen Bert spielten, sagte unser Coach: 'Schaut ja nicht ins Tor, bevor ihr schießt, denn er wird eure Gedanken lesen.'"
Bobby Charlton

1956 wurde er als erster ausländischer Spieler in England zum Fußballer des Jahres gewählt, bis heute der einzige Deutsche neben Jürgen Klinsmann. Kein Wunder, dass er prominente Fürsprecher hat: Englands langjähriger Nationaltorhüter Gordon Banks schwärmte regelrecht über ihn: "Oh Mann, hab' ich den bewundert", sagte er. "Ich habe alles zu kopieren versucht, was er gemacht hat."

Nach seiner aktiven Zeit war Trautmann als Trainer tätig - kurzzeitig auch bei Preußen Münster. Doch Deutschland wurde dem Weltbürger schnell zu klein: 16 Jahre lang arbeitete er als Entwicklungshelfer in Sachen Fußball unter anderem in Birma, Tansania und Pakistan.

So angesehen Trautmann noch heute in England ist, in Deutschland blieb ihm die höchste sportliche Anerkennung versagt. "Zu der Zeit war es nicht gang und gäbe, dass jemand von außerhalb in der Nationalelf spielte", nimmt der Rentner den damaligen Bundestrainer Sepp Herberger in Schutz. "Es wäre schön gewesen, für Deutschland zu spielen. Aber es fehlt mir nicht." Bei Manchester City wird er indes immer noch geschätzt und von den Fans zum Torwart des Jahrhunderts gewählt.

Zudem erhielt er 1997 das Bundeverdienstkreuz und wurde 2004 von der Queen mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet. Im gleichen Jahr gründete er die Trautman-Foundation mit dem Ziel die deutsch-britische Verständigung zu fördern.

Die nächste Auszeichnung erhält Trautmann am 31. Oktober in Nürnberg: Als dritter Fußballer nach Franz Beckenbauer und Alfredo di Stefano bekommt er den nach dem kicker-Gründer benannten "Walther-Bensemann-Preis" verliehen.

Heute lebt er in der Nähe von Valencia, "weil die Sonne den Knochen gut tut". Schließlich schmerzt der Hals manchmal, da ist Wärme angenehm. Seinen Ehrentag feiert der Kult-Torhüter ganz ruhig im Kreise der Familie. Beim Anstoßen mit Ehefrau Marlies muss wohl ein Blick aus dem Augenwinkel genügen - "meinen Hals kann ich nicht mehr so weit drehen", erzählt er.

Quelle:
http://www.kicker.de/news/fussball/intl ... el/384295/
---------------------------

Ein wahrer Held aus alter Zeit!
Alles Gute zum Geburtstag, Herr Trautmann! 8)

solche Spieler brauchen wir für die Abwehr! hat der nicht ein paar Enkel die auch kicken?????????
STUTTGART, Stadt meiner Träume und Hoffnungen, Stadt meiner Jugend, Stadt der Sehnsüchte und Stätte des Glücks. Eine kleine, und doch so grosse Stadt, die gerne Weltstadt wäre, es aber nicht ist. Denn Weltstadt hat wenig Charme, Stuttgart sprüht nur so davon.
Benutzeravatar
McVillager
Kickers-Fan
Beiträge: 2959
Registriert: Dienstag 26. August 2003, 09:30
Wohnort: Königshofen
Kontaktdaten:

Beitrag von McVillager »

1954 hat Trautmann mit Manchester City unter anderem auch in Degerloch gespielt. Freundschaftskick endete 2:2.
Wem die Scheiße bis zum Hals steht sollte den Kopf nicht hängen lassen!

Die Kickersnews: http://www.kickersnews.de" onclick="window.open(this.href);return false;
Das Kickersarchiv: http://www.kickersarchiv.de" onclick="window.open(this.href);return false;

Bild
Benutzeravatar
pupskopf
Kickers-Fan
Beiträge: 943
Registriert: Donnerstag 26. Januar 2006, 17:52
Wohnort: Windhuk

Beitrag von pupskopf »

hier noch ein bericht von dem legendären FA-Cupfinale inklusive Video:

http://www.sporthelden.de/index.php?id= ... b3120739c7
"Don't say, that you have the cat in the sack, when you don't have the cat in the sack!"
Giovanni Trappatoni

BlueBoys - Sektion Deutsch-Südwest
Antworten