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Bericht StZ Heute (10.2.2004)
Verfasst: Dienstag 10. Februar 2004, 10:49
von westler
Heute war ein relativ lange Bericht über die Kickers in der StZ, weil ich Texte abschreiben seit der Grundschule hasse hier das wichtigste in Kürze:
-Kullen hat scheinbar a la ADM ne ganze Menge von seinem eigenen Geld in die Kickers gesteckt
-Kullen steht zu seinem rigiden Sparkurs, so gibts z.B. keine langärmligen Trikots mehr (kein Witz)
-die Kickers haben einen Rechtsstreit mit dem Platzwart wegen der Gehaltskürzungen (weiß der Henker warum die das berichten)
-Es gibt "Gespräche" mit möglichen neuen Hauptsponsoren.
-Langfristiges Ziel Liga Zwei.
-Konzentration auf die Jugend, die Kickers als "die wahren jungen Wilden" (Zitat Kullen!)
Relativ langer Bericht mit wenige Neuem insgesamt. Ach so und Joachim Bayh, der ja auch hier postet ist in dem Artikel zitiert.
Verfasst: Dienstag 10. Februar 2004, 11:31
von SVK-Caco
Der Artikel aus der StZ ist sogar frei verfügbar!
Hans Kullens Sparkurs soll die Kickers retten
Der Fußball-Regionalligist plant nächste Saison nur noch mit einem Etat von 1,5 Millionen Euro - Die Spielergehälter sind ausgereizt
STUTTGART. Morgen laden die Stuttgarter Kickers zu einem Sponsorenabend alle diejenigen Firmen ein, die bereits Werbepartner sind - oder es noch werden sollen. "Die gesamte Planung steht und fällt mit einem Hauptsponsor", sagt Präsidiumsmitglied Bernd Klingler.
Von Joachim Klumpp
Am vergangenen Freitag, 10.20 Uhr, hatte der Kickers-Präsident Hans Kullen eine der Verpflichtungen, die eher unangenehm sind. Arbeitsgerichtsprozess am Feuersee in Stuttgart. "Gütetermin" heißt das im Juristendeutsch, nachdem der langjährige Platzwart die vereinsintern angesetzten Gehaltskürzungen von bis zu dreißig Prozent nicht akzeptieren wollte. "Dabei lebt er seit Oktober von meinem Geld", sagt Kullen, der durch persönliches Engagement viel dazu beigetragen hat, dass es den Traditionsklub letztendlich noch gibt. "Die laufende Saison in der Fußball-Regionalliga ist gesichert", betont Kullen.
Aber dann? Momentan arbeitet das Präsidium daran, dass es auch über den Sommer hinaus in Degerloch weitergeht. Auf einen Nenner gebracht bedeutet das: Ausgaben kürzen, Einnahmen steigern. "Hans Kullen betreibt ein rigoroses Kostenmanagement", sagt das Kickers-Aufsichtsratsmitglied Joachim Bayh respektvoll; dass Kullen sich damit nicht nur Freunde macht, versteht sich von selbst. Doch der hat erkannt: "Anders geht es nicht." Zumal die Blauen jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt haben. Damit ist Schluss, ohne Wenn und Aber. Die Spieler müssen sich jedenfalls warm anziehen, nicht nur, weil die Einsatzprämien ersatzlos gestrichen wurden. Künftig gibt es lediglich noch einen Satz Trikots, mit kurzen Ärmeln. "Im Winter wird dann eben ein T-Shirt druntergezogen", sagt Kullen, der sein Konzept durchzieht: Ob beim privaten Müllbetreiber, dem Stadionheft oder dem Mannschaftsbus. Auf diese Weise seien für die laufende Runde bereits rund 380 000 Euro gespart worden.
Den Rest des Defizits von offiziell nahezu 800 000 Euro decken private Gönner, in erster Linie Kullen selbst. Wobei das nicht der Sinn der Sache ist, auch wenn es der Ehrenpräsident Axel Dünnwald-Metzler mehr als zwei Dekaden so vorgelebt hat. Das Aufsichtsratsmitglied Edgar Kurz betont: "Der Verein muss sich selbst tragen."
Fragt sich nur wie? Bei den Gehältern ist die Schmerzgrenze erreicht. "Es war ja schon erstaunlich, dass es Spieler gab, die freiwillig auf dreißig Prozent netto verzichtet haben", so Kullen. Um beim DFB zum Stichtag am 1. März realistische Lizenzunterlagen einreichen zu können, benötigt man in erster Linie einen Hauptsponsor, weil Eduardo Garcia signalisiert hat, mit den aktuellen Verantwortlichen nicht mehr zusammen zu arbeiten. "Wir stehen mit einer Hand voll Firmen in aussichtsreichen Gesprächen", sagt Kullen, und sein fürs Marketing zuständiger Präsidiumskollege Bernd Klingler fügt hinzu: "Die wissen auch, welche Summen wir erwarten." Mindestens die Viertelmillion Euro, die "Gazi" zuletzt eingebracht hat.
Die Kickers kalkulieren für nächste Saison mit einem Etat von gut anderthalb Millionen Euro - zuletzt waren noch stolze 2,3 Millionen angesetzt gewesen (zumindest auf dem Papier). Erschwerend hinzu kommt dabei, dass aus dem Fernsehtopf künftig lediglich noch knapp 400 000 Euro zu erwarten sind, die Zuschauereinnahmen und die Mitgliedsbeiträge ergänzen die Einnahmenseite, nachdem von Bankseite keine Gelder mehr fließen, seit das Klubgelände als letzte Sicherheit an die Stadt veräußert wurde.
"Natürlich steht und fehlt die gesamte Planung mit dem Hauptsponsor", gibt Klingler zu, der für morgen Abend alle Sponsoren (und die, die es noch werden sollen) geladen hat. Seine Vision: "Wir müssen eine Nische für uns finden." Vor allem gegenüber dem mächtigen Konkurrenten VfB. Kullen bringt das auf den Punkt: "Die wirklich jungen Wilden spielen inzwischen doch bei den Kickers", sagt der Präsident und verweist auf den überproportional hohen Anteil von Eigengewächsen. Da trifft es sich gut, dass in der nächsten Saison laut DFB-Satzung mindestens ein halbes Dutzend Spieler unter 24 Jahren auf dem Mannschaftsbogen stehen müssen. Eine Auflage, die den Kickers kein Kopfzerbrechen bereitet. Im Gegensatz zu anderen Vereinen wie etwa Erfurt, Offenbach oder Saarbrücken, die ihr Potenzial überwiegend aus Exprofis schöpfen.
"Die Jugend ist unser Kapital", sagt auch Edgar Kurz, "deshalb müssen wir nach vorne schauen." Der Unternehmer hält nichts von Schuldzuweisungen wegen der hohen Altlasten, wenngleich auch er seine Verwunderung über eine gewisse Blauäugigkeit nicht verhehlt. "Es muss unser Ziel sein, so schnell wie möglich wieder in die zweite Liga zu kommen", sagt Klingler - ohne dabei die Realität zu übersehen; und die heißt zunächst Abstiegskampf. Ein guter Start nach der Winterpause mit einem Sieg gegen Wehen wäre doppelt wichtig, für den Sport und die Sponsoren. Nur allzu oft hört Kullen den Einwand: "Spielt erst mal guten Fußball, dann engagieren wir uns wieder bei den Kickers."
Dennoch erfährt der Reutlinger Versicherungskaufmann hin und wieder auch Anerkennung für seine Arbeit. Kullen: "Wir hatten im Herbst eine Gläubigerversammlung, nach der viele Partner auf ihnen noch zustehende Forderungen verzichtet haben. Das sind schon kleine Erfolgserlebnisse." Selbst der von den Kickers nach internen Differenzen entlassene Jugendleiter Paul Kilgus hat die laut eines Gerichtsbeschlusses erhaltene Vergleichszahlung umgehend an den Verein zurückgespendet. Hans Kullen sagt: "Das war eine lobenswerte Geste."
Ob es im Fall des Platzwarts allerdings auch so eine einvernehmliche Lösung gibt, ist fraglich. Denn eines hat Hans Kullen in seiner gut halbjährigen Amtszeit gelernt: "Allen kann man es nie recht machen."
Verfasst: Dienstag 10. Februar 2004, 13:06
von Buddy
SVK-Caco hat geschrieben: Die Spieler müssen sich jedenfalls warm anziehen, nicht nur, weil die Einsatzprämien ersatzlos gestrichen wurden. Künftig gibt es lediglich noch einen Satz Trikots, mit kurzen Ärmeln. "Im Winter wird dann eben ein T-Shirt druntergezogen", sagt Kullen,
Dann müssen die Spieler halt schneller laufen damit ihnen warm wird.

Re: Bericht StZ Heute (10.2.2004)
Verfasst: Dienstag 10. Februar 2004, 14:07
von Überlinger
westler hat geschrieben:
...Kullen steht zu seinem rigiden Sparkurs, so gibts z.B. keine langärmligen Trikots mehr (kein Witz)...
Die Kickers bekommen von uhlsport nicht mal langärmlige Trikots?
Was ist das für ein Ausrüstervertrag, Herr Daiss?

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2004, 17:21
von hiblaupositiv
Kullen versucht alles, die Kickers zu retten!
Da sollten sich andere mal ein Beispiel nehmen, gell Moos-Günni...
Verfasst: Dienstag 10. Februar 2004, 23:17
von hobbesblau
Ich bin mittlerweile wirklich überzeugt von Kullen. Gute Arbeit!!!
Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2004, 01:52
von Blauer Bayer
SVK-Caco hat geschrieben:
"Natürlich steht und fehlt die gesamte Planung mit dem Hauptsponsor", gibt Klingler zu
Sehr schöner Verschreiber

Hoffentlich fehlt die Planung mit dem Hauptsponsor nicht schon wieder!
Aber im Ernst: Abgesehen von den kurzärmligen Trikots klingt das doch sehr solide und vernünftig. Es muss doch auch irgendwie zu schaffen sein, dass man mit einem ordentlichen Zuschauerschnitt eine mittelmäßige (das sind wir derzeit leider) Regionalligamannschaft finanzieren kann.
Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2004, 03:06
von Anonymer User
Blauer Bayer hat geschrieben:mittelmäßige Regionalligamannschaft
Wenn wir mittelmäßg sind... Warum stehen wir dann nicht im Mittelfeld?!
:?
Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2004, 20:22
von Felix B.
Kullen ist wirklich der Richtige. Weiter so, genau so lockt man nämlich neue Sponsoren. Da sehen die Leute dass ihr Geld net für Ex- Profis oder irgendwelchen Schnickschnack ausm Fenster geworfen wird.
Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2004, 20:52
von Rael
Felix B. hat geschrieben:Kullen ist wirklich der Richtige. Weiter so, genau so lockt man nämlich neue Sponsoren.
Gut, dass wir alle von Anfang an hinter Kullen gestanden sind.

Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2004, 21:27
von Felix B.
Ich war nicht direkt gegen Kullen, ich war gegen seine "Partei" und deren Verhalten im Vorfeld
Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2004, 23:10
von Tüten-Tim
Ziel 2. Liga - Kullen schreckt Gott sei Dank nicht davor zurück, die Messlatte hoch zu legen! Das ist gut so, nur so können sich auch Betriebe aufrecht erhalten. Ich habe Vertrauen in ihn, glaube aber nicht an eine langjährige Dynastie like ADM...