Schmitt im Dialog, Teil I.
Verfasst: Freitag 31. Oktober 2008, 19:27
Unser Trainer an allen Fronten: Kurz vor dem Anpfiff haben mich die Antworten auf die erste Schmitt-Fragerunde erreicht. Die Verzögerung lag übrigens an mir: Ich habe die Fragen erst in dieser Woche losgeschickt - sie waren aber ohnehin nicht tagesaktuell. Hier nun die Fragerunde:
1. Herr Schmitt, die Defensive ist ganz offenbar momentan das akuteste Problem. Wie gedenken Sie, die Defensivarbeit zu verbessern beziehungsweise zu stärken?
Da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Es fehlt uns die Stabilität im defensiven Bereich, da arbeiten wir auf dem Platz noch nicht gut genug als Team. Verbessern müssen wir vor allem die Absprachen der Spieler untereinander. Doch ich sehe von Woche zu Woche Verbesserungen. Jetzt wäre es für uns sehr wichtig, endlich einmal hinten zu null zu spielen und damit gleichzeitig auch unsere Offensive zu stärken.
2. Auffällig ist, dass es derzeit offenbar nur für eine gute Halbzeit reicht: Die 1. in München und in Offenbach, ebenso die 2. gegen den VfB. Wie erklären Sie sich das?
Wir spielen mittlerweile mit einem viel höheren Tempo und wir kommen immer besser an das notwendige Drittliga-Leistungsvermögen heran. Auch in diesem Punkt steigern wir uns wöchentlich immer ein bisschen. Ich sehe es aber ein wenig anders: Wir haben gegen den VfB Stuttgart II und Union Berlin in der Schlussphase zulegen können, das war vor wenigen Wochen noch nicht möglich gewesen.
3. Wie ist der aktuelle Fitnessstand? Wie lange dauert es, bis ein Level erreicht ist, das Ihrem Spiel gerecht wird? Welche Auswirkungen haben die Fitnessprobleme in einer „englischen Woche“ wie dieser?
Der Fitnesszustand unseres Mannschaftskaders verbessert sich sukzessive. Ich denke, dass wir spätestens in drei bis vier Wochen soweit sind, dass wir über die komplette Distanz einer Partie Gas geben können. Wie weit wir Kräftemäßig in punkto englischer Woche sind? Nun, nur drei Tage nach dem Offenbach-Spiel haben wir auch auf dem schwerem Boden gegen Union Berlin in der Schlussphase noch Gas geben können und haben versucht, mit technischen Feinheiten die Partie zu unseren Gunsten zu drehen. Leider hatte es trotz guter Möglichkeiten für uns nicht zum Sieg gereicht.
4. Welche Spieler hatten beim Fitnesstest am besten, welche am schlechtesten abgeschnitten? Wer hat seitdem die meisten Fortschritte gemacht?
Zu persönlichen Werten meiner Spieler gebe ich in der Öffentlichkeit prinzipiell keine Informationen. Vielmehr kann jeder Zuschauer, der mit einer guten Beobachtungsgabe ausgestattet, sehen, welcher Spieler über 90 Minuten gehen kann oder welcher nicht.
5. Angelo Vaccaro bleibt mit seinen Leistungen diese Saison weit hinter seinem Können zurück - besonders in Punkto Einsatz und Laufbereitschaft wirkt er sehr pomadig und wenig engagiert. Nicht zuletzt deshalb ist das Verhältnis zwischen Vaccaro und dem Publikum mal wieder angespannt. Wie äußert sich der Spieler über seine eigenen Leistungen und wie können Sie ihm wieder nach oben verhelfen?
Auch ich habe zuletzt deutlich Angelo gesagt, dass ich mit seiner Leistung nicht ganz zufrieden bin. Er beschäftigt sich momentan zu viel mit sich selbst. Gegen Union Berlin habe ich ihn in dieser Woche aber kämpferisch sehr gut gesehen, zudem hatte er einige Chancen herausgearbeitet und nicht zuletzt auch die beiden Strafstöße zum 2:2-Unentschieden versenkt. Auch deshalb war ich am Dienstag sehr zufrieden mit ihm. Angelo weiß aber ganz genau, dass er regelmäßig Topleistungen bringen muss, wenn er bei mir spielen will.
6. Auf welcher Position sehen Sie Orlando Smeekes? In der Mittelfeldraute oder eher als 2. Spitze? Einige Fans fordern ihn als Stammspieler von Beginn an: Warum wird er stets nur eingewechselt?
Orlando ist ein typischer holländischer Fußballspieler, der als Angriffsspieler mit dem 4-3-3-System groß geworden ist. Er hat dann seine Stärken, wenn man ihn vorne entweder links oder rechts einsetzt. Er wird in Wuppertal wohl erstmals von Anfang an spielen – wie gesagt, im 4-3-3-System, das wir momentan für ihn spielen.
7. Muss in der Winterpause nachgebessert werden oder reicht der vorhandene Kader aus?
Natürlich wäre das schön, vor allem, um die Breite des Kaders zu verbessern. Einen solchen werden wir brauchen, um unser großes Ziel, den Klassenverbleib, verwirklichen zu können.
8. Welchen Stellenwert genießen bei Ihnen die zweite Mannschaft und die Jugendabteilung als Quelle für potenzielle Nachwuchsspieler? Informieren sie sich persönlich durch den Besuch von Spielen oder lassen Sie sich von den jeweiligen Trainern zuarbeiten?
Die zweite Mannschaft und die Jugend haben einen sehr großen Stellenwert bei uns. Wir legen demnächst abends gemeinsame Sondereinheiten ein, damit die Jungs mit der ersten Mannschaft trainieren können. Der Verein Stuttgarter Kickers kann sich langfristig nur über die Jugend und eine gute zweite Mannschaft definieren – um teure Spieler von außen nicht kaufen zu müssen und stattdessen auf die eigenen Talente zu setzen. Auch aus diesem Grund wäre es für uns sehr wichtig, dass wir in dieser Spielzeit drin bleiben und dann den Worten auch die nötigen Taten folgen lassen können – und in der Folge die jungen Spieler peu a´ peu oben einzubauen, so gut es geht.
9. Was unterscheidet die Arbeit bei den Kickers von der in Aalen – gemeint ist das Sportliche, aber auch das Umfeld aus Verein, Fans oder Medien?
Der gravierendste Unterschied zwischen dem VfR Aalen und den Kickers ist, dass sich die Kickers komplett anders definieren. Die Blauen haben eine große Tradition, sind in ganz Deutschland sehr beliebt und haben ein großes Fanpotenzial. Auch mit einem vergleichsweise kleinen Etat macht es mir hier sehr viel Spaß, eine gute und vor allem drittligataugliche Mannschaft zu formen. Wenn es bei den Kickers sportlich einigermaßen läuft, dann kommen künftig bestimmt 5000, 6000 oder 70000 Zuschauer ins GAZI-Stadion, fiebern mit dem Verein mit und sorgen für eine richtig gute Stimmung. Auch das Umfeld und das Medienaufkommen sind in Stuttgart komplett anders. Der VfR Aalen hingegen definiert sich derzeit über zwei, drei Großsponsoren und versucht eben auf diese Art und Weise, zum Erfolg zu kommen.
10. Wie hat ihnen der Fanstammtisch kurz nach Dienstantritt gefallen? Welche Eindrücke und Erkenntnisse haben sie daraus gewonnen? Lesen Sie hier im Forum mit?
Der Fanstammtisch hat mir sehr gut gefallen, ich habe diesen Termin auch sehr gerne wahrgenommen. Ich sage es nochmal: Ich bin sehr gerne bei den Stuttgarter Kickers. Ich hoffe, dass man mittlerweile auch von außen erkennen kann, wie sich die Mannschaft, seitdem ich hier bin, verbessert hat und dass unser Konzept die ersten Früchte trägt. Ich kann aber nur jedem Fan ganz deutlich sagen, dass wir alle bis zum Saisonschluss darum kämpfen werden müssen, damit die Kickers den Klassenverbleib schaffen. Und wenn uns das gelingt, dann haben die Stuttgarter Kickers solch gute Möglichkeiten und Aussichten, die vielen von unseren Konkurrenten nicht zur Verfügung stehen.
1. Herr Schmitt, die Defensive ist ganz offenbar momentan das akuteste Problem. Wie gedenken Sie, die Defensivarbeit zu verbessern beziehungsweise zu stärken?
Da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Es fehlt uns die Stabilität im defensiven Bereich, da arbeiten wir auf dem Platz noch nicht gut genug als Team. Verbessern müssen wir vor allem die Absprachen der Spieler untereinander. Doch ich sehe von Woche zu Woche Verbesserungen. Jetzt wäre es für uns sehr wichtig, endlich einmal hinten zu null zu spielen und damit gleichzeitig auch unsere Offensive zu stärken.
2. Auffällig ist, dass es derzeit offenbar nur für eine gute Halbzeit reicht: Die 1. in München und in Offenbach, ebenso die 2. gegen den VfB. Wie erklären Sie sich das?
Wir spielen mittlerweile mit einem viel höheren Tempo und wir kommen immer besser an das notwendige Drittliga-Leistungsvermögen heran. Auch in diesem Punkt steigern wir uns wöchentlich immer ein bisschen. Ich sehe es aber ein wenig anders: Wir haben gegen den VfB Stuttgart II und Union Berlin in der Schlussphase zulegen können, das war vor wenigen Wochen noch nicht möglich gewesen.
3. Wie ist der aktuelle Fitnessstand? Wie lange dauert es, bis ein Level erreicht ist, das Ihrem Spiel gerecht wird? Welche Auswirkungen haben die Fitnessprobleme in einer „englischen Woche“ wie dieser?
Der Fitnesszustand unseres Mannschaftskaders verbessert sich sukzessive. Ich denke, dass wir spätestens in drei bis vier Wochen soweit sind, dass wir über die komplette Distanz einer Partie Gas geben können. Wie weit wir Kräftemäßig in punkto englischer Woche sind? Nun, nur drei Tage nach dem Offenbach-Spiel haben wir auch auf dem schwerem Boden gegen Union Berlin in der Schlussphase noch Gas geben können und haben versucht, mit technischen Feinheiten die Partie zu unseren Gunsten zu drehen. Leider hatte es trotz guter Möglichkeiten für uns nicht zum Sieg gereicht.
4. Welche Spieler hatten beim Fitnesstest am besten, welche am schlechtesten abgeschnitten? Wer hat seitdem die meisten Fortschritte gemacht?
Zu persönlichen Werten meiner Spieler gebe ich in der Öffentlichkeit prinzipiell keine Informationen. Vielmehr kann jeder Zuschauer, der mit einer guten Beobachtungsgabe ausgestattet, sehen, welcher Spieler über 90 Minuten gehen kann oder welcher nicht.
5. Angelo Vaccaro bleibt mit seinen Leistungen diese Saison weit hinter seinem Können zurück - besonders in Punkto Einsatz und Laufbereitschaft wirkt er sehr pomadig und wenig engagiert. Nicht zuletzt deshalb ist das Verhältnis zwischen Vaccaro und dem Publikum mal wieder angespannt. Wie äußert sich der Spieler über seine eigenen Leistungen und wie können Sie ihm wieder nach oben verhelfen?
Auch ich habe zuletzt deutlich Angelo gesagt, dass ich mit seiner Leistung nicht ganz zufrieden bin. Er beschäftigt sich momentan zu viel mit sich selbst. Gegen Union Berlin habe ich ihn in dieser Woche aber kämpferisch sehr gut gesehen, zudem hatte er einige Chancen herausgearbeitet und nicht zuletzt auch die beiden Strafstöße zum 2:2-Unentschieden versenkt. Auch deshalb war ich am Dienstag sehr zufrieden mit ihm. Angelo weiß aber ganz genau, dass er regelmäßig Topleistungen bringen muss, wenn er bei mir spielen will.
6. Auf welcher Position sehen Sie Orlando Smeekes? In der Mittelfeldraute oder eher als 2. Spitze? Einige Fans fordern ihn als Stammspieler von Beginn an: Warum wird er stets nur eingewechselt?
Orlando ist ein typischer holländischer Fußballspieler, der als Angriffsspieler mit dem 4-3-3-System groß geworden ist. Er hat dann seine Stärken, wenn man ihn vorne entweder links oder rechts einsetzt. Er wird in Wuppertal wohl erstmals von Anfang an spielen – wie gesagt, im 4-3-3-System, das wir momentan für ihn spielen.
7. Muss in der Winterpause nachgebessert werden oder reicht der vorhandene Kader aus?
Natürlich wäre das schön, vor allem, um die Breite des Kaders zu verbessern. Einen solchen werden wir brauchen, um unser großes Ziel, den Klassenverbleib, verwirklichen zu können.
8. Welchen Stellenwert genießen bei Ihnen die zweite Mannschaft und die Jugendabteilung als Quelle für potenzielle Nachwuchsspieler? Informieren sie sich persönlich durch den Besuch von Spielen oder lassen Sie sich von den jeweiligen Trainern zuarbeiten?
Die zweite Mannschaft und die Jugend haben einen sehr großen Stellenwert bei uns. Wir legen demnächst abends gemeinsame Sondereinheiten ein, damit die Jungs mit der ersten Mannschaft trainieren können. Der Verein Stuttgarter Kickers kann sich langfristig nur über die Jugend und eine gute zweite Mannschaft definieren – um teure Spieler von außen nicht kaufen zu müssen und stattdessen auf die eigenen Talente zu setzen. Auch aus diesem Grund wäre es für uns sehr wichtig, dass wir in dieser Spielzeit drin bleiben und dann den Worten auch die nötigen Taten folgen lassen können – und in der Folge die jungen Spieler peu a´ peu oben einzubauen, so gut es geht.
9. Was unterscheidet die Arbeit bei den Kickers von der in Aalen – gemeint ist das Sportliche, aber auch das Umfeld aus Verein, Fans oder Medien?
Der gravierendste Unterschied zwischen dem VfR Aalen und den Kickers ist, dass sich die Kickers komplett anders definieren. Die Blauen haben eine große Tradition, sind in ganz Deutschland sehr beliebt und haben ein großes Fanpotenzial. Auch mit einem vergleichsweise kleinen Etat macht es mir hier sehr viel Spaß, eine gute und vor allem drittligataugliche Mannschaft zu formen. Wenn es bei den Kickers sportlich einigermaßen läuft, dann kommen künftig bestimmt 5000, 6000 oder 70000 Zuschauer ins GAZI-Stadion, fiebern mit dem Verein mit und sorgen für eine richtig gute Stimmung. Auch das Umfeld und das Medienaufkommen sind in Stuttgart komplett anders. Der VfR Aalen hingegen definiert sich derzeit über zwei, drei Großsponsoren und versucht eben auf diese Art und Weise, zum Erfolg zu kommen.
10. Wie hat ihnen der Fanstammtisch kurz nach Dienstantritt gefallen? Welche Eindrücke und Erkenntnisse haben sie daraus gewonnen? Lesen Sie hier im Forum mit?
Der Fanstammtisch hat mir sehr gut gefallen, ich habe diesen Termin auch sehr gerne wahrgenommen. Ich sage es nochmal: Ich bin sehr gerne bei den Stuttgarter Kickers. Ich hoffe, dass man mittlerweile auch von außen erkennen kann, wie sich die Mannschaft, seitdem ich hier bin, verbessert hat und dass unser Konzept die ersten Früchte trägt. Ich kann aber nur jedem Fan ganz deutlich sagen, dass wir alle bis zum Saisonschluss darum kämpfen werden müssen, damit die Kickers den Klassenverbleib schaffen. Und wenn uns das gelingt, dann haben die Stuttgarter Kickers solch gute Möglichkeiten und Aussichten, die vielen von unseren Konkurrenten nicht zur Verfügung stehen.