Schweinfurt geht wohl in Insolvenz
Verfasst: Freitag 13. Februar 2004, 07:42
Es brennt beim FC 05 - Gerd Gschwender tritt zurück
Schweinfurt (12.2.2004) - Beim Fußball-Regionalligisten FC 05 Schweinfurt klafft ein riesiges finanzielles Loch, die Januar-Gehälter der Spieler konnten noch nicht angewiesen werden, verschiedene Rechnungen liegen derzeit auf Eis und können nicht beglichen werden. Jetzt hat sich zu allem Überfluss auch noch Schriftführer und Pressesprecher Gerhard Gschwender aus der Vorstandschaft verabschiedet, die damit nur noch aus vier Köpfen besteht. Gschwender begründete seinen Schritt, den er mit Datum vom 10.2. schriftlich fixierte, offiziell mit beruflichen Gründen. Inoffiziell wird von erheblichen Differenzen zwischen Gschwender und dem Vorstandschef Gerhard Hertlein wegen der Abläufe im tunesischen Trainingslager gesprochen.
Die "Personalie" ist indes wohl das kleinste Problem des Vereins, der finanziell mit dem Rücken zur Wand steht und laut Hertleins Aussage gestern Abend in einer außerordentlichen Beiratssitzung auf einen "weißen Ritter" hofft. Dieser ist laut Hertlein keine Chimäre, sondern bereits konkreter Verhandlungspartner des Vereins und über seinen möglichen Einstieg beim FC 05 soll in den nächsten 2 bis 3 Monaten entschieden werden. Weil allerdings nähere Angaben nicht gemacht wurden, blieb das Beiratsgremium in diese Sache skeptisch.
Fakt ist: Der Lizenzspielbetrieb des Vereins hat im 2. Halbjahr 2003 erneut einen nicht unerheblichen Verlust von 124.287 Euro eingefahren und wird bis zum Saisonende nach einer Extrapolation der Betriebswirtschaftlichen Auswertung wohl bei einem Defizit von knapp 500.000 Euro landen. Ursächlich hierfür sind die immer noch sehr hohen Spielergehälter, die mit monatlich 120.000 Euro weit über den kalkulatorischen Einnahmen liegen. Hertlein geht deshalb davon aus, dass der Verein bis zum Saisonende noch mindestens 350.000 Euro auftreiben muss, um rein finanziell betrachtet überhaupt eine Chance auf eine Lizenz für den Spielbetrieb 2004/2005 zu haben. Der FC-05-Boss spricht auch von einem "zu großen Kader" und ist dankbar, dass zum Saisonende 14 Spielerverträge auslaufen werden.
Mit mehr als einer Million Euro Sponsoreneinnahmen aus im laufenden Spielbetrieb habe der Verein laut Hertlein hier das bislang beste Ergebnis abgeliefert. Doch "alleine von Sponsoren aus der Region können wir nicht leben", soll er dem Beirat gestern eröffnet haben. Zusätzliches Geld in die Kasse spülen sollen in der laufenden Runde noch Freundschaftsspiele gegen Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen. Jeder Euro wird dringend gebraucht, denn einige Gläubiger haben schon die Geduld verloren. So soll einer der großen Gläubiger seine Forderung an seine Bank abgetreten haben, die nun selbst und mit forcierten Mitteln das Inkasso betreibt. Und unklar ist auch, wie lange die Stadt Schweinfurt - hier vertreten durch die auf ihren Stromkosten für die Flutlichtanlage sitzen gebliebene Stadtwerke GmbH - noch die Füße still hält. Obendrein: Nächste Woche kommt der Wirtschaftsprüfer ins Haus...
quelle:www.swex.de
Schweinfurt (12.2.2004) - Beim Fußball-Regionalligisten FC 05 Schweinfurt klafft ein riesiges finanzielles Loch, die Januar-Gehälter der Spieler konnten noch nicht angewiesen werden, verschiedene Rechnungen liegen derzeit auf Eis und können nicht beglichen werden. Jetzt hat sich zu allem Überfluss auch noch Schriftführer und Pressesprecher Gerhard Gschwender aus der Vorstandschaft verabschiedet, die damit nur noch aus vier Köpfen besteht. Gschwender begründete seinen Schritt, den er mit Datum vom 10.2. schriftlich fixierte, offiziell mit beruflichen Gründen. Inoffiziell wird von erheblichen Differenzen zwischen Gschwender und dem Vorstandschef Gerhard Hertlein wegen der Abläufe im tunesischen Trainingslager gesprochen.
Die "Personalie" ist indes wohl das kleinste Problem des Vereins, der finanziell mit dem Rücken zur Wand steht und laut Hertleins Aussage gestern Abend in einer außerordentlichen Beiratssitzung auf einen "weißen Ritter" hofft. Dieser ist laut Hertlein keine Chimäre, sondern bereits konkreter Verhandlungspartner des Vereins und über seinen möglichen Einstieg beim FC 05 soll in den nächsten 2 bis 3 Monaten entschieden werden. Weil allerdings nähere Angaben nicht gemacht wurden, blieb das Beiratsgremium in diese Sache skeptisch.
Fakt ist: Der Lizenzspielbetrieb des Vereins hat im 2. Halbjahr 2003 erneut einen nicht unerheblichen Verlust von 124.287 Euro eingefahren und wird bis zum Saisonende nach einer Extrapolation der Betriebswirtschaftlichen Auswertung wohl bei einem Defizit von knapp 500.000 Euro landen. Ursächlich hierfür sind die immer noch sehr hohen Spielergehälter, die mit monatlich 120.000 Euro weit über den kalkulatorischen Einnahmen liegen. Hertlein geht deshalb davon aus, dass der Verein bis zum Saisonende noch mindestens 350.000 Euro auftreiben muss, um rein finanziell betrachtet überhaupt eine Chance auf eine Lizenz für den Spielbetrieb 2004/2005 zu haben. Der FC-05-Boss spricht auch von einem "zu großen Kader" und ist dankbar, dass zum Saisonende 14 Spielerverträge auslaufen werden.
Mit mehr als einer Million Euro Sponsoreneinnahmen aus im laufenden Spielbetrieb habe der Verein laut Hertlein hier das bislang beste Ergebnis abgeliefert. Doch "alleine von Sponsoren aus der Region können wir nicht leben", soll er dem Beirat gestern eröffnet haben. Zusätzliches Geld in die Kasse spülen sollen in der laufenden Runde noch Freundschaftsspiele gegen Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen. Jeder Euro wird dringend gebraucht, denn einige Gläubiger haben schon die Geduld verloren. So soll einer der großen Gläubiger seine Forderung an seine Bank abgetreten haben, die nun selbst und mit forcierten Mitteln das Inkasso betreibt. Und unklar ist auch, wie lange die Stadt Schweinfurt - hier vertreten durch die auf ihren Stromkosten für die Flutlichtanlage sitzen gebliebene Stadtwerke GmbH - noch die Füße still hält. Obendrein: Nächste Woche kommt der Wirtschaftsprüfer ins Haus...
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