3. Liga: Nur 45 Spieler kamen in der Winterpause
Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2009, 14:23
Die Finanzkrise betrifft auch Vereine der 3. Fußball-Profiliga: Bei vielen Vereine ist der Kaufrausch vor der Rückrunde verflogen. Bis zur Wechselfrist am 31. Januar haben die 20 Teams nur 45 Spieler neu verpflichtet.
Noch vor einem Jahr gab es in der ehemaligen Regionalliga-Nord einen Transfer-Rekord von 62 Neuzugängen. In diesem Winter wurden nur 45 Spieler neu verpflichtet.
«Die Liga wird zu einem finanziellen Shootout», mahnte der Präsident der Stuttgarter Kickers, Dirk Eichelbaum, und verwies auf die angespannte finanzielle Lage seines Vereins. Dem stimmte auch der zweite Vorsitzende des Wuppertaler SV, Harald Hübener, zu. «Die Erwartung des DFB, mit der 3. Liga eine Premium-Liga zu schaffen, ist bisher nicht aufgegangen.» Nahezu alle Vereine hätten erhebliche Probleme mit der Liquidität. «Wenn die Vereine nicht haushalten und die Einnahmen nicht steigen, sind Insolvenzen nicht auszuschließen», warnte Hübener.
Als erstes hat es die Spieler von Jahn Regensburg getroffen, die seit einiger Zeit auf ihre Gehälter warten. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Finanzkrise ihre realwirtschaftlichen Auswirkungen zeige und Sponsoren in wirtschaftlichen Nöten sind. «Wir sind fieberhaft damit beschäftigt, die Finanzen bald in den Griff zu bekommen», erklärte Präsident Franz Nerb.
Trotz der wirtschaftlichen Risiken nutzten bis auf zwei Mannschaften alle Vereine die Gelegenheit, sich zu verstärken. Keine Neuzugänge präsentierten nur Wacker Burghausen und die zweite Mannschaft des FC Bayern München. Während Burghausen auch keinen Spieler-Abgang vermeldete, ließen die Bayern mit Vitus Nagorny und Marco Stier zwei Ergänzungsspieler ziehen. Dennoch kann das Team im Ernstfall auch auf die Hilfe von Profis aus dem Bundesliga-Kader zurückgreifen. Mit 17 abgewickelten Transfers zeigte sich der VfR Aalen am aktivsten. Elf Neuzugängen stehen sechs Abgänge gegenüber. Speziell von den beiden Offensivspielern, dem bundesligaerfahrenen Petr Ruman und den vom FC Hansa Rostock losgeeisten Robert Lechleiter, erwarten die Aalener mehr Durchschlagskraft.
Prominentester Liga-Zugang ist Francisco Copado, der in der Rückrunde für die Spielvereinigung Unterhaching auflaufen wird. Der Rückkehrer, der bereits zwischen 2000 und 2005 für Unterhaching auch in der Bundesliga auf Torejagd ging, kommt vom Herbstmeister TSG 1899 Hoffenheim. Keine Tore mehr in dieser Rückrunde in der 3. Liga wird dagegen Albert Bunjaku schießen. Der Stürmer wechselte von Rot- Weiß Erfurt eine Klasse höher zum 1. FC Nürnberg. «Sein Abgang wiegt schwer. Doch ich kann es ihm nicht verübeln. Nürnberg ist ein sehr reizvoller Verein», sagte Erfurts Trainer Karsten Baumann. Im Gegenzug wechselte Chhunly Pagenburg von Nürnberg zu den Thüringern.
Auch an der Tabellenspitze drehte sich das Spieler-Karussell. Der SC Paderborn 07 verstärkte sich aus der 2. Liga. Von der SpVgg Greuther Fürth kamen die ehemaligen Erfurter Tom Bertram und Daniel Brückner. Vom vierten auf den zweiten Tabellenplatz verbesserte sich der bei Fortuna Düsseldorf wegen Disziplinlosigkeit ausgemusterte Kenan Sahin, der zum Aufstiegs-Kontrahenten 1. FC Union Berlin wechselte. Der Tabellendritte Kickers Emden kompensierte den Abgang von Thomas Klasen (SV Elversberg) durch Andreas Mayer (VfR Aalen) und nutzte die Winterpause, um den durch die Lizenzauflagen des Deutschen Fußballbundes erzwungenen Stadionausbau zu sichern. Die Stadt Emden unterstützt den Verein mit einem Zuschuss in Höhe von 4,5 Millionen Euro.
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/395305
Noch vor einem Jahr gab es in der ehemaligen Regionalliga-Nord einen Transfer-Rekord von 62 Neuzugängen. In diesem Winter wurden nur 45 Spieler neu verpflichtet.
«Die Liga wird zu einem finanziellen Shootout», mahnte der Präsident der Stuttgarter Kickers, Dirk Eichelbaum, und verwies auf die angespannte finanzielle Lage seines Vereins. Dem stimmte auch der zweite Vorsitzende des Wuppertaler SV, Harald Hübener, zu. «Die Erwartung des DFB, mit der 3. Liga eine Premium-Liga zu schaffen, ist bisher nicht aufgegangen.» Nahezu alle Vereine hätten erhebliche Probleme mit der Liquidität. «Wenn die Vereine nicht haushalten und die Einnahmen nicht steigen, sind Insolvenzen nicht auszuschließen», warnte Hübener.
Als erstes hat es die Spieler von Jahn Regensburg getroffen, die seit einiger Zeit auf ihre Gehälter warten. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Finanzkrise ihre realwirtschaftlichen Auswirkungen zeige und Sponsoren in wirtschaftlichen Nöten sind. «Wir sind fieberhaft damit beschäftigt, die Finanzen bald in den Griff zu bekommen», erklärte Präsident Franz Nerb.
Trotz der wirtschaftlichen Risiken nutzten bis auf zwei Mannschaften alle Vereine die Gelegenheit, sich zu verstärken. Keine Neuzugänge präsentierten nur Wacker Burghausen und die zweite Mannschaft des FC Bayern München. Während Burghausen auch keinen Spieler-Abgang vermeldete, ließen die Bayern mit Vitus Nagorny und Marco Stier zwei Ergänzungsspieler ziehen. Dennoch kann das Team im Ernstfall auch auf die Hilfe von Profis aus dem Bundesliga-Kader zurückgreifen. Mit 17 abgewickelten Transfers zeigte sich der VfR Aalen am aktivsten. Elf Neuzugängen stehen sechs Abgänge gegenüber. Speziell von den beiden Offensivspielern, dem bundesligaerfahrenen Petr Ruman und den vom FC Hansa Rostock losgeeisten Robert Lechleiter, erwarten die Aalener mehr Durchschlagskraft.
Prominentester Liga-Zugang ist Francisco Copado, der in der Rückrunde für die Spielvereinigung Unterhaching auflaufen wird. Der Rückkehrer, der bereits zwischen 2000 und 2005 für Unterhaching auch in der Bundesliga auf Torejagd ging, kommt vom Herbstmeister TSG 1899 Hoffenheim. Keine Tore mehr in dieser Rückrunde in der 3. Liga wird dagegen Albert Bunjaku schießen. Der Stürmer wechselte von Rot- Weiß Erfurt eine Klasse höher zum 1. FC Nürnberg. «Sein Abgang wiegt schwer. Doch ich kann es ihm nicht verübeln. Nürnberg ist ein sehr reizvoller Verein», sagte Erfurts Trainer Karsten Baumann. Im Gegenzug wechselte Chhunly Pagenburg von Nürnberg zu den Thüringern.
Auch an der Tabellenspitze drehte sich das Spieler-Karussell. Der SC Paderborn 07 verstärkte sich aus der 2. Liga. Von der SpVgg Greuther Fürth kamen die ehemaligen Erfurter Tom Bertram und Daniel Brückner. Vom vierten auf den zweiten Tabellenplatz verbesserte sich der bei Fortuna Düsseldorf wegen Disziplinlosigkeit ausgemusterte Kenan Sahin, der zum Aufstiegs-Kontrahenten 1. FC Union Berlin wechselte. Der Tabellendritte Kickers Emden kompensierte den Abgang von Thomas Klasen (SV Elversberg) durch Andreas Mayer (VfR Aalen) und nutzte die Winterpause, um den durch die Lizenzauflagen des Deutschen Fußballbundes erzwungenen Stadionausbau zu sichern. Die Stadt Emden unterstützt den Verein mit einem Zuschuss in Höhe von 4,5 Millionen Euro.
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/395305