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Kickers 2020: Hat unser Verein langfristig eine Zukunft??

Verfasst: Dienstag 3. Februar 2009, 12:20
von Matze
Ich bin hin und hergerissen...ja wir haben "unter den gegebenen Möglichkeiten" (Cast) wahrscheinlich wirklich das Optimale herausgeholt!

Scheinbar haben sich alle - inklusive mir - einfach damit abgefunden, dass wir zur Rückrunde auf Neuzugänge setzen müssen, die den Preis eines Ackergauls haben - nachher jedoch die komplette Konkurrenz überrunden müssen, um auch nur annähernd konkurrenzfähig zu sein! Die Underdog-Rolle ist sicher nicht ganz ohne (Kämpfer, Könner, Kameraden)....andererseits wird sie mit der Zeit zum Himmelfahrtskommando.

So wirklich zufrieden bin ich mit der aktuellen Situation daher nur dann, wenn Präsident und Gremien parallel dazu endlich auch ihre Hausaufgaben machen und an einem zukunftsfähigen Konzept arbeiten! Die zeitliche Dimension zieht sich für mich hier allerdings weiter als bis zum Ende der Rückrunde. Rückrundenevents und kurzfristiges Schließen der Finanzdefizite mögen richtig, wichtig und akut sein, haben allerdings mit der von mir genannten langfristigen Perspektive nichts zu tun!

Sollte man sich jedoch auf erstgenanntes beschränken, sehen wir uns spätestens in einem Jahr wieder hier:

in stiller Hoffnung auf einen kostenlosen Heilsbringer und als abgeschlagener Tabellenletzter in Liga 3 oder aber bereits als durchschnittlicher Regionalligist im Kampf um die Plätze 7 bis 14!

Verfasst: Dienstag 3. Februar 2009, 13:06
von Auer Blauer
Matze hat geschrieben: ...
So wirklich zufrieden bin ich mit der aktuellen Situation daher nur dann, wenn Präsident und Gremien parallel dazu endlich auch ihre Hausaufgaben machen und an einem zukunftsfähigen Konzept arbeiten! Die zeitliche Dimension zieht sich für mich hier allerdings weiter als bis zum Ende der Rückrunde. Rückrundenevents und Schließen der Finanzdefizite mögen richtig, wichtig und akut sein, haben allerdings mit der von mir genannten langfristigen Perspektive nichts zu tun! ...
Dein Posting ist von bemerkenswerter Qualität und trifft den Kickers-Kern der Wahrheit ganz gut. Auch mir fehlt seit langem die Zukunftsperspekitve.
Was mich aber durchaus hoffnungsvoll stimmt, sind die Transfers in der Winterpause: Traub und Parmak sind die berühmten fertigen Spieler, die einen sofort weiterbringen (sollen), mit Galm, Köpf und Dittrich sind aber gleich drei ins Boot geholt worden, die eher als Perspektivspieler zu werten sind. Gemeinsam mit Spielern wie Gentner, Landeka, Kettemann (weiß nicht, ob er wirklich noch eine Rolle spielt?) und Schürg hat man dann doch wirklich mal einen Stamm von jüngeren, bislang zwar nur oberligaerfahrenen, aber doch mit einigermaßen Zukunftsaussichten ausgestatteten, Spielern beisammen. Dieser Stamm könnte dann spätestens nächste Spielzeit (hoffentlich in der 3. Liga, zur Not aber eben auch eine Etage tiefer - auch wenn ich da nicht dran denken mag) die entscheidende Basis für den Erfolg sein. In meinen Augen scheint das Zukunftsdenken (wenn auch mindestens ein halbes Jahr zu spät!) bei unseren Verantwortlichen angekommen zu sein.
Und kurzfristig hoffen wir eben auf Mustafa "Barrack", äh Parmak :wink:
In diesem Sinne: Ja, wir schaffen das - am besten schon in D-Dorf!

Verfasst: Dienstag 3. Februar 2009, 16:02
von Matze
Auer Blauer hat geschrieben:
Matze hat geschrieben: ...
So wirklich zufrieden bin ich mit der aktuellen Situation daher nur dann, wenn Präsident und Gremien parallel dazu endlich auch ihre Hausaufgaben machen und an einem zukunftsfähigen Konzept arbeiten! Die zeitliche Dimension zieht sich für mich hier allerdings weiter als bis zum Ende der Rückrunde. Rückrundenevents und Schließen der Finanzdefizite mögen richtig, wichtig und akut sein, haben allerdings mit der von mir genannten langfristigen Perspektive nichts zu tun! ...
Dein Posting ist von bemerkenswerter Qualität und trifft den Kickers-Kern der Wahrheit ganz gut. Auch mir fehlt seit langem die Zukunftsperspekitve.
Was mich aber durchaus hoffnungsvoll stimmt, sind die Transfers in der Winterpause: Traub und Parmak sind die berühmten fertigen Spieler, die einen sofort weiterbringen (sollen), mit Galm, Köpf und Dittrich sind aber gleich drei ins Boot geholt worden, die eher als Perspektivspieler zu werten sind. Gemeinsam mit Spielern wie Gentner, Landeka, Kettemann (weiß nicht, ob er wirklich noch eine Rolle spielt?) und Schürg hat man dann doch wirklich mal einen Stamm von jüngeren, bislang zwar nur oberligaerfahrenen, aber doch mit einigermaßen Zukunftsaussichten ausgestatteten, Spielern beisammen. Dieser Stamm könnte dann spätestens nächste Spielzeit (hoffentlich in der 3. Liga, zur Not aber eben auch eine Etage tiefer - auch wenn ich da nicht dran denken mag) die entscheidende Basis für den Erfolg sein. In meinen Augen scheint das Zukunftsdenken (wenn auch mindestens ein halbes Jahr zu spät!) bei unseren Verantwortlichen angekommen zu sein.
Erstmal vielen Dank für deine Zustimmung! Und auch ich teile deine Meinung - wir sind in sportlicher Hinsicht und mit Besetzen derer Schlüsselpositionen durch Schmitt und Cast auf einem guten Weg.

Genau diese haben es geschafft unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen das Optimale rauszuholen.

"Unter gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen"

:arrow: ...aber müssen genau diese Jahr für Jahr widerspruchslos als gegeben hingenommen werden?

:arrow: ...wäre es nicht mindestens genausowichtig zu versuchen, diese Strukturen zu optimieren?

:arrow: ...kann man das Strategische einfach vernachlässigen, während andere im Operativen alles geben?

Du sprichst - zu Recht - von hoffnungsvollen Talenten in unseren Reihen.
Was Trainer und Manager in der Winterpause betrieben haben,war klasse, aber letztlich doch auch nur Flickschusterei begünstigt durch einen großzügigen Sponsor und die Wildwest-Verhältnisse in Aalen. Herr Eichelbaum würde dir in Sachen Nachwuchsarbeit zumindest einmal im Jahr beipflichten und muss doch im nächsten Atemzug über die ansteigende Konkurrenz aus Hoffenheim, Cannstatt und was weiss ich noch wo klagen.

Mir fehlt hier die ganzheitliche Positionierung des Vereins, in welcher der Mehrwert Kickers für

a) Fans
b) Sponsoren
c) Nachwuchs

...erarbeitet und deutlich wird. Verbunden mit einer Agenda, die genau diesen Mehrwert in den Fokus stellt!

Erst dann würde ich - auch über die Rückrunde hinaus - wieder optimistisch in die Zukunft blicken! So dann könnten sich neben Manager und Trainer auch die Akteure aus den Gremien öffentlichkeitswirksam und mit qualitativen Inhalten zur Rückrunde in Szene setzen - wie's geht zeigt der Präsident vom andern Ufer, den man in diesem Fall - zumindest inhaltlich - ruhig mal als Vorbild heranziehen kann!

Ich möchte die Anfangseuphorie mit Sicherheit nicht bremsen, hoffe aber, dass auch abseits der sportlichen Leitung Defizite aufgearbeitet werden..nur so wird die Zukunft der Kickers wirklich blau!

:arrow: ...Believe in Blue :!:

Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2009, 09:45
von NickTheButcher
Matze, genau so sehe ich das auch ! Da ich bisher noch nie zu den HVs oder Arbeitstreffen gegangen bin, sei mir einfach mal folgende Frage erlaubt:

Ich gehe einfach mal davon aus, dass eine gewisse Konzeptlosigkeit bzw. die von Dir angesprochene fehlende Positionierung schon an entsprechender Stelle angesprochen wurde. Mich würde die Reaktion darauf von den Verantwortlichen mal interessieren. Gabs da was ?

Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2009, 16:41
von Matze
NickTheButcher hat geschrieben:Matze, genau so sehe ich das auch ! Da ich bisher noch nie zu den HVs oder Arbeitstreffen gegangen bin, sei mir einfach mal folgende Frage erlaubt:

Ich gehe einfach mal davon aus, dass eine gewisse Konzeptlosigkeit bzw. die von Dir angesprochene fehlende Positionierung schon an entsprechender Stelle angesprochen wurde. Mich würde die Reaktion darauf von den Verantwortlichen mal interessieren. Gabs da was ?
Das Thema schwebt schon seit Jahren im Raum und wurde ja zuletzt selbst von prominenter Stelle erkannt und angesprochen:
Edgar Schmitt in der StZ vom 30.12.2008:
“Mittelfristig braucht der Verein ein Konzept mit der Fragestellung: Wofür stehen wir?” sagt der 45-Jährige im Gespräch mit Joachim Klumpp.
NickTheButcher hat geschrieben: Ich gehe einfach mal davon aus, dass eine gewisse Konzeptlosigkeit bzw. die von Dir angesprochene fehlende Positionierung schon an entsprechender Stelle angesprochen wurde. Mich würde die Reaktion darauf von den Verantwortlichen mal interessieren. Gabs da was ?
Ich denke, wir kommen hier an die Frage der Zuständigkeit! In den letzten Jahreshauptversammlungen wurde es nach meiner Kenntnis bislang nie thematisiert.

Fehlt der Impuls von außen, könnte es höchstens in den Gremien selbst zur Sprache gekommen sein. Und genau hier sehe ich eben die Gefahr, dass Jahr für Jahr - zeitintensiv - versucht wird, den laufenden Etat zu decken, die strategische Perspektive jedoch ins Hintertreffen gerät!

In Zeiten finanzstärkerer Konkurrenten und jährlichem Abstiegskampf halte ich jedoch gerade eine ganzheitliche Positionierung der Kickers für unverzichtbar. In sich schlüssig wie sich die Kickers (inklusive Nachwuchsarbeit) in diesem Umfeld gegenüber Fans, Sponsoren und Talenten positionieren wollen!

Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2009, 17:58
von renegade
Matze hat geschrieben: Fehlt der Impuls von außen, könnte es höchstens in den Gremien selbst zur Sprache gekommen sein. Und genau hier sehe ich eben die Gefahr, dass Jahr für Jahr - zeitintensiv - versucht wird, den laufenden Etat zu decken, die strategische Perspektive jedoch ins Hintertreffen gerät!
so wird es wohl sein. möglicherweise hilft da externer rat (läuft ja in politik und wirtschaft genauso - man steckt bis zum hals im tagesgeschäft und benötigt zum strategischen blick über den tellerrand die unterstützende hilfe von aussen). vielleicht sollte man mal nen runden tisch einberufen (um das wort kommission zu vermeiden)...

Re: Kickers 2020: Hat unser Verein langfristig eine Zukunft?

Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2009, 18:43
von Martin
Matze hat geschrieben: So wirklich zufrieden bin ich mit der aktuellen Situation daher nur dann, wenn Präsident und Gremien parallel dazu endlich auch ihre Hausaufgaben machen und an einem zukunftsfähigen Konzept arbeiten!
richtig, aber was mich daran so besonders stört: von diesen "konzepten" wird doch schon seit jahren gesproch, egal wer gerade im präsidium war. aber dadurch, dass die frage (auch von den verantwortlichen) ständig aufs neue aufgeworfen wird, spricht dafür, dass da in den letzten jahren trotz grosser ankündigungen rein gar nix passiert ist !!!

POSITIV: uns gehts besser als waldhof mannheim :wink:

Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2009, 19:25
von Überlinger
Ich bin der Meinung, dass es immer schwieriger wird ohne Investor oder Großsponsor sich im Profifußball zu halten und das hat sich in den letzten Jahren nochmals zugespitzt. Es gibt immer mehr solvente Privatleute oder größere Firmen, die den örtlichen Verein in den Profifußball pushen und das verdrängt natürlich Traditionsklubs. Vereine wie Hoffenheim, Ingolstadt, Wehen oder Augsburg waren vor 10 Jahren eben noch weit hinter uns und sind uns nun in alles Belangen fast uneinholbar enteilt.

Für mich sind wir seit Jahren in einer fast ausweglosen Situation, weil wir sportlich und finanziell am Abgrund rumdümpeln, dadurch ohne jegliche Perspektive sind. Dadurch wiederum ist es natürlich umso schwieriger neue Sponsoren oder neue Mitglieder zu gewinnen.

Um aus dieser Situation zu kommen gibt es nur 2 Möglichkeiten: Entweder es tut sich irgendwann mal ein Geldgeber auf oder man hat Funktionäre im Verein, die top Arbeit abliefern und aus wenig eine schlagkräftige Truppe machen, die den Verein in die 2. Liga bringt, wo aufgrund der hohen Fernsehgelder eine Chance zur Konsolidierung besteht. Beides ist nicht in Sicht...und deshalb wird uns über kurz oder lang ein weiterer sportlicher Abstieg ereilen. :(

Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2009, 22:08
von Oeffinger
Überlinger hat geschrieben:Um aus dieser Situation zu kommen gibt es nur 2 Möglichkeiten
Eine Dritte wäre der Glückstreffer, wer hätte letztes Jahr auf Oberhausen und Ahlen als Aufsteiger in die 2. Buli gewettet?? Kein Schwein!!!!!!!

Beide haben sich bis jetzt ganz gut gehalten und zumindest Ahlen scheint wohl drinzubleiben.

Wir bräuchten halt mal so eine Saison in der uns Fortuna hold ist und bei den Spielerverpfllichtungen ein paar echte Überraschungen/Glückstreffer dabei sind.

Vor 2 Jahren hätte so eine Saison werden können, leider hatten da 2 Millionäre die gleiche Idee (Wehen, Hoppenheim) :evil:

Die Hoffnung stirbt zuletzt :!:

Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2009, 22:47
von Brigade-B
Wir hatten einmal eine "Vision 2000". Nach dem scheitern war ruhe.
Eine neue realistische Vision fände ich klasse!

Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2009, 23:00
von Überlinger
Oeffinger hat geschrieben:...Eine Dritte wäre der Glückstreffer, wer hätte letztes Jahr auf Oberhausen und Ahlen als Aufsteiger in die 2. Buli gewettet?? Kein Schwein!!!!!!!...
Das Ganze geht halt mit guter Arbeit einher. Wenn ich jedes Jahr im Sommer 5 Nieten ziehe, dann klappt das halt nicht. :roll:

Brigade-B hat geschrieben:Wir hatten einmal eine "Vision 2000". Nach dem scheitern war ruhe.
Eine neue realistische Vision fände ich klasse!
Hinter der "Vision 2000" steckte kein wirkliches Konzept. ADM hatte einfach das Ziel gesetzt 2000 in die Bundesliga aufzusteigen und man hoffte halt, dass es klappt.
Danach gab es das "Regional-Konzept" mit jungen Spielern aus der Region und nach dem Abstieg dann das "Regionalliga-Konzept" mit dem Ziel sofortiger Wiederaufstieg, man wurde 12...
Naja, Kickers und Konzepte, da kam noch nie was bei rum!

Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2009, 23:37
von Blue Fritz
Es genügt halt leider nicht bestimmte Ziele zu nennen! Damit ist es nicht getan! Bei den Kickers wurden in den letzten Jahren Ziele genannt ohne dass ein Konzept vorhanden war! So was kann man wohl auch Blauäugig nennen. Passt ja zu den Blauen!

Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2009, 23:54
von Matze
Überlinger hat geschrieben:Naja, Kickers und Konzepte, da kam noch nie was bei rum!
Eine Stadt zu teilen mit einem Bundesligisten, ganz ohne eigenes Profil? ich vermute mal, da kommt noch viel weniger rum!

Finde dein Posting ansich sehr aufschlussreich, weil eben hier genau der Kern des Problems deutlich wird! Es wurden mit Sicherheit schon genug sinnlose Papiere geschrieben aber doch blieb die entscheidende Frage abschließend unbeantwortet:

:arrow: Die Antwort auf die Fragestellung: Wofür stehen wir?

Jeder Sponsor, jeder Fan und jedes verdammte Talent muss und möchte doch eine Begründung haben, warum er sich gerade für die Kickers entscheiden soll!

Warum gehen wir zu den Kickers?

Weil uns der ehrliche Fußball eben näher steht, als der Kommerzmist im stimmungstoten Großraumstadion.

Und genau eine solche Antwort suchen eben auch Sponsoren! Dies geht weiter als der Wunsch zur (inhaltsleeren) "sympathischen Alternative", denn dieses Selbstverständnis wird gesucht und gelebt von uns allen!

Wenn es die Kickers dazu noch schaffen der Wirtschaft mit dem Profil als ehrlicher Fußballverein sowie als professionieller Partner gegenüberzutreten, dann kommen auch die zusätzlichen Sponsoren, vorhandenen Kontakte befruchten sich selbst und das ganze gewinnt an Fahrt!

Momentan stehen wir meiner Ansicht nach, noch bei der von Eddy Schmitt genannten Ausgangsfrage!

Muss ich mir in unmittelbarer räumlicher Nähe zum Daimler ein eigenes Autowerk aufbauen, so stellt sich mir doch ebenfalls die Frage, womit ich Händler, Lieferanten und Kunden locken kann...ein filigraner Techniker aus Koblenz ist hier vielleicht ein Anfang, will ich langfristig bestehen, muss aber einfach mehr kommen!

Verfasst: Donnerstag 5. Februar 2009, 17:13
von stoitschkov
das fehlen jeglicher mittel- oder langfristiger Konzepte und die damit einhergehende alljährliche Flickschusterei macht den Verein ja auch irgendwie symphatisch :) allerdings auf eine eher bemitleidende Art und Weise, so wie man einen alten etwas trotteligen Onkel ja auch mögen, aber eben nicht ganz ernst nehmen kann.
Die Verantwortlichen werden sicher damit argumentieren, dass der Überlebenskampf im Profifussball sämtliche Energien absorbiert und dass der Verein sich erst einmal sicher in der 3.Liga etablieren muss. Bis dahin eben "businness as usual".
Das kann man so akzeptieren oder eben auch nicht, allerdings wäre es vielleicht nicht ganz verkehrt mal zu schauen wo der Verein vor 10 Jahren stand und was sich seitdem im Profifussball ganz allgemein und generell getan hat. Welche (vergleichbaren)Vereine hatten in diesem Zeitraum Erfolg und warum oder wodurch?

Aus meiner Sicht hängt im Fussball sehr viel (fast alles) von den handelnden Personen (Präsident, Manager) ab. Wenn hier der Wille und die Überzeugung zu einem mittelfristigen, ligaunabhängigen Konzept vorhanden sind, dann ist das schon mehr als die halbe Miete. Ohne einen gewissen mittelfristigen Erfolg wird es im Tagesgeschäft Profifussball allerdings nicht abgehen.

Vielleicht sollte man das Ganze mal aus der Perspektive eines neuzugezogen Stuttgarters, z.B. eines durchaus fussballinteressierten Studenten im 1. Semester sehen. Warum sollte er zu den Kickers gehen und warum sollte er das evtl. später einmal regelmässig tun?

Oder ein junger, talentierter, noch etwas unausgereifter Oberligaspieler: warum sollte er zu den Kickers wechseln, wenn er doch beim VfB2 eine vergleichsweise bessere Ausbildung und auch Perspektive bekommt?

Oder der mittelständische Unternehmer ohne Bezug zu VfB oder Kickers, warum sollte er sich als Sponsor bei den Blauen engagieren, welchen "Mehrwert" bekommt er für sein Geld?

Wenn sogar ein neuer Trainer, der gerade mal einige Wochen im Amt ist die Frage nach dem "Wofür steht der Verein?" aufwirft, dann sollte der eine oder andere Verantwortliche das schon ernst nehmen, hier im Forum sehe ich das eher als eine Art lustiger Zeitvertreib.

Re: Kickers 2020: Hat unser Verein langfristig eine Zukunft?

Verfasst: Donnerstag 5. Februar 2009, 19:00
von Matze
Martin hat geschrieben:
POSITIV: uns gehts besser als waldhof mannheim :wink:
Nimmt man Sebescens Rede zur JHV zum Maßstab, so sind sie uns in Sachen Jugendzentrum zumindest um einige Längen voraus.....

Verfasst: Freitag 6. Februar 2009, 00:19
von all4svk
stoitschkov hat geschrieben:Die Verantwortlichen werden sicher damit argumentieren, dass der Überlebenskampf im Profifussball sämtliche Energien absorbiert und dass der Verein sich erst einmal sicher in der 3.Liga etablieren muss.
Eine undankbare Aufgabe für unsere Granden, die mich mehr an Insolvenzverwalter eines maroden Unternehmens erinnern als an Vereinsfunktionäre: ständig sanieren, Löcher im Monatsrhytmus stopfen, Gläubiger vertrösten, Sponsoren anbetteln, mit der Stadt streiten und dann noch das Damoklesschwert Abstieg mit all den Konsequenzen über sich schweben sehen....

Und dann erwarten wir auch noch -mit Recht!- den Plan B.

Den haben wir nicht, davon bin ich überzeugt.

Bei einem Abstieg ist die Insolvenz wahrscheinlich. Und dann muss ein kompletter Neuanfang her. Einhergehend mit Austausch (fast) aller bisher Verantwortlichen.

Also ich erwarte auch in der Zukunft von der jetzigen Führung keine Visionen und keine Aufbruchsstimmung. Das wäre auch nicht authentisch!

Verfasst: Freitag 6. Februar 2009, 07:11
von McVillager
Das letzte Posting ist für mich typisch für die Kickers. Schuld sind die anderen, entweder die Presse, der Trainer, der Manager, der Aufsichtsrat, der Präsident, der Vorstand.

Die Schuld weiterschieben ist gleich der Verantwortung weiterschieben. Bei unseren Blauen möchte keiner Verantwortung übernehmen. Eigeninitiative zeigen. Zoltan Sebescen wird wegen seinem Jugendkonzept kritisiert. Ob zu recht oder unrecht lasse ich jetzt dahingestellt. Aber hat hier mal jemand dran gedacht, als Fan seines eigenen Vereins bei einem langfristigen Konzept mitzuarbeiten, es selbst zu schreiben, bei einem Jugendkonzept mitzuarbeiten, mal bei Herrn Sebescen vorbeizugehen und ihn nach dem Stand zu fragen, wie es läuft? Den Vorstand, den Trainer, den Manager oder seinen geliebten Verein zu unterstützen? Es wird immer von "gibt es im Verein ein Konzept" geredet. Was ist denn bitteschön der Verein? Das sind Einzelpersonen, die andere und vor allem jeder einzelne Fan selbst.

Nein, wir jammern immern. Schuld sind die und die un die. Wir sind alles die gleichen Luschen wie die auf dem Platz rumrennen und sich in die Hose pissen weil keiner den Mumm hat, Verantwortung für seinen Arbeitsplatz zu übernehmen. Und wir Fans haben keinen Mumm Verantwortung zu übernehmen, unseren geliebten Verein vor seiner existenziellen Krise zu retten. Wir sind ein Verein voller Luscher für Luschen.

Ich habe fertig.

Verfasst: Freitag 6. Februar 2009, 12:00
von Überlinger
McVillager hat geschrieben:Das letzte Posting ist für mich typisch für die Kickers. Schuld sind die anderen, entweder die Presse, der Trainer, der Manager, der Aufsichtsrat, der Präsident, der Vorstand.

Die Schuld weiterschieben ist gleich der Verantwortung weiterschieben. Bei unseren Blauen möchte keiner Verantwortung übernehmen. Eigeninitiative zeigen. Zoltan Sebescen wird wegen seinem Jugendkonzept kritisiert. Ob zu recht oder unrecht lasse ich jetzt dahingestellt. Aber hat hier mal jemand dran gedacht, als Fan seines eigenen Vereins bei einem langfristigen Konzept mitzuarbeiten, es selbst zu schreiben, bei einem Jugendkonzept mitzuarbeiten, mal bei Herrn Sebescen vorbeizugehen und ihn nach dem Stand zu fragen, wie es läuft? Den Vorstand, den Trainer, den Manager oder seinen geliebten Verein zu unterstützen? Es wird immer von "gibt es im Verein ein Konzept" geredet. Was ist denn bitteschön der Verein? Das sind Einzelpersonen, die andere und vor allem jeder einzelne Fan selbst.

Nein, wir jammern immern. Schuld sind die und die un die. Wir sind alles die gleichen Luschen wie die auf dem Platz rumrennen und sich in die Hose pissen weil keiner den Mumm hat, Verantwortung für seinen Arbeitsplatz zu übernehmen. Und wir Fans haben keinen Mumm Verantwortung zu übernehmen, unseren geliebten Verein vor seiner existenziellen Krise zu retten. Wir sind ein Verein voller Luscher für Luschen.

Ich habe fertig.
Was Du in deinem Beitrag völlig außen vor lässt ist "Kompetenz" und Du gibst den Fans eine wichtigere Rolle als sie eigentlich haben. Fans können den Verein nach außen positiv darstellen, mal bei nem Marketing-Projekt Impulse geben oder, wie jetzt gerade, z. B. für nen Stadionausbau kämpfen das war es.
In der Fanszene herrscht nicht mehr Komptenz von der guten Führung eines Profi-Vereins vor, als in den Gremien des Vereins. Ich kann auch nur davon abraten, dass Fans z. B. an nem Jugendkonzept mitarbeiten. Von uns hat doch keiner eine Ahnung wie ein modernes Jugendkonzept eines 1. oder 2.-Ligisten im Detail strukturiert ist an dem sich das ganze ja orientieren soll. Was soll den dabei rauskommen? Bestimmt nichts besseres als jetzt. Das muss jemand machen der aus dem Profigeschäft kommt und möglichst bei nem anderen Klub da schon Einblick hatte.

Letztlich reduzieren sich unsere ganze Probleme nur auf das liebe Geld. Hätten wir dieses, würden wir sportlich besser dastehen und wir könnten uns die ganzen Diskusionen sparen!

Verfasst: Freitag 6. Februar 2009, 14:27
von Matze
Die Zeiten haben sich einfach geändert, keiner hätte vor 20 Jahren damit gerechnet, dass Teams wie Ahlen, Wehen oder Hoffenheim jemals eine auch nur annähernd bedeutsame Rolle in der deutschen Fußballlandschaft spielen würden.

Erfolg hatten Teams mit gewachsenen Strukturen, große Namen mit großer Vergangenheit und oftmals mit einer bedeutsamen Stadt im Rücken! Erfolge generierten deutschlandweit Fans und die Elite war - bis auf einige wechselnden Überraschungsteams - schnell abgesteckt!

Angefangen mit den Werksclubs schafften es jüngst eine Vielzahl weiterer Teams, Attraktivität durch gewachsene Strukturen mittels finanzieller externer Geldmittel zu kompensieren!

Das Ergebnis kennen wir: Tradition hat an Bedeutung verloren, Vereine werden zu Wirtschaftsunternehmen und gewachsene Strukturen haben als unverzichtbare Basis ausgedient! Traditionsvereine haben sich entweder mittels Professionialisierung diesen Wettbewerbsbedingungen angepasst oder wurden ganz einfach in die unteren Ligen verdrängt!

In keiner Liga wird die Entwicklung so deutlich wie in Liga 3: Erfolg hat, wer sich zu vermarkten weiss. Hier treffen ruhmreiche Traditionsvereine mit riesigem Zuschauerpotenzial(verdrängt durch Hoffenheim, Wehen und Co.) auf finanziell gedopte Dorfclubs. Als obs damit noch nicht genug wäre verzerren die zweiten Mannschaften den Wettbewerb.

Am Beispiel der Kickers (als kleiner Verein im Schatten eines Bundesligisten) wird dies eben besonders deutlich, wobei sich diese Entwicklung in den nächsten fünf bis zehn Jahren mit Sicherheit noch verschärfen wird!


Letztlich zeigen sich verschiedene mögliche Zukunftsszenarien:

a) die Kickers fallen dieser Wettbewerbssituation zum Opfer und kämpfen zukünftig mehr oder minder erfolgreich an einer Wiedergeburt des Vereins.

b) die Kickers finden ebenfalls einen potenten externen Geldpartner. Als Partner auf Augenhöhe kann man hier allerdings nur agieren, wenn man selbst ein schlüssiges Konzept in der Tasche hat und beide Seiten profitieren. Ein Mäzen halte ich weder für sinnvoll, noch hatte sich die letzten jahre einer zu seiner Kickers-Liebe geoutet. Worstcase: einseite Abhängigkeit Marke Chelsea!

c) Die Kickers schaffen es sich bewusst und gezielt neben einem Bundesligisten in einer kultigen Nische zu positionieren. Zwangsläufige Voraussetzung natürlich auch hier ein sportlicher Aufwärtstrend. Können sich die Kickers selbst positionieren und werden die gewachsenen Strukturen einerseits mit Leben gefüllt - andererseits auch gezielt beworben, wird das "Produkt Kickers" deutlich zum VfB abgegrenzt und damit zwangsläufig für ein bestimmtes Klientel an Sponsoren interessant!


:arrow: Alternative c) wäre wohl die solideste aller Varianten. Allerdings bedarf es hier einer klaren Positionierung hinsichtlich Sponsoren, Fans sowie einer zukunftsweisenden sportlichen Perspektive! Für jeden dieser Zielgruppen brauchen wir eine Antwort auf die Fragestellung: Wofür stehen wir?

@Mc Villager: ich kann mir sehr gut vorstellen bzw. bin sogar überzeugt davon, dass ein solcher Prozess am allerwenigsten an der Zielgruppe "Fans" scheitern würde. Ob Diplomarbeiten, Believe in Blue, FadSKi, Stadionausbau oder sonstigen Aktivitäten...eine Vielzahl der Fans waren bei der Stange. Du hast recht..nicht immer diese, die hier motzen, aber eben doch viele!

Und ich muss sagen, dass es mir Spaß machen würde an einem solchen Prozess mitzuarbeiten. Allein in der Kickers-Sponsorenlandschaft gibt es Personen, die Erfahrung haben, solche Prozesse zu steuern und umzusetzen! Ob in großer Runde mit Workshops oder aber allein mit internen Akteuren - der Aufwand könnte gesteuert werden!

Initiiert (und für wichtig erkannt) werden, muss es allerdings von Gremien und Präsidium! Dann könnte es sogar eine richtig klasse Sache werden, die bislang sicher einmalig ist im deutschen Fußball - dieser strukturierte Prozess allein würde - intern und extern - schon für Ansehen sorgen!

Ist sicher nicht als Kritik an den jetzigen Handelnden gedacht, welche - teils ehrenamtlich - schon jetzt bemerkenswert um die Rettung des Vereins kämpfen! Dennoch wäre es aus meiner Sicht fatal, diese entscheidende Perspektive gerade in der aktuellen Lage zu vernachlässigen!

Verfasst: Freitag 6. Februar 2009, 15:06
von Soulfly
Das Bosman-Urteil hat das Fussballgeschäft revolutioniert.
Einige Vereine haben das Gewicht und die Auswirkung dieses Urteils
frühzeitig erkannt und gehandelt, andere nicht.
Die einen sind heute GmbH´s, AG´s, Wirtschaftsunternehmen halt;
die anderen suhlen sich in ihrer Tradition und schwärmen von längst
vergangenen besseren Zeiten.

Verfasst: Freitag 6. Februar 2009, 16:09
von Bluespirit
Die Fehler die vor der saison gemacht wurden sind doch klar:aus Dankbarkeit für das Wunder hat man an Minki festgehalten und gleichzeitig die Mannschaft nicht geziehlt verstärkt.Nur Talente und Mitläufer zu holen reicht nicht.Und bei so einem Punkterückstand kann man eigentlich nur noch für ein neues wunder beten.denn eine Perspektive für mehr Sponsoren und mehr Fanpotential gibt es in der RL auf Jahre hinaus nicht.

Verfasst: Freitag 6. Februar 2009, 19:32
von Überlinger
@Matze: Deine Beiträge lese ich sehr gerne, weil es hier mit die einzigen sind, die aufzeigen wie es in der Zukunft könnte und sehr wahrscheinlich auch sollte. Du wirst seit langer langer Zeit nicht müde zu betonen, dass unser Verein "Profil" braucht.
Letztlich war es aber bisher ein Reden gegen die Wand, weil deine Forderungen und Vorschläge ungehört bleiben, obwohl es 5 vor 12 ist.

:arrow: Deshalb ist die zentrale Frage: Wie ist das zu ändern?

Meine Befürchtung ist, dass es auch nach einem (sehr) möglichen Abstieg in dem selben Trott weitergeht. Ein wirklicher konzeptioneller und sportlicher Neuanfang geht nur mit einer neuen Besetzung. Und wo nehmen wir diese neuen (fähigen) Leute her? Wer soll z. B. Manager werden wenn Cast weg wäre?

Ich habe halt die ärgsten Befüchtungen, dass es ähnlich läuft wie bei den Reutlingern jetzt. Das wäre eben wieder typisch Kickers.

Verfasst: Freitag 6. Februar 2009, 23:04
von Oeffinger
Matze hat geschrieben:c) Die Kickers schaffen es sich bewusst und gezielt neben einem Bundesligisten in einer kultigen Nische zu positionieren. Zwangsläufige Voraussetzung natürlich auch hier ein sportlicher Aufwärtstrend. Können sich die Kickers selbst positionieren und werden die gewachsenen Strukturen einerseits mit Leben gefüllt - andererseits auch gezielt beworben, wird das "Produkt Kickers" deutlich zum VfB abgegrenzt und damit zwangsläufig für ein bestimmtes Klientel an Sponsoren interessant!
Sehr guter Beitrag Matze!

Das ganze funktioniert aber nur wenn nicht, wie bei der letzten JHV, ein Herr Wahl dem VfBääh "von Herzen alles gute wünscht"!

So kann man sich sicherlich nicht abgrenzen!

Verfasst: Samstag 7. Februar 2009, 01:31
von all4svk
überzogene Theorien sind das Fallbeil der Praxis...

Verfasst: Samstag 7. Februar 2009, 11:27
von Blaues Stuttgart
Keine Theorien das Fallbeil des Vereins...

Verfasst: Samstag 7. Februar 2009, 12:29
von moehringer
Blaues Stuttgart hat geschrieben:Keine Theorien das Fallbeil des Vereins...
:!:

Verfasst: Sonntag 8. Februar 2009, 16:26
von gablenberger
ich finde es schade, dass in den letzten jahren immer nur gejammert wurde, es sei kein geld da. die fans haben immer wieder und wieder kostenlose ideen eingebracht, die in schöner regelmäßigkeit vom verein abgelehnt wurden (fanartikel, werbemaßnahmen, aktionen mit kindern, schulen, jugendhäuser). einzige erfolgserlebnisse wie wfv-pokal-gewinn oder liga-start samt pokal-sensation herbst 2006 wurden nicht genutzt um aufmerksamkeit zu erzeugen oder sponsoren an land zu ziehen.
jetzt ist es sportlich dazu zu spät. bib-cup mit medienrummel oder meet+greet sind super aktionen und haben wohl vielen im verein erst die augen geöffnet, was möglich sein kann. leider zu spät, nächstes mal werden wohl die eingeladenen kinder oder die mannschaften beim bib-cup in stuttgart bekannter sein als die kickers-spieler selbst...
schade, schade - aber ich will nichts hören, ich kann mindestens 15 personen nennen, die ihre ideen woche für woche, monat für monat erfolglos an den verein weitergeleitet haben.
so schade und bedrohend ein abstieg wäre, so ist es aus meiner sicht die einzige möglichkeit endlich mal für klare strukturen zu sorgen um mal solide zu arbeiten.
für die näxten wochen wünsche ich mir, dass begonnen wird, kosten zu sparen. hintertortribüne aus personalkostengründen sperren, auf trainingslager verzichten (bringt ja scheinbar eh nix, siehe donnerstag), den verkauf von fanartikel-restposten verstärken....

Verfasst: Montag 9. Februar 2009, 09:08
von Tobi78
Ich muss Gablenberger recht geben, das Engagement der Fans ist absolut vorbildlich. Aber das ist eben nur ein Teil der Wahrheit. Die größten Baustellen liegen im Bereich Sponsoring, Marketing und Transferpolitik.

Das Thema Sponsoring wurde hier bereits ausführlich diskutiert. Wir scheinen zwar ab und zu einen neuen Sponsor an Land zu ziehen, können aber nicht innerhalb kürzester Zeit auf ein vernünftiges Level kommen. Dafür hat man leider zu lange im Tiefschlaf verbracht.

Ähnlich sieht es beim Thema Marketing aus. Jahrelang haben wir uns durch Unprofessionalität (Interviews, Logo-Affäre, etc.) und sportliche Misserfolge das Image eines abgehalfterten Traditionsclubs gründlich verdient. Jetzt interessiert sich kaum noch jemand für uns und somit ist die Wirkung von Marketingaktionen auch überschaubar.

Transferpolitik ist aus meiner Sicht ein sehr wichtiger Baustein. Mich wundert seit einigen Jahren schon, dass wir nie Spieler ausleihen. Diese Option scheint jeder ausser uns zu nutzen.
Zu allem Überfluss haben wir nicht gerade ein glückliches Händchen mit unseren Transfers, da gibt es auch noch viel Luft nach oben. Die Vertragsgestaltung bei uns gibt mir auch Rätsel auf. Wenn wir einen "guten" Spieler verpflichten, dann für eine Saison oder nur bis zum Saisonende. Wenn er gut spielt, verlässt er uns ablösefrei und wenn nicht, dann haben wir auch nichts davon. Wir haben keine jungen hochtalentierten Spieler, die wir mit längerfristigen Verträgen ausgestattet haben, deshalb werden wir auch nicht in den Genuss etwas höherer Transfererlöse kommen. Mir ist das Konzept dahinter nicht klar, das ergibt keinen Sinn.

Verfasst: Montag 9. Februar 2009, 11:49
von Blaues Stuttgart
Tobi78 hat geschrieben: Transferpolitik ist aus meiner Sicht ein sehr wichtiger Baustein. Mich wundert seit einigen Jahren schon, dass wir nie Spieler ausleihen. Diese Option scheint jeder ausser uns zu nutzen.
Zu allem Überfluss haben wir nicht gerade ein glückliches Händchen mit unseren Transfers, da gibt es auch noch viel Luft nach oben. Die Vertragsgestaltung bei uns gibt mir auch Rätsel auf. Wenn wir einen "guten" Spieler verpflichten, dann für eine Saison oder nur bis zum Saisonende. Wenn er gut spielt, verlässt er uns ablösefrei und wenn nicht, dann haben wir auch nichts davon. Wir haben keine jungen hochtalentierten Spieler, die wir mit längerfristigen Verträgen ausgestattet haben, deshalb werden wir auch nicht in den Genuss etwas höherer Transfererlöse kommen. Mir ist das Konzept dahinter nicht klar, das ergibt keinen Sinn.
:!: Uns so ist das Ganze nicht nur sportlich sondern auch finanziell ein Minusgeschäft.

Verfasst: Montag 9. Februar 2009, 23:51
von gambo
Tobi78 hat geschrieben:Transferpolitik ist aus meiner Sicht ein sehr wichtiger Baustein. Mich wundert seit einigen Jahren schon, dass wir nie Spieler ausleihen. Diese Option scheint jeder ausser uns zu nutzen.
Zu allem Überfluss haben wir nicht gerade ein glückliches Händchen mit unseren Transfers, da gibt es auch noch viel Luft nach oben. Die Vertragsgestaltung bei uns gibt mir auch Rätsel auf. Wenn wir einen "guten" Spieler verpflichten, dann für eine Saison oder nur bis zum Saisonende. Wenn er gut spielt, verlässt er uns ablösefrei und wenn nicht, dann haben wir auch nichts davon. Wir haben keine jungen hochtalentierten Spieler, die wir mit längerfristigen Verträgen ausgestattet haben, deshalb werden wir auch nicht in den Genuss etwas höherer Transfererlöse kommen. Mir ist das Konzept dahinter nicht klar, das ergibt keinen Sinn.
Unser Transferpolitik verstehe ich auch nicht. Da muß ich dir 100% recht geben!

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 07:57
von McVillager
Bezüglich zu langen oder zu kurzen Vertragslaufzeiten: Was glaubt ihr denn warum ein Orlando Smeekes hier gelandet ist. Der ist doch nicht blöd und unterschreibt länger als eine Saison bei uns. Oder warum Alexander Rosen gleich einen Dreijahresvertrag unterschreibt. Die Spieler haben eine gewisse Macht, und diese nutzen die auch aus wenn ein Verein keine gute Verhandlungspostion ausüben kann.

Wo ich dir recht gebe: Warum werden junge Talente nicht langfristig unter Vertrag genommen. Es kann nicht sein dass 17jährige keinen Vertrag besitzen und dann plötzlich zum VfB wechseln. Wenn wir nichtmal so viel Geld für solche Spieler haben, können wir die Nachwuchsarbeit auch komplett einstellen und das Geld sparen.

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 08:02
von G.Regor
Ich will ja nicht immer in der Vergangenheit rumwuehlen, aber hier muss ich einfach mal wieder einiges anmerken.

Ich habe zum Beispiel damals meine Diplomarbeit ueber Sportsponsoring geschrieben (2001). Ein Exemplar habe ich den Kickers zur Verfuegung gestellt. Ergebnis: Niemand hat jemals reingeschaut und als ich im Januar 2002 mal reinschauen wollte, war sie verschwunden.

Dabei habe ich unter anderem die Bandenpreise analysiert und festgestellt, dass die Kickers damals der einzige unter 36 Erst- und Zweitligisten war, dessen Banden hinterm Tor am Billigsten und an der Gegengerade am Teuersten sind. Dabei ist es doch logisch: Wenn irgendwas im Fernsehen kommt, dann die Tore - also sind die Hintertorbanden die wertvollsten!

Also vorgeschlagen, das Ganze zu aendern - abgebuegelt. Mit der Begruendung "Des kennet mer net mache, da sehet ja die Schbonsore dass se all die Jahre zuviel bezahlt hen". Mich wuerde mal interessieren, wie heute die Bandenpreise aussehen.

Dann versucht, ein exklusives Sponsorenevent aufzuziehen. Also einen exklusiven Fanartikel produzieren wollen, den eben nur Sponsoren kriegen, damit die endlich mal das Gefuehl haben was besonderes zu sein. Antwort: Dafuer hammer kein Geld, kuck doch mal im k-point da liegen noch alte Aufkleber rum. Und wenn Du ein Sponsoren-Event machen willst, dann find erstmal einen Sponsor, der das zahlt.

Alte Kamellen, ich weiss - aber wie gesagt, mich wuerde schon sehr interessieren, wie es heute aussieht! Hat mal jemand hier vielleicht Erfahrung gemacht, als potenzieller Sponsor auf die Kickers zuzugehen? Was passiert denn, wenn ich Interesse bekunde 5.000 Euro zu sponsern? Kriege ich ein Konzept? Oder kriege ich ein zusammengetackertes Word-Dokument fuer Kickers Top 90?

Einiges geht in die richtige Richtung. Design zum Beispiel, das Kickers-Logo mit dem Fussball und dem Fernsehturm. Nur was hilfts, dann geh ich kurz nach Weihnachten in den k-point, bereit einen dreistelligen Euro-Betrag auszugeben. Das krieg ich allerdings nicht mal hin, weil ich mit Ach und Krach grade mal noch zwei passende T-Shirts finde, die geile Kappe mit eben diesem Fernsehturm-Logo auf der Seite ist ausverkauft und im Prinzip auch sonst alles.

Wenigstens gibt's noch die geile Heimspiel-CD. Aber was passiert mit der 09/10? Man kann ja schlecht zum x-ten Mal das Kickers Lied und Heut kommed Kickers veroeffentlichen. Hat sich da schon mal jemand Gedanken gemacht? Oder ist die CD eben auch wieder nur ein Strohfeuer??? Da muessten heute schon Bands angeworben werden!!!

Eins sag ich Euch: Der letzte Manager, der hier wirklich Ahnung von Vermarktung und Strategie hatte, war Hans-Peter Jakob. Mit dem haben wir die FAdSKi gegruendet, mit dem haben wir super Auswaertsaktionen durchgekriegt, der hat den Freikartenaustausch fuer den Fanbus mit anderen Vereinen angeleiert, der hatte was vor. Und zack, haben sie ihn vor die Tuer gesetzt, weil er den Herren im Praseidium zu viel Einfluss wollte.

Und nach Kleinhansl hat sich u.a. der Koller aus der Schweiz als Manager beworben, der schon Luzern und YB gerettet und in den UEFA-Cup gebracht hat. Der sagte endlich mal "Es bringt doch nix, immer nur rumzujammern dass man kein Geld hat. Dann muss mal eben neues Geld organisieren!" - Stattdessen hat man dann Kahraman Erdmann genommen, der davor Messestaende auf der Hobby-Elektronik zusammen mit seinem Kumpel Cast verkloppt hat. Und seitdem spielen wir eben in der Hobby & Elektronik-Liga.

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 08:46
von kässpätzle
Ein supergeiler Beitrag, Gregor! Wenigstens mal einer, der kein Blatt vor den Mund nimmt und sagt, was Sache ist! Danke...

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 09:53
von Überlinger
G.Regor hat geschrieben:...der Koller aus der Schweiz als Manager beworben...
Du meinst Albert Koller? Auch nicht gerade der Saubermann in Person. :roll:

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 10:33
von DirtyToby
Es scheint leider tatsächlich so zu sein, dass man immer erst die eigenen Vorstellungen zu 100% abarbeitet, bevor man evtl. mal neue Ansätze in Betracht zieht. Das ist irgendwie eine schwäbische "da lass ich mir net reinreden" Mentalität, die so nicht funktionieren kann. Ich werfe den handelnden ja nicht vor, dass sie nicht ihr bestes geben, aber in manchen Punkten sollte man dann doch auf Leute hören, die von dem einen oder anderen Bereich einfach mehr Ahnung haben. Wir können uns nicht für jeden Bereich einen Fachmann leisten, aber man sollte das potential nutzen, dass einem (zum teil) sogar kostenlos oder verbilligt zur Verfügung gestellt wird. Das ist aber nicht erst seit heute so sondern zieht sich schon ewig so hin und ist auch in vielen anderen Vereinen so. Allerdings haben wir im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen als Fans eine relativ starke Position innerhalb des Vereins, werden aber offensichtlich nur als Biertrinkende Prolls wahrgenommen und nicht als Leute, die fachlich in Teilgebieten dem Verein weiter helfen könnten. Schade, dass dieses Potential nicht genutzt wird sondern lieber das eigene Ding bis zum bitteren Ende durchgezogen wird

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 11:31
von Matze
Respekt Gregor, ein richtig fundierter Beitrag, den ich dir Wort für Wort abnehme! Da kriegt man richtig Lust wirklich zu schauen, wie der aktuelle Status quo in einzelnen Themenfeldern ausschaut!

Und auch in einem weiteren Punkt gebe ich dir recht: so richtig wahrgenommen wird man - als Fan - von den oberen Gremien wohl wirklich nur dann, wenn man den Daimler als Sponsor an der Hand hat.

Dass stattdessen kontinuierlich hin zu professioniellen Strukturen gearbeitet werden muss, interessiert weniger - die teils sinnvollen Impulse genausowenig!

In Teilen kann ich es bei einzelnen Positionen sogar nachvollziehen: dank sportlicher und finanzieller Situation geht diesen doch selbst jährlich der Arsch auf Grundeis und so wirklich interessant ist dann (für den Verein) wirklich nur, was kurzfristig Geld in die Kasse bringt, oder was sich (für den Angestellten) auf die Provision auswirkt!

Wie gesagt, dennoch verkürzt, denn langfristig würden alle profitieren: diese Einsicht erwarte ich mir doch zumindest vom obersten Entscheider - dem Präsidenten - alle anderen stecken mangels Veränderung in ihrem jährlichen Überlebenskampf!

Hilfe von außen? Nur wenn es Geld bringt...

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 15:55
von Tobi78
Vielen Dank für deinen Beitrag G.regor!
Matze hat geschrieben:Und auch in einem weiteren Punkt gebe ich dir recht: so richtig wahrgenommen wird man - als Fan - von den oberen Gremien wohl wirklich nur dann, wenn man den Daimler als Sponsor an der Hand hat....
Genau so wird gedacht und eines wird dabei vollkommen vergessen. Nicht umsonst wird die Professionalität in fast allen mir bekannten wissenschaftlichen Studien im Zusammenhang mit den Anforderungen, die Unternehmen an Anbieter bzw. Partner haben, genannt. Und genau da liegt doch unser Problem. Wir sind doch gar kein ernstzunehmender Geschäftspartner für die meisten potentiellen Sponsoren. Deshalb tun wir uns unter Anderem mit der Neuakquise so schwer. Anstatt gründlich den eigenen Saustall aufzuräumen träumt man immer noch den Dornröschenschlaf des "sympatischen Traditionsclubs" und wundert sich, dass uns massenhaft Vereine mit viel geringerem Potential längst meilenweit abgehängt haben.

Es tut mir wirklich leid, aber ich würde mit diesen Pseudo-Geschäftsleuten, die bei uns teilweise am Werk sind, auch keine Partnerschaft eingehen. Man darf nicht vergessen, es geht hier nicht um Almosen oder Spenden, sondern um ein Geschäft. Und wir haben diesbezüglich wenig anzubieten, was uns für Sponsoren interessant macht. Das liegt aber nicht an der Tatsache, dass es mit uns seit 10 Jahren bergab geht, sondern dass wir weder über ausreichend Beziehungen zu Politik und Wirtschaft, noch über die erforderliche Management Kompetenz verfügen, um Visionen zu entwickeln und diese konsequent umzusetzen.

Eines ist sicher, nach dieser Saison wird alles anders! Aber das wäre so nicht nötig gewesen!

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 19:01
von gablenberger
auch sponsoren wollen halt mit profis arbeiten, v.a. global player. aber wenn man von ca. 60 profivereinen nur beim svk die sponsorenwand lange jahre mit lupe suchen muss, braucht man sich nicht wundern...
ebenso versteht wohl niemand, warum seit monaten spieler noch mit uhlsport-decken und -jacken auf der bank frieren. wir haben doch nike als partner, sehr unprofessionell.
das geld, das stolz als gewinn präsentiert wurde ist letztlich das geld, das zum einen durch (verrückte -im positiven sinn-) fans bei bib eingenommen und zweitens bei siegprämien eingespart wurde. nicht mehr und nicht weniger...
wenn ich dann noch bei drei offiziellen 2 jahre lang betteln muss, 2-3 spieler für ne aktion/sportstunde in ner grundschule (samt presse vor ort, wäre von der lehrerin organisiert worden) zu bekommen und nix passiert ist - was willst du da noch groß erwarten?
auf die meinung der fans wird in keiner weise reagiert, selbst ist man kein profi auf dem entsprechenden posten - das ergebnis daraus liefert ein blick auf tabelle, standing in der stadt, zuschauerzuspruch und finanzielle situation...

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 23:35
von Blue Fritz
Tolle Beiträge hier! Fazit über das Management bei den Kickers nach diesen Aussagen hier: TRAURIG;TRAURIG!

Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2009, 01:03
von Matze
Blue Fritz hat geschrieben:Tolle Beiträge hier! Fazit über das Management bei den Kickers nach diesen Aussagen hier: TRAURIG;TRAURIG!
Würde ich so generell nicht sagen, es gibt genug Leute bei den Kickers, denen der Verein wirklich am Herzen liegt und die einen richtig guten Job machen! Sind wir mal ehrlich: die im Verein Beschäftigten haben eine Menge zu stemmen, gleiches gilt für die ehrenamtlichen Mitarbeiter! Gehen wir zudem mal davon aus, dass diese aktuell ziemlich ausgelastet sind, so ist guter Rat wirklich teuer!

Es gibt ja bereits gute Lösungsvorschläge: bspw. eine Stelle, die bereits zur Hälfte von einem Sponsor finanziert wäre und die einerseits auf der Geschäftsstelle für Entlastung sorgen würde, sich andererseits um die genannten relevanten strategischen Fragestellungen kümmern könnte. Angefangen mit einer ganzheitlichen Bestandsaufnahme inkl. Konkurrenzanalyse (siehe Gregor) mit dem Ziel der Positionierung in einer wirklich passenden Nische!

Woran es bislang gescheitert ist?? an der Finanzierung abseits des besagten Sponsors...kein großer Betrag und dennoch ein paar tausend Euro im Jahr! Ein Betrag, der - falls vorhanden - in der jetzigen Situation halt primär doch für sportliche Verstärkungen eingesetzt würde / werden müsste!

Wie gesagt, nur ein Beispiel, aber da fängts schon an....und so sitzen wir letztlich wirklich im selben Boot! Helfen werden - wie im letzten Jahr - erstmal nur Siege! Falls parallel jemand im Lotto gewinnt und ein paar Tausender sinnvoll in die strategische Perspektive des Vereins investieren möchte, wärn glaub alle dankbar ;-)