Neues aus der "Sport"stadt
Verfasst: Mittwoch 25. März 2009, 11:15
Sportvermarkter greift "In Stuttgart" unter die Arme
Die Schleyerhalle ist hervorragend ausgelastet - und das soll auch so bleiben.
Foto: Michael Steinert
Stuttgart - Am Mittwoch präsentiert die Veranstaltungsgesellschaft "In Stuttgart" die Fantastischen Vier als Werbeträger. Geheim hätte vorerst dagegen die Kooperation mit dem Rechtehändler Sportfive bleiben sollen. Der Sportvermarkter soll helfen, die Hallen besser auszulasten.
Von Jörg Nauke
Der Aufsichtsrat der Objektgesellschaft Veranstaltungen und Märkte Stuttgart - unter diesem Dach sind die Veranstaltungsgesellschaft und der Marktbetrieb zusammengefasst - hat in seiner Sitzung am vergangenen Montag kräftig applaudiert. Hinter verschlossenen Türen war dem Gremium die neue Imagebroschüre der Veranstaltungsgesellschaft "In Stuttgart" präsentiert worden, in der Stuttgarts bekannteste Gruppe, die Fantastischen Vier, eine besondere Rolle spielen.
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Rapper werben mit "Vier gewinnt"
Die Rapper werben unter dem Motto "Vier gewinnt" für die wichtigsten Stuttgarter Veranstaltungorte Schleyerhalle, Porsche-Arena, Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle sowie den Cannstatter Wasen. Die Broschüre wird am Mittwoch vom Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Föll, "InStuttgart"-Chef Andreas Kroll und dem Fanta-4-Manager Andreas "Bär" Lasker offiziell präsentiert.
Damit nicht genug der Unterstützung. Die Aufsichtsräte bekamen nach Informationen der Stuttgarter Zeitung außerdem mündlich mitgeteilt, dass Europas größter Sportrechtehändler und TV-Vermarkter Sportfive die städtische Tochterfirma vom 1.April an mit zwei Mitarbeitern bei der Akquise von Sportveranstaltungen sowie bei der Suche nach neuen Sponsoren unterstützen werde. Bei Sportfive wollte man sich am Dienstag nicht äußern. Jörg Klopfer, der Pressesprecher der "In Stuttgart", sagte auf Anfrage, bei der Bilanzpressekonferenz am kommenden Montag würden Details präsentiert, unter anderem von einem Sportfive-Verantwortlichen.
Über die Provisionen, die Sportfive kassiert, sind die Aufsichtsräte dem Vernehmen nach nicht informiert worden, gewöhnlich liegen sie aber zwischen 20 und 30 Prozent. Erfahrungen mit einem Vermarkter machte die Stadt beispielsweise bei der Rad-WM. Die schweizerische Infront hatte gewisse Rechte für 1,5 Millionen Euro gekauft, letztlich aber nur 875.000 Euro bezahlt, weil die Titelkämpfe wegen der Dopingskandale kaum zu vermarkten waren.
Die Finanzkrise wirkt sich auch auf Stuttgart aus
Laut Sitzungsteilnehmern ist am Montagabend nicht ganz klargeworden, warum die Geschäftsführung sich der Unterstützung des Sportrechtehändlers, zunächst bis 2010, versichert hat. Auf den ersten Blick bestehe für dessen Engagement kein Bedarf. Die Auslastung von Schleyerhalle und Porsche-Arena sei nämlich als herausragend dargestellt worden, unter anderem wegen der Nachfrage von Unternehmen, die hre "Businessveranstaltungen" dort abhalten. Und das Kultur- und Kongresszentrum ist so gut gebucht, dass Oberbürgermeister Wolfgang Schuster erst kürzlich den Bau einer weiteren Konzerthalle auf dem Stuttgart-21-Gelände ins Gespräch gebracht hat.
Tatsächlich aber läuft auch in Stuttgart nichts von allein. Die Finanzkrise wirkt sich offenbar auf den Veranstaltungsmarkt aus. Und die Zahl der "Selbstläufer" reduziert sich nach Ansicht von Kennern. So ist davon auszugehen, dass das Sechstagerennen nicht mehr stattfindet. Die Handballer von Frisch Auf Göppingen werden demnächst in die Hohenstaufenhalle zurückkehren, die neue Halle in Ludwigsburg wird Kapazitäten abziehen. Damit die für den Sport gebaute Porsche-Arena ihren Zweck erfüllt, plant der "In Stuttgart"-Geschäftsführer Martin Rau nun ein Hallenfußballturnier für Mannschaften der dritten bis fünften Liga. Außerdem ist ein Sporttag angedacht, an dem sich die Kickers-Handballer und die Volleyballerinnen von Allianz präsentieren könnten.
Der Pressesprecher Klopfer teilte mit, dass die Verträge mit den Geschäftsführern Andreas Kroll und Martin Rau sowie dem für den Marktbetrieb verantwortlichen Karl Kübler um fünf Jahre verlängert worden seien. "Wir stehen für Kontinuität", sagte der Erste Bürgermeister Michael Föll. Das sei ein "klares Votum für das Geschäftsführer-Trio". Dem Vernehmen nach seien aber nur die Gehälter von Rau, um 1200 Euro pro Monat, sowie bei Kroll (1000 Euro monatlich) angehoben worden. Kübler sei leer ausgegangen. "Dabei ist das der Einzige, der Geld verdient", soll sich ein Aufsichtsrat gewundert haben.
Die Schleyerhalle ist hervorragend ausgelastet - und das soll auch so bleiben.
Foto: Michael Steinert
Stuttgart - Am Mittwoch präsentiert die Veranstaltungsgesellschaft "In Stuttgart" die Fantastischen Vier als Werbeträger. Geheim hätte vorerst dagegen die Kooperation mit dem Rechtehändler Sportfive bleiben sollen. Der Sportvermarkter soll helfen, die Hallen besser auszulasten.
Von Jörg Nauke
Der Aufsichtsrat der Objektgesellschaft Veranstaltungen und Märkte Stuttgart - unter diesem Dach sind die Veranstaltungsgesellschaft und der Marktbetrieb zusammengefasst - hat in seiner Sitzung am vergangenen Montag kräftig applaudiert. Hinter verschlossenen Türen war dem Gremium die neue Imagebroschüre der Veranstaltungsgesellschaft "In Stuttgart" präsentiert worden, in der Stuttgarts bekannteste Gruppe, die Fantastischen Vier, eine besondere Rolle spielen.
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Rapper werben mit "Vier gewinnt"
Die Rapper werben unter dem Motto "Vier gewinnt" für die wichtigsten Stuttgarter Veranstaltungorte Schleyerhalle, Porsche-Arena, Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle sowie den Cannstatter Wasen. Die Broschüre wird am Mittwoch vom Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Föll, "InStuttgart"-Chef Andreas Kroll und dem Fanta-4-Manager Andreas "Bär" Lasker offiziell präsentiert.
Damit nicht genug der Unterstützung. Die Aufsichtsräte bekamen nach Informationen der Stuttgarter Zeitung außerdem mündlich mitgeteilt, dass Europas größter Sportrechtehändler und TV-Vermarkter Sportfive die städtische Tochterfirma vom 1.April an mit zwei Mitarbeitern bei der Akquise von Sportveranstaltungen sowie bei der Suche nach neuen Sponsoren unterstützen werde. Bei Sportfive wollte man sich am Dienstag nicht äußern. Jörg Klopfer, der Pressesprecher der "In Stuttgart", sagte auf Anfrage, bei der Bilanzpressekonferenz am kommenden Montag würden Details präsentiert, unter anderem von einem Sportfive-Verantwortlichen.
Über die Provisionen, die Sportfive kassiert, sind die Aufsichtsräte dem Vernehmen nach nicht informiert worden, gewöhnlich liegen sie aber zwischen 20 und 30 Prozent. Erfahrungen mit einem Vermarkter machte die Stadt beispielsweise bei der Rad-WM. Die schweizerische Infront hatte gewisse Rechte für 1,5 Millionen Euro gekauft, letztlich aber nur 875.000 Euro bezahlt, weil die Titelkämpfe wegen der Dopingskandale kaum zu vermarkten waren.
Die Finanzkrise wirkt sich auch auf Stuttgart aus
Laut Sitzungsteilnehmern ist am Montagabend nicht ganz klargeworden, warum die Geschäftsführung sich der Unterstützung des Sportrechtehändlers, zunächst bis 2010, versichert hat. Auf den ersten Blick bestehe für dessen Engagement kein Bedarf. Die Auslastung von Schleyerhalle und Porsche-Arena sei nämlich als herausragend dargestellt worden, unter anderem wegen der Nachfrage von Unternehmen, die hre "Businessveranstaltungen" dort abhalten. Und das Kultur- und Kongresszentrum ist so gut gebucht, dass Oberbürgermeister Wolfgang Schuster erst kürzlich den Bau einer weiteren Konzerthalle auf dem Stuttgart-21-Gelände ins Gespräch gebracht hat.
Tatsächlich aber läuft auch in Stuttgart nichts von allein. Die Finanzkrise wirkt sich offenbar auf den Veranstaltungsmarkt aus. Und die Zahl der "Selbstläufer" reduziert sich nach Ansicht von Kennern. So ist davon auszugehen, dass das Sechstagerennen nicht mehr stattfindet. Die Handballer von Frisch Auf Göppingen werden demnächst in die Hohenstaufenhalle zurückkehren, die neue Halle in Ludwigsburg wird Kapazitäten abziehen. Damit die für den Sport gebaute Porsche-Arena ihren Zweck erfüllt, plant der "In Stuttgart"-Geschäftsführer Martin Rau nun ein Hallenfußballturnier für Mannschaften der dritten bis fünften Liga. Außerdem ist ein Sporttag angedacht, an dem sich die Kickers-Handballer und die Volleyballerinnen von Allianz präsentieren könnten.
Der Pressesprecher Klopfer teilte mit, dass die Verträge mit den Geschäftsführern Andreas Kroll und Martin Rau sowie dem für den Marktbetrieb verantwortlichen Karl Kübler um fünf Jahre verlängert worden seien. "Wir stehen für Kontinuität", sagte der Erste Bürgermeister Michael Föll. Das sei ein "klares Votum für das Geschäftsführer-Trio". Dem Vernehmen nach seien aber nur die Gehälter von Rau, um 1200 Euro pro Monat, sowie bei Kroll (1000 Euro monatlich) angehoben worden. Kübler sei leer ausgegangen. "Dabei ist das der Einzige, der Geld verdient", soll sich ein Aufsichtsrat gewundert haben.