Fans von Dynamo Dresden wollen Verein retten

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McVillager
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Fans von Dynamo Dresden wollen Verein retten

Beitrag von McVillager »

Brust zu kaufen

Andreas Lesch

Fünfzehn Jahre ist es her, da wähnte der Deutsche Fußball-Bund die Moral der Republik in ernster
Gefahr. Schuld war der FC Homburg - er wollte seinen Kickern zu Werbezwecken den Schriftzug
London aufs Trikot drucken lassen. Nicht die Stadt war gemeint, das hätte keinen gestört. Bekannt
machen wollten die Homburger eine Kondommarke. Der sittenstrenge Verband protestierte,
Homburg überklebte die Schrift - und doch wusste jeder, was dort stand.

Sportskameraden, die in der Trikotwerbung ungewöhnliche Wege beschreiten wollten, haben es
noch nie leicht gehabt. Auch im Norden Deutschlands hat man das leidvoll erfahren. Die
Handballer der SG Flensburg-Handewitt, geschäftlich eng verbandelt mit dem Erotik-Unternehmen
Beate Uhse, planten kürzlich, ihre Hosen auch mit der Internet-Adresse www.sex.de zu schmücken.
Doch in Dänemark, der Heimat mehrerer Flensburger Spieler, fand mancher die Idee wohl etwas
schräg - sie wurde verworfen.

Wie wunderbar harmlos muss jedem Moralwächter dagegen im ersten Moment der neueste
Geistesblitz aus Dresden erscheinen. Um dem finanziell maladen Fußball-Regionalligisten
Dynamo zu helfen, wollen Fans des Vereins genau 2003 Klubtrikots speziell fertigen und
durchnummerieren lassen. Dann wollen sie die frisch beflockten Leibchen verkaufen, für 99 Euro
das Stück. Mit dem Reinerlös, knapp 150 000 Euro, wollen die Fans die jungfräuliche Werbefront
der Dynamo-Trikots kaufen. Die Aufschrift, die die Hemden ihrer Kicker künftig schmücken soll,
haben die Kreativlinge sich auch schon ausgedacht: Brustsponsor.de.

Brustsponsor? All jene, die jetzt, beim näheren Hinsehen, schon wieder erschrecken, seien
beruhigt: Im Dresdner Regionalliga-Team spielen ausschließlich Männer. Wer beim Thema
Brustsponsoren eher an Geldgeber für weibliche Silikon-Implantate denkt, der liegt völlig daneben.
Was in Dresden passiert, ist, so gesehen, absolut unsexy. Es ist: eindeutig nicht zweideutig.

http://www.berlinonline.de/berliner-zei ... 95926.html
Wem die Scheiße bis zum Hals steht sollte den Kopf nicht hängen lassen!

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