Am Donnerstag fand die offizielle Pressekonferenz "100 Tage Amtszeit des neuen Präsidium und Aufsichtsrat" statt. Das komplette Präsidium und Teile des Aufsichtsrates nahmen Stellung zur finanziellen Situation der Kickers und den ersten Maßnahmen seit dem Amtsantritt am 16. Juli diesen Jahres.
Im zweistündigen Pressegespräch erläuterte Präsident Hans Kullen zu Beginn, dass er unter falschen Voraussetzungen den Präsidentenjob bei den Kickers angetreten habe. „Ich bin davon ausgegangen, dass ich einen ausgeglichenen Haushalt übernehme“, sagte der Kickers-Präsident. Zusammen mit Schatzmeister Siegfried Jahnke erläuterte er den Pressevertretern die Zahlen. Jahnke verdeutlichte, dass allein Ex-Präsident Axel Dünnwald-Metzler in den vergangenen Jahren in einer „Ein-Mann-Show“ den Club am Leben hielt. „ADM stopfte jedes finanzielles Loch und investierte viel Geld in die Kickers“, so das Präsidiumsmitglied.
Im Etat der vergangenen Saison 2002/2003 klaffte schon ein Loch von 820 000 Euro und Kredite drohten die Kickers zu erdrücken. Die Blauen verkaufte den ADM-Sportpark an die Stadt, Banken verzichten auf ihre Bezüge, Dünnwald-Metzler und Dr. Garcia von Hauptsponsor GAZi halfen mit Darlehen und einige neue Sponsoren glichen den Haushalt zu Saisonende doch noch aus. So konnte die Saison ohne Fremdverbindlichkeiten abgeschlossen werden.
Im Planentwurf für die aktuelle Saison 2003/2004 stand eine Unterdeckung in Höhe von 41.000 Euro, die vom Wirtschaftsprüfer und vom DFB im Juni 2003 genehmigt wurde.“ Doch schnell stellte man fest, dass es eine deutliche Abweichung gab. „Der Planentwurf wurde viel zu blauäugig erstellt, vor allem die Planzahlen für Gehälter seien viel zu niedrig angesetzt worden,“ so Siegfried Jahnke, „ich ließ die Zahlen überprüfen.“ Was folgendes ergab: Durch das zurückbezahlte Darlehen von Dr. Garcia und die Umwandlung des Darlehens in Sponsoring von Hauptsponsor „GAZi“ in Höhe von 350 000 Euro fehlten gleich zu Saisonstart die einkalkulierten liquiden Mittel. Durch das Wegfallen von zahlungskräftigen Sponsoren und keine Neugenerierung tat sich eine Lücke in Höhe von insgesamt 786 000 Euro an liquiden Mitteln auf.
Zusammen mit Präsident Hans Kullen erklärte Siegfried Jahnke die ersten Maßnahmen des Präsidiums: - fristgerechte Kündigung des Geschäftsführers Kahraman Erdin zum 31.12.03, ein Regionalligist könne sich keinen Geschäftsführer leisten
- Trennung von Trainer Rainer Adrion, wo aber die fehlenden sportlichen Perspektive ausschlaggebend waren. Rainer Adrion habe tatsächlich auf die Hälfte seiner Bezüge verzichtet und seine Abfindung auch bereits schon erhalten
- neue Mitgliedergewinnung: die „1899-Mitgliedschaft“. Für einen einmaligen Beitrag in Höhe von 1899 Euro – das Gründungsjahr der Kickers - sei man Mitglied bei den Kickers – ein Leben lang.
- neues Marketing-Konzept: Rückgewinnung und Neugenerierung von Sponsoren, dazu wurde Bernd Klingler ins Präsidium für den Ressort „Marketing“ berufen
- Verkauf von Spielern wie zum Beispiel Patrick Milchraum
- Freundschaftsspiele gegen den VfB Stuttgart
- Gehälter aller Spieler und Angestellten des Vereins wurden gekürzt, ca. 10 % am Gehalt und 50 % an Prämien.
- Trennung von Spielern: die Verträge von Ivan Batista und Zdenko Juric wurde aufgelöst, mit zwei weiteren Spieler werde gesprochen
- Spendenbrief an alle Mitglieder, verbunden mit der „1899-Mitgliedschaft“
- eiserne Sparmaßnahmen und Ausgabenreduzierung
- finanzielle Unterstützung von zwei Privatpersonen
Herr Jahnke verdeutlichte, dass zum 31.12.2003 die buchmäßige Überschuldung mit diesen Maßnahmen abgewendet werden konnte und alle Rechnungen, auch Finanzamt und Krankenkasse bezahlt seien bzw. werden. Mit Hilfe der Privatpersonen könne die Insolvenz bis Saisonende abgewendet werden.
Präsident Kullen und Herr Jahnke erläuterten dem DFB vergangene Woche die finanzielle Situation der Kickers. „Wir sind wohlwollend aufgenommen worden und die ehrliche Art wurde hoch eingeschätzt“, so Hans Kullen, „der DFB versuche jedem Verein zu helfen, damit keine Mannschaft während der Runde Insolvenz anmelden müsse. Die Kickers müssen keine Punktabzug öder ähnliche Maßnahmen befürchten.“
Präsidiumsmitglied Edin Rahic sprach anschließend über die Situation im Nachwuchsbereich. So lobte er die 2. Mannschaft, die vorbildlich wirtschaftet und jedes Jahr der Ausbildungspool der vielen jungen, talentierten Spieler sei. Jedes Jahr schaffen es somit einige Spieler aus der Jugend über die Oberligamannschaft in die 1. Mannschaft. In der Winterpause werde es auch eine Trainer-Entscheidung für die 2. Mannschaft geben. Im Jugendbereich stellte er eine hohe Fluktuation fest, viele Spieler müssen den Verein verlassen, weil Spieler von anderen Verein geholt werden. „Hier werden sicherlich Änderungen vorgenommen“, kündigte Rahic an. Die Jugendleitung im sportlichen Bereich werde Volker Digulla, im organisatorischen Bereich Herr Rahic kommissarisch das Amt übernehmen, bis ein neuer Jugendleiter gefunden werde. Zudem erläuterte Herr Rahic einige Neuerungen:
- Einführung einer Vertrauensperson für Spieler oder Eltern
- Vorlegen eines polizeilichen Führungszeugnisses für alle Jugendtrainer und –Betreuer
- Regelmäßige Durchführung von Probetrainingeinheiten für auswärtige Spieler
- Trainerschulungen
- Seminare mit einer Sozialpädagogin
- Einführung eines einheitlichen Spielsystems für die Amateure, A- und B-Juniorenbereich in Zusammenarbeit mit Robin Dutt
- Ausbildung der Jugendspieler soll mehr im Vordergrund stehen, nicht nur Ergebnisorientiert
Herr Rahic verdeutlichte, dass die Jugend das Kapital und die Zukunft des Vereins ist.
Jürgen Hollenbach, zuständig im Präsidium für Abteilungen, befasse sich mit allen Abteilung und stehe auch in regelmäßigen Kontakt mit den jeweiligen Abteilungsleitern. „Mein Ziel ist es vor allem mit der Handballmannschaft in die Oberliga aufzusteigen und den Handball die Stuttgart wieder salonfähig zu machen, „gab er als Ziel an,“ aber auch in der Leichtathletikabteilung gibt es einige Talente, die zur baden-württembergischen und deutschen Spitze gehören.“
Aufsichtsratsvorsitzenden Herr Hans Jürgen Wetzel nahm Stellung zu den Rücktritten der Herrn Daiss und Bauer. Er verdeutlichte, dass Günter Daiss nicht im Streit aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden sei: „Seine Vorstellung von der Weiterführung des Vereins stimmte nicht mit der der Mehrheit des Präsidiums und Aufsichtsrates überein. Daher zog er die Konsequenzen. Günter Daiss bleibe aber immer ein Blauer, was ja auch die Verlängerung des Ausrüstervertrages mit uhlsport beweise.“
Hans-Peter Bauer sei aus rein gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Bernd Klingler ist auf Empfehlung des Präsidenten ins Präsidium bestellt worden, was der Aufsichtsrat selbstverständlich unterstützt hätte.
Herr Wetzel erklärte aufs deutlichste, dass der Aufsichtsrat mit der Zusammenarbeit mit dem Präsidium mehr als zufrieden sei und hinter allen Entscheidungen und Maßnahmen des Präsidiums einstimmig dahinterstehe.
Zum Abschluß gab Trainer Robin Dutt noch Einblicke in die sportliche Zukunft. „Die Maßnahmen des Präsidiums im sportlichen Bereich seinen alle in Absprache mit mir getätigt worden und ich stehe auch 100%ig dahinter,“ verdeutlichte Robin Dutt, „wir wollen nicht in der Rückrunde spielen und schon im vornherein wissen, dass wir 3:0 verlieren.“
Doch die Situation sei nicht zu unterschätzen, den man überwintere auf einem Abstiegsplatz, wenn auch mit einem Spiel Rückstand. In der Winterpause werde man sicherlich auf der Suche nach einen Stürmer sein, der nur in diesem Mannschaftsbereich seien die Kickers nicht regionalligatauglich. Kontakte seinen da, aber finanziell könne man sich ja keinen guten Stürmer leisten. Hinzu kämen die Vertragsauflösungen von Ivan und Juric, was die Situation sicherlich nicht vereinfache.
Die Mannschaft werde am Samstag das letzte Training absolvieren und anschließend zusammen essen, bevor es für vier Wochen in den Urlaub gehe. Ein Trainingslager sei bisher noch nicht geplant, aber selbstverständlich sei man auf der Suche nach möglichen Sponsoren. Er gehe davon aus, dass Patrick Milchraum bis Saisonende bei den Kickers bleibt. Sollte Interesse von anderen Vereinen da sein, könne sich sicherlich alles ändern. Die Planungen für die neue Saison werden angegangen. Halbprofitum ist sicherlich ein Thema, mit individueller Lösung für jeden Spieler.
Ein neue Rolle wird auch Joachim Cast tragen: Er wird in Zukunft das Bindeglied zwischen sportlichem Bereich und dem Präsidium sein.
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Kicker HP zur Pressekonferenz
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ManneS
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Ich hoffe es werden dieses Jahr auch entsprechende Gegenmaßnahmen eingeführt und nicht wie in den Vorjahren immer nur davon gesprochen. Die Weichen sind gestellt, jetzt heißt es ruhe bewahren und den sportlichen Klassenerhalt schaffen. Nur so können wir uns interessant für einen neuen Hauptsponsor machen.
Wem die Scheiße bis zum Hals steht sollte den Kopf nicht hängen lassen!
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Blaufieber
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Es waren 3 TOP 90 Sponsoren und 2 Gönner, dies hat nur die Presse nicht so geschrieben !Blaufieber hat geschrieben:Vor kurzem - nach dem Rausschmiss von Erdin - wurde von zwei hinzugewonnenen Sponsoren gesprochen. Heute heißt es nur noch "Privatpersonen". Man denken sich seinen Teil zum Thema Informationspolitik.
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Blaufieber
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