Studiengebühren in Münster - Brüggemann ist der Buhmann

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JJ
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Studiengebühren in Münster - Brüggemann ist der Buhmann

Beitrag von JJ »

STUDIENGEBÜHREN IN MÜNSTER
"Der Mann muss um sein Leben fürchten"Von Frauke Lüpke-Narberhaus

Die Uni Münster hat die Einführung von Studiengebühren beschlossen, die entscheidende Stimme kam dabei von einem Studenten. Dieser hat jetzt kein leichtes Leben mehr: In der Community StudiVZ lassen Protestler ihrem Zorn gegen den Kommilitonen bedrohlich freien Lauf.

Der junge Mann wird Recht behalten. Am 14.03.2007 um 23.11 Uhr platziert er folgenden Pinnwandeintrag auf Max Brüggemanns Seite in StudiVZ, einer Internetplattform für Studenten: "Dein Name fällt in einem SPIEGEL ONLINE Artikel, der seit circa 15 Minuten im Netz ist. Ich denke Du wirst eine Menge neue Freunde bekommen..."

SPIEGEL ONLINE hatte am vergangenen Mittwoch über die Einführung von Studiengebühren berichtet. Die Wahl wurde mit zwölf zu elf Stimmen entschieden - ab dem kommenden Wintersemester müssen die Studenten in Münster 275 Euro Studiengebühren bezahlen.

Das Ergebnis ist pikant. Der Senat der Uni besteht aus zwölf Professoren, sieben Mitarbeitern und vier Studenten - hätten alle Professoren für Studiengebühren entschieden, wären die anderen überstimmt. Offenbar kam die entscheidende Stimme bei der Abstimmung aber ausgerechnet von einem Studenten, mutmaßlich von eben jenem Max Brüggemann.

Direkt nach der Abstimmung ging der Protest gegen den Studenten los. Telefonterror und E-Mail-Spam halten sich bei Max Brüggemann zwar in Grenzen. Stattdessen nutzen seine Kommilitonen die Internetcommunity StudiVZ, um ihre Wut abzulassen und Argumente auszutauschen.

In eineinhalb Tagen haben sich rund 400 Einträge auf seiner Pinnwand angehäuft, auf der Mitglieder virtuelle Nachrichten hinterlassen können. Manche beneiden ihn sogar um diesen zweifelhaften Ruhm. So schreibt ein Student aus Bayreuth am Donnerstagabend: "Hey, endlich einmal eine belebte Pinnwand! Hurra, was hast du dafür gemacht? Wo muss ich meine Seele verkaufen, damit das bei mir auch so aussieht? Echt toll!"

"Dank dir wird meine Freundin arm"

Dieser Student beliebt zu scherzen oder hat sich die Einträge noch nicht genau zu Gemüte geführt. Denn neben sachlichen Pro- und Contra-Argumenten nutzen Studenten das Forum auch, um Max zu bedrohen: "Wir wissen, wie du aussiehst (Hahaha), denk immer dran, wenn du über die Straße gehst..." Oder: "Schließ dich am besten ein, da du bestimmt nicht mehr viele Freunde in Münster haben wirst! Dank dir wird meine Freundin arm! Wixer!" Andere Studenten wiederum fordern Max dazu auf, die protestierenden Studenten anzuzeigen. So käme "die Zwangsexmatrikulation noch früher als erwartet".

Es blieb nicht bei der Bedrohung auf Brüggemanns Pinnwand. Die Mitglieder der Community bilden Gruppen, um ihre Abneigung oder Sympathie für den BWL-Studenten auszudrücken. Eine ist für, zwei gegen Max Brüggemann.

Die Gruppe mit dem Titel "PRO - Max Brüggemann" ist mit 15 Mitgliedern eher mager aufgestellt. Im internen Forum gibt es mickrige zwei Beiträge. "275 Euro Studiengebühren in Münster - Danke an Max Brüggemann" umfasst dagegen 74 Mitglieder und "DANKE Max Brüggemann - endlich 'darf' ich zahlen!" über hundert. Die Diskussion in der letzteren Gruppe ist lebhaft und äußerst kontrovers: Einige Mitglieder rufen beispielsweise dazu auf, Fahndungsplakate zu drucken mit dem Ziel "diesen Unmenschen zu kriminalisieren".

Der Betroffene gibt sich cool

Andere Studenten reagieren fassungslos auf die "Schmähkritik und handfesten Drohungen", die sich sowohl im Forum als auch auf seiner Pinnwand angesammelt haben. Ein Mitglied schreibt: "Wir haben ja echt Grund sauer zu sein, aber einige der Mitglieder und der Leute, die auf seine Pinnwand schreiben, gehen echt zu weit. Er hat mal totale Scheiße gebaut, aber der Mann muss doch schon um sein Leben fürchten! Das kann doch echt nicht sein, oder?"

Und wie findet Max Brüggemann die Aufregung um seine Person? Selbstverständlich habe er mit Reaktionen gerechnet - aber nicht in einem solchen Ausmaß. Selbst vor seiner Freundin machten die Drohungen nicht halt. "Aber ich stehe darüber und freue mich über die Unterstützung, die ich von vielen Leuten erfahre", beteuert er gegenüber SPIEGEL ONLINE. Solange er nicht körperlich angegriffen werde, habe er kein Problem damit.

Er seit jetzt ohnehin erstmal zwei Wochen in Berlin und baue darauf, dass sich bis zu seiner Rückkehr die studentischen Gemüter wieder etwas abgekühlt hätten. "Ich hoffe auf die Vernunft der Studenten und dass sie es bei Beschimpfungen belassen. Und keinen Schritt weitergehen."

(Quelle: Spiegel.de)

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Ganz schön was los in Münster... :lol:
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DirtyToby
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Beitrag von DirtyToby »

Die Mitgliederzahlen haben sich seither ordentlich gewandelt:

PRO Max Brüggemann 112
275 Euro Studiengebühren in Münster - Danke an Max Brüggemann 129
DANKE Max Brüggemann - endlich "darf" ich zahlen! 154
Max Brüggemann - Du kotzt mich an ! 18

Das Profil ist mitlerweile nicht mehr für alle User sichtbar
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Martin
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Beitrag von Martin »

loooool sehr geil, ich find den typ cool. ausserdem find ich studiengebührem sehr chic und hoffe, dass sie die nächsten jahre noch ordentlich steigen werden
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barneygumble
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Beitrag von barneygumble »

Martin hat geschrieben:loooool sehr geil, ich find den typ cool. ausserdem find ich studiengebührem sehr chic und hoffe, dass sie die nächsten jahre noch ordentlich steigen werden
Geanu! :roll:
...damit nur noch die monetäre Elite studieren kann.
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DirtyToby
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Beitrag von DirtyToby »

Bin auch ein Gegen den Strom schwimmer und bin FÜR Studiengebühren!
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Felix B.
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Beitrag von Felix B. »

Mal ganz doof gefragt: Wieso?
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JJ
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Beitrag von JJ »

Als selbstzahlender Student bin ich prinzipiell auch für Studiengebühren!

und v.a. finde ich 275 € also rund 50 € im Monat für ein STUDIUM absolut in Ordnung....das geben genug Kommilitonen die ich kenne allein fürs trinken in der Woche aus :lol:
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DirtyToby
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Beitrag von DirtyToby »

Felix B. hat geschrieben:Mal ganz doof gefragt: Wieso?
Ganz doof zurück gefragt: Wieso nicht? Wir sind jetzt schon dabei, in Wissenschaft und Forschung den Anschluss zu verlieren, was sich auch negativ auf die Lehre auswirkt, da immer mehr Professoren abwandern. Ich sehe das auch hier in Karlsruhe: Obwohl wir hier sicherlich nicht den schlechtesten Ruf haben, ist es nahezu unmöglich einen Professor zu halten, der von einer mittelmäßigen Österreichischen Uni abgeworben wird, weil das Geld einfach nicht zur Verfügung steht!!! Um diesem Ausverkauf entgegen wirken zu können, ist es notwendig darein zu investieren, und warum sollten das nicht die Stundenten machen?!? Und 500 Euro, bzw. die 275 Euro, um die es in dem Beispiel geht, sind nun wirklich nicht die Welt, und zur Not durchaus durch ein Darlehen finanzierbar. Wenn ich mal daran denke, dass man in Russland, wo der großteil der Leute wirklich kein Geld hat, 200 Euro im Monat (!!!) zahlen muss, da wunder ich mich doch schon über das Rumgeheule hier.
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Martin
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Beitrag von Martin »

Felix B. hat geschrieben:Mal ganz doof gefragt: Wieso?
aus dem einfachen grund, dass endlich dieses verzeckte immerpleiteseiendes anarchopack endlich vom campus verschwindet.
Blaues-Botnang

Beitrag von Blaues-Botnang »

Es gibt einfach zu viele Gammel-Studenten. Viele haben mehrere Jobs gleichzeitig, die machen was für IHR Studium andere versaufen alles! Und brechen das Studium dann endlich nach 13 Semestern ab :lol:

Gut Martin es verfügt natürlich auch nicht jeder über so zahlungsfreudige Eltern wie du! Da ist es natürlich einfach, aber ich wage zu behaupten das Studenten die sich ihr Studium selber hart verdienen müssen, ehrgeiziger sind und mehr Chancen haben im Berufsdschungel zu "überleben"
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JJ
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Beitrag von JJ »

Ich denke Studiengebühren sind längst überfällig.

Ich konnte noch nie verstehen, warum ich nicht selbst einen Beitrag zu den Kosten für mein Studium leisten soll.
Zudem fördert es eine intensive Auseinandersetzung mit seinem Studienfach. Ich kenne genug die ein BWL Studium begonnen haben nach ein oder zwei Semestern festgestellt haben, dass es nichts für sie ist und nun bereits mit dem dritten Studienfach begonnen haben.
Ist sicherlich nicht die Regel aber es gibt durchaus solche Fälle.

Ich denke es gibt einige Gründe die dafür sprechen Studiengebühren einzuführen und zudem finde ich die Studentenproteste z.T. scheinheilig und unehrlich.

Die Studiengebühren in Höhe von 200 bis 500 € kann m.E. keinen studienwilligen davon abringen zu studieren. Wer es nicht durch Familie, Jobs o.ä. finanzieren kann der kann sich an die diversen Institutionen wie die KfW wenden und kommt dort zinsgünstig an einen Kredit.

letztlich ist es einfache Investitionsrechnung: zahlen sich 5.000€ Studiengebühren über eine Erwerbstätigkeit von 40 Jahren aus...do the math!
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Martin
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Beitrag von Martin »

Blaues-Botnang hat geschrieben:
Gut Martin es verfügt natürlich auch nicht jeder über so zahlungsfreudige Eltern wie du! Da ist es natürlich einfach, aber ich wage zu behaupten das Studenten die sich ihr Studium selber hart verdienen müssen, ehrgeiziger sind und mehr Chancen haben im Berufsdschungel zu "überleben"
Ich denke es liegt eher daran, dass ich zu den wenigen gehöre, die das ganze realistisch betrachten. fakt ist, dass man als student etwa 10 Monate im jahr mit freizeit gestaltet. es wäre überhaupt kein problem nebenher 20 stunden pro woche zu arbeiten. dass des natürlich nicht prickelnd ist versteht sich von selbst, aber des hat dann nicht mit "nicht-können" sondern mit "nicht-wollen" zu tun. und 500 euro pro semester ist net grad wild. dinge wie meisterschulen etc. kosten auch. im ausland zahlt man meist ein vielfaches von den hier üblichen 500 euro. ausserdem braucht derjenige der es nicht zahlen kann, nicht so tun, als ob es mit bafög etc. nicht auch möglichkeiten zur unterstützung gibt.
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Hanni
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Beitrag von Hanni »

Als ich noch nicht studiert , sondern gearbeitet habe, hat ein großteil aller jüngeren Kollegen parallel zur Arbeit studiert. D.h abends nach der Arbeit, und oder am Wochenende.
:arrow: Wenn es Menschen gibt, die Vollzeit arbeiten und nebenher studieren können, dann wird es verdammt nochmal einem Vollzeitstudenten doch möglich sein, nebenher einen Nebenjob anzunehen. Wo ist das problem?

Studenten die behaupten wegen der Studiengebühren ins "soziale Elend" abzurutschen sind für mich nichts weiter als Faulenzer und Parasiten, die sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern.


Martin hat geschrieben:
Felix B. hat geschrieben:Mal ganz doof gefragt: Wieso?
aus dem einfachen grund, dass endlich dieses verzeckte immerpleiteseiendes anarchopack endlich vom campus verschwindet.
:!:


Grüßle
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EliteSued
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Beitrag von EliteSued »

tja, manche fürchten sich wohl vor einem nebenjob, weil sie dann ihren politischen aktivitäten (abschaffung des generischen maskulinums, gender mainstreaming, europa und dessen islamische wurzeln etc.) nicht mehr nachgehen können.. :wink:

gruppo pro studiengebühren :!:
kickers rauf - bahnhof runter

szene f - ffm
Blaues-Botnang

Beitrag von Blaues-Botnang »

Martin hat geschrieben:
Blaues-Botnang hat geschrieben:
Gut Martin es verfügt natürlich auch nicht jeder über so zahlungsfreudige Eltern wie du! Da ist es natürlich einfach, aber ich wage zu behaupten das Studenten die sich ihr Studium selber hart verdienen müssen, ehrgeiziger sind und mehr Chancen haben im Berufsdschungel zu "überleben"
Ich denke es liegt eher daran, dass ich zu den wenigen gehöre, die das ganze realistisch betrachten. fakt ist, dass man als student etwa 10 Monate im jahr mit freizeit gestaltet. es wäre überhaupt kein problem nebenher 20 stunden pro woche zu arbeiten. dass des natürlich nicht prickelnd ist versteht sich von selbst, aber des hat dann nicht mit "nicht-können" sondern mit "nicht-wollen" zu tun. und 500 euro pro semester ist net grad wild. dinge wie meisterschulen etc. kosten auch. im ausland zahlt man meist ein vielfaches von den hier üblichen 500 euro. ausserdem braucht derjenige der es nicht zahlen kann, nicht so tun, als ob es mit bafög etc. nicht auch möglichkeiten zur unterstützung gibt.

Dat is klar, hab ich ja auch weiter oben erwähnt!
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McVillager
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Beitrag von McVillager »

Studiengebühren hilft der Oberschicht, ihren Kindern die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft zu verkleinern. Perfekt.

Insbesondere wenn berücksichtigt wird, dass das dreigliedrige Schulsystem momentan wohl in dieser Form nicht mehr lange besteht. So kann wenigstens noch vor dem Studium sozial selektiert werden. Vorausschauend geplant diese Studiengebühren.
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DirtyToby
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Beitrag von DirtyToby »

McVillager hat geschrieben:Studiengebühren hilft der Oberschicht, ihren Kindern die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft zu verkleinern. Perfekt.
Du bist nicht wirklich dieser Meinung; oder?!? Wege, diese 500 Euro zu finanzieren, wurde oben schon ausreichend dargestellt. Selbst als HiWi an der Uni mit einem 20 Stunden/Monat Job würde man das Geld zusammen bekommen. Also das das einer nicht schaffen kann ist doch wirklich nur geschwätz. Selbst wenn der eine oder andere keinen Bock auf einen Nebenjob hat (woran er dann selber schuld ist), kann er immernoch ein fast zinsloses Darlehen erhalten, das lediglich Verwaltungsgebühren und Inflationsrate enthält
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JJ
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Beitrag von JJ »

McVillager hat geschrieben:Studiengebühren hilft der Oberschicht, ihren Kindern die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft zu verkleinern. Perfekt.
Ich halte das schlichtweg für ein Scheinargument.

Es gibt eine Menge Möglichkeiten die Studiengebühren zu finanzieren (KfW, Stipendien, Jobs, frühzeitiges Sparen etc.) und nochmals: es ist eine Investitionsfrage die man in den meisten fällen doch recht eindeutig beantworten kann: Ja es lohnt sich.

Wenn wir von sozialer Ungerechtigkeit reden wollen dann sollte man richtigerweise beim derzeitigen Schulsystem anfangen. Hier liegt der Hund begragen sowie in gesellschaftl. Umwälzungen.

Bildung ist eine Investition und wie man sieht scheint es vielen Studenten nicht einmal 50 - 80 € im Monat wert zu sein zu studieren :arrow: Eine Schande ist das!

so und nun wieder hinter die Bücher klemmen....
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Blaues Stuttgart
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Beitrag von Blaues Stuttgart »

Die Studiengebühren in dieser Höhe bringen sicher keinen um und sind in Zeiten der internationalen Konkurrenz auch für die Wettbewerbsfähigkeit der Unis angebracht. Durch Kredite ist dies schon zu bezahlen. Nur bei Leuten die in einer anderen Stadt studieren und von den Eltern keine besondere finanzielle Unterstützung bekommen können wird das Geld aus dem Nebenjob schon für Miete und sonstige Lebenshaltungskosten verbraucht. Ist ja dann auch nicht so, dass alle Studenten 10 Monate im Jahr auf dem Rücken liegen. Wenn doch, Martin was studierst du, hätte Interesse?
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Martin
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Beitrag von Martin »

Blaues Stuttgart hat geschrieben:Die Studiengebühren in dieser Höhe bringen sicher keinen um und sind in Zeiten der internationalen Konkurrenz auch für die Wettbewerbsfähigkeit der Unis angebracht. Durch Kredite ist dies schon zu bezahlen. Nur bei Leuten die in einer anderen Stadt studieren und von den Eltern keine besondere finanzielle Unterstützung bekommen können wird das Geld aus dem Nebenjob schon für Miete und sonstige Lebenshaltungskosten verbraucht. Ist ja dann auch nicht so, dass alle Studenten 10 Monate im Jahr auf dem Rücken liegen. Wenn doch, Martin was studierst du, hätte Interesse?
dafür gibt es bafög
laundrette_galore

Beitrag von laundrette_galore »

50 euro im monat sind für viele studenten eine menge geld. ich kenne einige leute, die weder bafög bekommen noch von ihren eltern ausreichend finanziell unterstützt werden. die arbeiten bereits bis zu 20 stunden pro woche, um ihren lebensunterhalt zu verdienen. das gerede von drei mal im monat babysitten (ich vergaß, welcher politiker das war) geht genauso an der realität vorbei, wie die meisten anderen vorschläge hier. und wer möchte schon mit 15.000 euro schulden (bafög + darlehen für gebühren) ins berufsleben starten? wenn das bafög abgeschafft werden sollte (was mit schavan als bundesministerin nicht unwahrscheinlich ist), dann würden bildungskredite schnell bis zu 30.000 euro kosten.

das argument, dass man in anderen ländern mehr zahlen muss, ist auch ziemlich fad. man könnte genauso gut auf die skandinavischen länder verweisen (deren bildungsmodelle ja von deutschen politikern sehr gelobt werden), wo studenten in der regel finanziell unterstützt werden, anstatt gebühren zu blechen...

das geld an unis fehlt im übrigen nicht wegen den vielen studenten, sondern weil die landesregierungen die unihaushalte immer mehr zusammenkürzen. das geld wird auch durch studiengebühren nicht aufgefangen. "gammelstudenten" kosten im übrigen kaum etwas, sie gehen ja kaum in die uni. stattdessen arbeiten sie wahrscheinlich (bafög gibt's für die sowieso nicht), ab 27 gibt es auch keine vergünstigungen mehr.
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DirtyToby
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Beitrag von DirtyToby »

15.000 Euro halte ich jetzt aber auch für ein bischen arg hoch angesetzt...
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JJ
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Beitrag von JJ »

Wenn wir über Studiengebühren reden sollten wir auch wirklich nur über die Mehrbelastung - also 200 € bis 500 € pro Semester - reden.

Letztlich ist das die Mehrbelastung durch das Studium und Lebenshaltungskosten sind dann eine wirklich individuelle Sache und hier leistet nunmal das BaföG, Familie, Jobs bereits Abhilfe.
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Blauer Alex
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Beitrag von Blauer Alex »

Also ich denke auch man sollte vorsichtig sein mit Behauptungen wie "dann muß man halt nen Nebenjob annehmen dann holt man das Geld schon rein" oder ähnliches. Bei vielen Studenten mag das vielleicht tatsächlich richtig sein, aber wie schon erwähnt gibt es sicher auch einige die zusätzlich zum Bafög (von dem man ja auch wieder ein Teil zurückzahlen muß!) schon einen Nebenjob haben um sich ihr Studium überthaupt zu finanzieren und nicht um ein paar Euro mehr zu haben die sie am Wochenende verprassen können...

Und wenn man dann mal rechnet das jemand den Bafög-Höchsatz von knapp 600 Euro im Monat bekommt und das vier Jahre lang (weil oft die Regelstudienzeit 8 Semester sind) dann die Hälfte davon zurückzahlen muß und dann noch für die tatsächlich studierten zehn Semester (ich kenne kaum jemanden der sein Studium an der Uni in der Regelstudienzeit abgeschlossen hat) 5000 Euro an Studiengebühren bezahlen muß, also da kommt schon eine Summe zusammen.

Und das sich jemand der aus einer Familie kommt die finanzschwach ist und der auf das Bafög und Nebenjob angewiesen ist, sich bei der Aussicht auf einen Schuldenberg von ca.: 20000 Euro nach den Studium doch dagegen entscheidet kann ich mir gut vorstellen.
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McVillager
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Beitrag von McVillager »

500 Euro Studiengebühren sind zumutbar? Das machen 85 Euro Mehrbelastung im Monat. Bafög kriegt heutzutage nicht jeder, es sind gerade einmal 50 Prozent aller Studierenden, davon nicht einmal die Hälfte den Höchstsatz.

Der Einkommensdurchschnitt in Deutschland lag bei einer

- Arbeiterfamilie, ein Verdiener, zwei Kinder, netto 2.200 € im Monat. In diesem Fall beträgt der BAföG-Satz (Höchstsatz 585 €), wenn ein Kind studiert und eins noch auf dem Gymnasium ist, 439 €. Studiengebühren davon 85 €. Macht für den Rest (Miete, Lebenskosten, Lernmaterialen) noch 354 €.

- Angestelltenfamilie, ein Verdiener, zwei Kinder, netto 2.700 € im Monat. Hier läge der BAföG-Satz für das studierende Kind bei 214 €. Davon 85 € Studiengebühren weg: Für den Rest bleiben 129 €.

Das heißt also Nebenjob und/oder KFW-Kredit. Ein Arbeiterkind könnte mit monatlich 350 Euro mehr auskommen, je nach Studienort und dortigen Lebenshaltungskosten. Die KFW zahlt 5 Jahre lang monatlich 350 Euro aus. Macht insgesamt ein Darlehen von 21000 Euro, Gesamtbelastung bei einer monatlichen Rückzahlung von 200 Euro und Zinsssatz 5,1 Prozent eine Gesamtschuld von 31000 Euro.

Das Angestelltenkind benötigt ca. 650 Euro mehr im Monat als Kredit oder Nebenjob. Macht insgesamt 39000 Euro. Monatlich 200 Euro Zurückzahlung plus 5,1 Prozent Zins macht eine Gesamtschuld von 51000 Euro.

Und das ganze Rechenbeispiel ist an die 500 Euro Gebühren pro Semester angelegt. Wie in allen anderen Ländern (USA, Australien, Österreich, Schweiz) mit Studiengebühren werden die Studiengebühren nicht bei 500 Euro bleiben. In Großbritanien wurden die Gebühren 2005 erst von 1600 Euro auf 4300 Euro angehoben.
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Beitrag von JJ »

Und das ganze Rechenbeispiel ist an die 500 Euro Gebühren pro Semester angelegt. Wie in allen anderen Ländern (USA, Australien, Österreich, Schweiz) mit Studiengebühren werden die Studiengebühren nicht bei 500 Euro bleiben. In Großbritanien wurden die Gebühren 2005 erst von 1600 Euro auf 4300 Euro angehoben.
Ist das nicht das etwas seltsame an dem ganzen? Warum soll der Student in Deutschland keine Studiengebühren zahlen während nahezu überall Studiengebühren längst eingeführt sind und komischerweise studieren dort mehr Menschen aus sozial ärmeren Verhältnissen (--> OECD Bildungsbericht 2006) ?

Studiengebühren sind richtig und nötig nur - da geb ich den Vorrednern recht - muss in Deutschland ein System von zinsgünstigen Krediten ausgebaut werden und der Zugang zu Stipendien erweitert werden.

Ich denke 2.000€ bis 5.000 € Gebühren für ein Studium sind absolut in Ordnung. Warum soll der Staat und somit der Steuerzahlen jedem Studenten das Studium finanzieren? Das werde ich nie verstehen?
Man muss sich von der Einstellung trennen, dass sobald es an den Geldbeutel der Studenten geht zum Großteil unreflektiert die Studenten auf die Straßen gehen wie man es wohl seit 1968 nicht mehr gesehen hat.
Man kann natürlich dagegen sein aber ich denke wenn man es im Gesamtbild anschaut ist es ein Schritt der längst überfällig und richtig ist.
Wie gesagt: Ich zahle selbst Studiengebühren!
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JJ
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Beitrag von JJ »

Kurzer Nachtrag: Deine Rechnung in Ehren Aber wir müssen doch
bitte über die Mehrbelastung reden! Ansonsten macht das keinen Sinn.

Mehrbelastung durch Studiengebühren:

- bei 275 €: 45,833€ /Monat

- bei 500 €: 83,33 €/Monat

Einen Schuldenberg von 51.000 € wie Du es in Deiner Rechnung aufgezeigt hast ist doch etwas verfehlt, weil wenn man über Studiengebühren reden möchte dann doch über die MEHRBELASTUNG durch Studiengebühren und nicht die gesamten Lebenshaltungskosten noch miteinbeziehen die bisher ja bereits angefallen sein und offensichtlich keinen Studenten zu Protestmärschen bewegt hat.

Bis vor den Studiengebühren hab ICH noch keinen Studenten auf der Strasse gesehen der wegen seiner finanziellen Situation demonstriert hat.
Erst seit Studiengebühren eingeführt werden rennen alle wie Bekloppte auf die Strasse und meinen man muss erst einmal "Dagegen" brüllen.

Wegen den Studiengebühren wir sicherlich keiner der wirklich studieren möchte davon abgehalten!

Eine Tankfüllung im Monat sollte einem das Studium doch wert sein....
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laundrette_galore

Beitrag von laundrette_galore »

die mehrbelastung muss aber grundsätzlich im verhältnis zur lebenswirklichkeit betrachtet werden. nach der tankfuellung-logik kann man es auch auf knapp drei euro pro tag herunterrechnen (eine mahlzeit weniger...). 85 euro sind tatsächlich erheblich, wenn man fuer miete und sonstige lebenshaltung nicht mehr als 500 euro zur verfuegung hat, der bafög-höchstsatz beträgt 521 euro (ohne härtezuschlag). nach abzug der fixkosten bleibt herzlich wenig, da hat man nicht mal pro monat eine tankfuellung uebrig, abgesehen davon, dass man sich als durchschnittlicher student sowieso kein auto leisten kann.

das bafög wurde im uebrigen seit 2002 nicht mehr erhöht und auch in den jahren zuvor nur in geringerem masse, als die lebenshaltungskosten steigen. ein studium bringt sowieso kosten mit sich (semestergebuehren, teilweise obligatorisches semesterticket, studienmaterialien), das summiert sich sehr schnell.

und wie vorher bereits erwähnt: die alleinige tatsache, dass in vielen ländern das studium kostenpflichtig ist, ist noch kein argument, es muss auch schluessig begruendet werden. "der steuerzahler" wird aber auch in wirklich jeder kostendiskussion angefuehrt. warum soll der steuerzahler kindertagesstätten finanzieren? oder autobahnen? oder wasauchimmer? in der regel, weil es dem allgemeinwohl dient. ähnlich verhält es sich mit der uni. der staat und seine buerger haben ein interesse daran, dass viele akademiker ausgebildet werden. die verdienen später mehr und zahlen mehr steuern (dank ihrer universitären ausbildung), insofern kann man die kosten hierbei als umgelegt betrachten.

ganz interessantes interview, heute auf spiegel online:
http://www.spiegel.de/unispiegel/jobund ... 85,00.html
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JJ
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Beitrag von JJ »

Nicht das wir an uns vorbeireden: Für mich muss es Möglichkeiten geben (wie auch in den anderen Ländern), die es den Studenten ermöglicht während ihres Studiums die Mehrbelastung durch Studiengebühren zu tragen. Hier gibt es eine Palette an Möglichkeiten.
In vielen Studiengängen kann man durchaus ein Werkstudium oder einen Job mit dem Studium vereinbaren, ich denke hier an BWL, VWL und insb. Jura vor den Staatsexamina.

ABER neben dieser naheliegenden Möglichkeit muss jedem Studenten der die Studiengebühr nicht zahlen kann durch einen Kredit und einem (längst überfälligen) Ausbau der Stipendien eine Finanzierungsmöglichkeit eröffnet werden.

Also: Studiengebühren richtig und (längst) überfällig aber Finanzierungsmöglichkeit muss geschaffen werden.

Ich denke wir haben in der Vergangenheit viel zu selten über den "Steuerzahler" gesprochen und was er eigentlich alles zahlt.
Hier ist ein Feld, wo zumindest jeder Student einen Teil selbst tragen kann und muss.
Das gehört für mich auch zu einem neuen Verständnis von gewachsener Selbständigkeit und Selbstverantwortung im 21.Jh..
Sozial ist nicht, alles auf den Staat zu schieben, sondern auch Selbstverantwortung zu übernehmen.
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