Wollen in der kommenden Saison um den Titel mitspielen

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DJ Thommy
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Wollen in der kommenden Saison um den Titel mitspielen

Beitrag von DJ Thommy »

Ordentlich mitgespielt, doch zu mehr hat es halt einmal mehr nicht gereicht.“ Mit diesem Fazit bewertet Jürgen Hollenbach, Präsident des HV Stuttgarter Kickers, die 27:31-Auswärtsniederlage der Blauen am vergangenen Wochenende gegen den TuS Schutterwald. Unabhängig davon, in welcher Spielklasse die weiterhin stark abstiegsgefährdete Oberliga-Mannschaft von Trainer Gerhard Warstat in der kommenden Saison antreten wird – vier Spieltage vor Schluss ist eines klar: „Die Mannschaft bekommt ein neues Gesicht, die egomanischen Stinkstiefel müssen gehen“, sagt Hollenbach.

„Was wäre, wenn?“ – unter dieser Rubrik bietet der Württembergische Handball-Verband (HVW) schon seit geraumer Zeit eine Informationsbörse betreffend der aktuellen Auf- und Abstiegsregelung in seinen Spielklassen an. Wer allerdings glaubt, nach dem Studium dieser umfangreichen Regularien tatsächlich schlauer zu sein, der irrt. Ein Beispiel: die Baden-Württemberg-Oberliga. Zu viele Wenn und Aber in den übergeordneten Spielklassen machen es auch dem gewieften Kenner der Szene unmöglich, zum jetzigen Zeitpunkt – immerhin sind es nur noch knapp vier Wochen bis zum Saisonende in der vierten Handball-Liga – eine konkrete Antwort über die tatsächliche Anzahl der Absteiger zu erhalten. Im besten Fall droht Mitte Mai wohl nur drei Oberligaclubs der Gang in die Württembergliga – bei einem angenommenen Worst-Case-Szenario reißt es indes gleich deren sieben in die Tiefe.

Nun können sich gewiefte Kenner damit trösten, dass auch Jürgen Hollenbach, als Präsident des Tabellenvorletzten HV Stuttgarter Kickers ein direkt Betroffener dieses Rätselratens, zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht viel schlauer ist. „Wie viele Punkte wir aus den verbleibenden vier Spielen in der BW-Oberliga noch benötigen und welcher Platz am Ende tatsächlich zum Klassenverbleib reicht, kann ich beim besten Willen nicht sagen“, sagt Hollenbach. Am einfachsten wäre es, könnte man dazu anmerken, die Degerlocher Truppe holt aus diesen Partien die Maximalpunktzahl. Weitere Aufschlüsse dazu bietet schon die am Samstag folgende Heimpartie in der Sillenbucher Gymnasium-Sporthalle. Um 19.30 Uhr empfangen die Kickers einen Nachbarn des Klassements, den Tabellenvierzehnten SC Vöhringen. Mit einem Erfolg könnte der Degerlocher Club angesichts einer momentan schon fünf Zähler betragenden Kluft zu dem vermeintlich wohl rettenden 14. Rang zumindest seine noch theoretischen Chancen auf den Nichtabstieg wahren. Die jüngste Niederlage, die insgesamt schon 20. im 28 Saisonspiel, datiert vom vergangenen Wochenende. Dort unterlag die Mannschaft von Trainer Gerhard Warstat mit 27:31 beim TuS Schutterwald.

Die danach noch verbleibenden Auftritte lauten: zunnächst am Samstag, 28. April, beim TV Goßsachsen (19.30 Uhr), danach am Sonntag, 6. Mai, Heimspiel gegen den TV Oppenweiler (17 Uhr) sowie zu guter Letzt am Sonntag, 13. Mai, beim BSV Phönix Sinzheim (17 Uhr).

Wer Hollenbach besser kennt, der weiß, dass der 39-Jährige in seinen Planungen eigentlich nichts dem Zufall überlassen will. Das Kickers-Saisonziel war, zur Erinnerung, eigentlich das Heranpirschen an die Tabellenspitze, daraufhin hätte in der kommenden Spielzeit konkret der Aufstieg in die Regionalliga angepeilt werden sollen. Da aber das Gegenteil dieses Vorhabens eingetroffen ist, hat der Handballboss nach eigenen Worten inzwischen genau analysiert, warum das eigene Team unter dem mittlerweile entlassenen Ex-Erfolgstrainer Ralf Rascher so tief in den Abstiegsstrudel geraten ist. „Wir haben, schlicht gesagt, zu viele egomanische Stinkstiefel im Kader“, sagt Hollenbach. Er kündigt an, deshalb „den bisherigen Kader gründlich auszumisten“. Wer genau und wie viele von den gemeinten Akteuren am Saisonende den blauen Brief bekommen und folglich gehen müssen, das will er den betreffenden Personen zunächst in einem persönlichen Gespräch mitteilen.Klar ist momentan so viel: „Ich wäre schlecht beraten, wenn ich angesichts der vielen Fragezeichen nicht zweigleisig für die nächste Saison planen würde“, sagt Hollenbach. Unabhängig davon, ob die Blauen im kommenden Herbst also erneut in der Oberliga oder doch eine Klasse tiefer in der Württembergliga antreten werden – wonach es derzeit eher aussieht – „wird unsere Mannschaft in jedem Fall um den Titel mitspielen können“.

Die ersten Neuverpflichtungen von Trainer Warstat (Vertrag bis 2010) sind jedenfalls schon perfekt. So hat der mit allen Wassern gewaschene ehemalige Erst- und Zweitligaprofi Almir Mekic (TSV Rothenburg/Tauber) seinen Vertrag bereits unterzeichnet, gleiches gilt auch für den Routinier Tomislav Barisic, der vom Regionalligisten TSV Altensteig kommt. Zudem wechseln die Nachwuchstalente Philipp Schöbinger (TSV Alfdorf) und Sebastian Zeisle (Hbi Weilimdorf/Feuerbach) nach Degerloch. Damit nicht genug: Weitere Transfers, „definitiv auch von Akteuren mit ebenfalls höherklassiger Erfahrung“, sollen laut Hollenbach in Bälde folgen. „Unsere Mannschaft bekommt ein ganz neues Gesicht“, kündigt er an.

HV Stuttgarter Kickers: Andreas Kunz, Stefan Doll, Tobias Dürler (1), Julius Emrich (6), Ladislav Goga, Sebastian Stump (7/3), Christoph Haffa, Marc Schwöbel (1), Armin Bauer, Wolfgang Heinz (2), Philipp Frey (3/1), Valentin Hörer (7/1), Emanuel Sonnenwald; Trainer: Gerhard Warstat

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