Fan (26) von Polizist erschossen!

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moehringer
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Fan (26) von Polizist erschossen!

Beitrag von moehringer »

Randale und Spielabsagen in Italien

Der gewaltsame Tod eines Fans des Fußballclubs Lazio Rom hat in ganz Italien zu Ausschreitungen geführt. Die Partie zwischen Atlanta Bergamo und dem AC Mailand musste abgebrochen werden. Die Spiele Inter Mailand gegen Lazio und AS Rom gegen Cagliari wurden abgesagt.

Rom - Italien im Schockzustand: Der 28 Jahre alte Lazio-Anhänger Gabriele Sandri wurde heute auf einer Autobahnraststätte in der Nähe von Arezzo erschossen, als er auf dem Weg zur Partie seines Teams bei Inter Mailand war. Ein Verkehrspolizist hatte den Schuss mit seiner Dienstwaffe abgegeben und Sandri in dessen Auto getroffen. Dies berichtete der Rechtsanwalt der Familie des Opfers, Luigi Conti. Das angesetzte Punktspiel zwischen Inter und Lazio wurde kurz nach dem Vorfall abgesagt. Inzwischen wurde auch das Abendspiel zwischen AS Rom und Cagliari abgesagt. Alle anderen Partien wurden 15 Minuten später als geplant angepfiffen.

Das Duell zwischen Atalanta und Champions-League-Sieger AC Mailand wurde allerdings schon nach wenigen Minuten abgebrochen, nachdem Hooligans versucht hatten, eine Glasbarriere niederzureißen. Schon vor Spielbeginn war es zu Ausschreitungen gekommen. Eine Gruppe von Atalanta-Ultras bewarf vor dem Stadion einen Polizei-Jeep mit Steinen, Milan-Hooligans griffen die Polizisten mit Stöcken und Steinen an. Auch vor anderen Stadien wurden Ordnungskräfte angegriffen. "Mörder, Mörder", skandierten aufgebrachte Fans.

Die Tifosi von Torino Calcio beschlossen aus Protest gegen Sandris Tötung erst zehn Minuten nach dem Anpfiff des Serie-A-Matchs gegen Catania Calcio das Stadion zu betreten. In Mailand wurde ein TV-Kameramann von Ultras geschlagen. Er wurde angegriffen, weil er einige Ultras aufgenommen hatten, die die Polizei beschimpften. "Ich bin mit Fußtritten und Faustschlägen angegriffen worden. Man hat mir auch meine TV-Kamera zerstört", sagte der Kameramann des Privatkanals Rete 4.

"Sie haben meinen Bruder umgebracht"

Noch an diesem Nachmittag fand in Rom ein Fackelzug zum Gedenken an Sandri statt. Zudem gab es in ganz Italien Protestumzüge von Ultra-Gruppen. "Es war ein tragischer Fehler. Unser Polizist hat eingegriffen, um Gewalttätigkeiten zwischen kleinen Gruppen von Ultras auf der Autobahnraststätte zu verhindern", sagte Arezzos Polizeichef Vincenzo Giacobbe zum tragischen Vorfall. Die vom Polizisten abgefeuerte Kugel war offenbar durch die Heckscheibe in Sandris Auto eingedrungen und hatte den Fan getroffen. Das Fahrzeug, ein Renault Megane, wurde wegen weiterer Ermittlungen beschlagnahmt. "Sie haben meinen Bruder umgebracht", rief Cristiano Sandri vor einer Polizeiwache in Arezzo wartenden Journalisten zu.

Ministerpräsident Romano Prodi äußerte sich "höchst besorgt" über die tragischen Ereignisse, Oppositionsführer Silvio Berlusconi sprach von einem "schrecklichen Tag". Die zur Regierungskoalition um Ministerpräsidenten Prodi gehörende Grünen und die altkommunistische Rifondazione verlangten derweil einen sofortigen Meisterschaftsstopp. "Man begreift nicht, warum in tragischen Momenten wie diesen die Meisterschaft nicht abgebrochen wird", sagte der Sprecher der Rifondazione, Antonio Ferrero. Der Präsident von Lazio, Claudio Lotito, versuchte die erhitzten Gemüter zu beruhigen. "Sandri ist wegen eines tragischen Fehlers gestorben. Man darf nun aber keinen Feldzug gegen die Polizei beginnen", sagte Lotito.

Anfang Februar dieses Jahres war beim sizilianischen Derby zwischen Catania Calcio und US Palermo der Polizist Filippo Raciti getötet worden. Ein 17 Jahre alter Hooligan wurde damals unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Damals war der gesamte Fußball-Spielbetrieb aufgrund des Vorkommnisses auf dem Apennin ausgesetzt worden.

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moehringer
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Beitrag von moehringer »

Hooligans attackieren römische Polizeikaserne

Brennende Polizeifahrzeuge, fliegende Steine, Tränengas: Stunden nach dem tragischen Tod eines Fußball-Fans von Lazio Rom ist die Situation in der italienischen Hauptstadt eskaliert. Hooligans und Polizisten lieferten sich Straßenschlachten.

Rom - Rund 400 Hooligans, die der Lazio-Szene zugeordnet werden, haben laut ersten Medienberichten eine Polizeikaserne im Zentrum Roms angegriffen. Die Randalierer waren mit Steinen, Flaschen und Knüppeln bewaffnet. Sie setzten Polizeifahrzeuge in Brand verletzten mehrere Ordnungshüter.

Die Polizei wiederum ging mit Tränengas gegen die Rowdies vor, die Festnahmen eines vermummten Mannes und einer Frau wurden gemeldet. Mehrere Rettungswagen waren im Einsatz. Es soll großer Sachschaden entstanden sein.

Grund für die Ausschreitungen war der Tod des Lazio-Anhängers Gabriele Sandri. Dieser war am Mittag auf einer Autobahnraststätte in der Nähe von Arezzo erschossen worden. (mehr...) Ein Verkehrspolizist hatte den Schuss mit seiner Dienstwaffe abgegeben und Sandri, der auf dem Weg zum Auswärtsspiel von Lazio bei Inter Mailand war, in dessen Auto tödlich getroffen.

Daraufhin wurden in der Serie A das Punktspiel zwischen Atalanta Bergamo und AC Mailand abgebrochen sowie die Begegnungen zwischen Inter Mailand und Lazio und AS Rom und US Cagliari aus Sicherheitsgründen abgesagt. (mehr...)

Noch an diesem Nachmittag fand in Rom ein Fackelzug zum Gedenken an Sandri statt. Zudem gab es in ganz Italien Protestumzüge von Ultra-Gruppen. "Es war ein tragischer Fehler. Unser Polizist hat eingegriffen, um Gewalttätigkeiten zwischen kleinen Gruppen von Ultras auf der Autobahnraststätte zu verhindern", sagte Arezzos Polizeichef Vincenzo Giacobbe zum tragischen Vorfall. Die vom Polizisten abgefeuerte Kugel war offenbar durch die Heckscheibe in Sandris Auto eingedrungen und hatte den Fan getroffen. Das Fahrzeug, ein Renault Megane, wurde wegen weiterer Ermittlungen beschlagnahmt. "Sie haben meinen Bruder umgebracht", rief Cristiano Sandri vor einer Polizeiwache in Arezzo wartenden Journalisten zu.

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moehringer
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Beitrag von moehringer »

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Nun schon der zweite Fußballfan, der innerhalb kürzerer Zeit von einem Polizisten ermordet wurde (zuvor Julien Quemener in Paris). Möge deinem Mörder eine gerechte Strafe widerfahren!

RUHE IN FRIEDEN!
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Felix B.
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Beitrag von Felix B. »

moehringer hat geschrieben:Nun schon der zweite Fußballfan, der innerhalb kürzerer Zeit von einem Polizisten ermordet wurde
Gerade du als Jurist solltest wissen dass "Mord" ein Begriff ist der hier mal absolut fehl am Platze ist...
nordlicht

Beitrag von nordlicht »

Das seh ich anders...
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EliteSued
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Beitrag von EliteSued »

riposi in pace!

ein tragischer irrtum, der polizist hat in die luft geschossen, polizisten wurden bedroht.. jaja, ist klar.

assassino!
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Blauer Bub
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Beitrag von Blauer Bub »

Felix B. hat geschrieben:
moehringer hat geschrieben:Nun schon der zweite Fußballfan, der innerhalb kürzerer Zeit von einem Polizisten ermordet wurde
Gerade du als Jurist solltest wissen dass "Mord" ein Begriff ist der hier mal absolut fehl am Platze ist...
Stimme Felix absolut zu. Es ist unstrittig, dass der Polizist so nicht hätte reagieren dürfen und dass es sehr zu bedauern ist, wenn ein Mensch stirbt, obwohl es absolut vermeidbar gewesen wäre. Aber das Wort "Mord" würde ich in dem Zusammenhang nicht verwenden.

Außerdem sollte man nicht ganz außer Acht lassen, dass in Italien eine sehr gereizte und leicht explosive Stimmung um den Fußball vorherrscht und dazu haben bestimmte "Fan"-Gruppen sicher ihren Teil beigetragen.

Auch wenn ich weiß, dass die Polizei gewisse Pflichten hat und dass es keine Position ist, die ich rational vertreten würde: Vom Gefühl her empfinde ich es aber trotzdem so, dass ich mir sage: Meinetwegen braucht die Polizei gar nicht eingreifen, wenn solche Hohlköpfe sich gegenseitig die Birne einschlagen wollen.
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JJ
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Beitrag von JJ »

Sorry bei allem Verständnis aber was da nach dieser schrecklichen Tat los war (zumindest das was man liest und im TV sieht) ist losgelöst von jeglicher Rechtfertigung.

Fackelzug, Protestaktionen (friedlich!) oder gar eine Aussetzung der ital. Liga ist abosult in Ordnung aber Hetzjagden auf Polizisten da muss man sich schon wundern, welches Pack(!) sich da in ital. Stadien herumtreibt.

Der Polizist gehört - wie in jedem Rechtsstaat - entsprechend verurteilt für seine Tat das macht zwar den Jungen leider nicht wieder lebendig aber ebenso wenig hilft es dem Toten jetzt Polizisten und Zivilisten die Köpfe einzuschlagen oder Autos in Brand zu setzen.

Wenn man daran denkt, dass Anfang des Jahres ein italien. Polizist von "Fussballfans" erschlagen wurde und was sonst so in italien. Stadien los ist dann muss man sich schon ernsthafte Gedanken machen was dort los ist.
Es sind der Worte genügend gewechselt lasst mich endlich Taten sehen. (Goethe)
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EliteSued
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Beitrag von EliteSued »

JJ hat geschrieben: Wenn man daran denkt, dass Anfang des Jahres ein italien. Polizist von "Fussballfans" erschlagen wurde und was sonst so in italien. Stadien los ist dann muss man sich schon ernsthafte Gedanken machen was dort los ist.
der polizist wurde, das ist mittlerweile relativ sicher, von seinen eigenen kollegen überfahren, so viel dazu!

und genau wegen solchen "rechts"staatlichen fehltritten in italien ist ein überlaufen des fasses nur allzu verständlich.

jahrelang wurden die tifosi wie abschaum behandelt, wie vieh durch die lande gekarrt, verfolgt, verprügelt, zu unrecht verurteilt. das sollte man wissen, bevor man vorverurteilt. die verhältnisse sind mit deutschland nicht zu vergleichen.
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JJ
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Beitrag von JJ »

FAZ von heute
Polizist gibt Todesschuss zu

„Ich habe zwei Familien zerstört“


12. November 2007 Nach dem Tod eines Fußball-Fans in Italien hat sich der mutmaßliche Todesschütze zu Wort gemeldet. „Ich habe erst einen Warnschuss in die Luft abgegeben, der zweite Schuss hat sich beim Laufen gelöst“, sagte der Polizist der Zeitung „Corriere della Sera“. Er habe auf „niemanden gezielt“, betonte der Beamte.


„Ich bin ruiniert, ich habe zwei Familien zerstört, die des Jungen und meine eigene“, sagte der 31-jährige. Der Polizist hatte bei einer Auseinandersetzung zwischen Anhängern von Lazio Rom und Juventus Turin am Sonntag auf einer Autobahnraststätte einen 26 Jahre alten Lazio-Anhänger tödlich getroffen.


Schuss löste sich unabsichtlich

Im Gespräch mit der Zeitung rekonstruierten die Kollegen des Schützen den Hergang auf dem Autobahnrastplatz Badia al Pino. Demnach waren sie auf der Westseite des Rastplatzes auf Streifenfahrt, als sie auf der gegenüberliegenden Ostseite eine Prügelei zwischen den Insassen zweier Fahrzeuge beobachteten. Nachdem sie über Funk Verstärkung gerufen hätten, habe einer der Polizisten aus einer Entfernung von fast 200 Meter einen Warnschuss abgegeben. Daraufhin seien die Personen in ihren Autos losgefahren.


Um zumindest einen Wagentyp oder das Nummernschild zu erkennen, sei der Kollege mit der Waffe in der Hand hinter den Autos hergelaufen. Dabei habe sich der Schuss gelöst, der unter Umständen noch abgeprallt sei und den 26-jährigen Lazio-Fan dann im Auto getroffen habe. In Folge des tödlichen Zwischenfalls war es am Sonntag zu gewalttätigen Fan-Ausschreitungen in mehreren Städten gekommen. Die Ligaspiele in Mailand und Rom wurden abgesagt.

Mitreiseverbot für Fans

Sportministerin Giovanna Melandri forderte eine „Denkpause“ für den italienischen Fußball. „Am kommenden Wochenende sollte der Ball ruhen“, sagte die Ministerin der „La Gazzetta dello Sport“. Die Serie A hat wegen Italiens EM-Qualifikationsspiels am Samstag in Schottland allerdings ohnehin spielfrei. Betroffen wären also nur die unteren Ligen.


Am Montagmittag berät die Sport-Aufsichtskommission im römischen Innenministerium über Sofort-Maßnahmen zur Eindämmung der Gewalt im italienischen Fußball. Experten gehen davon aus, dass auf jeden Fall ein Mitreiseverbot für Fans zu den Auswärtsspielen ihrer Clubs beschlossen werden wird. Für Montagnachmittag war auch die Autopsie des getöteten Fans angesetzt.

Randalieren attackieren Polizeidienststellen

Bei den Krawallen in Rom gab es nach neuesten Polizeiangaben 40 Verletzte. Drei Personen wurden festgenommen. Randalieren griffen Polizeidienststellen an, setzten mehrere Autos in Brand und zerstörten am Sitz des Nationalen Olympischen Komitees Italiens (Coni) Marmorskulpturen und Büroeinrichtungen.


Mehrere Fahrzeuge, darunter ein Bus, wurden in Brand gesteckt. Zuvor hatten sich bereits mehrere hundert Fans Straßenschlachten mit Sicherheitskräften rund um das Stadion geliefert, wo zuvor die Partie AS Rom gegen US Cagliari abgesagt worden war.

„Mörder, Mörder“, skandierten die Fans

Als sich die Nachricht vom Tod des Fans unter den Fußballanhängern verbreitete, kam es bei Spielen im ganzen Land zu schweren Ausschreitungen und Angriffen auf Ordnungskräfte. Mehrere Polizisten wurden verletzt. „Mörder, Mörder“, skandierten die Fans.


Der italienische Fußballverband sagte das Spitzenspiel von Meister Inter gegen Lazio ab. Die Partie zwischen Atalanta Bergamo und dem AC Mailand musste nach nur sieben Minuten wegen Fan-Randale genauso abgebrochen werden wie eine Drittligapartie in Taranto. Die übrigen Nachmittagsspiele wurden mit zehnminütiger Verspätung angepfiffen, Spieler und Schiedsrichter liefen mit Trauerflor auf.

Prodi: „Höchst besorgt“

„Es war ein tragischer Fehler“, sagte der tief betroffene Polizeichef von Arezzo, Vincenzo Giacobbe, der „La Gazzetta dello Sport“ zu dem tödlichen Polizeieinsatz auf der Raststätte. Ministerpräsident Romano Prodi äußerte sich „höchst besorgt“ über die tragischen Ereignisse, Oppositionsführer Silvio Berlusconi sprach von einem „schrecklichen Tag“.


Der 26-jährige Römer ist bereits der zweite Tote, den der italienischen Fußball in diesem Jahr zu beklagen hat. (Siehe auch: Chronologie: Todesopfer im italienischen Fußball) Bei schweren Fan-Ausschreitungen war am 2. Februar ein Polizist in Catania von Randalierern erschlagen worden. Daraufhin hatte die Regierung die Gesetze gegen Gewalt rund um den Fußball drastisch verschärft, das Problem jedoch nicht in den Griff bekommen.


Justizminister Clemente Mastella forderte deshalb am Sonntag „noch härtere Maßnahmen“ gegen gewaltbereite Fußballfans, Innenminister Giuliano Amato versprach eine „schnelle Aufklärung“.

Text: FAZ.NET mit Reuters/dpa/sid
Es sind der Worte genügend gewechselt lasst mich endlich Taten sehen. (Goethe)
nordlicht

Beitrag von nordlicht »

Der 26-jährige Römer ist bereits der zweite Tote, den der italienischen Fußball in diesem Jahr zu beklagen hat. (Siehe auch: Chronologie: Todesopfer im italienischen Fußball) Bei schweren Fan-Ausschreitungen war am 2. Februar ein Polizist in Catania von Randalierern erschlagen worden. Daraufhin hatte die Regierung die Gesetze gegen Gewalt rund um den Fußball drastisch verschärft, das Problem jedoch nicht in den Griff bekommen.
Wie bereits EliteSued geschrieben hat, der Polizist wurde nicht erschlagen. Da wird wieder was durch die Medien gezerrt, was nicht stimmt.
Aber diese neue Tragödie liegt anders als das Drama vom vergangenen 2. Februar, als in Catania eine Nacht lang der Strassenkampf zwischen dem Fussball-Mob und der Polizei tobte und der Kommissar Filippo Raciti sein Leben unter bis heute nicht geklärten Umständen verlor.


http://www.nzz.ch/magazin/dossiers/ein_ ... 82543.html
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Rangrücktritt
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Beitrag von Rangrücktritt »

JJ hat geschrieben:FAZ von heute
Polizist gibt Todesschuss zu

Im Gespräch mit der Zeitung rekonstruierten die Kollegen des Schützen den Hergang auf dem Autobahnrastplatz Badia al Pino. Demnach waren sie auf der Westseite des Rastplatzes auf Streifenfahrt, als sie auf der gegenüberliegenden Ostseite eine Prügelei zwischen den Insassen zweier Fahrzeuge beobachteten. Nachdem sie über Funk Verstärkung gerufen hätten, habe einer der Polizisten aus einer Entfernung von fast 200 Meter einen Warnschuss abgegeben. Daraufhin seien die Personen in ihren Autos losgefahren.




Also ich weiß auch nicht ob man dazu direkt Mord sagen kann. Sehr bedenklich finde ich allerdings die Tatsache ob ein Polizist überhaupt bei dieser Aktion und bei dieser Entfernung einen Warnschuß abgeben muss. Wären die Polizisten direkt von den Fans angegriffen worden und hätten um ihr Leben fürchten müssen, dann vielleicht okay, aber so. Durch diesen leichtfertigen Einsatz der Schusswaffe, auch wenn es danach vielleicht tatsächlich ein Versehen war, ist jetzt ein Mensch ums Leben gekommen. Bin mal gespannt wie die ital.Polizei bzw. die Justiz mit dem Kollegen weiter verfährt.

ALLE Menschen sind KLUG;
die einen VORHER -
die anderen NACHHER.


(chinesisches Sprichwort)
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Beitrag von Malte »

"Er hat gezielt geschossen" - ein Augenzeuge berichtet über den Tod eines Fußballfans, der Italien eine Welle der Gewalt beschert hat. Verfeindete Fußballanhänger machten gemeinsam Jagd auf Polizisten - und forderten in Sprechchören ihren Tod. Der Ligabetrieb soll vorerst gestoppt werden.

Rückhaltlose Aufklärung des Vorfalls, dazu hartes Vorgehen gegen gewaltbereite Hooligans: Diese Forderungen werden in Italien zur Stunde heiß diskutiert. Die Situation hat sich dramatisch zugespitzt, seit ein 28-jähriger Fußballfan am Sonntag durch die Kugel aus einer Polizeipistole zu Tode kam.

Gabriele Sandri hatte zusammen mit vier Freunden gerade haltgemacht an einer Autobahnraststätte in der Toskana. Die fünf Männer waren auf dem Weg zum Spiel Inter Mailand gegen Lazio Rom. Doch zur gleichen Zeit befand sich auch ein Auto mit vier Fans von Juventus Turin an der Raststätte. Schnell gerieten die beiden Gruppen aneinander, dann flogen die Fäuste. Von der gegenüberliegenden Raststätte in südlicher Fahrtrichtung sahen einige Polizisten das Geschehen, quer über die sechs Fahrbahnen hinweg.

Eingreifen konnten sie nicht direkt; ein Beamter aber schaltete die Sirene ein, und sein Kollege Luigi S. gab einen Warnschuss ab. Die Fans hasteten zu ihren Autos, fuhren los - und jetzt erst löste sich angeblich der tödliche Schuss, aus mindestens 50 bis 70 Metern Entfernung. Er sei in Richtung Fahrbahn gelaufen, um das Modell des wegfahrenden Wagens zu identifizieren, als die Pistole einfach losgegangen sei, sagte der Schütze aus.

Die Zeitung "La Repubblica" zitiert jedoch auf ihrer Internet-Seite einen Augenzeugen des Vorfalls, der aussagt, der Polizist habe "die Pistole mit beiden Händen umfasst, die Arme ausgestreckt und gezielt geschossen".

Jetzt wird gegen Luigi S. wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Noch ist etwa die Frage nicht beantwortet, wieso die Pistole in Richtung des wegfahrenden Autos wies, quer zur angeblichen Laufrichtung des Beamten. Suspendiert ist der 32-jährige Beamte nicht - er wurde bloß in den Innendienst versetzt.

Während die Staatsanwälte die Ermittlungen aufnehmen, machen sich Politik und Sportverbände an die Schadensbegrenzung - wenn die in diesem Moment überhaupt möglich ist. Italien mag Fußball-Weltmeister sein, doch in nicht einmal zwei Jahren erlebt die Serie A nun schon ihren dritten Schock.

Erst war da der Skandal im Jahr 2006 um Bestechung und manipulierte Spiele, in deren Zentrum der damalige Manager von Juventus Turin, Luciano Moggi, stand, der seine Betrügereien gemeinsam mit befreundeten Vereinsbossen und diversen Schiedsrichtern aufgezogen hatte. Neben Juventus waren auch Lazio Rom, der AC Florenz und der AC Mailand verwickelt. Dann starb im vergangenen Februar in Catania bei Fan-Krawallen der Polizist Filippo Raciti, worauf der Spielbetrieb zeitweilig eingestellt wurde. Und jetzt traf es einen Fan, zudem einen, der offenbar nicht einer der gefürchteten Hooligan-Gruppierungen angehörte.

Die Welle der Gewalt, die daraufhin durch Italien ging, mit stadtguerillaähnlichen Szenen rund ums Olympiastadion in Rom, stellte alles in den Schatten, was Italien bisher erlebt hatte. Neu ist vor allem die Qualität der Krawalle. So verbrüderten sich in Mailand die Inter- und die (angereisten) Lazio-Fans, in Rom die eigentlich in tiefer Feindschaft gegeneinander stehenden Ultra-Gruppen von Lazio und AS Rom, um zu Hunderten gemeinsam die Hatz auf Polizisten zu eröffnen, und so erzwangen in Bergamo die heimischen Tifosi den Abbruch des Spiels. Alte Fronten zwischen Fankurven spielen in diesen Tagen keine Rolle mehr: Alle "Ultras" pflegen nur noch ein Feindbild, die Polizei. In Bezug auf den im Februar getöteten Polizisten lautete eine Parole im Stadion wie auch im Internet: "10, 100, 1000 Raciti". Vermummte Fans trugen riesige Transparente, die verkündeten "Für einen toten Polizisten unterbrecht ihr die Meisterschaft, ein toter Fan hat keine Bedeutung".

Innenministerium verhängt Reiseverbot für Fans

Dabei hatten die nach dem Tod Racitis ergriffenen Maßnahmen durchaus Wirkung gezeigt. Namentlich ausgestellte Tickets, Taschen- und Personenkontrollen an den Eingängen, die völlige Isolierung der gegnerischen Fanblocks voneinander haben zu einem Rückgang der Gewalt in den Stadien um 80 Prozent geführt - und doch zugleich die Gewalt nur nach außen verlagert.

Italiens Politik steht ratlos vor der Frage, wie die immer wiederkehrenden Massenschlägereien auf den Raststätten oder auch in der Nähe der Stadien zu unterbinden sind. Jetzt tagen in Rom die Vertreter des Innenministeriums, des Fußballverbands und des Olympischen Komitees. Wie schon im Februar soll erst einmal der Spielbetrieb unterbrochen werden, als verspätete Gutmachung an die Fankurven, als Zeichen, dass auch "ihr Toter" den gleichen Wert hat wie ein Polizeibeamter.

Doch neben dieses symbolische Zugeständnis wird womöglich eine zweite Maßnahme treten, die den Zorn der Ultras weiter aufschaukeln kann: Das italienische Innenministerium hat als Reaktion auf die Krawalle ein vorläufiges Mitreiseverbot für Fußballfans zu den Auswärtsspielen ihrer Clubs verhängt. Außerdem sperrte die Aufsichtskommission für Sportveranstaltungen nach einem Bericht der "Gazzetta dello Sport" die Fankurven in Bergamo und Taranto. Dort war es am Sonntag zu Ausschreitungen gekommen, die zu Spielabbrüchen führten (mehr...).

Damit bliebe den gewaltbereiten Hooligan-Gruppen von vornherein nur noch ein Gegner: die Polizei. Und der Staat bringt sich in Stellung, als gehe es gegen Feinde der Republik. Gegen die vier während der Krawalle in Rom am Sonntagabend Festgenommenen ermittelt der Staatsanwalt jetzt wegen "terroristischer Aktivitäten".

Sportministerin Giovanna Melandri fordert zudem, dass der Spielbetrieb in den oberen Fußball-Ligen für mehrere Wochen gestoppt wird: "Ich habe die Verantwortlichen dazu aufgefordert, um ein starkes Zeichen zu setzen."
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Blaues Stuttgart
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Beitrag von Blaues Stuttgart »

Stirbt ein Polizist wird der Spieltag abgesagt, stirbt ein Fan reicht es das betroffene Spiel und dann noch eines aus Sicherheitsgründen abzusagen...
moehringer
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Beitrag von moehringer »

Rom - Es war wohl doch kein versehentlicher Schuss, der am Sonntag auf jener toskanischen Raststätte das Auto der Lazio-Fans traf und den 26-jährigen Gabriele Sandri tötete. Italiens Innenminister Giuliano Amato und Polizeichef Antonio Manganelli bestätigten am Dienstag eine Zeugenaussage, derzufolge der 31-jährige Polizist Luigi S. nicht in die Luft, sondern gezielt, „mit ausgestreckten Armen“ und „in Körperhöhe“ auf das Fahrzeug gefeuert hat. Die Gründe seien unklar.

Die Staatsanwaltschaft sucht jetzt „nach dem politischen Muster“ hinter den Krawallen von Rom, die sich am Sonntag in der Folge des Todesschusses entladen hatten, sagte Amato. Zwei der vier festgenommenen Randalierer werden bereits des Terrorismus verdächtigt. Amato warnt schon seit längerem vor einer terroristischen Unterwanderung und Instrumentalisierung von Fan-Gruppen. Die Gefahr von rechts scheint dabei doppelt so groß wie die von links. Unter den landesweit 80 300 organisierten „Ultras“ - das entspricht etwa 15 Prozent der regelmäßigen Stadionbesucher - sollen 14 600 zu rechtsextremen, 5300 zu linksextremen Gruppen zählen.

Von 529 registrierten Ultra-Vereinen gelten demnach 268 als „politisiert“, 261 als „rein auf den Fußball ausgerichtet“. Wobei die Angehörigkeit zu einem „Ultra“-Verein zwar etwas über die Intensität des fußballerischen Credos aussagt, nicht automatisch aber etwas über den Hang zur Gewalt.

Rechte bis rechtsextreme Fangruppen kontrollieren die Fan-Kurven beispielsweise in Norditalien, in Rom, in Neapel, Salerno; sie geben sich Namen wie „Viking“, „Bande der Unseren“, „Ultra-Krieger“ oder „Die Unbeugsamen“. In Genua, in Livorno und in Bergamo, das am Sonntag zu den gewalttätigsten Spielstätten gehörte, sind die Tifosi rot bis tiefrot eingefärbt. „Schwarz-Blaue Brigaden“ oder „Autonome Brigaden“ nennen sie sich.

Gerade aber die Extremsten aus den entgegengesetzten Lagern, die finden derzeit zusammen; gemeinsam mit den Anarchisten haben sie sich das „System“ als gemeinsames Ziel vorgenommen: den „repressiven, imperialistischen Kerkermeister-Staat“ und seinen bewaffneten Arm, die Polizei. Das Problem sei allerdings, so zitiert die Zeitung „La Repubblica“ einen Anti-Terror-Spezialisten, „dass es ein Umsturzversuch ohne konkretes Projekt ist, dass du (als Polizist) vor dir eine tiefe Nacht hast, in der alles Mögliche an Dramatik passieren kann - und du bist nicht in der Lage, die nächsten Schritte der Leute vorauszuahnen, die dir da gegenüberstehen.“

Durch endlich restriktive Sicherheitsmaßnahmen der Regierung Prodi haben die Ultras einen beträchtlichen Teil ihres Geschäfts verloren: Sie hatten sich bisher - mal mit den Klubs mauschelnd, mal sie erpressend - ganze Kartenkontingente zu vorteilhaften Konditionen gesichert, sie gezielt unter ihre Getreuen verteilt sowie die Fanreisen gewinnbringend organisiert. Der harte Kurs der Regierung sowie ein Umdenken in den Vereinen hat nun dazu geführt, dass die Ultras abgedrängt wurden, dass sich Klubs und andere Fangruppen von den Extremen ausdrücklich distanzieren.

Die Randale in den Stadien, die Zahl der Verletzten sind zuletzt spürbar zurückgegangen. Die Folge: Wer nicht mehr im Stadion randalieren kann, tut es außerhalb.

Der fatale Schuss des Polizisten Luigi S. diente danach nur als Vorwand für Krawalle, die man ohnehin im Sinne hatte, für die es aber zuletzt keinen Ort mehr zu geben schien.
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Beitrag von SIR Andrew »

moehringer hat geschrieben:Der fatale Schuss des Polizisten Luigi S. diente danach nur als Vorwand für Krawalle, die man ohnehin im Sinne hatte, für die es aber zuletzt keinen Ort mehr zu geben schien.
So, jetzt ist ein Todesschuss als nur noch ein Vorwand gewesen für andere... dennoch ist dieser Mensch tot. Und somit in jedem Fall ein Toter zuviel. Wenn das mit dem gezielten Schuss nachgewiesen werden sollte, dann müsste dieser Polizist erstmal die Dringlichkeit eines gezielten Schusses aus 50-70m nachweisen..... Bella Italia? Nein, dass ist wohl fürs nächste vorbei - das hat dieser Bericht ganz klar aufgezeigt.... :roll:
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Beitrag von Tobi78 »

Ich teile mir mein Büro mit einem Italiener, der glühender Fan des AC Milan ist und sich im italienischen Fussball gut auskennt. Er sagt, dass ihn die jetzige Situation nicht verwundert. Es hat sich nie jemand für die Fans und das was sie tun verantwortwortlich gefühlt. Deshalb wurden sie auf der einen einen Seite wie Dreck behandelt und auf der anderen Seite gab es keine ernsthaften Versuche Rassismus, Nazitum oder andere kriminelle Strömungen zu unterbinden.
Das Ergebnis ist: Die Fans sind gefrustet und sie lassen diesem Frust freinen Lauf. Wirkliches Interesse an diesen Zuständen gibt es auch nicht, es wird erst wahrgenommen, wenn jemand ums Leben kommt, zwei Wochen später ist es wieder wie zuvor.

PS: Erinnert mich irgendwie an die Strafen gegen italienische Vereine wegen Spielmanipulation. Kurz den Skandal richtig hochkochen lassen, hohe Strafen aussprechen und anschließend die Strafen veringern und weitermachen wie vorher.
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Re: Fan (26) von Polizist erschossen!

Beitrag von Soulfly »

moehringer hat geschrieben: Rom - Italien im Schockzustand: Der 28 Jahre alte Lazio-Anhänger Gabriele Sandri wurde heute auf einer Autobahnraststätte in der Nähe von Arezzo erschossen, als er auf dem Weg zur Partie seines Teams bei Inter Mailand war.
Das muss man sich mal vorstellen:
Auf einer Autobahnraststätte im Niemandsland von Italien ereignet sich
bzw. eskaliert eine Situation wobei es zu einem Todesfall durch Schuss-
waffengebrauch kommt.
Was für kranke Individuen sind da schon wieder aufeinander getroffen?!
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Beitrag von Tobi78 »

@soulfly: Etwas ganz ähnliches ist vor einigen Jahren an einem niederländischen Autobahnrastplatz passiert, als zufällig Ajax- und Feyenoord-Hools aufeinandergetroffen sind. Da haben sich die Idioten gegenseitig plattgemacht.
Der Unterschied besteht einfach darin, dass derlei Vorfälle in Italien längst zur Tagesordnung gehören und ihnen deshalb kaum Beachtung geschenkt wird (es sei denn, es kommt jemand ums Leben).
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Beitrag von Killerauge »

Nicht zu vergessen das Aufeinandertreffen von Bayern/Nürnberg-Fans auf einer Raststätte neulich, bei der eine Frau das Augenlicht verlor...
***TIPPSPIELSIEGER 2007***
moehringer
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Re: Fan (26) von Polizist erschossen!

Beitrag von moehringer »

Soulfly hat geschrieben:
moehringer hat geschrieben: Rom - Italien im Schockzustand: Der 28 Jahre alte Lazio-Anhänger Gabriele Sandri wurde heute auf einer Autobahnraststätte in der Nähe von Arezzo erschossen, als er auf dem Weg zur Partie seines Teams bei Inter Mailand war.
Das muss man sich mal vorstellen:
Auf einer Autobahnraststätte im Niemandsland von Italien ereignet sich
bzw. eskaliert eine Situation wobei es zu einem Todesfall durch Schuss-
waffengebrauch kommt.
Was für kranke Individuen sind da schon wieder aufeinander getroffen?!
Das einzige Individuum, welches man in dieser Szenerie auf dem Rastplatz als ansatzweise krank bezeichnen dürfte, ist wohl der Polizist, der über 70-100 Meter hinweg über die Fahrbahn schiesst, als die paar prügelnden Hanseln ihre Aktivitäten schon längst eingestellt haben und mit ihren Autos losfahren! "Leicht" unverhältnismäßig würde ich sagen und in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um einen Polizisten handelte, der zudem kein junger überforderter Anwärter o.ä. war, eine Ungeheuerlichkeit!!!
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Beitrag von EliteSued »

Manchmal möchten wir...

... uns einfach nur angewidert abwenden. Und es ist wieder einmal so weit. Am Sonntag wurde ein Tifoso des italienischen Fußballclubs Lazio Rom von einem Polizisten erschossen. Ob versehentlich durch einen "Schuss, der sich zufällig gelöst hat" oder nicht sei dahingestellt, die Ermittlungen laufen noch, ein Urteil wollen und können wir uns nicht erlauben. Gabriele Sandri ist tot, unnötig tot. Wir sollten ihm gedenken, der irgendwo einer von uns war, denn er begeisterte sich für den selben Sport wie wir, den Fußball.

Doch unsere Anteilnahme, unsere Trauer, unser Schockzustand wird wieder einmal gestört von boulevardesken Auswüchsen der Medienberichterstattung. Denn weil Ultras in Italien auf die überzogene Aktion des italienischen Polizisten mit wütenden Protesten und Gewalt reagieren, weil sie - in zugegebenermaßen extremer Art und Weise - ihrer Wut und Trauer Ausdruck verleihen, steht der Boulevard Kopf. Und so schreibt zum Beispiel auch die Hamburger Morgenpost einen dermaßen zusammenkonstruierten Müll, dass man am liebsten dem verantwortlichen Redakteur vor die Füße kotzen möchte und dem Chefredakteur, der diese Hirnwichse auch noch abdrucken lässt, erst recht! Anstatt den gesunden Menschenverstand einzusetzen plappert man die Terrorismustheorien der italienischen Justiz nach, die vom eigentlichen Skandal, der Tötung des Tifoso abzulenken versucht und in dümmlich aktionistischer Weise hunderttausende an den Krawallen nicht beteiligte Menschen mit einem Reiseverbot belegt. Da wird der Fall Filippo Raciti herangezogen und von einem Stein mit einem Sprengsatz fabuliert, der ihn getötet habe. Dabei scheint an der Mopo mal wieder vorbei gegangen zu sein, dass es immer wahrscheinlicher wird, dass der Carabiniere überfahren wurde und dies die Todesursache ist. Da werden Ultras als Bestien dargestellt, anstatt investigativ den Tod von Gabriele Sandri zu beleuchten oder zumindest diesen in den Mittelpunkt der Berichterstattung zu rücken.

Es ist mehr als beschämend, wie der Tod eines Menschen derart nebensächlich zu werden scheint, wenn man doch lieber mit der Schlagzeile "Fußballkrieg in Italien" aufmachen kann. Von Pietät und Fingerspitzengefühl keine Spur, seriöser Journalismus zeilenweit nicht in Sicht, wirkliche Aufklärung offenbar nicht gewollt. Es ist einfach nur würdelos.

Schämt euch!


quelle: chosen few 99 hamburg
kickers rauf - bahnhof runter

szene f - ffm
nordlicht

Beitrag von nordlicht »

Toller Beitrag - danke
Bluespirit

Beitrag von Bluespirit »

wie so oft wird ein tragisches ereignis von bestimmten Medien eben
missbraucht.
nordlicht

Beitrag von nordlicht »

Kinder statt Hooligans

Nachdem die Gewalt der italienischen Fußball-Fans ein unüberschaubares Ausmaß angenommen hat, will ein Club jetzt einen völlig neuen Weg einschlagen. Atalanta Bergamo will nur noch Kinder in die Fankurven lassen. Der "Kinderplan" stößt auf breite Zustimmung.

"Hooligans raus, Kinder in die Kurve!" So will Atalanta Bergamo die Gewalt im italienischen Fußball beenden und die unbeschwerte Freude am Spiel in die Stadien zurückbringen. "Ich werde den Minderjährigen die Eintrittskarten schenken und will nur noch Kinder in der Fan-Kurve", kündigte Atalanta-Präsident Ivan Ruggeri an. Mit diesem revolutionären Vorschlag sprach der Club-Chef seiner Mannschaft aus der Seele. Nachdem Randalierer nach dem Tod eines Fußballfans das Liga-Spiel gegen den AC Mailand zum Abbruch gebracht hatten, forderten alle Atalanta-Spieler in einem offenen Brief: "Wir wollen keine Kriminellen mehr in der Fan-Kurve!"

http://www.stern.de/sport-motor/fussbal ... 02696.html
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Blaues Stuttgart
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Beitrag von Blaues Stuttgart »

Durch Aussperren kann man die Probleme verlagern aber nicht beseitigen. Bloß nicht nach den wahren Ursachen suchen und Geld ausgeben. Dann knallt es eben nur noch in den Innenstädten. Die Gewalt ist trotzdem noch da...
Der Polizist wurde jetzt übrigens wegen Mord angeklagt.
moehringer
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Beitrag von moehringer »

Felix B. hat geschrieben:
moehringer hat geschrieben:Nun schon der zweite Fußballfan, der innerhalb kürzerer Zeit von einem Polizisten ermordet wurde
Gerade du als Jurist solltest wissen dass "Mord" ein Begriff ist der hier mal absolut fehl am Platze ist...
ach ja? Da bin ich nach wie vor anderer Ansicht und scheinbar nicht der einzige:

_____________________________________________________________

Fan erschossen: Polizist unter Mord-Anklage
ROM. Der Polizist, der den 28-jährigen Lazio-Fan Gabriele Sandri erschossen hat, wird wegen Mordes angeklagt. Der Todesschütze beteuert weiterhin seine Unschuld.


Der Todesschütze des italienischen Fußball-Fans Gabriele Sandri, der am Sonntag auf einer Autobahnraststätte in der Nähe der toskanischen Stadt Arezzo erschossen wurde, wird wegen Mordes angeklagt. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft von Arezzo am Donnerstag. Gegen den Verkehrspolizisten, der weiterhin seine Unschuld beteuert, war bisher wegen Totschlags ermittelt worden. "Es ist eine unverzeihliche Tat, weil Waffen die absolut letzte Lösung sein sollten", sagte Staatsanwalt Ennio Di Cicco.

Mit gestrecktem Arm auf Sandri geschossen?

Der Polizist hatte am Samstag auf einer Autobahnraststätte bei Arezzo Krawalle zwischen Lazio-Anhängern und Fans von Juventus Turin unterbinden wollen. Dabei traf ein Schuss des Beamten Gabriele Sandri durch die Fensterscheibe eines Autos. Der Schuss habe sich jedoch nach Angaben des Schützen versehentlich gelöst. Innenminister Giuliano Amato hatte dagegen in einer Ansprache vor dem Parlament behauptet, dass der Polizist mit gestrecktem Arm auf das Auto geschossen hatte.
nordlicht

Beitrag von nordlicht »

Das ist vollkommen richtig so...
moehringer
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Beitrag von moehringer »

Bild
DBM1899
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Beitrag von DBM1899 »

moehringer hat geschrieben:Bild
was heisst das übersetzt :?:
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barneygumble
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Beitrag von barneygumble »

Mörder-GI(J)ustiz in Gedenken an Gabriele
Erfolgreich zu sein, setzt zwei Dinge voraus: Klare Ziele und den brennenden Wunsch, sie zu erreichen.
- Johann Wolfgang von Goethe -

Die Mehrheit? Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wen'gen nur gewesen. Der Staat muß untergehen, früh oder spät, wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.
- Friedrich Schiller -

Don't argue with idiots. They'll drag you down to their level and beat you with experience.
- empirische Untersuchungen -
moehringer
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Beitrag von moehringer »

Es heisst: MÖRDER - GERECHTIGKEIT FÜR GABRIELE
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barneygumble
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Beitrag von barneygumble »

Mein italienisch war noch nie so berauschend.
Erfolgreich zu sein, setzt zwei Dinge voraus: Klare Ziele und den brennenden Wunsch, sie zu erreichen.
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Die Mehrheit? Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wen'gen nur gewesen. Der Staat muß untergehen, früh oder spät, wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.
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Beitrag von moehringer »

nordlicht

Beitrag von nordlicht »

Mir läuft es eiskalt den Rücken runter, wenn ich die Bilder sehe. Und dann eines der schönsten italienischen Lieder dazu. Weißt Du zufällig, von wem diese Techno-Version ist?
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Kickers-Oli
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Beitrag von Kickers-Oli »

nordlicht hat geschrieben:Mir läuft es eiskalt den Rücken runter, wenn ich die Bilder sehe.
ging mir grad auch so
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nordlicht

Beitrag von nordlicht »

Die Techno Version: Clamore-Project vs i santo california - tornero 2007
moehringer
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Beitrag von moehringer »

das geht wirklich unter die haut, kann es irgendwie immer noch nicht so recht fassen... :( und als ob es nicht schlimm genug wäre, jährte sich vor kurzem der tod eines pariser fans, welcher ebenfall von einem polizisten erschossen wurde:

http://www.youtube.com/watch?v=O-xDu6O0 ... re=related
nordlicht

Beitrag von nordlicht »

Die Fans des italienischen Erstligisten AS Rom planen einen Streik. Sie wollen das Spiel der Roma am kommenden Sonntag gegen Udinese Calcio im Olympiastadion boykottieren. Damit wollen sie ihre Solidarität mit der Familie des am 11. November auf einer Autobahnrastätte von einem Polizisten erschossenen Lazio-Fans Gabriele Sandri bekunden. Sie wollen außerdem gegen die "Kriminalisierung" der Fans in Italien demonstrieren. Die Roma-Anhänger wollen sich auf dem Gelände des Circus Maximus, der antiken Sportanlage am Rand der römischen Innenstadt, treffen und per Radio das Spiel verfolgen, berichteten italienische Medien heute.

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SVK-Fin
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Beitrag von SVK-Fin »

OH, des zieht richtig rein! Sitze auch mit Gänsehaut vor dem PC....
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