SAMSTAGS-INTERVIEW SSV-Trainer Peter Starzmann

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uldorico
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SAMSTAGS-INTERVIEW SSV-Trainer Peter Starzmann

Beitrag von uldorico »

SAMSTAGS-INTERVIEW SSV-Trainer Peter Starzmann über den Spielerkader, diverse Gerüchte und seine Pläne

»Wir sind auf einem tollen Weg«

REUTLINGEN. Das große Ziel von Peter Starzmann lautet nach wie vor, als Trainer in der zweiten Liga zu arbeiten. »Am liebsten mit dem SSV Reutlingen. Auch der Verein hat diese langfristige Vision«, sagte der 45 Jahre alte Coach des Fußball-Regionalligisten im Gespräch mit den GEA-Redakteuren Manfred Kretschmer und Frank Pleyer.

GEA: Herr Starzmann, es wird heftig über mögliche Personal-Einplanungen beim SSV in der Winterpause und über den vermeintlich zu großen Spielerkader diskutiert. Wie ist denn der Stand in puncto Vertrags-Gespräche?

Peter Starzmann: Im Vergleich zu anderen Regionalliga-Teams haben wir auch keinen größeren Kader. Uns fehlt zudem der Unterbau einer höherklassigen zweiten Mannschaft. Aalen beispielsweise hat einen 28er-Kader und eine zweite Mannschaft in der Verbandsliga.

Bei einer Etat-Deckungslücke in Höhe von zurzeit 370 000 Euro müssen Sie aber auf die Belange des Vereins Rücksicht nehmen.

Starzmann: Das habe ich immer getan, und das werde ich auch weiterhin tun. Ich beziehe aber dabei immer eine klare Position. Der Verein sagt mir, welches Ziel er verfolgen will, und ich sage, was aus meiner sportlichen Sicht dafür notwendig ist.

»Spiele wie in Kassel müssen in Zukunft gewonnen werden«

Wie geht denn Ihre Mannschaft mit den angekündigten Spar-Maßnahmen um?

Starzmann: Das Team hat gelernt, die Dinge mit der notwendigen Gelassenheit anzugehen. Die Spieler haben immer Gesprächsbereitschaft gezeigt. Und sie wissen sehr wohl, dass wir es nur mit Hilfe aller Beteiligten schaffen werden.

In der Gerüchteküche war zu hören, dass Sven Hoffmeister gehen möchte. Müssen Sie in der Winterpause auf Torhütersuche gehen?

Starzmann: Das glaube ich nicht. Wir freuen uns aber, dass mit Markus Krauss wieder ein Eigengewächs den Sprung in die Regionalliga-Mannschaft geschafft hat.

Wie sind Sie denn mit dem Verlauf der ersten 19 Spiele zufrieden?

Starzmann: Der Tabellenplatz sowie die erreichten Punkte stehen in keinem Verhältnis zur gezeigten Leistung. Uns fehlen da vier bis sechs Punkte. In den letzten vier Heimspielen haben wir jedoch zehn Punkte geholt und uns in diesen Begegnungen Torchancen en masse herausgearbeitet. Nur drei Mannschaften haben mehr Treffer als wir erzielt. Die gesamtfußballerische Entwicklung der letzten Wochen gibt mir ein sehr gutes Gefühl für den Rest der Runde. Klar ist aber auch: Spiele wie in Kassel, in denen wir haushoch überlegen waren, müssen in Zukunft gewonnen werden.

Der SSV steht auf Platz 13. Demnach muss auch einiges nicht so gut gelaufen sein.

Starzmann: Die Bilanz der Gegentore ist natürlich nicht positiv. Nur Oggersheim kassierte mehr Treffer. Besonders weh tun uns die zwei verlorenen Punkte vom Spiel in Oggersheim, als wir in der Nachspielzeit das 3:3 kassierten. Wir hätten in dieser Partie erstmals seit Dezember 2006 einen Auswärtssieg landen können, ja müssen. Das war ärgerlich und führte uns in eine Negativ-Schleife mit ganz bitteren Niederlagen.

In der der SSV acht Spiele in Folge ohne Sieg blieb. Im Umfeld ging's zu jener Zeit ziemlich unruhig zu.

Starzmann: Das stimmt. Vor allem nach dem 1:1-Unentschieden bei den Stuttgarter Kickers wurde der Druck auf uns alle enorm groß. Ich bin jedoch der Meinung, dass sich genau in diesen Phasen zeigt, wie intakt ein Verein tatsächlich ist. Wie man sieht, hat uns diese Zeit noch enger zusammen geführt.

Mittlerweile versprühen Sie wieder unheimlich Optimismus.

Starzmann: Es macht einfach Spaß, für diesen Verein zu arbeiten. Ich versuche immer, diese Freude auf alle Beteiligten auszustrahlen. Nur wer »brennt«, kann ein Feuer entzünden.

Können Sie sich einen Vereinswechsel gar nicht mehr vorstellen?

Starzmann: Ich scheue mich nicht davor, irgendwann eine neue Herausforderung anzunehmen. Meine große Vision lautet nach wie vor, als Trainer in der zweiten Liga zu arbeiten - am liebsten mit dem SSV. Auch der Verein hat diese langfristige Vision.

Sie sprechen von der zweiten Liga, stehen aber mit Ihrer Mannschaft nicht mal auf einem Qualifikationsplatz für die neue dritte Liga.

Starzmann: Es geht nicht darum, täglich die Tabelle zu lesen, sondern um die Entwicklung des Vereins. Der SSV befindet sich insgesamt auf einem ganz tollen Weg. Durch personelle Veränderungen wurde die Basis für professionelle Strukturen geschaffen. Der Klub hat immerhin gut 80 bodenständige kleinere und mittlere Sponsoren und ein klasse Stamm-Publikum, auf das man stolz sein muss.

Apropos Publikum: Bislang kamen im Schnitt knapp 3 200 Zuschauer pro Partie. Mit 4 000 wurde geplant.

Starzmann: Wir hatten letztes Jahr durch die Aufstiegs-Euphorie und durch vier, fünf Knaller-Spiele bis zur Winterpause einen sehr hohen Schnitt mit etwa 4 200 Besuchern pro Spiel. Das hat sich in der Rückrunde relativiert. Dieses Jahr kann es anders herum laufen. Mit Aalen und den Stuttgarter Kickers kommen attraktive Gegner. Und dann gibt es echte Platz-zehn-Duelle mit Endspielcharakter. Da ist noch vieles möglich.

»Wir dürfen die Struktur unseres Teams nicht durcheinanderbringen«

Welche Spieler haben Sie positiv überrascht?

Starzmann: Sven Schipplock wird natürlich immer wieder genannt. Torhüter Markus Krauss habe ich bereits angesprochen. Sehr zufrieden bin ich beispielsweise mit Manuel Waidmann, der zwar vom sechsten bis zehnten Spieltag eine Stagnation hatte, mittlerweile aber schon fünf Tore erzielt hat. Das ist eine extrem gute Quote für einen defensiven Mittelfeldspieler. Positiv traten auch Sasa Janic als herausragender Tor-Vorbereiter und Thomas Scheuring mit seinen starken körperlichen Fähigkeiten in Erscheinung. Die größte Stärke jedoch ist unser Kollektiv. Das ist in der Liga sicherlich einzigartig.

Zuletzt wurden Andreas Hindelang vom Bayernligisten FC Kempten und Sven Sökler, der bei den Stuttgarter Kickers gehen soll, als potenzielle Zugänge gehandelt.

Starzmann: Es gibt immer interessante Spieler in diversen Ligen. Bevor wir jedoch über mögliche Zugänge diskutieren, sind wir gut beraten, die Struktur unseres Teams nicht durcheinander zu bringen. Hier benötigen wir vor allem im Rahmen der aktuellen Diskussionen Augenmaß und viel Feingefühl. (GEA)
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