http://www.berlinonline.de/berliner-zei ... 24853.htmlBei vielen Fußball-Vereinen ist die Begeisterung für die neue dritte Liga längst verflogen
Matthias Wolf
BERLIN. Nein, dritte Bundesliga darf die neue Klasse nicht heißen. Obwohl so ein Gütesiegel wunderbar für die Klubs zu vermarkten gewesen wäre. Doch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) habe ihr Veto eingelegt, sagt Helmut Sandrock, der für die dritte Liga zuständige Direktor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): "Die wollen einen gewissen Schutzraum für ihre Produkte."
Die erste und zweite Bundesliga sollen nicht abgewertet werden. Ein Grund von mehreren, warum die Begeisterung auch bei Dirk Zingler längst verflogen ist. "Ich bin tief enttäuscht", sagt der Präsident des 1. FC Union Berlin, "was die Einnahmen angeht, wird die neue Liga keine Verbesserung." Am Sonnabend starten die Köpenicker bei Borussia Dortmund II in das Unternehmen Qualifikation zur dritten Profiliga, die letzten sechzehn Partien stehen an. Für viele Vereine galt die neue Spielklasse bisher als gelobtes Land. Doch mittlerweile ist von einer Mogelpackung die Rede.
Kleiner Zugewinn
Den ersten Klubs, wie dem von der Insolvenz bedrohten VfB Lübeck, dem in der laufenden Saison 600 000 Euro fehlen, geht finanziell bereits jetzt die Luft aus. Andere stellen beim Durchrechnen der kommenden Saison fest, dass vieles teurer wird, sich aber der Ertrag kaum erhöht. Das fängt beim Fernsehgeld an. Statt 375 000 Euro erhalten die Drittligisten zwar künftig rund 250 000 Euro mehr, aber dafür steigen die Ausgaben. In diesen Tagen hat zum Beispiel Union erfahren, dass allein an Verbandsabgaben für Schiedsrichter künftig 75 000 statt wie bisher 25 000 Euro fällig werden sollen. "Das ärgert uns. Der vermeintliche Zugewinn wird immer kleiner", sagt Zingler: "Den erhofften wirtschaftlichen Sprung wird es nicht geben. Ich sehe die neue dritte Liga genauso kritisch wie die bisherige Regionalliga." Und schon die sei nur sehr schwer zu finanzieren gewesen.
In den vergangenen Spielzeiten fuhr Union jeweils einen Verlust von rund einer halben Million Euro ein. Auch in dieser Saison klagen Lieferanten über die schlechte Zahlungsmoral des Klubs. "Nur wer ganz laut schreit, kriegt mal eine Abschlagszahlung", sagt einer. Eigentlich sollte künftig alles besser werden für die Eisernen, die einmal pro Quartal ihre Finanzen dem DFB offenlegen müssen. Aber jetzt sieht es ganz danach aus, "dass es künftig ein Überlebenskampf bleibt", wie Zingler sagt. Auch, weil erst ab 2009 ein neuer Fernsehvertrag abgeschlossen werden kann. "Die Klubs erwarten das, und wir werden uns auch bemühen, dann mehr Geld auszuhandeln", sagt Sandrock. Zusagen bleiben aber vage, während Dirk Zingler erwartet, "dass der DFB 2009 endlich Farbe bekennt".
Bis dahin sind die Vereine auf sich selbst gestellt - und stoßen an ihre Grenze, wenn sie den Spielbetrieb in der neuen Liga durchfinanzieren wollen. Zwar hat Union den Sponsorenpool mittlerweile auf 122 Firmen erhöhen können, ein neuer Höchstwert, "aber mehr Geld werden die Sponsoren nicht geben", sagt Zingler. "Bis jetzt weiß ja auch noch keiner, was wir wirklich bieten können." Auch Sandrock räumt ein, dass bei aller Attraktivität, die er der neuen Klasse zuspricht, "noch unklar ist, was das Produkt wert ist". Zwar will die ARD-Sportschau künftig noch mehr über die Drittligisten berichten, auch ein Sonntagsspiel wird verwertet - aber die Bedeutung der Klasse bleibt doch eher regional. Bezeichnend: Die Saisoneröffnung im Juli, wenn die Bundesligen noch nicht spielen, wird nur im dritten Programm live übertragen.
Mancher Verein ist ins Grübeln gekommen. "Es werden sich wohl gar nicht alle bewerben, die es sportlich schaffen würden", sagt Sandrock. "Für viele ist das eine Frage der Vernunft." Er habe bei Informationsveranstaltungen mit den Klubs festgestellt, "dass mancher andere Zahlen im Kopf hatte als die wirklichen". Und schon die Bedingungen für die Lizenz, allein die Auflagen für die Stadien, schrecken viele ab. Union gibt im März gleich drei Lizenzanträge ab: für Liga vier, drei und zwei. Nur drei Punkte sind es bis zu einem Aufstiegsplatz, im Winter wurden mit Shergo Biran, Marco Löring und Dustin Heun noch drei neue Profis verpflichtet.
Zweite Liga im Blick
Ein richtiges Wettrüsten fand in der Nordstaffel der Regionalliga in diesem Winter noch einmal statt. 51 Abgänge und 62 Neuzugänge meldeten die Vereine, darunter viele bekannte Namen. Union verzichtete bewusst auf teure Verpflichtungen. "Wir hätten zusätzliche Einnahmen haben müssen, um mehr zu tun", sagt Zingler, "das war nicht der Fall, so sind wir vernünftig geblieben. Außerdem wollten wir einen Lizenzverstoß vermeiden." Intern hat Zingler nun die Devise ausgegeben, das Ensemble solle alles versuchen, um womöglich doch noch die zweite Liga zu erreichen. Diese Spielklasse wäre dann auch wirklich ein lohnenswertes Ziel. Dort können Topklubs mehr als das Zehnfache an Fernsehgeld verdienen.
Die neue 3. Liga: Mogelpackung ohne Gütesiegel
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Die neue 3. Liga: Mogelpackung ohne Gütesiegel
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Danke fürs reinstellen
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Wie das Kind auch heißen mag, an der Dritten Liga kommt niemend vorbei, auf dem Weg von unten nach oben.
Auch wir nicht. :?
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Die Frage die man sich stellen sollte: Ist Profifubßall ohne vorherige Investitionen in größeren Ausmaße überhaupt noch möglich?
Wenn ich daran denke, was Wehen, FSV Frankfurt, Hoffenheim, Reutlingen oder Aalen mittlerweile für Fußballstadien haben, wie der FSV Frankfurt oder Ingolstadt jedes Jahr in ihre Mannschaft investieren. Das kannst Du ohne Investor oder Großsponsor überhaupt nicht mehr schaffen.
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Wie wahr. Und es ist eine Schande, dass sich die Hauptstadt des Musterländles offensichtlich auf eine rote Monokultur einrichtet. Bei unserem 1. Regionalligaaufenthalt zwischen 1994 und 1994 waren Mannschaften wie Wehen oder FSV Frankfurt noch Kanonenfutter, von Ingolstadt oder Ho$$enheim ganz zu schweigen. Letztgenannten Ort KANNTE ich damals nicht malMcVillager hat geschrieben:Die Frage die man sich stellen sollte: Ist Profifubßall ohne vorherige Investitionen in größeren Ausmaße überhaupt noch möglich?
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Im März dachten alle, es geht aufwärts. April April...
- Matze
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Tendenziell gehts wohl eindeutig in diese Richtung...Ford K hat geschrieben:Wie wahr. Und es ist eine Schande, dass sich die Hauptstadt des Musterländles offensichtlich auf eine rote Monokultur einrichtet. Bei unserem 1. Regionalligaaufenthalt zwischen 1994 und 1994 waren Mannschaften wie Wehen oder FSV Frankfurt noch Kanonenfutter, von Ingolstadt oder Ho$$enheim ganz zu schweigen. Letztgenannten Ort KANNTE ich damals nicht malMcVillager hat geschrieben:Die Frage die man sich stellen sollte: Ist Profifubßall ohne vorherige Investitionen in größeren Ausmaße überhaupt noch möglich?
Wenn ich daran denke, was Wehen, FSV Frankfurt, Hoffenheim, Reutlingen oder Aalen mittlerweile für Fußballstadien haben, wie der FSV Frankfurt oder Ingolstadt jedes Jahr in ihre Mannschaft investieren. Das kannst Du ohne Investor oder Großsponsor überhaupt nicht mehr schaffen.
Wenn das Gefälle schon dermaßen eklatant ist, dass diese Teams zur Winterpause ambitionierten Underdogs im Aufstiegskampf die Leistungsträger abkaufen, gibts wohl nur einen Weg:
Professionell arbeiten, ein gutes Produkt entwickeln..und selbst auf einige namhafte Sponsoren warten
In Stuttgart - Nur Kickers 
- pipes
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So wird das nichts - wenn ich nur warte, dass ein potentieller Kunde bei mir anruft, dann bin nächsten Monat arbeitslos.Matze hat geschrieben:Professionell arbeiten, ein gutes Produkt entwickeln..und selbst auf einige namhafte Sponsoren warten
So wird aktuell ja schon "gearbeitet".
Ich mag keine Leute, die einfach mitten im Satz