Quelle: STNKickers trennen sich von umstrittenem B-Jugend-Trainer
Späte Einsicht - aber Beigeschmack bleibt
Stuttgart - Die Einsicht kam relativ spät, aber sie kam: Die Stuttgarter Kickers haben nach den Turbulenzen in der B-Jugend Trainer Edgar Gaißer (36) entlassen. Interimsweise wird die Mannschaft nun von Jugendleiter Volker Digulla betreut. Außerdem darf Spielervater Gioacchino Di Frisco nicht mehr als Chefscout tätig sein. Als Sponsor wird er erhalten bleiben.
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Von Jürgen Frey
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STN: Kickers trennen sich von umstrittenem B-Jugend-Trainer
STN: Kickers trennen sich von umstrittenem B-Jugend-Trainer
Der ganze Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung:
Kickers trennen sich von umstrittenem B-Jugend-Trainer
Späte Einsicht - aber Beigeschmack bleibt
Stuttgart - Die Einsicht kam relativ spät, aber sie kam: Die Stuttgarter Kickers haben nach den Turbulenzen in der B-Jugend Trainer Edgar Gaißer (36) entlassen. Interimsweise wird die Mannschaft nun von Jugendleiter Volker Digulla betreut. Außerdem darf Spielervater Gioacchino Di Frisco nicht mehr als Chefscout tätig sein. Als Sponsor wird er erhalten bleiben.
VON JÜRGEN FREY
Zur Vorgeschichte: Anfang Oktober war Wolfgang Jessulat als B-Jugend-Trainer gefeuert worden, nachdem wegen eines Sexualdelikts gegen ihn ermittelt wurde. Daraufhin verpflichteten die Kickers den Ex-VfB-Jugendcoach Edgar Gaißer - auf Empfehlung von Gioacchino Di Frisco. Der Mann ist Vater des B-Jugend-Torjägers Francesco Di Frisco und nebenbei Talentscout für die Blauen. Sein Geld verdient er als Chef einer Gebäudereinigungsfirma. Die Geschäfte dürften gut laufen. Nach eigenen Angaben unterstützt er den Nachwuchs der Kickers mit 50 000 bis 100 000 Euro pro Saison.
Für die klammen Kickers ist das ein Glücksfall. Das Dumme an der Geschichte: Zu Beginn des Jahres bot Di Frisco zusammen mit Trainer Gaißer nicht nur seinen eigenen Sohn beim TSV 1860 München an, sondern auch noch die beiden Mitspieler Ahmet Kulabas und Rouven Sattelmaier. "Im Nachhinein betrachtet war das natürlich ein Fehler'', räumt Di Frisco ein, "aber ich wollte die Kickers wachrütteln, da die Planungen stagnierten.'' Die Kickers jedenfalls erfuhren von den dubiosen Machenschaften - woraufhin Thomas Kneißler, Jugendleiter für den organisatorischen Bereich, den Rauswurf von Gaißer und Di Frisco forderte. Dies wiederum lehnte die Kickers-Chefetage zunächst ab. Folge: Kneißler zog die Konsequenzen und trat zurück.
Wenn auch viel zu spät, haben die Kickers nun doch gehandelt. Di Frisco darf nicht mehr als Chefscout tätig sein. "Ich akzeptiere das, bleibe aber als Sponsor dabei'', sagt er. Daran werde auch die Trennung des Clubs von seinem Spezi Gaißer nichts ändern. Am gestrigen Abend meldeten die Verantwortlichen auch in dieser Personalie Vollzug. "Wir haben uns von Gaißer getrennt'', sagt Präsidiumsmitglied Edin Rahic, "eine Zusammenarbeit war nicht mehr möglich. Wir befinden uns ja auch sportlich in einer brenzligen Situation.'' Trotz der überfälligen Maßnahme bleibt ein fader Beigeschmack. Denn nach außen drängt sich der Verdacht der "Vetterleswirtschaft'' auf.
Wen wundert's, dass die Turbulenzen auch sportlich Spuren hinterlassen haben. Das B-Jugend-Team ist vor dem Regionalliga-Derby beim VfB Stuttgart am kommenden Sonntag (11 Uhr) auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Vorerst wird Jugendleiter Volker Digulla die Mannschaft interimsweise betreuen. In der kommenden Woche soll dann ein neuer Trainer präsentiert werden. "Es wird ein Mann von außen sein'', kündigt Rahic an. In der momentanen Situation sicher nicht das Dümmste.
- Basti
- Kickers-Fan
- Beiträge: 5299
- Registriert: Dienstag 19. August 2003, 12:41
- Wohnort: Schwäbisch Hall
Obwohl er natürlich für den Schlamassel mitverantwortlich ist, so ist es trotzdem lobenswert, dass er weiter Sponsor bleibt. Manch anderer hätte da beleidigte Leberwurst gespielt und sofort seine Sponsorgelder auf Eis gelegt.Di Frisco darf nicht mehr als Chefscout tätig sein. "Ich akzeptiere das, bleibe aber als Sponsor dabei'', sagt er. Daran werde auch die Trennung des Clubs von seinem Spezi Gaißer nichts ändern.
Kickers: Jugendtrainer entlassen
Konsequenzen vor dem Derby
STUTTGART (ump). Das B-Jugend-Derby in der Fußball-Regionalliga wirft ihre Schatten voraus. Vor dem Spiel am Sonntag (11 Uhr) beim VfB haben die Stuttgarter Kickers auf die internen Unruhen im Jugendbereich (die StZ berichtete) reagiert und sich von dem umstrittenen B-1-Trainer Edgar Gaißer getrennt. "Auf Grund der sportlichen Misere", wie das Präsidiumsmitglied Edin Rahic sagt, nachdem die Mannschaft inzwischen in akute Abstiegsgefahr geraten ist.
Parallel dazu sollte aber gesichert sein, dass der Sponsor, auf dessen Empfehlung hin Gaißer im Herbst vergangenen Jahres nach Degerloch gekommen war, den nicht gerade auf Rosen gebetteten Kickers erhalten bleibt. "Dazu sind noch einige abschließende Gespräche nötig", sagt Gioacchino di Frisco, der eine Gebäudereinigung betreibt und einen nicht unerheblichen Betrag für die Blauen investiert. Ob das so bleibt, wollte di Frisco gestern nicht bestätigen: "Dazu sind noch einige klärende Gespräche nötig."
Klar ist somit auch, dass der Hauptsponsor Eduardo Garcia in diese Dinge nicht verwickelt ist. Nach einem Gespräch zwischen ihm und dem Kickers-Präsidenten Hans Kullen soll es außerdem zumindest eine Annäherung geben, was ein mögliches weiteres Engagement bei den Kickers - zumindest im Jugendbereich - angeht.
Unabhähgig davon benötigt der Verein einen Hauptsponsor, der rund eine Viertelmillion Euro zahlt, um die Lizenz für die nächste Saison zu bekommen. "Es gibt entsprechende Auflagen vom Deutschen Fußball-Bund", sagt Hans Kullen, "aber die werden wir erfüllen." Erfreulich: Bereits unterschrieben hat ein weiterer Leistungsträger - der Torhüter Tino Köstel bleibt bis 2006.
Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 22. April 2004
Konsequenzen vor dem Derby
STUTTGART (ump). Das B-Jugend-Derby in der Fußball-Regionalliga wirft ihre Schatten voraus. Vor dem Spiel am Sonntag (11 Uhr) beim VfB haben die Stuttgarter Kickers auf die internen Unruhen im Jugendbereich (die StZ berichtete) reagiert und sich von dem umstrittenen B-1-Trainer Edgar Gaißer getrennt. "Auf Grund der sportlichen Misere", wie das Präsidiumsmitglied Edin Rahic sagt, nachdem die Mannschaft inzwischen in akute Abstiegsgefahr geraten ist.
Parallel dazu sollte aber gesichert sein, dass der Sponsor, auf dessen Empfehlung hin Gaißer im Herbst vergangenen Jahres nach Degerloch gekommen war, den nicht gerade auf Rosen gebetteten Kickers erhalten bleibt. "Dazu sind noch einige abschließende Gespräche nötig", sagt Gioacchino di Frisco, der eine Gebäudereinigung betreibt und einen nicht unerheblichen Betrag für die Blauen investiert. Ob das so bleibt, wollte di Frisco gestern nicht bestätigen: "Dazu sind noch einige klärende Gespräche nötig."
Klar ist somit auch, dass der Hauptsponsor Eduardo Garcia in diese Dinge nicht verwickelt ist. Nach einem Gespräch zwischen ihm und dem Kickers-Präsidenten Hans Kullen soll es außerdem zumindest eine Annäherung geben, was ein mögliches weiteres Engagement bei den Kickers - zumindest im Jugendbereich - angeht.
Unabhähgig davon benötigt der Verein einen Hauptsponsor, der rund eine Viertelmillion Euro zahlt, um die Lizenz für die nächste Saison zu bekommen. "Es gibt entsprechende Auflagen vom Deutschen Fußball-Bund", sagt Hans Kullen, "aber die werden wir erfüllen." Erfreulich: Bereits unterschrieben hat ein weiterer Leistungsträger - der Torhüter Tino Köstel bleibt bis 2006.
Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 22. April 2004
