Für Kopenhagen-Touristen ist die Kleine Meerjungfrau ein Pflicht-Fotomotiv. Doch bald soll die Skulptur zur Weltausstellung nach Shanghai gebracht und durch eine Kopie ersetzt werden. Die Erbenfamilie des Künstlers erwägt rechtliche Schritte.
Kopenhagen - Der geplante zeitweilige Umzug der Kleinen Meerjungfrau von Kopenhagen nach China stößt auf wenig Gegenliebe in Dänemark. Wie die Zeitung "Politiken" am Freitag berichtete, haben unter anderem die Erben des Schöpfers von Kopenhagens weltberühmtem Wahrzeichen dagegen protestiert, dass die Bronzestatue zur Shanghaier Weltausstellung 2010 nach Fernost verpflanzt werden soll.
Kurz nach dem 95. "Geburtstag" der 1913 am Kopenhagener Langelinie-Kai enthüllten Nackten mit Flossen schreibt der Kommentator in "Politiken", es komme ja auch niemand auf die Idee, die New Yorker Freiheitsstatue abzumontieren und für eine Ausstellung nach China zu verschiffen.
Dass die Figur nach dem gleichnamigen Märchen von Hans-Christian Andersen nur 1,25 Meter misst - im Vergleich zu 46 Metern für die Freiheitsstatue (ohne Sockel) -, mildert die dänische Empörung über die Entscheidung des Stadtrates nicht.
"Die Jungfrau gehört nach Kopenhagen. Ich bin richtig traurig", meint Erlin Eriksen, Enkel des Bildhauers Edvard Eriksen, der die Jungfrau nach dem Körper seiner Ehefrau Eline und dem Kopf einer Balletttänzerin modelliert hatte. Die Erbenfamilie erwägt rechtliche Schritte. Während der Abwesenheit der Originalstatue soll eine Kopie als Objekt für jährlich mehr als eine Million fotografierende Kopenhagen-Touristen auf den Steinblock im Wasser gesetzt werden.
spiegel.de
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Dänemarks Wahrzeichen fliegt nach Schanghai: Nach heftigen Diskussionen stimmte der Stadtrat von Kopenhagen dafür, die kleine Meerjungfrau auf der Weltausstellung 2010 im Original zu zeigen. Kritiker sind entsetzt - die arme Statue habe doch schon genug gelitten.
Kopenhagens kleine Meerjungfrau darf in die weite Welt ziehen: Der Stadtrat der dänischen Hauptstadt beschloss nach lebhafter Debatte, die Statue für den Pavillon des Landes auf der Weltausstellung 2010 im chinesischen Schanghai auszuleihen. 36 Ratsmitglieder stimmten am Donnerstag für die Entsendung, zwölf dagegen und zwei enthielten sich.
Vorangegangen war eine monatelange Diskussion, die ganz Dänemark bewegt und auf Antrag der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei sogar das Parlament beschäftigt hatte. Während sich Befürworter einen Schub für den Tourismus erhofften, verwiesen Gegner darauf, dass die während der Weltausstellung nach Kopenhagen kommenden Touristen enttäuscht sein könnten.
Die kleine Meerjungfrau soll im dänischen Pavillon von Tausenden Litern original Kopenhagener Meerwasser umspült in einem Bassin ausgestellt werden. In dem Bassin sollen die Besucher baden dürfen, um die Reinheit des Hafenwassers zu erleben.
Der Vorschlag, eine Kopie auszustellen, wurde vom Architekten des Pavillons, Niels Lund Petersen, als "Kitsch" abgetan. Nach Meinung des Leiters des dänischen Kulturinstitutes in Schanghai, Erik Messerschmidt, wäre es den Chinesen allerdings egal, ob sie eine Kopie oder das Original sähen.
In einem Internetforum forderte eine Nutzerin, die Meerjungfrau "in Ruhe zu lassen". Sie habe bereits genug gelitten. Tatsächlich war die nach einem Märchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen vom Künstler Edvard Eriksen 1913 erschaffene Statue bereits häufiger das Opfer von Vandalismus: Sie wurde zwei Mal enthauptet, ein Arm wurde ihr abgerissen und in den rebellischen sechziger Jahren wurde sie auf den Kopf gestellt. Ferner wurde sie in eine Burka gekleidet und mit einem Kopftuch versehen, in verschiedenen Farben angestrichen und mit einem an ihrer Hand befestigten Vibrator ausgestattet.
spiegel.de
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