Aus Spiegel-Online:
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HISTORISCHE FUSSBALLSTÄTTEN
Lebendige Geschichte von Altona bis Aachen
Nur wenige Vereine spielen noch in alten, traditionsreichen Stadien. Viele dieser Sportstätten müssen immer moderneren Arenen weichen. Das Spiel wird zur Nebensache, der Besuch zum Event. Dabei haben gerade alte Stadien ihren eigenen Charme - so wie die Adolf-Jäger-Kampfbahn in Hamburg.
Regenüberströmt und klitschnass verlassen Tausende Menschen die Griegstraße in Hamburg-Altona. Es ist ein Spätsommertag, dennoch wirken sie hochzufrieden. Gerade haben sie die Eröffnung des neuen Stadions des Altonaer FC 93 - die heutige Adolf-Jäger-Kampfbahn – und den 7:1-Sieg über den Lübecker BC miterlebt.
Auch das vorerst letzte Punktspiel im diesem Stadion, fast einhundert Jahre danach, Ende Mai 2008, gewinnt Altona vor knapp 1000 Besuchern überlegen. Gegen den ASV Bergedorf 85 gibt es einen 8:0-Erfolg. Dazwischen liegen viele Spiele und Geschichten, die dieses Stadion zu einem bedeutenden und faszinierenden Ort machen.
Besonders ist auch, dass neben Altona 93 nur Alemannia Aachen auf dem Tivoli, der 2009 allerdings abgerissen wird, und die Stuttgarter Kickers im ehemaligen Waldau-Stadion über hundert Jahre lang in demselben Stadion gespielt haben.
Das im September erschienene Buch "Faszination Adolf-Jäger-Kampfbahn - Altona 93 und sein 100-jähriges Kultstadion" dokumentiert die Einzigartigkeit der Adolf-Jäger-Kampfbahn. Über Jahre hinweg gaben sich hier die Großen des deutschen Fußballs wie Josef "Jupp" Posipal, Uwe Seeler, Günther Netzer, Gerd Müller oder Franz Beckenbauer die Ehre. Auch ausländische Stars, unter anderem Kevin Keegan mit Newcastle United, gastierten hier.
Die Geschichte des Stadions beginnt 1908. Damals pachtet Altona 93 eine Weide und fängt mit dem Bau eines neuen Stadions an. Am 30. August 1908 ist es soweit und die heutige Adolf-Jäger-Kampfbahn wird eröffnet. Was in der AFC-Historie 100 Jahre lang folgt, ist ein ständiger Wechsel zwischen großen Triumphen und enttäuschenden Niederlagen. Doch eines ist seitdem immer gleich geblieben: das Stadion. Dabei ist es vor allem die Haupttribüne, die trotz mehrerer Umbaumaßnahmen seit einem Jahrhundert unverändert steht. Zurzeit passen noch etwa 8000 Zuschauer hinein, vor über 50 Jahren waren es gegen den HSV einmal 27.000 Besucher.
Am 27. August 1944 wird das Stadion im Beisein von Adolf Jäger in "Adolf-Jäger-Kampfbahn" umbenannt. Jäger war der bis dato beste Spieler des Vereins, der sogar für die Nationalmannschaft auflief. Ununterbrochen spielt Altona 93 seitdem in diesem Stadion - bis zum Ende der vergangenen Saison. Um die strengen Auflagen des DFB für die neue Regionalliga Nord zu erfüllen, musste der Club für Heimspiele in das Stadion "Hoheluft" des SC Victoria Hamburg umziehen. Auch der Abriss der Adolf-Jäger-Kampfbahn steht nun zur Diskussion.
Bald letzter Verein in über hundertjähriger Spielstätte?
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Szene F - Fildern
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