Kickers gegen Hoffenheim
Das vorletzte Heimspiel der Saison 2003/3004 steht an. Am Samstag um 14.30 Uhr empfangen die Kickers die TSG Hoffenheim im Waldau-Stadion. Hier finden Sie Informationen zur TSG und alles rund ums Spiel...
Das ist die TSG Hoffenheim
Sie sind jung und noch entwicklungsfähig und sie schießen viele Tore. Normalerweise muss sich jeder Verein nach Spielern wie Sascha Ropic, 23 Jahre alt und schon achtfacher Torschütze, sowie Stephan Sieger, 24 und sechs Tore, die Finger lecken. Doch die TSG Hoffenheim leistet sich den erstaunlichen Luxus, beide gehen zu lassen. Freiwillig, wohlgemerkt.
Stephan Sieger, einer der wenigen aus dem Kraichgau, ein Mann mit hintergründigem Humor und in der Mannschaft sehr beliebt, bekam von Trainer Hansi Flick mitgeteilt, dass es wohl besser für ihn wäre, wenn er sich eine „neue Herausforderung“ suchen würde. Ropic, ein lustiger, gutmütiger Kerl, dessen späte Tore am vergangenen Freitagabend gegen die Sportfreunde Siegen den 2:0-Sieg bedeuteten, zog jetzt von sich aus einen Schlussstrich. Weil er das Vertrauen seines Trainers vermisst. „Die Rolle des Jokers genügt mir nicht. Ich will regelmäßig spielen. Aber offenbar steht Hansi Flick nicht auf Typen wie mich. Das verunsichert mich. Deshalb hat es in Hoffenheim keinen Zweck mehr.“ Am Mittwoch sollte „Rope“ beim Liga-Konkurrenten SC Feucht unterschreiben.
Natürlich sei er enttäuscht, dass er den Trainer nicht von sich habe überzeugen können. „Aber was soll ich mehr machen. Ich habe acht Tore geschossen, darunter einige sehr wichtige, obwohl ich in der Vorrunde wenig und in der Rückrunde auch nicht immer gespielt habe“, sagt der schnelle Angreifer. Dass er seine Entscheidung noch mal überdenkt wie vor einem halben Jahr, als er schon mal seinen Abschied angekündigt hatte, auf der Weihnachtsfeier aber umgestimmt wurde, schließt „Rope“ diesmal aus: „Es ist endgültig.“ Weihnachtsfeiern sind derzeit schließlich auch nicht geplant.
Nachvollziehen können die Fans nicht, dass die TSG Hoffenheim ihren zweit- und drittbesten Torschützen ziehen lässt. Immerhin haben Sieger und Ropic zusammen ein knappes Drittel aller Tore geschossen. Bei Sieger gab‘s deshalb Proteste im Internet, die Fans erwogen sogar ein Spruchband mit ins Dietmar-Hopp-Stadion zu bringen. Zum Weggang von Ropic sagt der Fan-Beauftragte Emil Vetter: „Ich finde es sehr schade. Es müssen ja erst mal Bessere nachkommen.“
Hansi Flick verteidigt indes seine Entscheidungen. Er habe Ropic keine Stammplatz-Garantie geben können, sagt der Trainer, und man müsse bedenken, dass der Stürmer einige seiner Tore in der Schlussphase geschossen habe. „Wenn die gegnerischen Abwehrspieler müde sind, kommt seine Schnelligkeit erst richtig zum Tragen.“
Mithin der ideale Joker. Glücklich wirkte Flick trotz des 2:0 gegen Siegen nicht. Sondern sichtbar angespannt. Sind daran die schwierigen Personal-Entscheidungen schuld? Bis zu zehn Spieler müssen am Saisonende gehen, um Platz für die Neuzugänge zu schaffen. Oder gar die – moderate – Kritik, die zuletzt laut wurde? Dass zu viele gleichwertige, austauschbare Spieler im Kader sind, dass deshalb nur ganz wenige einen Stammplatz haben, dafür aber viele auf der Kippe stehen, was sich vielleicht nicht leistungsfördernd auswirkt. Kaum zu glauben, dass den Trainer das anficht. Bei seiner starken Position im Verein.
„Nein“, sagte Flick am Freitagabend, „ich bin gefrustet, weil es wahrscheinlich nicht klappt mit dem Aufstieg, obwohl es in dieser Saison so einfach gewesen wäre.“ Vermutlich hat sich die Laune des 39-jährigen Fußballlehrers am Samstag deutlich verbessert. Nicht nur weil der ehemalige Bayern-Profi Ehrengast bei Stefan Reuters Abschied in Dortmund war, sondern weil die Aufstiegsanwärter alle für Hoffenheim spielten. Drei Punkte trennen drei Spieltage vor Schluss von den Aufstiegsplätzen. Geht am Ende doch noch was? Es wäre zu schön, um wahr zu sein, zumal die Mannschaft in dieser Saison nur einmal einen Aufstiegsplatz belegte.
Zwei Siege mehr, rechnet Flick vor, zum Beispiel gegen den voraussichtlichen Absteiger 1. FC Eschborn, gegen den man zweimal verlor – und die TSG Hoffenheim würde schon heute dick auf einem Aufstiegsplatz stehen. Wohin sie aber eigentlich nicht gehört. Mit der fünf schwächsten Abwehr der Liga und den ständigen Form-Schwankungen.
Doch Flick muss sich nicht grämen. Er soll glücklich sein, dass er einen Job hat, um den ihn viele seiner Kollegen beneiden. Mit einem Vertrag bis 2010, dem absoluten Vertrauen des Gönners Dietmar Hopp und Trainingsbedingungen wie in der 2. Bundesliga. Und schließlich hat er ja auch schon viel erreicht: Den Aufstieg in die Regionalliga, den Klassenerhalt in der ersten, den fünften Platz in der zweiten Saison, die überragenden Pokalerfolge in dieser Spielzeit.
Klar, wenn es mit dem erklärten Ziel, dem Aufstieg innerhalb der nächsten zwei Jahre, was werden soll, muss sich einiges ändern zur neuen Runde. Vier gestandene Spieler aus der 2. Liga oder der Regionalliga sollen noch geholt werden. Allerdings, nicht alle, die man haben will, geben sich damit zufrieden, dass die TSG Hoffenheim ein seriös geführter Verein ist, bei dem pünktlich am Monatsende die Gehälter überwiesen werden. „Wir wollen auch bei den Neuzugängen unser gesundes Gehaltsgefüge nicht sprengen“, sagt Spielleiter Dirk Rittmüller. „Wenn man hört, was anderswo angeblich gezahlt wird, kann man nur mit den Ohren schlackern“, muss Geschäftsführer Dag Heydecker mit der einen oder anderen Absage leben. An den ehrgeizigen Zielen hält man trotzdem fest. Denn, sagt Heydecker, „Geld allein schießt keine Tore. Das Beispiel Werder Bremen macht Mut.“
Dass diesmal die Richtigen kommen – bis jetzt haben Björn Weber, Michael Öller, Ex-Kickers-Spieler Michael Kümmerle und Heiko Petersen zugesagt – davon sind Heydecker und Flick überzeugt. Der Petersen, hat Flick am Freitagabend dann doch noch seinen Humor wieder gefunden, komme nämlich aus Flensburg: „Das wird uns viele Punkte garantieren.“
Rund ums Spiel
Das Vorspiel bestreiten die D-Junioren des SKG Botnang und die E1/D3-Jugend der Kickers. Die E1/D3-Jugend von Trainer Winfried Beck war eine der reisefreudigsten Mannschaft in der Hallensaison. Insgesamt wurden 51 Hallenturniere gespielt, davon 22 Turnier gewonnen, elf Mal standen die Jungs auf dem zweiten Platz, fünf Mal gewannen Sie das kleine Finale. Also Jungs, viele Spaß heute beim Vorspiel und beim Einlaufen!
Auch am Samstag gibt es wieder eine Verlosung im Fan-Zelt. Nach dem Spiel gibt es bei der FAdSKi zu gewinnen:
- 2 x Sitzplatz Haupttribüne für das letzte Spiel gegen die VfB Stuttgart (Amateure)
- T-Shirt von Kickers-Sponsor Gebäudereinigung Di Frisco
- Kickers-Tasse
- Kickers-Chronik
- und selbstverständlich den Spielball bei „Catch the ball“ , präsentiert von der Familienschutz Versicherung
Kickers-Präsident Hans Kullen empfängt heute prominente Gäste im Waldau-Stadion: Der ehemalige Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart Manfred Rommel und der ehemalige Erste Bürgermeister und Stadtkämmerer der Landeshauptstadt Stuttgart Dr. Klaus Lang fiebern heute als Kickers-Fans mit.
Schiedsrichter der Partie ist mit Günter Perl ein alter Hase, der seit 1996 DFB- und seit 1998 Zweitliga-Refferee ist. Der Münchner, 35 Jahre alt, ist von Beruf Groß- und Einzelhandelskaufmann und nennt Reisen und Tennis als Hobbys. An der Linie assistieren ihm Thomas Färber und Stefan Schlott.
[Vorberichte] SVK - TSG
- Basti
- Kickers-Fan
- Beiträge: 5299
- Registriert: Dienstag 19. August 2003, 12:41
- Wohnort: Schwäbisch Hall
[Vorberichte] SVK - TSG
- Blaues Stuttgart
- Kickers-Fan
- Beiträge: 7537
- Registriert: Sonntag 11. April 2004, 17:34
- Wohnort: B-Block
Re: [Vorberichte] SVK - TSG
Das sind ja mal Hammer-Fans. Erwogen SOGAR ein Spruchband zu machen. Leider haben sie BK erst wieder nach den Ferien :wink:Basti hat geschrieben:Bei Sieger gab‘s deshalb Proteste im Internet, die Fans erwogen sogar ein Spruchband mit ins Dietmar-Hopp-Stadion zu bringen. Zum Weggang von Ropic sagt der Fan-Beauftragte Emil Vetter: „Ich finde es sehr schade. Es müssen ja erst mal Bessere nachkommen.“
Schiedsrichter der Partie ist mit Günter Perl ein alter Hase, der seit 1996 DFB- und seit 1998 Zweitliga-Refferee ist. Der Münchner, 35 Jahre alt, ist
So alt war glaub ich noch kein Schiedsrichter diese Saison.
