Ist das "Heilbronner Phantom" ein Hirngespinst

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gambo
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Ist das "Heilbronner Phantom" ein Hirngespinst

Beitrag von gambo »

Ist das "Heilbronner Phantom" ein Hirngespinst?

An mindestens 40 verschiedenen Tatorten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und in Österreich wurden in den vergangenen Jahren die DNA-Spuren von ein und derselben weiblichen Person gefunden. Vermutet wurde eine Serientäterin, die auch an einem Polizistenmord in Heilbronn beteiligt gewesen sein sollte. Doch möglicherweise ist die Phantommörderin ein Hirngespinst: Nach einem Bericht der Internetausgabe des "Stern" waren höchstwahrscheinlich die Wattestäbchen, die die Fahnder zur Sicherung von DNA-Spuren verwendeten, schon vorher mit DNA-Material kontaminiert.
Möglicherweise stammt die DNA von einer unachtsamen Mitarbeiterin eines Herstellers der Stäbchen. Das baden-württembergische Landeskriminalamt geht diesem Verdacht nun nach.

Angestellte gaben DNA-Proben ab
Wie die Staatsanwaltschaft berichtete, geht das LKA seit April 2008 intensiv der Möglichkeit einer Fremdverunreinigung nach. Im Kriminaltechnischen Institut des LKA in Stuttgart seien in diesem Zeitraum zunächst mehrere hundert unbenutzte Wattestäbchen eines norddeutschen Unternehmens für Medizinbedarf untersucht worden. "Diese Untersuchungen verliefen ohne Ergebnis und ergaben keinen Hinweis auf Fremdkontaminationen", heißt es in der Mitteilung weiter. Laut "stern.de" sollen nun auch Packerinnen der Firma Speichelproben abgegeben haben, um ihr DNA-Profil mit dem des Phantoms abgleichen zu können. Das LKA bestätigte dies nicht.
Interne Untersuchung eingeleitet
Das "Heilbronner Phantom" wurde verdächtigt, mehrere Menschen getötet haben. Körperzellen der Frau wurden an unterschiedlichsten Stellen gefunden, zuletzt nach einem Einbruch in einer Saarbrücker Schule. Nach Informationen des "Stern" sollen Ermittler danach eine interne Untersuchung eingeleitet haben, ob möglicherweise doch Utensilien zur Spurensicherung schon vorher verunreinigt waren. Diese "minimale Möglichkeit" habe schon Ende vergangenen Jahres der Münsteraner Rechtsmediziner Bernd Brinkmann nicht ausschließen wollen.

Verbrechen passen nicht zusammen
Schon seit Februar vergangenen Jahres hegen die Ermittler Zweifel an der "Phantom-Frau"-Theorie. Anlass seien "verschiedene DNA-Treffer der 'Unbekannten weiblichen Person' (UwP) im Zusammenhang mit Sachverhalten, die aus kriminalistischer Sicht nicht mehr plausibel waren", teilt das LKA mit. Die Spur des Phantoms geht bis in das Jahr 1993 zurück.

DNA-Spuren tauchten auf Papieren auf - und verschwanden
Die Zweifel kamen bei der Abklärung der Identität einer verbrannten Leiche auf. Es stellte sich heraus, dass es ein bereits im Jahr 2002 verschwundener Asylbewerber ist. Von ihm lagen Fingerabdrücke bei der Polizei vor. Auf einem der untersuchten Papiere dieser erkennungsdienstlichen Behandlung in Völklingen fand sich überraschend die DNA-Spur des Phantoms, "was eigentlich nicht sein konnte", wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ernst Meiners, mitteilte. Bei einer nochmaligen Untersuchung fand sich die DNA nicht mehr. Dies steht seit Donnerstag vergangener Woche fest.

Kein Festgenommener kannte das Phantom
Bei den anderen Tatorten konnte nicht ermittelt werden, wann die Spur dorthin gekommen war. Alle mutmaßlichen Mittäter hatten bei Vernehmungen erklärt, die Gesuchte nicht zu kennen.

DNA kann Sterilisation überleben
Die Wattestäbchen zur Sicherung von DNA-Spuren wurden dem Bericht zufolge zwar ordnungsgemäß sterilisiert, aber menschliche Körperzellen - etwa aus Hautresten, Schweiß und anderen Sekreten - überleben nach Auskunft von Experten eine solche Maßnahme. Allerdings bleibt rätselhaft, ob die DNA-Spur von einer einzigen Frau an so vielen und weit auseinanderliegenden Tatorten über so viele Jahre stammen kann.

300.000 Euro Belohnung ausgesetzt
Die "Frau ohne Gesicht" galt bisher als die meistgesuchte Verbrecherin Deutschlands. Mit sechs Morden, einem weiteren Todesfall und zahlreichen Einbrüchen wird sie in Verbindung gebracht. Für ihre Ergreifung wurde eine Belohnung von 300.000 Euro ausgesetzt - auf eine Person, die möglicherweise mit all dem gar nichts zu tun hat.
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Felix B.
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Beitrag von Felix B. »

Na das ist ja echt ein Hammer, da bleibt einem der Mund offen stehen... Wenn das wirklich als Wahrheit herauskommt dann haut einen das wirklich um. Man denke nur daran wieviele Verbrecher ungeschoren davon kamen, da ja das Phantom hinter allem steckte.

Auf der anderen Seite: Die Geschichte um das Phnatom ist schon tierisch unheimlich und wenn sich diese Frau als gar nicht existent herausstellt wäre es auch irgendwie beruhigend. In gewisser Weise zumindest...
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DirtyToby
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Beitrag von DirtyToby »

Dieser Verdacht geistert schon seit einiger Zeit umher. Komisch, dass das jetzt plötzlich erst so raus kommt. Könnte mir das aber gut vorstellen, diese erfolglse Suche war doch schon sehr verwunderlich...
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NickTheButcher

Beitrag von NickTheButcher »

ich halte es für relativ unlogisch. Die Spuren wurden in halb Europa entdeckt. Das würde ja bedeuten dass halb Europa die Stäbchen oder Handschuhe benutzen die ein und die selbe Mitarbeiterin verpackt hat.
Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.
Eine DNA Analyse der in Frage kommenden Mitarbeiter würde Aufschluss geben. Rechtlich gesehen sicher nicht ganz unkritisch !
Bluespirit

Beitrag von Bluespirit »

Wattestäbchen,wers glaubt..so kann man auch schnell mal einige Morde zu den Akten legen
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Italo-Blauer
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Beitrag von Italo-Blauer »

"Nach einem Bericht der Internetausgabe des "Stern" waren höchstwahrscheinlich die Wattestäbchen, die die Fahnder zur Sicherung von DNA-Spuren verwendeten, schon vorher mit DNA-Material kontaminiert."

Mag so einiges erklären, aber die Frickenhausener Firma hat dazu erklärt, dass es sich nicht um Wattestäbchen handelt, die zu einem DNA-Test zu gebrauchen sind.
Nun, ich denke eine Panne kann immer passieren, aber der feige Mord an der Polizistin bleibt immer noch ungeklärt! Ich denke die Beamten fangen gerade wieder bei Null an!
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gambo
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Beitrag von gambo »

Polizei nach Fahndungspanne unter Druck"Phantom" existiert nicht - DNA-Spur von ArbeiterinErschienen am 27. März 2009
Verunreinigte Wattestäbchen haben die Polizei jahrelang in die Irre geführt (Quelle: imago)

Die sogenannte Phantom-Mörderin hat nie existiert. Die an 40 Tatorten sichergestellte DNA-Spur stammt nicht von einer Tatbeteiligten, sondern von einer Verpackungsarbeiterin aus Bayern. Gleichzeitig geraten die Ermittler wegen der durch verunreinigte Wattestäbchen verursachten Fahndungspanne verstärkt unter Druck.
"Die Polizei hat nie gefragt, ob das Besteck für DNA-Tests geeignet ist", sagte der Geschäftsführer der Herstellerfirma Greiner Bio-One GmbH, Heinz Schmid. Die Wattestäbchen seien nicht für polizeiliche Ermittlungen gedacht. Dies gehe eindeutig aus der Gebrauchsanweisung hervor, erklärte der Forschungsleiter Günther Knebel.

Vermutliche DNA-Panne Stäbchen-Hersteller drohen Konsequenzen
Das Phantom von Heilbronn Alles nur ein Hirngespinst?

Arbeiterin aus Verpackungsbetrieb
Bei der immer wieder gefundenen Spur handelt es sich um die DNA einer Arbeiterin aus einem Verpackungsbetrieb in Bayern, sagte der Präsident des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg, Klaus Hiller. Die Frau wurde am Freitagnachmittag identifiziert. Sie habe "mit hoher Wahrscheinlichkeit" nichts mit der Begehung von Straftaten zu tun.

Wattestäbchen aus der Drogerie
"Es kann nicht sein, dass die Polizei ihre Wattestäbchen in der Drogerie holt", kritisierte der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Joachim Lautensack, die Fahndungspanne. Zugleich warnte er aber davor, die DNA-Analyse zu verteufeln.

"Minister in Erklärungsnot"
Aus Sicht der Opposition In Baden-Württemberg muss Innenminister Heribert Rech (CDU) die Verantwortung übernehmen. Wenn die Polizei aus Sparsamkeit unsicheres Analysematerial zur Spurensicherung eingesetzt habe, "kommt der Innenminister in Erklärungsnot", sagte SPD-Landtagsfraktionschef Claus Schmiedel.

Suche nach dem Phantom Die Frau ohne Gesicht
Chronologie Hier hinterließ das Phantom seine Spuren

Auch eine Frage der Kosten
Auf den Unterschied zwischen "sterilen" und garantiert "DNA-freien" Wattestäbchen wiesen auch andere Herstellerfirmen hin. Der Inhaber des Hamburger Unternehmens EM-TE, Andre Reuter, sagte dem "Westfalen-Blatt", viele Polizeibehörden bestellten aus Kostengründen Wattestäbchen, die zwar steril, nicht aber garantiert DNA-frei seien.

Für die Rechtsmedizin ungeeignet
Reuter importiert nach eigenen Angaben Wattestäbchen, sogenannte Bakterietten, aus Italien und vertreibt sie auch an Polizeidienststellen. "Die einfachen Bakterietten kosten samt Röhrchen etwa 18 Cent. Sie sind für bakteriologische und mikrobiologische Untersuchungen gedacht, nicht aber für Zwecke der Rechtsmedizin", sagte der Importeur.

Keine DNA-freien Stäbchen in Verwendung
Ralf Hensiek von der Firma Diagnostica in Reinfeld in Schleswig-Holstein verwies im "Westfalen-Blatt" darauf, dass DNA-freie Stäbchen etwa das 15-fache steriler Wattestäbchen kosteten. "Wir haben zu Testzwecken schon mehrere Polizeibehörden beliefert, unter ihnen auch das Bundeskriminalamt", sagte Hensiek. Soweit er wisse, setze aber noch keine deutsche Polizeibehörde DNA-freie Stäbchen ein.

Österreicher ziehen verunreinigte Stäbchen aus dem Verkehr
Laut "Spiegel-Online" schlossen die österreichischen Behörden schon Anfang des Jahres in einem Mordfall mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus, dass es das "Phantom" tatsächlich gibt. Gleichzeitig seien die Stäbchen, die von der Firma Greiner Bio-One vertrieben worden seien, als verunreinigte Spurenträger identifiziert worden. Es sei daher veranlasst worden, sämtliche Stäbchen des Herstellers sofort aus dem Verkehr zu ziehen.

Konkrete Hinweise erst am 18. März
Die Möglichkeit einer Verunreinigung der Untersuchungsmaterialien wurde nach den Worten des Leiters der Sonderkommission für den Heilbronner Polizistinnenmord, Frank Huber, von Anfang an in Betracht gezogen. Konkrete Hinweise aus Österreich gab es aber erst am 18. März. Daraufhin sei die Polizei sehr schnell auf die Firma in Bayern zugegangen und habe Speichelproben von allen Mitarbeitern genommen.

Spekulationen seit April 2008
Das LKA Baden-Württemberg war nach eigenen Angaben seit April 2008 dem Verdacht nachgegangen, dass es sich bei DNA-Spuren des "Phantoms" um Verunreinigungen durch fremdes Genmaterial handeln könnte und hat seitdem mehrere hundert unbenutzte Wattestäbchen überprüft.

Zweifel nach Leichenfund im Saarland
Die Zweifel an der Echtheit des "Phantoms" gehen auf einen Leichenfund im Saarland zurück. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken mitteilte, sollten die DNA-Spuren des unbekannten Toten und die eines vermissten Asylbewerbers verglichen werden. Dazu hätten die Ermittler Genmaterial aus Fingerabrücken herausgearbeitet, die der Asylbewerber vor längerem bei seinem ausländerrechtlichen Verfahren hatte abgeben müssen. Dabei seien plötzlich Spuren des "Phantoms" aufgetaucht. "Das konnte einfach nicht sein", sagte der Sprecher.
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Buddy
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Beitrag von Buddy »

@Gambo
Es wäre sehr schön wenn du immer die Quelle deiner Artikel angibst die du hier reinkopierst.
gambo
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Beitrag von gambo »

Buddy hat geschrieben:@Gambo
Es wäre sehr schön wenn du immer die Quelle deiner Artikel angibst die du hier reinkopierst.
Entschuldigung. Hier ist die Quellenangabe:
http://nachrichten.t-online.de/c/18/24/ ... 40148.html
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