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Neue Enthüllungen sorgen für Verwirrung im Umfeld
Schweinfurt (5.6.2004). Neueste Enthüllungen sorgen im Umfeld des FC 05 für große Verwirrungen.
Mittwoch, 9. Juni, 14 Uhr. Danach geht gar nichts mehr. Wobei kurz vor dem Ablauf der Frist seitens des Deutschen-Fußballbundes die neue Regionalliga-Lizenz des FC 05 am seidenen Faden zu hängen scheint. Die Fakten sind klar: Genau 455.000 Euro müssen die Schnüdel als Bürgschaft beim DFB hinterlegen. Ein noch etwas höhere Summe gilt es kurzfristig in
finanzielle Löcher zu stopfen, um in der Sommerpause überhaupt die Mannschaft bezahlen und den geplanten Etat aufrecht erhalten zu können.
Geld, das der Verein nicht hat, der mit so vielen Hoffnungen verbundene thailändische Investor "Channel 5" hingegen sehr wohl. Fieberhaft verhandelt vor allem Vizepräsident Jochen Haberle (im Bild links, daneben Präsident Gerhard Hertlein) in diesen Tagen mit der Vertretung des asiatischen Medienkonzerns in Frankfurt. Anfang nächster Woche nochmals intensiv. Der Deal muss unbedingt klappen, sonst gehen die Lichter bei den Grün-Weißen wohl aus, gilt es stattdessen, künftig Schwarz zu tragen.
Derweil scheinen bedenkliche Fakten ans Tageslicht gekommen zu sein. Von der "Mini Dress Collection" auf dem Trikot der 05er ist wohl nie auch nur ein Cent in die Kassen des Vereins geflossen. Was hinter vorgehaltener Hand bereits seit letzten Sommer immer wieder vermutet und sogar behauptet wurde, dürfte sich laut eines nach ausführlichen Recherchen veröffentlichten Berichtes in der Main-Post von diesem Samstag jetzt erwiesen haben: Präsident Gerhard Hertlein kaufte mit einer Firma, die er zusammen mit seinem Sohn Bernd (Geschäftsführer der Wochenzeitung "Schweinfurter Anzeiger" und Manager einer Fußballschule) gründete, der finanziell mehr als angeschlagenen Unternehmens-Inhaberin Brigitte Breyer-Lindner lediglich deren Rechte an fraglichen Schadensersatz-Klagen gegenüber Dritten aus von Breyer-Lindner vorgeworfenen Lizenz-Verstößen ab, steckte dieses Geld, 145.000 Euro, vertragsgemäß aber in den FC 05 und wird davon wohl kaum wieder etwas bekommen. Denn die Erfolgsaussichten für die Schadensersatzklagen gelten als äußerst gering.
Weitere 145.000 Euro, die zweite Rate also aus dem Vertrag über 290.000
Euro mit der "Mini Dress Collection" (Foto, das Trikot trägt Veselin Popovic), sind nie geflossen. Und dieses Geld fehlt dem FC 05 in dieser Saison. Breyer-Lindener ließ mittlerweile verlauten, nie als Sponsorin des Vereins tätig sein zu wollen. Gegenüber dem DFB gab Hertlein das jedoch letzten Sommer so an. Weil er, gemäß Auflagen des Verbandes, einen externen Geldgeber aufbringen musste.
Verwirrung im Umfeld stiftete scheinbar auch Rainer Hörgl, der gegenüber der Mannschaft den Deal mit den Thailändern für geplatzt erklärt haben soll. "Davon distanziere ich mich auf das Schärfste", stellte der Trainer am Samstag zwar klar, gab aber zu, mit dem Team über die Zukunft geredet zu haben. Dass das dann an die Öffentlichkeit kam, hält der 47-Jährige für "ganz, ganz schlecht. Denn Internat sollten grundsätzlich, vor allem dann, wenn es um so heiße Dinge geht, auch intern bleiben. Da haben die Spieler dann nicht sofort an die Presse zu gehen".
Hörgl, der noch immer keinen Vertrag für die neue Saison unterschrieb, wollte die angedachten Verbindungen mit dem Investor schon in den letzten Wochen nie kommentieren und plante seinen Kader ohne die zusätzlichen, dringend jedoch notwendigen Gelder. Was passieren kann, wenn die ausbleiben, haben die Spieler in der nun abgelaufenen Saison mehrfach erlebt. Ende Mai beispielsweise konnte der Verein erst mit Mühe die April-Gehälter bezahlen.