Das Ende einer griechischen Odyssee..

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SVK-Micha
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Das Ende einer griechischen Odyssee..

Beitrag von SVK-Micha »

Artikel aus der StZ:

Der Kickers-Spieler Chatzis macht nicht nur gute Erfahrungen

Stuttgart. Niko Chatzis ist wieder bei den Stuttgarter Kickers. Wie schon
von 1995 bis 2001. Dann träumte er von einer Karriere in Griechenland. Seine Fazit: "Das war eine verlorene Zeit."


Niko Chatzis schnuppert Höhenluft. Zumindest im Training, schließlich liegt das Gelände des Regionalligisten Stuttgarter Kickers für Fussballverhältnisse recht hoch, rund 400 Meter über Meereshöhe. Vor drei Jahren hatte er sich aus Degerloch mit den Worten verabschiedet:
"Vielleicht tut mir eine Luftveränderung gut." Wie man's nimmt...

> Stuttgarter Kickers,2001: Die Blauen sind aus der zweiten Liga abgestiegen - aber die geringste Schuld daran traf Niko Chatzis. Der kam in der ganzen Runde gerade mal auf drei Einsätze. "Ich habe nie eine echte Chance bekommen." Grund? Rainer Zobel stand nicht so auf den Mittelfeldspieler, warum auch immer. Und weil Zobel - zunächst - Trainer blieb, gab es für Chatzis keine Perspektive mehr.

> Griechenland, 2001: Niko Chatzis zog es nach Griechenland, in seine Heimat, auch wenn er knapp 25 Jahre zuvor in Stuttgart geboren wurde. "Irgendwie war es ein großer Reiz, dort Fuß zu fassen", sagt er heute. Doch das war leichter gesagt als getan. Es gab Kontakt zu Iraklis Saloniki und OFI Kreta, doch die zerschlugen sich. Und auch ein Vertrag mit Panionios Athen platze in letzter Minute. "In Griechenland ändert der Präsident eben mal über Nacht seine Meinung oder es liegen plötzlich andere Zahlen auf dem Tisch", sagt Chatzis über die nicht immer seriöse Geschäftsgebaren seiner Landsleute. Fazit: " Es war ein verschenktes Jahr." In dem er, ganz nebenbei, von Arbeitslosengeld lebte. Der Erfolg der Griechen bei der EM kommt für Chatzis jedenfalls zu spät: "Die Regierung will die Euphorie nutzen, um die professionellere Strukturen zu schaffen." Sprich: weniger Korruption, weniger Ausschreitungen - zum Wohle des Fussballs.

> SG Sonnenhof, 2002: Chatzis war wieder zu Hause - in Stuttgart. In der Not heuerte er in der Verbandsliga an, bei der SG Sonnenhof. Dort führt Uli Ferber das Kommando, Spielerberater der Hleb Brüder. Und Chatzis, der sich nach dem Desaster in Griechenland mit seinerm Manager überworfen hatte sagt: " Davon erhoffe ich mir gewisse Kontakte:" Die richtigen waren nicht dabei.

> 1.FC Pforzheim, 2003: wieder war ein Jahr vorüber, und Niko Chatzis noch keinen Schritt weiter. Im Gegenteil. Er bekam die veränderte Situation durch die Kirch-Krise zu spüren. "Die Vereine setzten lieber auf Eigengewächse", so die Erfahrung des Spielers. Da kam ein Angebot aus Pforzheim ganz gelegen. Weil der Oberligist für die fussballerischen Qualitäten nicht so viel bezahlen konnte, gab es noch die fussballerische Perspektive in einer Werbeagentur. Für den gelernten Industriekaufmann schien das eine Chance in den schlechter werdenden Zeiten. "Doch das entpuppte sich als Seifenblase." Und weil ein Unglück selten allein kommt, blieben auch die Spielergehälter des inzwischen in Insolvenz befindlichen Klubs aus.

> Waldhof Mannheim, 2004: also erneut ein Ortswechsel, diesmal in der Winterpause. Der Traditionsklub um die Galionsfigur Maurizio Gaudino machte Chatzis, der in Pforzheim mit neun Toren aufgefallen war, ein lukratives Angebot. Auch das Umfeld stimmte: die Fans, das Stadion. Und im Fall des Aufstiegs (den Waldhof knapp verpasste), wäre Chatzis auch geblieben. Doch für die Oberliga besaß er eine Ausstiegsklausel - die er nutzte.

> Stuttgarter Kickers, 2004: der Kreis schließt sich. Die Kontakte zu Trainer Robin Dutt bestanden schon seit der Krise in Pforzheim. Den Ausschlag gab zum einen die sportliche Perspektive. "Die Kickers haben eine super Rückrunde gespielt; sie haben eine junge, hungrige Mannschaft." Und sie spielen in Stuttgart - seiner Heimat. "Letztendlich wollte ich nicht weg von hier." Im Stadtteil Wangen hat Chatzis ein Haus, dort wohnt er mit seiner langjährigen Freundin, hat die Schwester um sich, die Eltern in der Nähe. "Das ist wichtig für mich" Und es kann helfen. Das weiß auch Trainer Robin Dutt. "In dem gewohnten Umfeld fühlt sich ein Spieler immer wohler." Seine Rolle auf dem Rasen? "Die zentrale Position liegt mir am meisten", sagt Chatzis. " Ich will es noch mal wissen", sagt der 28-jährige, mithin das beste Alter für einen Fußballer.

Drei Jahre war er weg, doch er hat sich viel verändert in Degerloch. "Abgesehen vom Platzwart und dem Betreuer kenne ich kaum mehr einen", so Chatzis. Deshalb sagt er: "Das ist ein Neuanfang für mich." Oder das Ende einer kleinen (griechischen) Odyssee.
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